Jedes Spiel benötigt eine Vision. Das gilt umso mehr, wenn man sich im umkämpften Markt der Online-Rollenspiele durchsetzen will. Irgendwie muss man sich von der Masse der zahlreichen Konkurrenten absetzen, um in diesem Haifischbecken den Kampf um Kunden zu gewinnen.

TERA ist einer dieser aktuellen Aspiranten, der sich selbst als actionorientiert beschreibt und eine Evolution des Kampfsystems anstrebt. Nachdem der Start in Korea bereits erfolgte, will man mit einem aufs klassische Abonnement vertrauenden Businessmodell nun via Publisher Frogster auch in Europa nachziehen.

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Action, Nonstop

Die Fokussierung auf den Aspekt "Action" soll keine hohle Phrase sein, sagt der Berliner Publisher bei der offiziellen Präsentation des MMOs. Die gesamte Spielmechanik ist vielmehr auf dieses zentrale Element ausgerichtet. Die Rolle des Spielers soll aktiver sein als bei vergleichbaren Produkten und damit zugleich einen spannenderen Spielablauf gewährleisten.

TERA - Der nächste MMO-Hit?

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Neue Wege: TERA möchte sich von anderen MMOs abheben.
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So implementierte Entwickler Bluehole Studio ein System mit sensibler Kollisionsabfrage, die Charaktere und KI-Feinde sind also nicht in der Lage, durch andere Figuren hindurchzulaufen. Darauf sind auch viele der Fertigkeiten abgestimmt. Blocken beispielweise erhält so erst eine richtige Relevanz, da Kontrahenten daran gehindert werden können, befreundete Gruppenmitglieder zu erreichen. Also erst den "Tank" besiegen müssen, um an "weichere Ziele" zu gelangen.

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Kollisionsbafrage und direkte Steuerung machen die Kämpfe taktischer.
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Dieses taktische Mittel wird flankiert von weiteren bedeutsamen Bausteinen - so etwa der aktiven Zielführung. Sie erfordert vom Spieler, dass er sein Ziel jederzeit selbstständig im Fokus hält, damit der Schlag oder Zauberspruch auch dort einschlägt, wo er hin soll. Aufgrund der Abwesenheit eines "target lock" muss jede Aktion manuell initiiert werden. Selbst die fortgeschrittenen Talente von Skill-Chains bedürfen einer feinen Ausrichtung des Avatars, da diese mächtigen Fähigkeiten sonst ins Leere laufen.

Damit ihr noch besser auf die Handlungen der NPCs reagieren könnt - die übrigens über weitestgehend ähnliche Fertigkeiten wie ihr verfügen -, kündigen diese ihre Attacken oft mit bestimmten Verhaltensweisen an. Eine Möglichkeit der Antwort stellt eine Ausweichrolle dar, die euch im Anschluss andere Gegenmaßnahmen erlaubt, ohne Schaden zu erleiden.

Flexibles Charaktersystem

Ein weiteres Zugeständnis an den actionorientierten Kampfstil TERAs ist die vollständige Spielbarkeit mit einem Gamepad. Nach unseren bisherigen Erfahrungen in einer längeren Spielsession ist die Umsetzung sehr gut gelungen, allerdings muss man sich zunächst an die sehr direkte Steuerung gewöhnen. Nach einigen Minuten erweist sich das Handling der Figuren aber als überwiegend intuitiv, die Ausrichtung auf actionorientierte Kämpfe ist den Skills deutlich anzumerken.

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Über das Sandbox-System von TERA wollte Frogster leider noch nichts verraten.
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Darüber hinaus hat sich in der Praxis bewährt, die normalen Interfaceinhalte wie gewohnt via Maus und Tastatur einzugeben und parallel die Scharmützel mit dem Controller durchzuführen. Für eine bessere Einschätzung benötigen wir jedoch noch mehr Zeit - auch um die Tiefe der individuellen Einstellungen ausloten zu können.

Wo gehobelt wird, fallen auch Späne - unsere Figur bekommt natürlich trotz der vielen Fertigkeiten immer wieder eins auf die Glocke. Ein wichtiges Feature, um die gefürchtete Downtime gering zu halten, hält in Form eines Lagerfeuers Einzug. Der Vorteil: Ihr und eure Kameraden profitiert nicht nur von einem Heilmechanismus, darüber hinaus erhaltet ihr auch noch Buffs, die eure Attribute positiv beeinflussen. Nebenbei soll so ein Campfire zudem als soziale Begegnungsstätte fungieren, an dem sich gesellige Abenteurer versammeln.

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Die Charakterentwicklung lässt viel Freiheit.
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Größtmögliche Flexibilität versprechen die Macher im Bereich Charakterentwicklung, wo es keinerlei Restriktionen geben soll. Mit jeder der sieben Rassen habt ihr Zugriff auf die acht Klassen, trotzdem soll man bereits auf den ersten Blick erkennen, welchen Archetypen Gegner oder Kameraden gewählt haben. Das soll durch einen "unglaublich hohen Detailgrad" bei der Charaktergestaltung erreicht werden. Zudem haben viele Klassen zwar die gleichen Rüstungssets, aber in verschiedenen, auf die Völker angepassten Versionen.

Eine ernst zu nehmende Alternative zum üblichen MMO-Gekloppe.Ausblick lesen

Wer sich abseits der PvE-Fights vergnügen will, obwohl der Weg zum Maximallevel ohne Grinding vollständig durch Quests gepflastert sein soll, darf sich zusätzlich in PvP-Schlachten austoben. Gerade im Endgame wird sich laut Frogster der Spielanteil in diesem Komplex deutlich erhöhen, 5vs5- oder 10vs10-Gefechte dann an der Tagesordnung stehen. Im Angebot sind klassische kompetitive Modi wie TDM, Capture the Flag oder King of the Hill, zur Belohnung erhalten teilnehmende Spieler neben speziellen Punkten auch PvP-Items.

TERA bietet, wie die meisten anderen MMORPGs auch, eine große Palette alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten. So dient ein Glyphen-System zur Verstärkung von Skills (und deren Wahl für die PvP-Auseinandersetzungen sehr wichtig sein wird), gibt es fünf Sorten von Achievements sowie ein Kristall-Schema, das vergleichbar ist mit den altbekannten Runen und zur Aufwertung der Gegenstände verwendbar ist. Auch auf Begleiter und Mounts müsst ihr nicht verzichten, wobei vor allem die persönlichen Pets sowohl gestalterisch als auch funktional vom Üblichen abweichen sollen. Sie laufen nicht nur stumpf nebenher, sie dienen auch als mobile Verkaufsstände und lassen sich über mehrere Funktionsstufen aufleveln.

Politik mit Unreal Engine 3

Wer von all dem noch nicht genug hat, beteiligt sich - als Gildenleiter mit Maximallevel - an dem übergeordneten Metagame: Ein politisches System, das zwar einerseits viele Vorteile wie Spezialfertigkeiten bietet, andererseits aber auch Pflichten, wie Besteuerung der "Untertanen" vorsieht und diplomatisches Geschick erfordert.

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Hübsch ist TERA ja - aber der asiatische Stil muss einem liegen.
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"Das Spiel ist ein Augenöffner!", behauptet zumindest Frogsters PR-Abteilung. Der Einsatz der Unreal Engine 3 erlaube sogar einen Polygoncount, der so in einem MMO noch nicht zu sehen war. Nun gut, Tatsache ist, dass TERA wirklich sehr schön aussieht, vor allem die Mobs weisen eine Unmenge von Details, eine große Vielfalt und butterweiche Animationen auf. Allerdings muss man wohl auch diesen fernöstlichen Grafikstil mögen, der - trotz einer Anpassung an den westlichen Markt (weibliche Charaktere erhalten beispielsweise längere Röcke...) - immer noch deutlich erkennbar ist.

Und auch, dass es sich obgleich der Änderungen so spielen soll, wie es aussieht: sexy und geil (O-Ton Frogster). So weit würde ich zwar nicht gehen, doch die monumentale Architektur der Städte gefällt mir gut, das gilt auch für das Design der verzauberten Wälder und abgelegenen, vergessenen Ruinen. Unterm Strich wirkt die Gestaltung der Welt, das Art-Design, absolut stimmig.