"Massentaugliches Onlinespiel für zwischendurch, das ein paar kurzweilige Stunden im All und auf fernen Welten verspricht, die Bezeichnung MMOG aber nicht verdient." - Frank Fischer

Wer glaubt, Cryptic sei gesegnet mit der „Star Trek“-Lizenz, der irrt gewaltig. Die Fangemeinde ist riesig und kaum auf einen Nenner zu bringen. Die Anhänger entstammen den unterschiedlichsten Generationen. Der erfahrene Zocker bildet unter den Trekkies eher die Ausnahme. Mit diesen Überlegungen müssen sich wohl auch die Entwickler von STO vor knapp zwei Jahren abgeplagt haben. Und offensichtlich hat man eine Grundsatzentscheidung gefällt, die richtig und falsch gleichermaßen ist: STO sollte ein Onlinespiel für Gelegenheitsspieler werden.

Als solches ist es unkompliziert im Aufbau, bietet dem Spieler kinderleichte Missionen und kaum Möglichkeiten zu stolpern oder zu scheitern. Glückwunsch, Cryptic – Operation gelungen, Patient tot. So zumindest urteilt man in der Liga der erfahrenen MMOGler, die Tiefgang und Metagame vermisst.

Dennoch muss man Cryptic Respekt zollen, denn man hat wirtschaftlich folgerichtig gehandelt und technisch solide gearbeitet. Innerhalb von nicht einmal zwei Jahren haben die Jungs ein „Star Trek“-Onlinespiel mit Flug- und Bodenmissionen auf die Beine gestellt, die trotz des geringen Anspruchs Spaß machen und in vielerlei Hinsicht ausbaufähig sind. Und dass Cryptic angesichts der ordentlichen Verkaufszahlen nachlegen wird, steht außer Frage.

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Pro

  • Angenehm gemütliche Community
  • Gameplay mit theoretischem Potential und Konsolentauglichkeit
  • Raum- und Bodenkampf in einem Spiel vereint
  • Endlich neues Futter für Trekkies

Contra

  • Lieblos aufgesetztes PvP und Crafting
  • Fehlendes Metagame und endliche Weiten
  • Kaum spielerischer Tiefgang
  • Cryptics Instanzierungswahn

Grafik

Zwei Spiele, ein Look. Wie schon beim Superhelden-MMOG Champions Online setzt Cryptic auch bei STO auf die bewährte hauseigene Engine. Die bietet den wesentlichen Vorteil, dass sie sowohl Ausflüge zu Lande als auch im All abwechslungsreich darstellen kann. Allerdings verpasst sie dem Spiel ein dezentes Comicflair, das so manchem Fan der Serie missfallen wird.

Sound

Was Sound und Musik betrifft, war Star Trek schon immer minimalistisch ausgerichtet. Cryptic kann daran wenig ändern und bietet nicht mehr und nicht weniger als das, was man schon aus der Serie gewohnt ist. Die Möglichkeit zum Einspielen eigener MP3s macht dieses Manko allerdings wieder wett.

Gameplay

Sowohl zu Lande als auch im All spielt sich STO anfangs erfrischend anders, wirkt auf den ersten Blick actionreicher und flotter als ein typisches MMOG.. Cryptics Architekten haben ihre Hausaufgaben gemacht, werden bislang allerdings von den unkreativen Missionsdesignern ausgebremst. Schnell weicht die anfängliche Euphorie dem flauen Gefühl, von der Sternenflotte strafversetzt worden zu sein – verdammt zur Routine in ähnlich strukturierten und bisweilen erschreckend einfachen Missionen.

Multiplayer

Cryptic entwickelt eindeutig Onlinespiele für Solisten. Der Spieler befindet sich irgendwo in den unendlichen Weiten von Cryptics Serverparks in Instanz XY und spielt so vor sich hin. Hin und wieder gerät er mit einem anderen Kapitän zufällig in dieselbe Instanz. Man schießt sich flugs durch die gegnerische Streitmacht und trennt sich wieder, ohne auch nur ein Wort gewechselt zu haben. Multiplayer ja – MMOG nein.