Lange haben wir auf diesen Moment gewartet: Als BioWare und Lucas Arts am 21. Oktober letzten Jahres Star Wars: The Old Republic ankündigten, gehörte gamona zu den wenigen auserwählten Medien, die der Enthüllung live in San Francisco, in George Lucas’ Privatkino, miterleben durften.

Trailer, kurze Gameplay-Zusammenschnitte und jede Menge Infos in zahlreichen Interviews – dennoch: Trotz zahlreicher Beteuerungen, Star Wars: The Old Republic sei bereits in einem spielbaren Stadium und werde schon von den Entwicklern ausgiebig gezockt, durften wir nicht selbst Hand anlegen. Das ist seit heute anders.

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Die Handlung: Dichter als ein Wookiepelz

Mit Star Wars: The Old Republic wolle man die Kunst des Geschichtenerzählens ins MMO-Genre bringen, verspricht BioWare regelmäßig, wenn die Sprache auf ihr bisher ambitioniertestes Spiel kommt. Statt dröger Questtexte werden Dialoge filmreif und komplett vertont präsentiert – und das sogar komplett auf deutsch und französisch, wie man nun auf der gamescom bekannt gab. Als Beweis hatten die Entwickler bereits eine kurze, lokalisierte Szene dabei. Aussagen über die erwartbare Qualität der Sprachausgabe ließen diese aber nicht zu – dafür war sie einfach zu kurz.

Star Wars: The Old Republic - Endlich! Angespielt auf der gamescom

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Dichte Atmosphäre schreibt man bei Bioware ganz groß
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Wie bereits in vorherigen Gameplay-Trailern zu sehen war, sind Gespräche im typisch cineastischen BioWare-Stil inszeniert. Selbst das Interface mit den Gesprächsoptionen ist identisch mit dem von Mass Effect. Geskriptete Ereignisse und tragische Entscheidungen sorgen dafür, dass sich SW:TOR anfühlt wie die meisterhaften Einzelspieler-RPGs der „Knights of the Old Republic“-Reihe – nur eben als MMO.

Bevor wir selbst das Lichtschwert schwingen dürfen, erklären uns die Entwickler in einer ca. 30-minütigen Präsentation die drei bisher bekannten Klassen des Spiels in ihren Startgebieten. „Der Kopfgeldjäger ist eine coole Sau wie Boba Fett“, erklärt man uns. Seine „Skills“ sind MMO-typisch in einer Leiste am unteren Bildschirmrand angeordnet.

Packshot zu Star Wars: The Old RepublicStar Wars: The Old RepublicErschienen für PC

Neben der schnöden Blasterpistole finden sich hier typisch „boba-fette“ Spezialattacken wie ein Flammenwerfer, der die Gegner röstet, abschussbereite Raketen im Ärmel und sogar ein Jetpack, mit sich unser Bounty Hunter für einen Moment in die Luft schwingen und die Gegner von oben attackieren kann.

Boba, fett!

Das Startgebiet des Kopfgeldjägers ist Hutta, die Heimatwelt von Jabbas schleimigen Artgenossen. Der Planet ist eine rostbraune, toxische Wüste, in der riesige Bäume der unwirtlichen Umgebung ihre Daseinsberechtigung abtrotzen. Von Leben erfüllt scheint diese Welt nur zu deshalb zu sein, weil die Hutts einen Wettbewerb veranstalten: Gesucht wird der beste Kopfgeldjäger der Galaxis. Ein Titel, den sich unser Charakter selbstverständlich nicht entgehen lassen will. So beginnt die erste Questreihe dieser Klasse – weiter zur nächsten.

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Vielleicht der Vater von Jabba? Die Viecher leben verdammt lange.
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Der Schmuggler wurde offensichtlich von Han Solo inspiriert. Um gegen die Lichtschwert schwingenden Sith und die Kopfgeldjäger mit ihren mächtigen Waffengadgets eine Chance zu haben, hat diese Klasse einen besonderen Trick drauf, der erstmals auf der gamescom gezeigt wurde: Er kann hinter Felsen und Wänden in Deckung gehen. Dabei werden, ähnlich wie in Company of Heroes, mögliche Orte zum Verschanzen deutlich sichtbar durch grüne Markierungen hervorgehoben.

Startgebiet des Schmugglers ist Ord Mantell, ein Planet, der von Han Solo in „Das Imperium schlägt zurück“ erwähnt wird. Verdorrte Gräser, die in strohigen Büscheln aus den ausgemergelten Böden ragen, gedungene Pflanzen, Olivenbäumen ähnlich, recken ihre Äste gequält empor, als wollten sie damit die Last der sengenden Sonne stemmen, bunte Blumen, die vereinzelt wie Hohn der Natur die Szene sprenkeln – die Heimatwelt der Schmuggler scheint ein wenig mediterranen Regionen nachempfunden.

Lord Gamona! Erhebt euch!

Dann ist es so weit: Die dritte Klasse dürfen wir selber spielen – einen Sith Warrior. Wir befinden uns auf dem Sternzerstörer Black Talon – einer Instanz, die der Spieler etwa ab Level 8 betreten kann. Die Story, die wir gleich erleben werden, soll einen Wendepunkt im Schicksal unserer Charakterklasse darstellen, erklärt uns Entwickler Gordon Walton, der uns während der gesamten Spielsitzung mit Rat, Tat und Antworten auf unsere Fragen zur Seite steht.

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Selbst Sith dürfen gut sein (Bild aus dem offiziellen Comic zum Spiel)
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Eine schicksalsträchtige Entscheidung müssen wir gleich zu Beginn treffen: Da der Captain des Sternzerstörers einen direkten Befehl des Grand Moff verweigert hat, stellen wir ihn zur Rede – und können ihn am Ende der Unterredung töten, um der restlichen Crew unseren unerbittlichen Willen zu demonstrieren. Oder Gnade walten lassen, um uns seine Loyalität zu sichern.

Fluch oder Segen? Der Mythos vom Story-driven MMO bleibt weiterhin ein großes Fragezeichen.Ausblick lesen

Wir spielen beide Varianten durch und bekommen, genau wie in KotOR, Punkte für die jeweils dunkle oder helle Seite unseres Charakters. Ein Sith auf der hellen Seite? Ja. Was BioWare bereits angekündigt hat, geht tatsächlich: Mit der Wahl der Fraktion Sith-Imperium oder Republik legen wir uns nicht pauschal auf Gut oder Böse fest, sondern haben weiterhin die freie Wahl, einen bösen Jedi oder einen guten Sith zu erschaffen.

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Handlungsschwerpunkte hin oder her, Ballern muss sein
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Kaum ist dieser emotionale Höhepunkt vorbei, bricht das Chaos los. Die Black Talon gerät in einen Hinterhalt der Republik. Das Schiff wird gestürmt. Und wir stürmen los, um die Invasoren zurück zu schlagen. Die Steuerung folgt bekannten MMO-Standards – die Kämpfe hingegen sind ungleich actionreicher und cineastischer inszeniert. Unser Sith schwingt behände das rot glühende Lichtschwert gegen seine Widersacher, wirbelt um seine Achse, streckt mit tänzelnder Eleganz seine Gegner nieder.

Kooperation mit Machtspielchen

Neben den Standardattacken im MMO-typischen Dauergeklicke entfesseln wir auf der Skillleiste (oder per Schnelltaste) die besonders coolen Mächte der dunklen Seite: Wir hechten Dutzende von Metern durch den kompletten Raum, um mit einem mächtigen Über-Kopf-Angriff den Gegner zu überraschen, würgen Feinden mit dem Machtgriff die Lebensenergie aus den Lungen oder versetzen unseren Charakter in Rage, was ihm neben einem teuflisch roten Glühen in den Augen einen Angriffsbonus beschert. Besonders gefallen hat uns ein cooler Finishing Move, bei dem unser Sith sein Lichtschwert nach einer heimtückischen Finte direkt ins Herz des Gegners rammt.

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Auf diesen Skill hat die MMO-Welt gewartet...
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„Unzählige“, ist die Antwort auf unsere Frage, wie viele dieser Fähigkeiten es im Spiel geben wird. Dass die tödlichen Lichtblitze ab einem gewissen Level zur Verfügung stehen werden ist damit so gut wie sicher. Besonders wichtig ist der gekonnte Einsatz der Skills in Raid-Gruppen, wie wir leider nur in der Präsentation sehen, aber nicht selber spielen konnten.

Während etwa der Sith-Krieger einen Gegner im Würgegriff zur wehrlosen Zielscheibe macht, feuert ein verbündeter Kopfgeldjäger treffsicher seine Raketen in das zappelnde Opfer. Umgekehrt kann der Bounty Hunter einer kompletten Gegnergruppe in Windeseile mit seinem Flammenwerfer die Orientierung nehmen, während der Sith im Nahkampf den Rest besorgt. Die Instanz, die wir spielten, ist im Übrigen für bis zu vier Spieler ausgelegt.

Wir werden zum Jedi-Killer

Wer das geniale Tutorial von Knights of the Old Republic kennt, hat eine ungefähre Vorstellung von dem weiteren Ablauf: Auch in der gezeigten Szene von SW:TOR kämpfen wir uns die Gänge des Raumschiffs durch die zahlreich heranstürmenden Entertrupps, während Explosionen und Erschütterung von dem jenseits der Außenwände stattfindenden Raumkampf zeugen.

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Nach packenden Lichtschwertduellen werdet ihr nicht lange suchen müssen
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Im Hangar des Sternzerstörers angekommen erwartet uns der Bosskampf: Ein Shuttle lädt seine tödliche Ladung direkt vor uns ab. Die geskripteten Ereignisse geben dem Spiel zwar bei Weitem nicht die Wucht eines Call of Duty, schaffen aber eine für ein MMO einzigartige Atmosphäre. Neben blasterbestückten republikanischen Soldaten spuckt es auch einen waschechten Jedi-Ritter aus, dem wir nur an den Kragen gehen.

Als Loot erhalten wir neben rollenspieltypischem Geld und Verbandszeug auch sein Lichtschwert. Großartig: Fortan können wir uns beidhändig und damit sehr viel schneller und effektiver durch die Gegner schnetzeln. Unser Schicksal als künftiger Jedi-Killer ist besiegelt…