Seit Monaten ist es ein offenes Geheimnis in der Spiele-Branche: Bioware und LucasArts arbeiten gemeinsam an einem neuen Star-Wars-Spiel. Dass es sich dabei um ein MMO im Universum von Knights of the Old Republic handelt, lag auf der Hand, spätestens nachdem sich EA-Boss John Riccitello im Interview (versehentlich?) verplapperte.

Auf einer Pressekonferenz in San Francisco gewährten die Entwickler nun ausgewählten Journalisten einen ersten Blick auf „Star Wars: The Old Republic“. gamona konnte sich bereits vorab exklusiv ein Bild machen und präsentiert euch gleichzeitig mit der Ankündigung alle Fakten um das lang ersehnte Star Wars MMO – mit dabei: exklusive Screenshots, die es sonst nirgendwo gibt.

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Ein MMO mit epischer Story?

Rollenspiele von Bioware sammelten nicht zuletzt wegen ihrer besonderen Gewichtung der Story scharenweise Höchstnoten. Wenn die Charaktere in „Knights of the Old Republic“ oder „Mass Effect“ über Rassismus debattieren, philosophische Fragen über Gut und Böse aufwerfen oder in moralische Zwickmühlen gespannt werden, erreicht das eine Tiefe wie sie beispiellos in der Spielelandschaft ist.

Star Wars: The Old Republic - Exklusiv: die Enthüllung! Alle Infos zum Kotor-MMO

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Alte Republik, neue Gegner: Die K’Lor-Schnecke schleimt uns voll.
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Wer dann noch den genialen Story-Twist in der Mitte des ersten Kotor-Teils in die Gleichung mit einbezieht, kann sich schnell ausrechnen, wieso Spieler in aller Welt nichts weniger als die Quadratur des Kreises von Kotor Online erwarten. Denn trotz groß angelegter Questreihen und vereinzelter Zwischensequenzen gehören tiefschürfende Geschichten nicht zur standardisierten Feature-Liste im MMO-Genre.

Hier möchte Bioware neue Maßstäbe setzen: Vollmundig wird zumindest versprochen, den typischen MMO-Gepflogenheiten Kämpfen, Erforschen und Leveln ein bisher vernachlässigtes Element hinzuzufügen: Story. Diese soll voll und ganz im Geiste der beiden Einzelspieler-Vorgänger stehen und eng an das Gameplay und die Entwicklung des eigenen Chars gebunden sein.

Packshot zu Star Wars: The Old RepublicStar Wars: The Old RepublicErschienen für PC

Freundschaft, Entscheidung, Verrat

Dass die Erzählkünstler von Bioware den Spagat zwischen MMO-Gameplay und Storytelling hinbekommen könnten, ist ihnen definitiv zuzutrauen. Wie schon in ihren bisherigen Spielen soll dabei ein besonderes Augenmerk auf die Entscheidungen des Spielers gelegt werden. In Abhängigkeit von seinen Taten entwickelt sich der Charakter in unterschiedliche Richtungen, was sich massiv auf den Spielverlauf auswirken soll.

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Der sadistische Killerdroide aus Kotor 1 steht uns als Kompanion zur Seite.
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Für eine solche „dramatische Dynamik“ in den Titeln von Bioware war bislang vor allem auch die Interaktion innerhalb der eigenen Gruppe maßgeblich. Etwas Ähnliches möchte „Star Wars: The Old Republic“ erstmals in einem MMO ermöglichen: Zwar wird es keine vollständige NPC-Party geben, doch bekommt jeder Spieler einen Kompanion an die Seite gestellt, der über sehr viel mehr Charakter verfügen wird als ein schnödes Pet.

Jeder dieser Begleiter soll über eine eigene Persönlichkeit, individuelle Fähigkeiten und eine Hintergrundgeschichte verfügen. Je nachdem wie sich der Spieler ihm gegenüber verhält, entwickelt sich der Gefährte zum besten Freund, zum bloßen Handlanger oder gar zum Verräter, der hinter eurem Rücken seine eigenen Pläne gegen euch schmiedet.

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Begleiter werden zu Freunden – oder auch Feinden. Je nach unserem Verhalten.
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Da LucasArts mit The Old Republic möglichst viele potenzielle Spieler ansprechen möchte, vom Hardcore-Grinder bis zum Gelegenheits-Zocker, wird der Titel selbstverständlich über alle typischen MMO-Facetten verfügen: Quests, PvP, Raids etc. Zusätzlich sollen wir uns laut Entwickleraussage für spätere Ankündigungen noch auf einige Überraschungen gefasst machen: „SW:TOR wird ein innovatives Spiel“, heißt es bislang nur lapidar.

Es war einmal vor langer Zeit…

Wie schon die beiden vorherigen Teile der Kotor-Serie spielt The Old Republic Jahrtausende vor den Ereignissen der Filme. Viele Jahrhunderte lang sicherten die Jedi-Ritter den Frieden in der galaktischen Republik. Doch in den Untiefen des Raumes schmiedeten die Sith im Verborgenen ein Imperium, während sie sich auf den Moment vorbereiteten, an dem sie sich den Jedi offenbaren und die Macht über die Galaxis an sich reißen würden.

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Nach dem Angriff auf Coruscant haben die Sith in der einstigen Hauptstadt ihren Dunklen Rat installiert.
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Mit einer gigantischen Flotte gelang den Sith ein Überraschungsangriff, bei dem sie zahlreiche Welten im Outer Rim einnehmen konnten und den größten Krieg in der Geschichte der Republik lostraten. Viele Welten wurden unterjocht, andere gar vollständig zerstört oder verwüstet und unbewohnbar zurückgelassen. Als größter Coup gelang den Sith der Einmarsch auf dem zentralen Planeten der Republik, Coruscant, was zum erzwungenen „Abkommen von Coruscant“ führte, das zwar einen wackligen Waffenstillstand bewirkte, aber den Sith die teilweise Kontrolle über die Galaxis zusprach.

Jetzt ist es raus: Das Kotor-MMO kommt – und entspricht den Erwartungen. Vor allem der Fokus auf die Story könnte das Spiel zum Kassenschlager machen.Ausblick lesen

Seitdem befindet sich die einst friedliche Weltengemeinschaft in einem Zustand der Unruhe und des Chaos. Während die Sith weitere finstere Pläne schmieden, ist die Republik mit dem Wiederaufbau ihrer Sternensysteme und dem Aufstellen einer schlagkräftigen Armee beschäftigt, um die Galaxis zurück zu erobern.

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„Es gibt Helden auf beiden Seiten. Das Böse ist überall.“
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Bereits jetzt flackern regelmäßig blutige Grenzkonflikte auf, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der Krieg wie ein lodernder Steppenbrand über die unendlichen Weiten ausbreitet. Und wie es im Vorspann zur dritten Filmepisode „Die Rache der Sith“ heißt, so lautet auch das Motto von The Old Republic: „Es gibt Helden auf beiden Seiten, aber das Böse lauert überall.“

Jenseits von Gut und Böse

Die bisherigen Spiele der „Knights of the Old Republic“-Serie zeichneten sich insbesondere auch dadurch aus, dass sie das archetypische Gut-Böse-Schema des Star-Wars-Universums nicht als solches akzeptierten, sondern seine Natur infrage stellten. Dass Jedi und Sith nicht per se in Gut und Böse unterteilt werden sollten, sondern verschiedene ideologische Standpunkte und Betrachtungsweisen repräsentieren, die jede für sich ihre Berechtigung haben, gehörte etwa zum philosophischen Überbau der Kotor-Story.

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Die Jedi mussten sich ins Exil auf Tython zurückziehen.
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Auch das MMO The Old Republic wird sich an diesem Grundthema orientieren. Nach der Verwüstung durch die Sith leiden insbesondere weit entfernte Sternensysteme unter Vorratsknappheit, und viele der inneren Welten fühlen sich durch die Übergriffe der Sith bedroht, was das Vertrauen in die Politik des Senats grundlegend erschüttert hat. Immer mehr Sternensysteme wenden sich daher von den einstigen Tugenden der Republik ab und erklären ihre Unabhängigkeit.

Vor allem aber gibt der Großteil der galaktischen Bevölkerung den Jedi die Schuld am Untergang der Republik, was dazu geführt hat, dass sich der Senat von seinen einstigen Friedenswächtern distanzierte und der Jedi-Rat ins Exil auf den Planeten Tython flüchten musste.

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Unterdessen bildet die Republik neue Elitetruppen aus.
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Als Ersatz bildet die Republik neue Spezialeinheiten aus, die in ihrem Auftrag den andauernden Konflikten mit den Schergen des Sith-Imperiums Einhalt gebieten sollen. Die so genannten „Elitetruppen“ verfügen im Gegensatz zu den Jedi voraussichtlich nicht über die Fähigkeiten der Macht, sind dafür aber mit alternativen Skills ausgestattet, mit denen sie zur Wahrung des galaktischen Frieden beitragen werden.

Startgebiete und bekannte Welten

Frischlinge unter den Jedi-Padawanen werden in den mythischen Hallen von Tython in die Geheimnisse der Macht eingeweiht. Auf dem nahezu unbekannten Planeten werden die Ursprünge des Ritterordens vermutet. Jahrtausende zuvor wurden hier erstmals Experimente mit der Macht angestellt, die schließlich außer Kontrolle gerieten und zu einer verheerenden Katastrophe führten.

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Der Planet Tython birgt finstere Geheimnisse – und wird das Startgebiet der Jedi.
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Die wenigen Überlebenden flohen in ein anderes Sternensystem, wo sie versuchten, ihre dunkle Vergangenheit hinter sich zu lassen, und schließlich den Jedi-Orden mit seinem friedliebenden Kodex gründeten. Erst als die Jedi infolge der jüngsten Ereignisse ihren Tempel auf Coruscant verlassen und ins Exil auswandern mussten, entdeckten sie ihre verschollene Heimat wieder und beginnen nun, dessen finstere Geheimnisse zu erforschen.

Aller Voraussicht nach werden Spieler auf Seiten der Sith ihr Startgebiet auf dem Planeten Korriban beziehen und dort als Akolyten mit der dunklen Seite der Macht vertraut gemacht. Auf dieser unwirtlichen Welt liegen die Wurzeln der Sith-Kultur, weswegen die neue Akademie nach der Rückeroberung der Galaxis hier gegründet wurde.

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Korriban gilt als Heimatplanet der Sith.
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Ursprünglich waren die Sith ein ungeschlachtes Volk, das wenig mit den heutigen Sith gemein hatte. Erst als sich abtrünnige Jedi, die die dunklen Aspekte der Macht zu ergründen suchten, auf dem Planeten nieder ließen, gelangten sie zu einer zentralen Rolle im galaktischen Machtpoker. Nach dem Großen Hyperraum-Krieg wurden die Sith jedoch besiegt und zogen sich in die Tiefen des Raums zurück, wo sie ihre Kräfte für ihre Rückkehr sammelten.

Neben den bestätigten Planeten Korriban, Tython und Coruscant ließ LucasArts bereits weitere Namen fallen, die vermutlich einen Auftritt in The Old Republic haben werden: Von dem eisigen Ilum, dem Wüstenplaneten Dathomir und der Wasserwelt Manaan, die auch im ersten Teil von Kotor als Schauplatz diente, ist u.a. die Rede. Auch die bekannten Systeme Alderaan und Bothan werden in den Pressematerialien erwähnt – ob sie damit allerdings wirklich im Spiel vorkommen werden, kann nicht als sicher gelten.

The Art of War

Ein Blick auf die ersten Screenshots genügt, um sofortige Erinnerungen an die beiden bisherigen Kotor-Teile wach zu rufen. The Old Republic orientiert sich stilistisch deutlich erkennbar an den Vorgängerspielen. „Stilisierter Realismus“, nennen die Entwickler dies und meinen damit, dass das Spiel ein unverkennbares Aussehen erhält, das dennoch dem Star-Wars-Feeling treu bleibt.

Der entscheidende Vorteil an dieser Technik ist jedoch, dass das Spiel beliebig herunter skaliert werden kann, ohne seinen charakteristischen Anstrich zu verlieren. Da The Old Republic lizenzbedingt eine maximal große Zielgruppe zwischen Dauerzocker und Casual-Gamer ansprechen soll, können auf die Weise sowohl Hardware-Fetischisten mit dem neuesten Quadcore-Extreme als auch Anfänger spielen, die nur über ein Notebook verfügen, „das E-Mail und hin und wieder WoW kann“.