"Star Wars: The Old Republic" ist der Hoffnungsträger schlechthin unter den MMOs. Schön langsam nimmt das Spiel auch Gestalt an. Doch können Sith und Jedi tatsächlich am WoW-Thron kratzen? Die E3 gab weitere Antworten.

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Es war bekanntlich das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Spielewelt: Als "Star Wars: The Old Republic" vor rund eineinhalb Jahren angekündigt wurde, wusste oder ahnte bereits jeder, dass es ein neues MMO im "Krieg der Sterne"-Universum geben werde – das misslungene "Galaxies" konnte schließlich vor allem LucasArts nicht so auf sich sitzen lassen. Also ging man eine Partnerschaft mit den Rollenspiel-Spezialisten BioWare ein. Die waren immerhin für das wohl beste „Star Wars“-Spiel überhaupt, "Knights of the Old Republic", verantwortlich.

Immer mehr Infos über die Klassen des Spiels werden bekannt.Die Erwartungshaltung ist seither riesig, "The Old Republic" soll das erste Spiel überhaupt werden, das am übermächtigen WoW-Lack mehr als nur kratzt. Wirklich viel wusste man über das MMO aber bisher nicht. Und das obwohl uns BioWare seit der Ankündigung regelmäßig mit Videos und Screenshots versorgt. Echte Rückschlüsse auf das Gameplay ließen sich daraus aber kaum ziehen.

Anlässlich der diesjährigen E3 wurde auch ein weiterer Cinematic-Trailer produziert, auch er ist natürlich mehr als sehenswert. Doch endlich haben BioWare und LucasArts auch fortgeschrittene Versionen des Spieles auf die E3 mitgebracht. Diese zeigen, wie sich das Spiel "anfühlt". Gleich vorweg: Ein klasse Game wird "SW: TOR" zweifellos, beim "revolutionär" sind wir aber wieder ein wenig vorsichtig.

Ein Schiff wird kommen

Eine der großen Ankündigungen der E3: Raumschiffe. Jeder Spieler wird seinen eigenen interstellaren Pott haben, die Entwickler versprechen dabei einen hohen Grad an möglicher Individualisierung. Spieler sollen in der Lage sein, nicht nur mit ihrer Ausrüstung zu protzen, sondern eben auch mit ihrem schicken fliegenden Untersatz. Einen aktiven Part werden Raumschiffe eher nicht einnehmen: Sie erfüllen vor allem die Funktion von Häusern, dort ruht man sich nach Abenteuern aus und trifft seine Freunde. Die Entwickler vergleichen das Spieler-Raumschiff mit der Ebon Hawk aus "KOTOR".

Star Wars: The Old Republic nimmt allmählich Formen an. Vorfreude und Skepsis halten sich jedoch weiterhin die Waage.Ausblick lesen

Eine der Neuigkeiten von der E3: Es wird Raumschiffe geben!Langsam kristallisiert sich auch heraus, wie sich die bisher acht bekannten Klassen spielen werden. Und das ist keinesfalls fundamental anders zur Fantasy-Konkurrenz: Tank, Heiler, Damage Dealer und Crowd Controller sind auch in der Sci-Fi-Welt mit an Bord: Auf Sith-Seite heißen sie Sith-Krieger, Sith-Inquisitor, Imperialer Agent und Kopfgeldjäger, die Republik schickt Jedi-Ritter, Jedi-Botschafter, Republik-Trooper und Schmuggler in den Kampf.

Klassenkampf

Die E3 erlebte auch die Ankündigung des ersten PvP-Schlachtfeldes: Alderaan, jener Planet, der später eine unerfreulich Begegnung der Todesstern-Art haben wird, ist der erste Kriegsschauplatz für den Modus Spieler gegen Spieler. Wenig überraschend werden PvP-Kämpfe nach Fraktionen ausgetragen, sie sind natürlich auch gruppenbasiert.

Das erste angekündigte PvP-Schlachtfeld Alderaan wurde mit einem spektakulären Trailer gefeiert.Ebenso traditionell wie die zuvor erwähnte Klassenaufteilung ist auch das PvP-Gameplay: "In manchen Fällen sticht der Stein tatsächlich die Schere", gibt Dallas Dickinson, Director of Production, zu. "Wenn ein Sith-Krieger auf einen Republik-Schmuggler trifft, kann man sich leicht ausrechnen, wer gewinnt."

Ganz so einfach soll es aber natürlich auch nicht laufen, BioWare hat immerhin schon mehrfach (offline) bewiesen, dass sie ein gutes Gespür für Klassen und Skills haben. Entsprechend sind Spezialisierungen bzw. Unterklassen möglich. Ein Sith-Krieger etwa kann wahlweise die traditionelle Rolle eines Tanks einnehmen, man kann ihn aber auch auf Austeilen von Schaden skillen. Die Fähigkeiten sollen auf beiden Seiten der Macht einzigartig sein, was im Balancing noch spannend werden könnte. Wir erwarten dennoch weitestgehend Spiegel-Skills.

Die Kämpfe selbst – solo oder in Gruppe – spielen sich sehr dynamisch. Die Entwickler planen, dass jede Aktion eine Reaktion hat, jeder Schlag oder "Zauber" soll eine direkte Auswirkung auf den Gegner haben, sodass er beispielsweise taumelt oder zuckt. Damit will man verhindern, dass wie in vielen MMOs die Spieler die meiste Zeit nur rumstehen und ihre Fähigkeitenliste durchklicken. Die Kämpfe sehen von den Animationen schon recht hübsch aus, Platz für Verbesserungen ist da aber allemal noch.

Optimierungsbedarf besteht auch noch beim Zielsystem. Mischt man eine Gruppe von mehreren Gegnern auf, dann muss man sich auch allen Feinden widmen und sie ständig neu anvisieren. Das sorgt zwar für viel Action, aber ebenso Hektik – auch weil ein automatischer Angriff bisher fehlt. Mal sehen, ob das bis zum Release so bleibt oder ob dies dem Komfort zuliebe doch noch geändert wird.

Wow, das sieht ja ganz ähnlich aus

Einzigartig ist zweifellos die komplette Vertonung aller Dialoge – ist ja immerhin auch ein Markenzeichen von BioWare. Die Sprachausgabe ist auch nötig, da "SW: TOR" bekanntlich einen starken Fokus auf die Story haben wird. Wie die Geschichte letztendlich im Gesamtkonzept funktioniert, ist zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer zu beurteilen – die Inszenierung kann man aber auf alle Fälle als BioWare-typisch bezeichnen.

Wie sich wohl Schmuggler und Soldat im Kampf gegen Sith schlagen werden?Typisch ist auch das Wort, das sich beim Anblick des User Interface aufdrängt: Da ist eigentlich fast alles so, wie man es von der Konkurrenz her kennt – sieht man von Kleinigkeiten ab, etwa dass die Minimap nicht rechts oben, sondern rechts unten platziert ist. Chatbox, Anzeige der Party-Mitglieder und Castbar unterscheiden sich nur marginal von WoW & Co. Fähigkeiten werden mit Mausklick oder Hotkey ausgelöst. Die Bildschirmanzeigen passen dank Farbwahl und Design natürlich bestens ins „Star Wars“-Universum, die Funktionalität basiert aber ansonsten auf üblichen Genrestandards.