Wenn jemand wie Craig Zinkievich so viele Star-Trek-Figuren, -Bücher, -DVDs und Poster in seinem fensterlosen Büro zur Schau stellt, dass einige davon nur in Umzugskartons Platz finden, müssen wir uns um die Zukunft keine Sorgen machen.

Als Executive Producer wacht Craig Zinkievich bei den Cryptic Studios darüber, dass das Online-Rollenspiel Star Trek Online pünktlich das Raumdock verlässt und mit uns auf eine Reise zu den Romulanern, Cardassianern und schließlich den Borg nimmt - entweder auf Seiten der Föderation oder des Klingonischen Imperiums. gamonas US-Reporter und langjähriger Star-Trek-Fan Roland Austinat sprach bei einem Besuch der Cryptic Studios im kalifornischen Los Gatos mit dem Entwickler.

gamona: Craig, damit sich unsere Leser ein Bild von dir machen können, habe ich ein paar Fragen für dich. Bist du bereit?

Craig Zinkievich: Schieß los!

gamona: Was spielst du gerade?

Craig Zinkievich: Dragon Age und Brütal Legend.

gamona: Dein Lieblingsurlaubsziel?

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Er steuert Star Trek Online in Galaxien, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat: Executive Producer Craig Zinkievich.
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Craig Zinkievich: Was das angeht, bin ich derzeit wirklich keine Glanznummer - die letzten paar Jahren habe ich meinen Urlaub zuhause verbracht. Ich wohne in den Santa Cruz Mountains, da verbringe ich Zeit mit meiner Familie und diversen Tieren, darunter sogar ein paar Pferde.

gamona: Deine Lieblings-Fernsehserie?

Craig Zinkievich: Derzeit schaue ich - Überraschung! - jede Menge Star Trek. Immer und immer wieder die gleichen Episoden. Aber ich mag Mini-Serien wie die über John Adams. Battlestar Galactica war die beste Serie, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

gamona: Hast du einen Lieblingsautor?

Packshot zu Star Trek OnlineStar Trek OnlineErschienen für PC

Craig Zinkievich: Einer meiner Favoriten ist Richard Price, der unter anderem Lush Life und Clockers geschrieben hat. Und Chuck Palahniuk.

gamona: Videospiele - Kunst oder Kommerz?

Craig Zinkievich: Kunst. Für mich sind Spiele viel stärker ein Mittel, einzigartige Erfahrungen zu machen, als ein Mittel, um damit Geld zu verdienen.

In 18 Monaten zum (fast) fertigen MMO

gamona: Starten wir in die Zukunft von Star Trek Online: In 18 Monaten von den ersten Entwürfen zur spielbaren Beta - ihr habt ein rasantes Tempo vorgelegt. Was ist euer Geheimnis? Müssen alle Cryptic-Mitarbeiter in einer Alkove im Büro schlafen?

Craig Zinkievich: Unser Geheimnis ist schnell erklärt - wir beschäftigen uns schon sehr lange mit Online-Rollenspielen. Ich bin beispielsweise schon seit sieben Jahren dabei. Es ist nicht schwer, coole Ideen für ein MMO zu haben. Der kniffelige Punkt ist, die dann Wirklichkeit werden zu lassen. Denn die technische Seite ist das wirklich Komplizierte, alles, was der Spieler im Normalfall niemals sieht: Datenbanken, Server, Tools und so weiter. So viele Firmen haben sich schon an einem MMO verhoben, weil sie das nicht in den Griff bekommen.

Wir können dagegen auf eine bewährte Engine zurück greifen. Fünf Wochen, nachdem wir die Lizenz für Star Trek Online bekommen hatten, liefen bei uns die ersten Weltraumkämpfe in einer MMO-Umgebung. Wenn jemand bei uns eine Idee für ein neues Online-Rollenspiel hat, kann es schon mal passieren, dass er sechs Wochen Zeit bekommt, um daraus etwas Vorzeigbares zu produzieren. Macht das keinen Spaß, war das keine zu große Investition, steckt darin Potenzial, können wir weiter daran arbeiten. Es macht einfach Spaß, sich mehr auf ein Spiel und dessen Design zu stürzen, als an einer Engine schrauben zu müssen.

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Star Trek Online ist schon beinahe fertig.
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gamona: Was sagen die Beta-Tester bislang zu eurem Werk, wie sieht deren Feedback aus?

Craig Zinkievich: Derzeit sind das vor allem Kleinigkeiten, die die Steuerung betreffen. Manche Spieler sind erstaunt, dass Gegner per Doppelklick angegriffen werden, andere denken, dass ein Charakter-Rechtsklick etwas anderes auslösen würde. Viele Tester waren mit unserer komplett freien Kameraführung etwas überfordert - für die haben wir eine automatische Kamera eingebaut.

gamona: Dazu fällt mir ein: Bitte baut doch noch ein Tastenkürzel für einen raschen Blick nach hinten ein, das finde ich in anderen Spielen extrem hilfreich.

Craig Zinkievich: Das ist sehr einfach umzusetzen, besonders zum derzeitigen Entwicklungsstand. (macht sich Notizen auf einem Post-it-Zettel)

gamona: Star Trek Online will mit dichten Geschichten und dem episodenhaften Charakter punkten. Besitzen unsere Brückenoffiziere deshalb eine eigene Hintergrundgeschichte, aufgrund derer sie sich beispielsweise mit anderen Offizieren zoffen oder extrem gut verstehen?

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Packende Kämpfe gegen die Borg dürfen nicht fehlen.
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Craig Zinkievich: Darüber haben wir nachgedacht. Derzeit sieht es so aus, dass ihr selbst Einträge in der Personalakte eines Offiziers vornehmt. Transferiert ihr dann einen Offizier zu einem anderen Spieler, wird diese Personalakte mit übertragen. Wenn ein Offizier im Laufe der Zeit dann unter vielen verschiedenen Captains dient, sammeln sich seine Abenteuer in der Personalakte an. Wir sind sehr gespannt, was unsere Spieler mit diesen Möglichkeiten anstellen werden.

gamona: Gibt es in Star Trek Online eigentlich Schichtdienst? Lösen sich unsere Mitstreiter alle acht Stunden bei ihren Aufgaben ab, oder sind sie allzeit bereit?

Craig Zinkievich: Wenn ihr länger als acht Stunden am Stück spielen könnt, wollen euch eure Offiziere da natürlich in nichts nachstehen. Ihr könnt natürlich Abstecher nach Risa, Vulkan und ein Raumdock machen, um dort mit anderen Spielern einfach nur abzuhängen. Das funktioniert auch auf eurer eigenen Brücke. Wir werden euch niemals vorschreiben, den Spielfluss zu unterbrechen, um eine Pause einzulegen.

Captain auf der Brücke!

gamona: Dürfen wir eigentlich auch andere Bereiche als die Brücke unseres Raumschiffes unsicher machen?

Craig Zinkievich: Wenn Star Trek Online erscheint, ist das der einzig zugängliche Bereich eures Schiffes. Das Schöne an einem MMO ist, dass wir nach und nach weitere Sektionen hinzufügen können und euch dann beispielsweise die Möglichkeit geben könnten, das Layout des Schiffsinneren selbst zu gestalten.

gamona: Das ist natürlich auch eine sehr praktische Sache, um den Spielern das oft gewünschte MMO-Eigenheim zu verschaffen.

Craig Zinkievich: Ganz genau - euer Schiff ist euer Haus, und eines Tages könnt ihr voller Stolz Trophäen und Andenken an eure erfolgreich absolvierten Episoden in einem Regal eures Bereitschaftsraumes präsentieren.

Star Trek Online - Captain auf der Brücke! Trailer22 weitere Videos

gamona: Glaubst du, dass die Spieler im Laufe der Zeit die beste Mannschafts- oder Ausrüstungs-Kombinationen für jeden Raumschiff-Typ herausfinden und auf Kosten der Vielfalt nur die optimale Besatzung an Bord nehmen werden?

Craig Zinkievich: In jedem MMO gibt es Spieler, die in den Foren über die bestmöglichen Kombinationen von Talenten und Fähigkeiten diskutieren. Eine Woche später hat dann jemand eine neue, bessere Idee, die von allen geprüft und anschließend übernommen wird. Die beste Kombination ist selten mehr als ein paar Wochen am Start. Das sehen wir sogar schon in der Beta. Ein Kollege, mit dem ich zusammen spiele, bewaffnet sein Raumschiff ausschließlich mit Minen - Phaser und Torpedos bleiben im Raumdock.

Das ist natürlich für das Solospiel nutzlos, doch in einer Gruppe macht das plötzlich Sinn: Er saust zwischen uns und den Gegnern umher und legt wahre Schutzwälle aus Raumminen. So ein Manöver gelingt manchmal ausgezeichnet, manchmal riecht die KI jedoch den Braten und dreht rechtzeitig ab, um nicht von Minen umzingelt zu werden. Und unser Ziel ist es, den Spielern solch vielfältige Möglichkeiten in die Hand zu geben und sie nicht zur "besten Ausrüstung der Woche" zu zwingen.

gamona: Wenn alles schief läuft, könnt ihr natürlich auch die Nerf-Keule schwingen.

Craig Zinkievich: Sicher, aber nur als letzten Ausweg - etwa, wenn eine unschlagbare Kombination den Mitspielern den Spaß am Spiel verleidet.

gamona: Mit so schlauen Brückenoffizieren bleibt die Frage, inwiefern wir dazu ermuntert werden, mit einer Gruppe von Freunden ins Weltall zu starten.

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Auf der BRücke spielt ihr mit der KI oder anderen Spielern.
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Craig Zinkievich: Fünf Spieler erreichen ihr Ziel schneller als ein einzelner mit vier computergesteuerten Mitstreitern. Und ganz ehrlich: Ich habe noch nie ein Spiel gespielt, in der die KI so schlau wie die eines Menschen war. Klar, unsere KI ist gut, doch es wird sicher immer wieder Momente geben, in denen ihr euch fragt, was die Kollegen da gerade machen.

Das soll nicht heißen, dass es solche Momente nicht auch mit menschlichen Mitspielern gibt. Aber wir arbeiten ja an einem Online-Rollenspiel, die machen nun mal mehr Spaß, wenn man sie gemeinsam mit anderen Leuten spielt.

Beam me up!

gamona: Wer will, kann aber alle Episoden als Solist bestreiten?

Craig Zinkievich: Ja. Auch die Forschungsflüge lassen sich solo spielen. Allerdings müsst ihr als Einzelspieler auf manche Inhalte verzichten, etwa Weltraumschlachten mit mehreren Schiffen, oder Raid-Episoden, die bei uns auf den Spitznamen "Raidisodes" hören: knackige Endgame-Einsätze, die ihr nur mit vier anderen Captains bestehen könnt.

gamona: Nur fünf Spieler gleichzeitig? Das klingt ja nicht nach einer großen Star-Trek-Raumschlacht.

Craig Zinkievich: Nicht vergessen, das sind nur die Missionen, die wir für den Spielstart geplant haben. Außerdem gibt es große Flottenmanöver, in denen ihr 15, 20 Spieler im Weltall und auf Planetenoberflächen koordinieren müsst. Das macht ja den Spaß bei einem Online-Rollenspiel aus: dass sich zahlreiche Spieler zusammenschließen, um gemeinsam Abenteuer zu erleben. Und das deckt sich ganz gut mit den Star-Trek-Fans, die ja auch keine Einzelkämpfer sind, sondern sich mit anderen Fans treffen oder Conventions und andere Events besuchen.

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Neben Raumkämpfen erlebt ihr auch spannende Einsätze auf Planeten.
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gamona: MMOs leben davon, dass man immer wieder in altbekannte Instanzen verschwindet, um dort nach noch besseren Ausrüstungsgegenständen zu suchen. Ist das in Star Trek Online auch möglich? Denn der Ausgang einer Episode soll doch den Fortgang der Geschichte beeinflussen…

Craig Zinkievich: Ja, und unsere Lösung wird dir gefallen: Das erste Mal spielt ihr eine Episode in der Spielwelt, alle darauf folgenden Male auf dem Holodeck. Die Raid-Ausflüge dürft ihr beliebig oft wiederholen.

gamona: Gegenstände, die wir auf solchen Einsätzen finden, nutzen wir entweder selbst oder reichen sie an unsere Offiziere weiter. Was jedoch, wenn die keiner gebrauchen kann? Ich kann mich beim besten Willen nicht an ein Föderations-Auktionshaus erinnern, höchstens an Ferengi-Schmuggelaktionen.

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Nicht mehr benötigte Gegenstände werden in Energie umgewandelt.
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Craig Zinkievich: Dinge, die ihr nicht (mehr) braucht, wandelt ihr in einem Replikator in Energie um. Dabei bekommt ihr für manche Gegenstände mehr als für andere - Energie ist unsere Währung, das Gold von Star Trek Online, wenn ihr so wollt. Mit dieser Energie erschafft ihr dann mit dem Bordreplikator eures Schiffes neue Gegenstände. Stellt euch das wie ein Geschäft vor, dass euch Waren für Energie verkauft. Alternativ tauscht ihr eure Energievorräte an anderer Stelle gegen besondere Güter ein.

gamona: Online-Rollenspiele beziehen ihren Reiz neben der Erforschung neuer Welten hauptsächlich daraus, den eigenen Charakter immer weiter aufzurüsten und auszubauen. Mit welchen Belohnungen lockt ihr uns in Star Trek Online, da die Spielfiguren doch allesamt ähnliche Uniformen tragen und sich Raumschiffe desselben Typs hauptsächlich kosmetisch voneinander unterscheiden?

Craig Zinkievich: Da wären bei den Bodenmissionen zum einen die Kits, die euren Charakteren bis zu vier karrieretypische Spezialfähigkeiten verpassen, die sich auch optisch auswirken. Dann gibt es Ausrüstungsgegenstände wie Schutzschilde und Waffen, die ihr unmittelbar an euren Helden seht - etwa ein cooles Gewehr, das ihr den Borg stibitzt habt. Im Weltraum sieht es etwas anders aus. Zwar gibt es jede Menge Endgame-Gegenstände, mit denen ihr eure Schiffe ausrüsten müsst, um im Kampf zu überleben, doch die wirken sich weniger optisch als etwa auf das Flugverhalten und die Fähigkeiten eurer Offiziere aus.

Das heißt aber nicht, dass eure Mitspieler über eure Ausrüstung im Dunkeln gelassen werden: Quantentorpedos sehen anders als Photonentorpedos aus, die Phaser-Phalanx eines fortschrittlicheren Raumschiffes leuchtet in einer anderen Farbe als die eines Einsteigervehikels, Schutzschirme glühen in unterschiedlichen Farben und Top-Schiffe hinterlassen eine besondere Partikelspur.

Im Raid mit Kirk und Picard?

gamona: Lass uns über das Thema PvP sprechen. Ihr plant ja sowohl Mann-gegen-Mann- als auch Schiff-gegen-Schiff-Action, wie stelle ich mir das vor? Und ab welchem Charakterlevel kann ich damit loslegen?

Craig Zinkievich: Genau haben wir uns noch nicht festgelegt, aber ihr müsst nicht erst bis, sagen wir, Level 50 damit warten. Ob das direkt nach dem Ende des Tutorials oder erst ein paar Spielstunden später passiert – abwarten. Es wird auf jeden Fall PvP-Möglichkeiten für Spieler mit niedrigem Level geben.

gamona: Cool wären doch auch Episoden, in denen sowohl Föderation als auch Klingonen gegeneinander antreten.

Craig Zinkievich: So etwas gibt es in Form indirekter Episoden, in denen beide Fraktionen ein Ziel verfolgen und die Seite gewinnt, die es als erste schafft. Außerdem könnt ihr euch gegenseitig zu Duellen herausfordern, es gibt Arenen, in denen ihr möglichst viele Gegner besiegen müsst und PvP-Maps, in denen ihr eine bestimmte PvP-Aufgabe erledigen müsst.

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Die Grafik sieht schon äußerst schick aus.
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gamona: In allen Star-Trek-Filmen und -Fernsehserien erklingen immer wieder charakteristische Musikstücke, etwa die marschmäßige Klingonen-Melodie. Gibt es in Star Trek Online ein Wiederhören mit alten Bekannten? Wie handhabt ihr das Thema Musik generell? Passt die sich dem Geschehen an oder plätschert sie im Hintergrund vor sich hin, unbeeindruckt von der gegenwärtigen Situation?

Craig Zinkievich: Unsere Musik passt sich an eure Abenteuer an. Nicht von Augenblick zu Augenblick, aber im Verlauf einer Episode. Je näher ihr beispielsweise einem Boss kommt, desto dramatischer wird die Musik. Im Laufe des Spiels begegnet ihr immer wieder bestimmten Leitmotiven, inspiriert von den von dir angesprochenen Stücken. Aber alle Noten in Star Trek Online sind brandneu.

gamona: Schade, also keine dunklen Klingon-Klänge.

Craig Zinkievich: Jein - wenn die Burschen auf den Plan treten, erklingt ein musikalisches Thema, in dem ihr typische Melodiebögen und tonale Progressionen wiedererkennen werdet.

gamona: Wie schwer ist es eigentlich, ein Spiel zu entwickeln, das sowohl alt gediente als auch neu dazugekommene Fans anspricht, für die der letzte Kinofilm der erste Ausflug ins Star-Trek-Universum war?

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STO wird auch für Nicht-Trekkies verständlich sein.
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Craig Zinkievich: Gar nicht so schwer. Ihr müsst keine Hardcore-Fans sein, um Spaß mit Star Trek Online zu haben. Ihr müsst noch nicht einmal wissen, wer die Borg sind - das verklickern wir euch noch früh genug. Langjährige Fans freuen sich natürlich über bekannte Orte wie Memory Alpha, der Rest lernt mit der Zeit, dass auf diesem Planetoiden die größte Datenbank der Föderation beheimatet ist. Oder Cestus III, auf dem Captain Kirk und der Gorn-Captain gegeneinander gekämpft haben. Oder der Wächter der Ewigkeit, durch den Pille McCoy einst in die Vergangenheit reiste.

gamona: Oh, Zeitreisen! Wäre das nicht eine Möglichkeit, auf Helden des Star-Trek-Universums zu treffen und sogar mit denen zusammen Abenteuer zu erleben? Das müssten natürlich echte Hingucker sein, in denen die legendären Charaktere nicht bloß als Aufgabenverteiler auftreten.

Craig Zinkievich: Das könnte theoretisch passieren. Wir müssten dann die Genehmigungen der einzelnen Stars einholen. Mir geht es da wie dir: Ein Auftritt eines bekannten Gesichts ist nie so cool und episch, wie ich es mir vorstellen könnte. Deswegen haben wir unser Spiel in die Zukunft verlegt. Natürlich trefft ihr immer wieder auf bekannte Namen, deren Kinder und Enkelkinder oder hört etwas über deren Taten und deren legendäre Raumschiffe. Und wie du schon bemerkt hast: Es gibt Zeitreisen.

gamona: Müsst ihr euch aufgrund der Handlungszeit von Star Trek Online dann überhaupt noch an Vorgaben der Fernsehserien und Kinofilme halten? Oder habt ihr völlig freie Hand?

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Beim Design haben die Entwickler große Freiheiten.
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Craig Zinkievich: Wir haben große Freiheiten, doch gleichzeitig arbeiten wir eng mit CBS zusammen, damit TV-Serien, Filme, Bücher, Comics und andere Medien sich nicht widersprechen, sondern alle die gleiche Geschichte erzählen. Deswegen werdet ihr unsere Uniformvarianten in Comics wiederfinden. Und einige Bücher, die demnächst erscheinen, enthalten Querverweise auf Ereignisse in Star Trek Online.

gamona: Craig, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

Craig Zinkievich: Danke euch für euer Interesse an unserem Spiel.

Demnächst auf gamona: Das große Preview: Star Trek Online ausführlich angespielt.

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