Auch mehr als dreieinhalb Jahre nach der Markteinführung ist World of Warcraft nach wie vor der Platzhirsch im Genre der MMOs. Mittlerweile sind mehr als 10 Millionen Spieler in den Welten von Azeroth unterwegs, und durch den Release in Russland dürfte die Zahl der Abonnenten nochmals nach oben gehen. Doch wie lange wird sich Blizzards Goldesel noch an der Spitze behaupten können? Was unternimmt die Konkurrenz, um die unglaubliche Dominanz zu brechen?

Sony Online Entertainment sieht die größten Erfolgschancen scheinbar außerhalb des immer noch beliebten aber leider auch hoffnungslos überfüllten Fantasy-Settings und setzt mit “DC Universe Online” und “The Agency” auf zwei MMOs, die beide in der heutigen, mehr oder weniger realen Zeit spielen. Von letzterem konnten wir uns im Rahmen der SOE Fan Faire einen genaueren Eindruck verschaffen und erzählen euch, ob es das Zeug zum Hit hat.

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007 oder Triple X

Die Idee an sich ist dabei so einfach wie auch genial. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Geheimagenten und kann endlich einmal selbst in die großen Fußstapfen eines James Bond oder Jason Bourne treten.

Gleich zu Beginn des Spiels steht man vor der Wahl, welchem der beiden zur Verfügung stehenden Geheimdienste man sich anschließen möchte. Wer es eher klassisch mag und ganz im Stile von James Bond unterwegs sein möchte, der entscheidet sich für “The United Nations Intelligence and Tactical Experts” (U.N.I.T.E) und kann sich im nordamerikanischen Hauptquartier mit diversen kleinen Spielereien eindecken, wie wir sie alle von “Q” kennen.

The Agency - Shooter meets MMO – Krieg der Geheimagenten

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Sexy Frauen dürfen in keinem Agentenspiel fehlen.
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Fans der „Triple X“-Filme werden dagegen eher “The Paramilitary Global Operations Networks” (Paragon) vorziehen. Dort geht es richtig deftig zur Sache, und Diskretion gehört sicherlich nicht zu den Stärken dieses Geheimdienstes. Stattdessen wird ein Auftrag schon mal gerne mit einem überdimensionalen Maschinengewehr erledigt, wie man es beispielsweise von Serious Sam kennt. Dementsprechend “schmutzig” kommt auch das Hauptquartier in Afrika daher. Die harten Jungens stehen weniger auf Technik als auf Action und haben deshalb einen Boxring eingebaut, in dem man Sparingskämpfe beobachten kann.

Für welchen Geheimdienst man sich auch entscheidet, auf der “guten Seite” stehen beide. Ein klassisches Fraktionssystem ist in “The Agency” nicht vorgesehen, steht der Kampf gegen das organisierte Verbrechen doch im Mittelpunkt. Nichtsdestotrotz herrscht schon eine gewisse Rivalität zwischen U.N.I.T.E und Paragon, schließlich will jeder der Beste sein und so kann es auch schon mal vorkommen, dass man sich bei einer Operation in die Quere kommt.

Geballte Action in einer persistenten Welt

Spielerisch kommt “The Agency” wie ein klassischer Shooter daher. Nahtlos kann zwischen einer First-Person- und einer Third-Person-Ansicht hin und her geschaltet werden, je nachdem womit man besser klarkommt. Das Agenten-MMO wird übrigens sowohl für den PC als auch für die PS3 entwickelt. Und da Konsolenspieler bei Shootern generell einen kleinen Nachteil haben, werden sie durch eine Zielautomatik unterstützt.

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Ungewöhnlich: The Agency erscheint für PC und PS3.
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Um die jeweiligen Stärken beider Plattformen optimal ausnutzen zu können, werden sich die Versionen allerdings in einigen Details unterscheiden. Dies ist auch der Grund, warum PS3- und PC-Spieler nicht zusammen auf einem Server unterwegs sein können. Aktuell denkt SOE aber darüber nach, beide Systeme zumindest teilweise zu kombinieren, beispielsweise bei größeren Events.

Obwohl wir bisher noch nicht wirklich viele Missionen zu Gesicht bekommen haben, lässt sich jetzt schon sagen, dass es sowohl actionreiche Schießereien, als auch eher taktisch angelegte Schleich-Missionen geben wird, so dass für Abwechslung im Gameplay gesorgt sein sollte. Der fest eingeplante “Vehicle-Combat” dürfte zusätzlich für weitere Spannung sorgen.

Bond und Bourne können einpacken: The Agency hat das Zeug zum Überraschungshit!Ausblick lesen

Im Gegensatz zu klassischen MMOs muss man sich bei “The Agency” nicht bei der Charakter-Erstellung auf eine bestimmte Klasse festlegen. Stattdessen ist es jederzeit möglich, die gewählte Rolle zu wechseln und somit auch einmal in die Haut eines Supports zu schlüpfen, wenn man ansonsten eher der Kämpfer an der Front ist.

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The Agency ist zwar ein MMO, spielt sich aber wie ein Shooter.
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Dies erinnert in Grundzügen schon stark an reinrassige Shooter, wie beispielsweise Battlefield, und ist für MMOs sicherlich ungewöhnlich. Die Intention von SOE dürfte allerdings klar sein: Es gilt diejenigen Gamer für sich zu gewinnen, die nicht über ein unbegrenztes Zeitkontingent verfügen und somit nicht mehrere Charaktere bis zur Maximalstufe hochleveln können. Ihnen soll ermöglicht werden, alle Facetten von “The Agency” zu erleben, ohne unnötig Zeit bei den immer gleichen Missionen zu vergeuden. In unseren Augen ist dies ein sehr guter Ansatz, der durchaus erfolgsversprechend sein könnte.

Content-Updates und Bezahlmodell

Gleiches gilt für die Fähigkeiten eines Geheimagenten. Zwar gibt es logischerweise diverse Attribute, die sich mit zunehmendem Level verbessern, allerdings liegt das größere Augenmerk auf dem Können des Spielers. Auch dies erinnert stark an einen reinen Shooter und fügt sich somit gut ins generelle Konzept von “The Agency” ein.

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Das Bezahlmodell von The Agency ist noch immer Top Secret.
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Damit den Superagenten nicht langweilig wird, plant Sony Online Entertainment aktuell im Rhythmus von zwei Wochen neue Inhalte zu veröffentlichen und die Spielwelt somit kontinuierlich zu erweitern. Dieses Ziel könnte man schon als durchaus sportlich bezeichnen, ist man doch von diversen Mitbewerbern (auch aus eigenem Hause) ganz andere Aktualisierungs-Frequenzen gewohnt. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht nur leere Worte bleiben, sondern auch Taten folgen.

Völlig offen ist aktuell noch das Bezahlmodell von “The Agency”. Denkbar scheint aktuell ein klassisches System mit festen, monatlichen Kosten, aber auch ein Item-Shop, der lediglich optische Vorteile mit sich bringt, oder eine Mitgliedschaft mit einem kleineren monatlichen Beitrag, der wiederum mit exklusiven Inhalten belohnt wird, liegen im Bereich des Möglichen. Viel wird wohl davon abhängen, wie das kommende SOE-MMO “Free Realms” angenommen wird, welches weitestgehend “Free to play” ist.