Sternzeit -312960.4, persönliches Logbuch des Kapitäns.
Es herrscht Krieg, die Galaxie kommt nicht zur Ruhe. 31 Jahre nach den TV-Abenteuern des Raumschiffs Voyager steht die Föderation im Dauerkonflikt mit Borg, Klingonen und so ziemlich allen Völkern, die ein Raumschiff geradeaus steuern können.

Die Sternenflotte hat deshalb überall auf der Erde Rekrutierungsbüros eröffnet, auch auf der Sternenbasis gamona.de gab es Einberufungsbefehle, im Raumfahrer-Jargon auch „Beta-Keys“ genannt. Star Trek Online: Beam mich an Bord.

Sternzeit -312957.2: Käpt'n sucht Klasse

Der Weltraum: unendliche Weiten. Die Charaktererstellung: schier unendliche Vielfalt. Dafür ist Cryptic bekannt, und ein umfangreicher Charaktereditor darf also nicht fehlen. Die Bastel-dir-nen-Alien-Funktion nebst Wahl der spezifischen Eigenschaften ist eine angenehme Abwechslung zum üblichen Mensch-Zwerg-Elf-Einerlei. Vorgefertigten Rassen wie Menschen, Vulkanier oder Bajoraner gibt es natürlich auch – die Klingonen wurden in der Beta allerdings erst freigeschaltet, nachdem man einen Föderations-Charakter auf Level 6 gebracht hat. Irgendwie doof.

Star Trek Online - Wir sind die Beta. Sie werden assimiliert werden, Widerstand ist zwecklos

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Klassenkampf: Die Spieler können sogar ihre eigene Rasse erschaffen.
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Zur Auswahl stehen drei Spezialisierungen: taktischer Offizier, Techniker oder Wissenschaftler. „Galaxien, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat“ sind es wohl nicht, dennoch unterscheidet sich die Spielweise der Klassen deutlich von anderen MMOs. Eine herkömmliche Aufteilung auf Tank, Damage Dealer und Heiler lässt sich nämlich nicht ableiten, weder bei Weltraumgefechten noch bei Boden-Missionen.

Zwar könnte man sagen, dass Wissenschafts-Offiziere die Heiler im Spiel sind, jedoch besitzen die passenden Raumschiffe auch die stärksten Schilde, womit der vermeintliche Supporter durchaus auch als Tank durchgehen könnte.

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Die Reise der USS gamona nimmt ihren Lauf...
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Zudem ergeben sich auch Mischklassen: Bis Level 11 sind nämlich alle mit einem Standard-Schiff, einem leichten Kreuzer, unterwegs. Bei der ersten Beförderung vom Lieutenant zum Lieutenant Commander schenkt einem die Sternenflotte einen neuen Pott, die Wahl des Schiffes ist aber nicht klassenspezifisch. Als Ingenieur kann man sich auch ein Taktik-Schiff zulegen, aus der Kombination der jeweiligen Fähigkeiten (also Spieler und Raumgefährt) ergibt sich dann eine gewisse Spezialisierung.

Sternzeit -312957.2: Im Zeichen des Spock

Ein von Leonard Nimoy gesprochenes Intro klärt uns über die Lage des Universums auf: Da hat es Spock (analog zum letzten „Star Trek“-Kinofilm) nicht geschafft, Romulus vor der Explosion einer Supernova zu retten. Danach ist er bekanntlich in eine Parallel-Realität verschwunden und nun liegt das Universum in Scherben.

Die Klingonen sind wieder auf Kriegspfad, ebenso die Borg. Spock zum Zweiten gibt es dann im Tutorial, bei dem es eine Borg-Bedrohung abzuwehren gilt: Die Erklärungstexte spricht nämlich Zachary Quinto, der zuletzt den jungen Spock spielte, außerdem hat er auch einen „Auftritt“ als Stimme eines NPC.

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Die Außeneinsätze sind noch nicht optimal.
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Beam mich runter: Zu Beginn landet die frisch erschaffene vulkanische Wissenschaftlerin auf einer Raumbasis im Orbit der Erde. Diese ist auch im Verlauf des Spiels die zentrale Anlaufstation für Aufträge, Handel und allerlei Upgrades.

Persönliches Logbuch: Ich bin verwirrt. Obwohl die (kreisrunde) Station nicht besonders groß ist, bin ich zu blöd, mich zurechtzufinden. Da habe ich die Technologie des 24. Jahrhunderts zur Verfügung und auf der Minimap sind die jeweiligen Bereiche der Station namentlich nicht eingezeichnet. Da ist offenbar jemand von einem Ferengi abgezockt worden…

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10 Vorne: Schnell hat man sich in den unendlichen Weiten verlaufen.
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Und weil es die in der Beta mit Abstand im Chat meist gestellte Frage war: Der Turbolift zum Büro von Admiral Quinn und Akira Sulu befindet sich gleich in jenem Bereich, wohin man als erstes hingebeamt wird.

Sternzeit -312956.9: Alle auf Gefechtsstation!

Wir Raumschiff-Kapitäne sind aber keine Schreibtischtäter, unser Hintern gehört auf den bequemen Stuhl einer Brücke. Also: Energie! Ah, da sind sie, die unendlichen Weiten. Und wo ging's nochmal lang? „Wo ist ...“ ist ohnehin eine ständig wiederkehrende Frage in den interstellaren Kommunikationskanälen. Doch liebe Leute: Ein guter Kapitän kennt seine Navigationskarten. Entsprechend sollte jeder STO-Spieler einige Zeit investieren, um insbesondere die Kartenfunktion zu studieren.

Die gliedert sich in drei Bereiche: die Map der lokalen Umgebung, des gesamten Universums in einer (leider) nicht direkt anklickbaren Darstellung und eine Übersicht aller Sonnensysteme, die man aktuell in einem Raumsektor bereisen kann, also eine Art intergalaktische Kurzwahl.

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Rotlicht-Bezirk: Kampf im Maschinenraum.
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Ah, da muss ich hin. „Maschinenraum: Volle Kraft voraus!“ Das Sonnensystem, wo meine Brückenoffiziere (die in geringerem Umfang ebenfalls aufgelevelt werden) und ich für unsere Aufgabe hin müssen, ist nur wenige Lichtjahre (Maßeinheit im Weltraum) entfernt. Die Missionen sind aber allesamt instanziert, was bedeutet, dass man die Haupt-Map nicht frei erkundet und dann auf Gegner trifft, sondern jedes Sonnensystem einer Quest (gelegentlich auch mehrfach) zugeordnet ist. Wenn man nun die Option hat, es zu betreten, kann man davon ausgehen, dass es dort auch was zu erledigen gibt.

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In voller Pracht: unsere Uss gamona.
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Die alten Stirnrunzler, vulgo Klingonen, begrüßen mich sogleich. Und ohne jetzt lang herumzureden: Die Raumschlachten sind einfach cool. Zwar ist das Spieltempo eher gering, manövrieren und angreifen machen einfach Spaß, gut sieht das Ganze auch noch aus. Der Hauptunterschied zu den üblichen (Fantasy-)MMOs ist vor allem, dass der Ablauf stets dynamisch ist, auch im Gruppenspiel: Man muss auf die Schilde achten, abdrehen, Torpedos im richtigen Moment abschießen oder Spezialfähigkeiten einsetzen. Im Fantasy-Vergleich: Da steht etwa der Heiler genau hier und der Damage Dealer dort und gelegentlich gibt’s Positionswechsel.

Sternzeit -312955.1: Gelangweilt am Boden

„Eine Karriere, zwei Abenteuer“ stand in der Rekrutierungsbroschüre. Punkt 1, Raumschiff-Action: Check, passt, beamen Sie es mir bitte hoch. Punkt 2, Planeten-Missionen: Ach nö, vielleicht ein anderes Mal. Natürlich gehören Boden-Einsätze zu Star Trek dazu wie das Ohr zu Spock, als wirklich gelungen kann man sie in STO aber nicht bezeichnen.

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Alte Feindbilder: Die Klingonen haben sich in STO von der Föderation losgesagt.
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Meine Offiziere und ich packen also unsere Phaser, Tricorder und Energieschilde ein und ab geht’s auf die Planeten-Oberfläche. Sogleich drängt sich mir die Frage auf: Wer siedelt sich hier überhaupt freiwillig an? Texturarm und kahl, vermitteln die Außeneinsätze ein Gefühl unendlicher Tristesse. Aber, so ermahnt mich mein taktischer Offizier, sind wir nicht zum Vergnügen hier, sondern um Föderationsdiplomaten aus den üblen Klingonen-Händen zu befreien.

Bald treffen wir auch die erste Patrouille, hektisch werden Kommandos ausgegeben, wer wann welche Spezialfähigkeit einsetzen soll. Vorsichtig nähern wir uns der feindlichen Gruppe, gebückt, so schießt es sich genauer. Doch bevor wir sie richtig flankieren können (Angriffe von der Seite oder von hinten geben einen Schadensbonus), bemerken die Schurken uns. Doch was tun sie? Starren uns zunächst nur eine gefühlte Ewigkeit doof an, bevor sie das Feuer eröffnen. Wohl nicht viel in der Rübe, diese Klingonen ...

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Spezies 8472: Auch die übermächtigen "Voyager"-Bösewichte haben ihren Auftritt.
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Nach den ersten Gefechten merke ich schnell, dass wir uns Taktik eigentlich komplett schenken können. Einfach draufhalten reicht völlig, die Hauptbeschäftigung ist es, das nächste Ziel auszuwählen. Den Rest erledigt das Team automatisch, heilen, Schilde aufladen und kämpfen klappt einwandfrei, ist aber dadurch auch völlig anspruchslos. Zudem wird der Tod nicht geahndet, außer man sieht den Spaziergang vom Respawn-Punkt durch die grafische Ödnis als Bestrafung an.

Sternzeit -312946.8: Einsam im All

Der Kapitänsstuhl ist ein einsamer Ort. Obwohl ich mich fürsorglich um meine Offiziere kümmere, ihnen ständig neue Ausrüstung und Waffen gebe, lassen sie mich nicht an sich ran. Eine persönliche Bindung oder eine Art Freundschaft entwickelt man nicht zu seinen KI-Untergebenen, sie bleiben anonyme Mitläufer.

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Das Star-Trek-Universum war nie kriegerischer...
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Der Kontakt zu anderen Kapitänen ist ebenso mager. Gilden heißen in STO Flotten, es gibt auch genug davon, im Raumfahrer-Alltag merkt man aber kaum etwas von ihnen. So ist auf den ersten Blick auf die Grafik nicht zu erkennen, welcher Flotte ein Mitspieler überhaupt angehört, diese wichtige Community-Komponente scheint irgendwie versteckt zu sein. Generell besteht – mit Ausnahme des sozialen Aspekts – ohnehin kaum die Notwendigkeit, sich einer Flotte anzuschließen, die meisten Aufgaben lassen sich auch leicht solo erledigen.

Für Spontan-Gemeinschaften gibt es theoretisch eine Auto-Team-Funktion. Betritt man ein Sonnensystem, also eine Missions-Instanz, so wird automatisch eine Party zusammengesetzt. Das funktionierte anfangs ganz gut und war durchaus praktisch, seit einem Update von Sternzeit -312947.5 (20. Januar 2010) allerdings nicht mehr. Ob das nun an einer falschen Einstellung, einem Bug, fehlender Verfügbarkeit von Mitspielern oder am blanken Zufall lag – Tatsache ist auf alle Fälle, dass man zu oft ganz auf sich alleine gestellt unterwegs ist.

Sternzeit -312928.8, Abschlussbericht des Kapitäns

Gerade ist meine Probe-Karriere als Star Trek-Kapitän zu Ende gegangen. Zum Abschluss der Beta galt es einen massiven Angriff der Klingonen auf den Föderationsraum abzuwehren. Von denen war dann aber kaum etwas zu sehen, doch schon bald wurde die gesamte Galaxis von Borg überschwemmt. Verzweifelt kämpfte die Föderation gegen diese Übermacht, Widerstand war aber tatsächlich zwecklos, gegen die Borg bestand nicht der Hauch einer Chance. Das ist aber ganz normal, schließlich war der Anlass dafür das Ende des Beta-Servers und letztlich wurden auch die tapfersten Kapitäne assimiliert.

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Trotz gewisser Macken, also den Bodenmissionen und des eher geringen Schwierigkeitsgrades, überwiegen am Ende doch die positiven Eindrücke. Das liegt an den höchst unterhaltsamen Weltraumgefechten, die ihren Reiz nicht so schnell verlieren.

Generell ist der größte Vorteil von „Star Trek Online“, dass insbesondere das Experimentieren mit Fähigkeiten, Ausrüstung und der gesamten Spielmechanik einfach Spaß macht. Wer bisher viel Zeit im Fantasy-Holodeck anderer MMOs verbracht hat, wird froh über die Abwechslung sein, die das Sci-Fi-Szenario bietet. STO erfordert zu einem beträchtlichen Teil neue Herangehensweisen – schon alleine durch das Fehlen einer klassischen Tank/DD/Heiler-Aufteilung – zumindest laut den Erfahrungen der Beta.

Star Trek Online - Aufbruch in die Open Beta

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Star Trek Online - Aufbruch in die Open Beta

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Wie sich die Sache später im Endgame entwickeln wird, darüber kann man derzeit nur spekulieren, wohl zu wenige haben es während der Open Beta auf höhere Stufen geschafft, entsprechend fehlen derzeit noch Erfahrungswerte. Perfekt ist es also zwar nicht, eine Chance verdient STO aber absolut – ab 5. Februar werden die Warp-Antriebe dann offiziell angeworfen.