Wenn der mutmaßlich unsterbliche Leonard «Spock» Nimoy eigens von Vulkan eingeflogen wird, um auf der Star Trek Convention in Las Vegas den jüngsten Spross des weltgrößten SciFi-Kults zu enthüllen, werden nicht nur eingefleischte Trekkies hellhörig. Zu Recht ─ denn was mit dem Auftritt des Spitzohrs am Sonntag in der Wüstenstadt seinen Anfang nahm, genügte so manchem Fan vor Ort, um glatt die eine oder andere Freudenträne zu vergießen.

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Ein Feuerwerk für Fans

Besonders leicht hatte es die Star Trek Fangemeinde in der Vergangenheit gewiss nicht. Vor dreieinhalb Jahren geisterten die ersten Gerüchte zu Star Trek Online durch die Medien. Die Spieleschmiede «Perpetual Entertainment» hatte es sich zur schwierigen Aufgabe gemacht, die komplexe Welt in ein Onlinespiel zu packen. Man plante, programmierte, entwarf und testete. Und gerade als der Kurs zu stimmen schien, kam das Aus. Im Januar dieses Jahres musste Perpetual die Arbeiten an dem Projekt einstellen und kein anderes Studio schien sich für den Titel zu interessieren. Die Fans wurden von Ungewissheit geplagt.

Star Trek Online - Endlich enthüllt! Infos bis der Warpkern schmilzt

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Anno 2380 ─ wer würde da nicht gerne unserer alten Heimat einen Besuch abstatten...
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Seit Juni wiesen dann erste Gerüchte in Richtung «Cryptic Entertainment». Die Entwickler von «City of Heroes» hielten sich jedoch bedeckt, starteten lediglich auf ihrer Webseite einen mysteriösen Countdown. Der lief Ende Juli zeitgleich mit der Ankündigung aus, dass man sich tatsächlich das verwaiste Projekt gesichert hatte. Allzu viele Informationen wollte man dennoch nicht herausgeben und vertröstete die Fans. Auf der Star Trek Convention in Las Vegas, so die Verantwortlichen von Cryptic, würde man das Projekt der Öffentlichkeit präsentieren.

Dort ließ es sich «Spock» nicht nehmen, nach einer stimmungsvollen Eröffnungsrede jenen Mann auf die Bühne zu rufen, der von nun an über Freud und Leid aller zockenden Trekkies weltweit gebietet ─ Jack Emmert, Chief Creative Officer bei den Cryptic Studios und Herr der virtuellen Welt von Star Trek Online. Der entkräftete in seiner ersten Amtshandlung sogleich die schlimmste Befürchtung der Fans und outete sich als echter Trekkie. Was dann kam, war ein Feuerwerk an Eindrücken und Informationen, dem sich kaum ein Teilnehmer entziehen konnte.

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Raumstationen sind wichtige Anlaufstellen in den unendlichen Weiten.
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Das MMOG setzt 30 Jahre nach dem letzten Kinofilm «Star Trek Nemesis» ein. Als Kommandant eines kleinen Raumschiffs bereist der Spieler die Galaxis wahlweise als Getreuer des Klingonischen Imperiums oder auf Seiten der Sternenflotte. Später sind entsprechende Erweiterungen geplant, mit denen Romulaner und andere Rassen mit ins Spiel kommen sollen. Entgegen bisherigen Gerüchten beginnt der Spieler nicht gleich im Rang eines Captains, sondern muss die Karriereleiter erst nach und nach erklimmen.

„Customization is the key!“

Unterschiedliche Berufe sollen für die nötige spielerische Abwechslung sorgen. Vom Archäologen über den Soldaten bis hin zum Ingenieur ─ Cryptic greift die klassischen Ideen der Serienvorlage auf. Je nach Rang bekommt man Zugriff auf größere Schiffsmodelle und eine üppigere Crew. Das System unterscheidet dabei zwischen der Brückencrew und der gesamten Besatzung.

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Spielerflotten können in Teamarbeit auch eigene Stützpunkte errichten.
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Die Brückencrew besteht ausschließlich aus NPCs, die ähnlich gesteuert werden, wie «Pets» in anderen MMOGs. Jedes Mitglied kann individuell gewählt, trainiert und bei Bedarf ersetzt werden. Neben der Brückencrew soll auch eine Besatzung das Raumschiff bevölkern. Die kann sich aus den unterschiedlichsten außerirdischen Völkern zusammensetzen und führt ein gewisses Eigenleben an Bord.
Fremde Welten, unbekannte Lebensformen, neue Zivilisationen

Crew und Besatzung lassen sich nicht nur an den entsprechenden Stützpunkten der Fraktion anheuern, man kann sie außerdem auf fremden Welten direkt anwerben. Eine bunt gemischte Besatzung aus aller Herren Welten mit den individuellsten Eigenschaften gehört damit zum Bordalltag. Sogar an einem holografischen Notfallprogramm, ähnlich dem berüchtigten «Doc Zimmerman» auf der Voyager, wollen die Entwickler arbeiten.

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Das Hauptquartier hält immer einen Auftrag für Kommandanten bereit.
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Nicht nur fremde Welten erkunden Spieler und Crew in klassischer 3-D-Ansicht ─ auch an Bord der Schiffe kann man sich frei bewegen. Vom Holodeck bis zur Krankenstation soll es den Fans an nichts fehlen. Auch kann es durchaus dazu kommen, dass man sich während einer Raumschlacht mitsamt einem kampferprobten Team auf das Schiff des Feindes beamt und dort unter der Crew wütet. Der Gegner muss dann nicht nur weiterhin den Weltraum im Auge behalten, sondern auch noch die Verteidigung im Schiff selbst überwachen, Reparaturen in Auftrag geben, Sicherheitsteams auf umkämpfte Decks entsenden und vieles mehr.

Torpedos feuerbereit!

Konflikte zwischen Spielern, also klassisches PvP, soll ebenfalls wichtiger Bestandteil von Star Trek Online werden, wenngleich man etwas gemäßigter vorgehen möchte, als man das von «EVE Online» her kennt. Statt in Clans organisieren sich die Spieler in Flotten. Dadurch verschafft man sich nicht nur im Kampf einen entscheidenden Vorteil, es lassen sich auch Stationen errichten, die den galaxisweiten Handel erleichtern sollen und allerlei andere Optionen bieten, den Bau von Technologie und Schiffen eingeschlossen.

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Auf den Planeten warten exotische Wesen darauf, mitgenommen zu werden.
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Quests bekommt man vom jeweiligen Hauptquartier einer Fraktion übermittelt und deren Ausführung soll nicht nur über den eigenen Aufstieg entscheiden, sondern auch die Fraktion selbst voranbringen. Cryptic greift dafür auf einen erfahrenen Star Trek Autor zurück. Neben einem dynamischen Marktsystem will Emmert auch dafür sorgen, dass die galaktische Diplomatie nicht zu kurz kommt. Sollte sich das technisch realisieren lassen, träumt Emmert, gebe man einem einzigen großen Server den Vorzug vor zahlreichen kleinen. Auch in dieser Hinsicht muss man sich mit «EVE Online» vergleichen lassen.

Eierlegende Wollmilchsau?

Von Perpetual übernommen hat man angeblich nicht viel mehr als die Lizenz. „Wir haben eine eigene Engine, mit der wir arbeiten können.“, erklärt Emmert und verweist auf «Champions Online», das Superhelden MMOG, das sich bei Cryptic langsam der Vollendung nähert. Offensichtlich basiert Star Trek Online auf derselben Engine. Und die ist so flexibel, dass sie im All wie auf Planeten gleichermaßen einsetzbar ist, ohne zum Resourcenfresser zu werden.

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Flug durchs All und Landung auf Planeten ─ seit Jahrzehnten träumen Spieler von solchen Möglichkeiten.
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Was Cryptic hier plant, ist nicht weniger als eine eierlegende Wollmilchsau. Allerdings ist es auch nicht mehr, als jeder anspruchsvolle Trekkie von einem Star Trek Online erwarten wird. Und während so mancher Fan noch ungläubig den Kopf schüttelt und Emmerts Worte als Träumerei abtut, führt der Chief Creative Officer den Trailer vor.

Spätestens jetzt wird klar: Die Engine ist da, die Ideen sind da. Wenn es Cryptic jetzt noch gelingt, all das in ein Gleichgewicht zu bringen und mit einem roten Faden zu versehen, dann könnte das die Fans für alle Entbehrungen der vergangenen Jahre entschädigen. Und es wäre wohl nicht Jack Emmert, hätte der Mann nicht noch eine Überraschung parat. Angesprochen auf ein mögliches Erscheinungsdatum verkündet der selbstbewusste CCO kryptisch: „Release ist viel früher, als ihr glaubt!“.