Sieben Jahre lang wurde bei Richard Garriotts Spieleschmiede in Austin an Tabula Rasa gezimmert. Es sollte ein MMOG werden, das den westlichen sowie den asiatischen Vorlieben gleichzeitig entsprechen und an Garriotts alte Erfolge anknüpfen sollte. Man investierte unglaublich viel Zeit und Geld in das Projekt.

Nicht zuletzt wollte man NCsoft in Korea mit einer eigenen Produktion aus Texas beeindrucken. Doch das Projekt scheiterte auf ganzer Linie. Und das Ende kam ganz und gar nicht unerwartet, wie jetzt zwei ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens verraten.

Adam Martin und Scott Jennings erstellten jüngst, unabhängig voneinander, jeweils eine ausführliche Chronologie des Scheiterns, die nicht nur Tabula Rasa, sondern auch Titel wie Age of Conan, Pirates of the Burning Sea und Hellgate: London mit einschließt.

“Diese Spiele scheiterten, weil ihre Entwickler es zuließen", erklärt Adam Martin und kritisiert, dass man in dieser Branche einfach nicht zu seinen Fehlern stehen kann und auch Scott Jennings beschreibt: "Unsere Reaktion war es, unsere Köpfe möglichst einzuziehen und irgendwie unseren Job zu machen. So wie ich das aus den Unterhaltungen auf den Fluren mitbekommen haben, sah das wohl jeder so."

Ohnmächtig verrichtete man über Jahre hinweg seinen Job und sah zu, wie das Projekt langsam vor die Wand fuhr. Langsam genug für die meisten Verantwortlichen, um rechtzeitig abzuspringen und einfach beim nächsten Studio anzuheuern, als sei nichts passiert.

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