Die Veröffentlichung von The Chronicles of Spellborn wurde schon mehrfach verschoben, zuletzt wurde der neue Termin auf Herbst 2008 gelegt. Damit tritt das MMOG allerdings wohl in direkte Konkurrenz zu Warhammer Online, das immerhin auf eine weltbekannte Lizenz bauen kann und schon jetzt über eine beachtliche Fanbasis verfügt.

"Haben die überhaupt ein Spiel?", schmunzelt PR Manager Pierre-Yves Deslandes denn auch selbstbewusst, wenn auch nicht ganz ernst gemeint, in den Räumen des Berliner Publishers Frogster, wo er einen Kurzbesuch dazu nutzt, den aktuellen Stand von TCOS zu präsentieren.

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Bereits ein halbes Jahr ist seit unserem letzten Artikel über The Chronicles of Spellborn, dem Online-Rollenspiel der niederländischen Entwicklerbude Spellborn Inc., vergangen. Auch wenn sich Fans des Spiels nicht eben über die damals verlautbarte Verschiebung gefreut haben dürften, hat das Team in den letzten Monaten "hart an der Verbesserung von Details" gearbeitet, so der PR-Manager.

The Chronicles of Spellborn - "Wir sind ein innovatives MMO!" Die Entwickler präsentierten uns den Stand der Dinge in Spellborn.

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Pierre-Yves Deslandes im gamona Interview.
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Diese wurden natürlich vorgeführt, sodass wir zunächst einen Blick auf die Charaktergenerierung warfen. Zwar stellt dieses grundlegende Feature nicht alles in den Schatten, was man bisher in diesem Genre gesehen hat, trotzdem soll sich Spellborn bereits hier von allen anderen Konkurrenten unterscheiden.

Große spielerische Freiheit

So betont Deslandes, dass die spielerische Freiheit bei diesem MMOG an erster Stelle stehe: "Allein die Auswahl der Rasse schränkt niemanden bei der Auswahl der Klasse ein." Das Aussehen der Spielfigur ist für das Gameplay daher absolut unerheblich. Ihr könnt also nicht nur Magiekundige mit gewaltigen körperlichen Ausmaßen erschaffen, umgekehrt können auch die zierlichsten Gestalten an vorderster Front ihren Mann (oder Frau) als Tank stehen.

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Spellborn lockt mit großer spielerischer Freiheit.
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Dieses Konzept wird aber noch weiter ausgedehnt und betrifft auch die Kleidung der Charaktere, die völlig ohne verstärkende oder schwächende Attribute auskommt. "Roben oder Körperpanzer dienen ausschließlich der optischen Darstellung und haben keine direkten Auswirkungen auf die Skills. Wir nennen das 'Dress to impress'", erläutert Deslandes das Spellborn-Prinzip.

Dress to impress

Auf diese Weise sollen Spieler nicht nur eine spielerische Freiheit genießen, die unabhängig von ihrer Ausrüstung ist, sondern auch von Beginn an mit eindrucksvollen Rüstungen durch die Spielwelt ziehen können. Einfluss auf Fertigkeiten und Skills hat daher nur die Entscheidung für einen der drei Archetypen - Kämpfer, Zauberer oder Schurke, die sich in weitere Spezialisierungen unterteilen - sowie Siegel, mit denen sich Gegenstände verzaubern lassen.

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Auch Spieler von Barbie Fashion Designer haben ihren Spaß an Spellborn.
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Diese Runensteine gibt es in zwei unterschiedlichen Ausführungen: Während Gegenstandssiegel Waffen, Schmuck oder Rüstungen mit Bonuswerten versehen, erhöhen Fertigkeitssiegel auf direkte Weise den Schaden oder die Abklingzeit eines Magie-Spruchs oder einer Nahkampfattacke. Darüber hinaus gibt es zehn verschiedene Ränge der Siegel, die auf diese Weise das Sammeln auch über längere Zeit attraktiv machen sollen.

Neben diesem Item-System steht natürlich auch das Kampfsystem im Mittelpunkt, mit dem man neue Wege beschreiten möchte: "Das Kämpfen erfordert in Spellborn viel mehr Skill als bei vergleichbaren Spielen", sagt Deslandes und fährt fort: "Man drückt hier nicht zwei, drei Tasten und trinkt dann noch einen Kaffee nebenbei, während der Rest automatisch abläuft."

Vielmehr ist man als Spieler in einer viel aktiveren Rolle gefragt und muss beispielsweise ständig das Ziel anvisieren, seinen Charakter ausrichten, Kombos aktivieren und immer wieder die Taktik an die Situation anpassen. Dabei sollen dynamische Fights entstehen, die den Skill der Gamer fordern.

Kein Verlust von EXP

Nebenbei muss man sich auch noch selbst heilen, denn "in Spellborn gibt es keine Heilerklassen, wie man sie aus vergleichbaren MMOGs kennt", so Deslandes. Jeder Charakter verfügt über die Fähigkeit, sich oder verbündete zu heilen.

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Lobenswert: kein EXP-Verlust.
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Eine weitere wichtige Komponente dieses Systems ist der so genannte PeP-Rank, der die Spielfiguren mit zusätzlichen Buffs ausstattet. Dieser Rang wird während der aktiven Spielsession durch Erfolge aufgebaut und hat einen Maximallevel von 5. Allerdings wird man schon "sehr, sehr lange spielen müssen, um Rank 5 zu erreichen", wie der PR-Manager betont. Schließlich sind aber auch die damit verbundenen Boni überaus vorteilhaft.

Spellborn scheint weiterhin ein spannendes und innovatives MMO zu werden - doch nun will ich endlich auch spielen!Ausblick lesen

Damit verbunden ist auch die Death-Penalty von TCOS. Den einzigen Malus, den ihr hier für euer virtuelles Ableben erhaltet, ist ein Verlust des PeP-Ranks. Wertvolle Erfahrungspunkte, die man am effektivsten nur durch die Erledigung von Quests erhalten soll, verliert man beim Sterben also glücklicherweise nicht. Ein spezielles Wiederbelebungsverfahren an Schreinen soll zudem verhindern, dass es zum gefürchteten Corpse-Camping bzw. Spawn-Ganking kommen kann, das in vielen Spielen mit PvP-Anteil berüchtigt ist.

PvP ohne Gnade

Apropos PvP: Wie soll man eigentlich im Kampf gegen andere Spieler erkennen, welcher Klasse sie angehören, wenn dies nicht am Körperbau oder der Ausrüstung ersichtlich ist? Auch darauf hat Deslandes eine Antwort parat: "Das erkennt man an den Skills, die sie einsetzen. Beginnt also ein Magier einen Zauberspruch gegen euch einzusetzen, dann teleportiert ihr euch als Nahkämpfer zu ihm und bekämpft ihn dort, wo es wehtut."

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Freude! Keine Beschränkung im Open PvP.
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In den Bereichen für Open PvP wird es laut Deslandes übrigens keine Levelbeschränkungen geben, "kleine" Charaktere stehen dort auch jederzeit im Wettbewerb mit solchen, die den Maximallevel bereits erreicht haben. Das sieht man jedoch nicht als Problem, denn "wer über den nötigen Skill verfügt, kann auch Spieler besiegen, die zehn Level oder mehr höher sind als ihr". Die Motivation für PvP soll auch vor allem durch Arena-Kämpfe getragen werden, wo sich Spieler nicht nur in Ranglisten messen, sondern auch Vorteile für ihre Gilden erspielen können.

Eine gute Nachricht gibt es aber auch für all diejenigen, die sich in Konkurrenz-Spielen von den Goldfarmern belästigt fühlen. Durch das spezielle Kampf- und Handelssystem von The Chronicles of Spellborn sollen beispielsweise automatisierte Kämpfe unmöglich gemacht werden und damit diesen Spielverderbern der Zahn gezogen werden. Nicht geplant sind zudem auch Mikropayment-Transaktionen für den Kauf von Gegenständen oder ähnlichen virtuellen "Werten" gegen reales Geld.