Namco Bandai hatte auf der diesjährigen Gamescom mehr zu bieten als ein neues Tekken oder diverse Dragonball-Versoftungen. Der riesige Messestand ließ bereits erahnen, dass mit den neu dazu gewonnenen Atari-Games auch das Line-Up erheblich erweitert wurde. Star Trek Online bestätigte diese Vermutung dann auch umgehend. Aber ob diese Lizenz nicht ein wenig zu heikel werden könnte? Zumindest sind die Star-Trek-Fans nicht für ihre Toleranz bekannt, wenn es um ihre Lieblingsserie geht.

Natürlich müssen in einem solchen Fall die Entwickler eine Menge Fingerspitzengefühl mitbringen, um sowohl TV- als auch MMO-Fans die volle Bandbreite Spielspaß zu bieten. Vielleicht hat es auch genau deshalb so lange gedauert, bis ein solches Projekt in Angriff genommen wurde. Wie uns die Jungs vom Entwicklerstudio Cryptic aber zeigen konnten, will gut Ding nun einmal Weile haben – daher hetzen wir die Programmierer lieber nicht, sondern lassen uns vom Replikator noch einen Earl Grey, heiß generieren.

Star Trek Online - Star Trek Online Staffel 9: Ein neues Abkommen22 weitere Videos

Vom Cyber- in den Hyperspace

Die Story beginnt einige wenige Jahre nach Picards letztem, wenig rühmlichen Leinwandauftritt „Star Trek: Nemesis“. Mittlerweile hat sich viel in Roddenberrys Welt verändert. So haben die Klingonen den Pakt mit der Förderation aufgekündigt, die Borg sind in den Alpha-Qudranten zurückgeschlagen worden und die Romulaner nach wie vor die bösen Brüder der Vulkanier. Es kriselt also mal wieder gewaltig im Universum. Beide Seiten suchen sich nun die passenden Bündnispartner, um einem bevorstehenden Krieg gewappnet gegenüberstehen zu können.

Star Trek Online - Das MMO – Unendliche Weiten

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 398/4041/404
Schicke Grafik: STO nimmt allmählich Formen an.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Spieler müssen dabei nicht unbedingt die Rolle der ewig edlen Förderation übernehmen, sondern können sich ebenso für die klingonische Kampfmacht entscheiden. Die ausgewählte Spielfigur besitzt von Anfang an einen Offiziersrang, der sie berechtigt ein Raumschiff zu steuern. Je höher man in der Hierarchie aufsteigt, desto größer werden auch die Kreuzer, die man durch die Gegend schickt. Auch die Fachrichtung unseres Charakters kann frei vom Spieler gewählt werden. Die Obergrenze soll in etwa bei Level 50 liegen. Bis dahin hat man aber sicher alle Hände voll zu tun, um den Frieden in der Galaxis wieder herzustellen.

Star Trek Online - Das MMO – Unendliche Weiten

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 398/4041/404
Der Spieler kann auch auf Seiten der Klingonen die Galaxis erobern.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Entweder entscheidet man sich für die taktische Klasse und erlangt einen Vorteil bei der Bewaffnung, schlägt die Laufbahn eines Technikers ein, der im richtigen Moment ein neues Gadget aus den Taschen beamt, oder man wählt einen wissenschaftlichen Weg, der sich vor allem bei der medizinischen Versorgung auszahlen soll. Weitere Brückenoffiziere können nach Belieben verändert werden.

Berühmte Charaktere aus der TV-Reihe werden allerdings nicht spielbar sein. Es würde auch keinen Spaß machen, an einer Raumstation anzudocken, die beinahe ausschließlich von Datas und Spocks bevölkert wird.

Hier kommt Farbe in die Flotte

Die Raumschiffe können ebenfalls ein individuelles Styling verpasst bekommen. Auf diese Weise wird es zu genügend Abwechslung in den Werften der Sternenflotte kommen, wenn einige Raumschiffe vier Antriebsbarken und zwei Untertassensektionen erhalten. Für weitere Neuerungen sorgt ein Crafting-System, wie es von anderen MMORPGs bekannt ist. Allerdings werden eifrige Sammler auf die Rollenspiel-typischen Rüstungen verzichten müssen. „Das würde im Star Trek-Universum auch keinen Sinn ergeben, wo doch alle Uniformen vorgegeben sind“, klärt uns Executive Producer Craig Zinkievich auf.

Star Trek Online - Das MMO – Unendliche Weiten

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 398/4041/404
Raumschiffkapitäne bekriegen sich in riesigen PvP-Arenen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In den zahlreichen Missionen werden Spieler auch die bereits bekannten Sektoren weiter erforschen können. Einige Gebiete halten als PvP-Arenen her, in denen verfeindete Gruppen Raum- und Bodengefechte austragen können. In den Aufträgen wird es zu den klassischen Konfrontationen zwischen Raumschiffen kommen, aber auch Bodenmissionen zu erfüllen sein.

Bei den Duellen im All kommen allerhand Skills zum Einsatz, die es in der Serie nicht gab. So sollen mehrere Photonensalven hintereinander die Schutzschilde mürbe machen oder neuartige Waffensysteme selbst gestandenen Klingonen das Fürchten lehren.

Star Trek Online - Das MMO – Unendliche Weiten

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 398/4041/404
Oft geht der Kampf auf der Planetenoberfläche weiter.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ist der Gegner zerstört, kann er sich manchmal auf den nächsten Planeten retten. Da hilft nur, sich ein Bodenteam zusammenzusuchen und die Verfolgung aufnehmen. Auf Planetenoberfläche geht dann der Kampf in die nächste Runde. Dabei sollten neben den Waffenoffizieren auch Medizinmänner in der Mannschaft sein, denn leicht werden sich die Flüchtlinge nicht geschlagen geben.

Endlich einmal selbst die Brücke steuern und das Außenteam leiten - ein Traum für Trekkies!Ausblick lesen

Selbstverständlich können sich mehrere Mitspieler zu einer Party zusammenschließen, um auf Klingonen- oder Menschenhatz zu gehen. Neben Planeten und dem Weltraum stattet ihr auch Raumstationen einen Besuch ab, die mitunter verlassen sind und sich nun als hervorragendes PvP-Nest eignen.

Was das Trekkie-Herz begehrt

Viele Elemente aus der Serie tauchen auch im Onlinegame auf. So machen die Spieler u.a. Bekanntschaft mit dem gottähnlichen „Q“, besuchen Cardassia, erforschen Wurmlöcher oder begeben sich auf eine Zeitreise. Craig Zinkievich: „Was wäre ein Star Trek-Spiel ohne Zeitreisen, Wurmlöcher, Borg oder der Spezies 8472?“ Das hört sich nach einer Menge Futter für alle Spieler an, die ihre Wohnung zum Förderationsgebiet erklärt haben oder mit ihrem Grundstück schon immer Anschluss an das Klingonische Reich suchten.

Star Trek Online - Das MMO – Unendliche Weiten

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 398/4041/404
Schicke Grafik - doch an den Animationen sollten die Entwickler noch arbeiten.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Kompliziert sahen weder die Abschnitte aus, in denen man mit dem Raumschiff unterwegs ist, noch die Passagen, die sich auf der Oberfläche von Planeten abspielten. Gut ausgearbeitet waren alle gezeigten Charaktere, ganz gleich, ob es sich dabei um Vertreter der Sternenflotte handelt oder übellaunige Klingonen. An den Animationen könnte allerdings noch gefeilt werden.

Da das Spiel erst eine Veröffentlichung für 2010 anstrebt, bleibt noch Zeit für eine Überarbeitung dieser Makel. Bislang sahen die Bewegungen recht staksig aus, und so mancher Sturz der Spielfigur wirkte noch sehr roh.

Star Trek Online - Das MMO – Unendliche Weiten

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 398/4041/404
Die Raumschiffe können individuell designt werden.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Raumschiffmodelle und die Stationen sahen dagegen schon ziemlich reif aus. Detailreich sind alle tragenden Teile zusammengefügt worden und werden auch den hartnäckigsten Zweifler unter der Trekkie-Gemeinde kaum berechtigten Anlass für Klagegeheul geben.

Es ist schon klar, dass ein Lizenz-Schwergewicht wie Star Trek nicht zum Nulltarif zu haben sein wird. Eine Finanzierung durch Abo-Gebühren scheint wahrscheinlich. In welcher Höhe sich diese aber belaufen, steht noch in den Sternen.