Ich muss zugeben: Browserspiele habe ich bis vor einigen Monaten nicht ernsthaft auf dem Radar gehabt. Ob nun Battlefield Play4Free oder Drakensang Online - überzeugt hat mich das nicht wirklich. Jetzt also Star Trek: Infinite Space, ein ambitioniertes Gameforge-Projekt, das an meine niederen Trekkie-Instinkte appelliert: "Spiel mich, spiel mich!", hallt es durch mein Hirn - doch das war bei Star Trek: Online bereits so. Der Rausch hielt aber nicht lange an...

Star Trek: Infinite Space - Galaxy at War - Debut Trailer

Unendliche Weiten im Browser

Zunächst habe ich eigentlich gar nicht den Eindruck, ein völlig anderes Spiel vor meinen Augen flimmern zu sehen. Das auf der 3-D-Unity-Technologie basierende Star Trek: Infinite Space sieht für ein Browserspiel ziemlich schick aus und viele Features kommen mir vom großen "Bruder" ein bisschen bekannt vor. Nur das Szenario unterscheidet sich dann doch ein wenig, denn hier verschlägt es uns in den Alpha-Quadranten, in dem die berühmte Raumstation DS9 ihr Lager aufgeschlagen hat und der Dominion-Krieg gegen aggressive Invasoren tobt.

Allerdings spielt ihr nicht die Episoden der Fernsehserie nach, die Umgebung dient lediglich als prominenter Standort. Laut PR-Aussage werdet ihr bei euren Abenteuern in den unendlichen Weiten des Alls aber trotzdem auf einige bekannt Gesichter, wie beispielsweise Captain Sisko, treffen.

Star Trek: Infinite Space - Krieg dem Dominion!

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Captain, ein Traktorstrahl! Ach ja, der Warpantrieb ist ausgefallen!
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Im Gegensatz zu vollwertigen MMOGs will Star Trek: Infinite Space, mit einem Free2Play-Geschäftsmodell ausgestattet, in erster Linie ein leicht konsumierbares Produkt für zwischendurch sein. Die Missionen sollen meist innerhalb von 15 bis 30 Minuten durchspielbar sein. Wer nur ein bisschen im Weltraum rumfliegen und diesen erkunden möchte, kann dies genau so gut tun, wie sich den "Battleszenarien" anzuschließen, wo man strategische Manöver, Angriffe auf Raumstationen oder die Verteidigung eines Konvois trainiert.

Bei diesen Ausflügen deckt ihr sogar geheime Nebenaufträge auf, stolpert bisweilen über unbekannte Spezies und stoßt in weit entfernte Gebiete des Alls vor. Die Hauptmissionen spielen jedoch alle in der Timeline der DS9-Episoden und stehen in der Star-Trek-typischen Tradition: kämpfen, erforschen, verhandeln. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Außerdem soll es häufig unterschiedliche Möglichkeiten geben, Aufträge zu lösen oder abzuschließen.

Packshot zu Star Trek: Infinite SpaceStar Trek: Infinite SpaceRelease: PC: 2011

In einem Beispiel erhält man etwa die Aufgabe, mehrere Kristalle aus einem gefährlichen Asteroidenfeld zu bergen. Liefert ihr statt der vier Objekte mehr als benötigt ab, belohnt euch der auf der Flucht befindliche Klingone mit den Sicherheitscodes zum Deaktivieren von Abwehrwaffen, die das Überrumpeln des ursprünglich gesuchten Schurken zusätzlich erschweren würden.

Star Trek? Fand ich schon immer faszinierend! Und dieses Browserspiel hat durchaus das Zeug zum Mini-Hit!Ausblick lesen

Anders als bei Star Trek Online werden die Raumgefechte und Erkundungsflüge hier in einer Top-Down-Perspektive dargestellt, der die dritte Dimension fehlt. Mit der zugänglichen Steuerung erfüllt das Entwicklerteam sicherlich auch das Anliegen an leicht verdauliche Kost, die Anfänger nicht überfordert. Zumindest in der uns vorgeführten Version hielt sich der Anspruch in den Scharmützeln in Grenzen - erst das Energieschild wegballern, einen Photonen-Torpedo hinterherschicken - fertig.

Star Trek: Infinite Space - Krieg dem Dominion!

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Die Defiant - ein starkes, kleines (Wer hat KLEIN gesagt?!) Schiff...
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Allerdings verfügen die vielfältigen Raumschiffe der Föderation und Klingonen (die zweite spielbare Fraktion) durchaus über eine Vielzahl weiterer Funktionen, aka Skills. So zieht ihr beispielsweise Freunde und Feinde per Traktorstrahl durch das Vakuum, legt Minenfelder, setzt Betäubungsstrahlen oder Attackwaves (AoE) ein, um eure Ziele zu erreichen. Da die großen Kähne aber nicht von euch allein verwaltet werden können, rekrutiert ihr darüber hinaus noch einige Crewmitglieder, die in den Bereichen Taktik, Medizin oder Ingenieurswesen zusätzliche Fertigkeiten mitbringen.

Die Stärke dieser Brückenoffiziere steigt abhängig von der Häufigkeit ihrer Verwendung. Von Bedeutung sind diese Fähigkeiten auch im Gruppenspiel, denn sie definieren neben der Art des eingesetzten Schiffs eure Rolle als "Tank", "Damage Dealer" oder "Heiler". Außerdem beeinflussen das Level und Talent der Untergebenen maßgeblich den Ausgang von Away-Team-Missionen, die aber wohl lediglich in Textform präsentiert werden.

Obwohl der F2P-Titel selbstverständlich einen Shop anbietet, soll es laut Gameforge keine exklusiven Inhalte als Gegenleistung für reales Geld geben. Jeder wird ohne zusätzliche Kosten alles spielen können. Wer aber zum Beispiel schneller aufsteigen möchte, um mit seinen öfter zockenden Kumpels mitzuhalten, kann dafür Kohle raushauen. Zudem ist Gameforge der Meinung, dass man "nicht in direkter Konkurrenz zu Star Trek Online steht, weil die Spielinhalte auf deutlich kürzere Sessions ausgelegt sind".

Trotzdem bietet man natürlich einige MMO-typische Bestandteile an. Etwa Gildenunterstützung mit Gilden-Gefechten, den Bau eigener Raumstationen oder PvP-Schlachten (spielen auf Holodecks!). Wer lieber den Lonesome-Klingonen mimt, kann jedoch beruhigt sein - jede Mission soll auch solo spielbar sein. Innerhalb der bis zu fünf Mann starken Gruppen fallen die Beute-Belohnungen aber größer aus.