"Funcom setzt auf ein Nischenpublikum - und punktet. Wer sich auf The Secret World einstellen kann, wird es lieben. Alle anderen lassen es einfach bleiben." - Frank Fischer

The Secret World ist ein Spiel mit Ecken und Kanten und es ist noch weit davon entfernt, ein perfektes MMOG zu sein. Überhaupt hätte man es ebenso gut als Rollenspiel mit Onlinemodus vermarkten können, da insbesondere die PvP-Schauplätze kaum echte Anreize bieten. Wenn es Funcom allerdings wirklich gelingt, weiterhin monatlich für Content zu sorgen und die geheime Welt an ihren Schwachstellen auszubauen, ist das derzeitige Gebührenmodell durchaus legitim und hält nebenbei die auffallend niveauvolle Community sauber.

Wer am Feierabend ohne nachzudenken Monster schnetzeln und seinen Geist schonen will, wird mit dem Spiel möglicherweise überfordert sein. Wer jedoch ein Faible für tiefgreifende Storys hat und abends noch mal unter das Bett schaut, bevor er zur Lektüre von Lovecraft und King einschläft, wird The Secret World lieben und über sämtliche Schwächen hinwegsehen.

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Pro

  • Raum für Theorycraft
  • Atmosphäre pur
  • Niveauvolle Community dank anspruchsvollem Questdesign
  • Eine Story, als hätten sich King und Lovecraft zusammengesetzt
  • Funcoms neue Ausrichtung auf ein dankbares Nischenpublikum

Contra

  • Altbackenes Kampfsystem
  • Unspektakuläre PvP-Schauplätze
  • Ausgeprägter Hardwarehunger
  • Hakelige Animationen

Grafik

Von den leblos wirkenden Hauptstädten einmal abgesehen bietet The Secret World Umgebungen, wie sie stimmungsvoller kaum sein könnten. Leider ist Funcom, was die hakeligen Animationen und die Gesichter betrifft, noch immer auf dem Stand von Age of Conan. Hier muss die DreamWorld Engine dringend verbessert werden.

Sound

Perfekt instruierte Sprecher und eine der Umgebung angepasste Geräuschkulisse in feinstem Dolby. Hier gröhlen norwegische Metaller aus einem Ghettoblaster, da wird Pachelbels Kanon in D georgelt und hinter einer Wand im Schwarzen Haus hört man, wie eine arme Seele im Jenseits leidet. Bei Funcom gibt‘s was auf die Ohren - da kann momentan kein anderes MMO mithalten.

Gameplay

Sieben aktive und sieben passive Skills aus einer Auswahl von insgesamt 525 Fähigkeiten bereiten zwar Theorycraftern Vergnügen, verhindern allerdings nicht, dass angesichts des altbackenen Kampfsystems der Sekundenschlaf hin und wieder mit von der Partie ist. Immerhin hält das Questdesign gehörig auf Trab.

Multiplayer

Wer Story, Atmosphäre und Rätsel vollends genießen will, wird sich von Gesellschaft eher gestört fühlen - von den kurzen Dungeon-Läufen einmal abgesehen. Das mag sich ändern, wenn man die Story komplett durchlebt hat und Funcom noch einen spannenderen PvP-Schauplatz oder Möglichkeiten für Rollenspieler nachliefert.