"Die Kaiserstadt offenbart, dass es ZeniMax noch immer an guten PvP-Designern fehlt." - Frank Fischer

Was hatten wir uns nach all dem Tamtam seitens der Entwickler auf die Kaiserstadt gefreut. Nach langer Dürrezeit sollte Tamriel endlich wieder neu erblühen. Nachdem sich jedoch die Staus an den Eingängen aufgelöst hatten und wir einige Stunden in der Kaiserstadt verbringen konnten, blieb nicht viel von der anfänglichen Begeisterung übrig. Zu kurz ist der Story-Anteil der Kaiserstadt, zu dröge der PvP-Grind. Als gewöhnliches, kostenfreies Update könnte man sich die neuen Inhalte gefallen lassen - als kostenpflichtigen DLC jedoch nicht.

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Dabei hätte die Kaiserstadt das Zeug, zu einem ganz großen Erlebnis zu werden. Dafür jedoch muss man bei ZeniMax endlich verstehen lernen, wie die Rahmenbedingungen aussehen müssen, um den Spielern sinnvolles PvP zu ermöglichen. Sie in ein zugegeben schön gestaltetes Gebiet zu werfen und aufzufordern, sich gegen Belohnung die Köpfe einzuschlagen, wird langfristig nicht funktionieren.

Derweil warten PvE-Fans auf den nächsten DLC, der ESO dann um satte 20 Stunden Story erweitern soll. Etwa einen Euro pro Stunde zahlen Käufer und Veteranen also und angesichts der mittlerweile kurzen Abständen zwischen den DLCs kaum weniger als ein Abonnent. Doch allein die Tatsache, dass ZeniMax selbst eine solche Zeitvorgabe macht, zeigt, woran das angebliche MMORPG The Elder Scrolls Online im Kern noch immer krankt.

The Elder Scrolls Online ist für PC, seit dem 09. Juni 2015 für PS4 und Xbox One erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

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Pro

  • Riesige Welt
  • Ordentlich vertonte Quests
  • Stimmungsvoll umgesetzte Umgebung

Contra

  • Masse statt Klasse: ZeniMax arbeitet nach wie vor zu oberflächlich
  • Belohnungen für Veteranen wurden auf die Kaiserstadt verlagert
  • Dröges Zerg-PvP ohne sinnvollen Rahmen
  • Kaiserstadt-Inhalte angesichts des Preises zu dürftig

Grafik

Tamriel gehört sicherlich zu den schöneren und vor allem glaubwürdigeren MMO-Welten, die westliche Spieleschmieden auf die Beine gestellt haben. Auch die Kaiserstadt ist wundervoll gestaltet und voller Details. Leider beschränkt sich das allein auf die Optik.

Sound

Akustisch ist The Elder Scrolls Online nach wie vor ordentlich umgesetzt. Die Vertonung ist stimmig und, anders als bei vielen anderen Spielen, auch in der deutschen Fassung zu ertragen.

Gameplay

Vom Anspruch her rangiert ESO nach wie vor im unteren Segment. Bedient werden vor allem Einsteiger und Umsteiger, die Erfahrungen mit ähnlich simplen MMOs gemacht haben.

Multiplayer

ESO ist und bleibt ein Solo-Game mit Multiplayer-Optionen. Lediglich in der Kaiserstadt ist eine Gruppe unabdingbar, will man es in halbwegs erträglicher Zeit zu nennenswerten Belohnungen bringen. Was beim PvE jedoch sinnvoll gewesen wäre, schafft beim PvP neue Probleme und generiert jene Zerg-Armeen, die sich allein zweckorientiert durch die Kaiserstadt wälzen und auf Spielspaß keine Rücksicht nehmen.