Entwickler und Spieler sind sich einig: Games sollen Spaß machen. Doch spätestens, wenn es ums Bezahlen geht, hört der Spaß für alle Beteiligten auf. Entwicklern sitzt das Management im Nacken, das auf ebenso gierige wie erfolgreiche Vorbilder am Markt verweisen kann. Doch die Spieler werden zusehends sensibler und eine einzige falsche Entscheidung kann das Aus für ein Studio bedeuten.

Pay-To-Win - Zahlemann und siege!

Es war nur die Abkürzung eines Wortes, die Skyforges Community Manager Maeron auf die Palme brachte: P2W. Zu viele Spieler setzten es in so ziemlich jeder Situation ein und richteten damit großen Schaden an, so Maeron, der in seinem Beitrag zumindest kurzfristig die weitere Verwendung des Wortes mit einem Bann bestrafen wollte. Man müsse einfach mal in die Vision der Entwickler vertrauen.

“Die Vision der Entwickler” - wie schön das klingt - und wie heuchlerisch. Denn waren es nicht die selben Entwickler, die zuließen, dass dem spielerisch durchaus vielversprechenden Allods Online das vielleicht unverschämteste Geschäftsmodell aller Zeiten aufgepfropft wurde? Eine Vision beim Game-Design ist eine wundervolle Sache, jedoch im Free-To-Play-Genre für die Spielergemeinde vollkommen wertlos, bis die Unternehmensführung die komplette Monetarisierungsstrategie offenbart hat.

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Die Katze im Sack

Insbesondere wenn Spieler schon Monate vor Release für den Zugang zur geschlossenen Betaphase zahlen sollen, haben sie ein Recht darauf, in allen Einzelheiten über das Geschäftsmodell informiert zu werden. Die sprichwörtliche Katze im Sack wurde uns in den vergangenen Jahren derart oft verkauft, dass wir ordentlich desillusioniert sind und kaum bereit, Geld in ein MMO zu stecken.

Dabei spielt sich Skyforge gar nicht schlecht. Die derzeitige Version lässt zwar die Tiefe eines echten MMOs missen, doch das mag sich bis zur Open Beta im Sommer noch ändern. Die Grafik kann sich durchaus sehen lassen - insbesondere die Umgebungen sind unglaublich abwechslungsreich und zumindest wirken sie endlos. Die Animationen, von westlichen Studios meist nur dürftig umgesetzt, gehen schon jetzt in Ordnung.

Spielerisch fühlt man sich ein wenig wie in einer Mischung aus Neverwinter und Destiny, wobei der Lobby-Charakter des Spiels in der Praxis weniger auffällt, als man das vorab befürchtet hatte. Je nach Zeitpensum kann man Stunden am Stück in Skyforge versinken, aber auch mal auf die Schnelle ein paar Aufträge erfüllen. Die Klassen sind durchaus abwechslungsreich, die Steuerung solide und herausfordernder, als es anfangs den Eindruck haben mag.

Die Vision der Spieler

Eine Sandbox-Welt wird Skyforge auf keinen Fall werden, doch möglicherweise eine ernsthafte Alternative zu anderen Lobby-MMOs, zudem die Entwickler durchaus auch das MOBA-Genre ins Visier genommen und jede Menge gruppenbasierte und kombinierte PvE- und PvP-Herausforderungen geplant haben.

Und doch kann man niemandem raten, für 18, 45 oder 65 Euro ins Spiel einzusteigen - bis nicht vollkommene Klarheit darüber herrscht, was bis zum Release und danach konkret im Shop angeboten wird und was nicht. Ein Spiel, das wie Skyforge auf PvP setzt, kann nur dann funktionieren, wenn es weder direkt noch über Umwege irgendwelche Vorteile zu kaufen gibt. Das ist zumindest die “Vision”, die wir Spieler haben.

Black Desert - im Westen nichts Neues

Eine Vision erhoffen wir uns auch von Black Desert, das in Südkorea gerade sein 100-Tage-Jubiläum in der Open Beta mit einem neuen Video gefeiert hat. Entsprechend groß ist die Neugier im Westen auf dieses unverschämt gut aussehende MMO, dessen Spielmechaniken ein wenig an ArcheAge erinnern.

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Wie kommt der Titel in Südkorea an? Wann wird er bei uns spielbar sein? Wie sieht es mit dem Geschäftsmodell aus? Hat man aus den Fehlern von ArcheAge gelernt und wird die Sandbox funktionieren? Fragen über Fragen, die ich gerne beantworten würde. Leider jedoch ist es insbesondere für europäische Journalisten schwierig, an brauchbare Infos zu kommen, geschweige denn an einen Zugang zum Spiel.

Das einzige, was wir derzeit aus Südkorea bekommen, sind diese, im Original englischen Zeilen: “Vielen Dank, dass Sie uns kontaktiert haben. Wir freuen uns zu hören, dass Sie an der europäischen Version von Black Desert interessiert sind. Leider haben wir derzeit keine weiteren Informationen über das Spiel in dieser Region zu teilen. Wir werden Sie aber auf dem Laufenden halten. Bleiben Sie dran!” Oder mit anderen Worten: “Danke, kein Interesse.”

Camelot Unchained - so sieht’s aus

Etwas interessierter zeigen sich da naturgemäß schon die amerikanischen Studios, obwohl wir Europäer auch an die teilweise kaum herankommen. Amerikanischen Streamern fällt das bisweilen leichter und so hat Twitch-Größe CohhCarnage jetzt ein exklusives Video mit Szenen aus Camelot Unchained auf YouTube gestellt.

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Das ist ebenso interessant wie bemerkenswert, weil bewegte Bilder zu dem MMORPG bislang Mangelware waren und weil derlei Dinge von offizieller Seite aus auch noch immer untersagt sind und nicht verbreitet werden dürfen. Für CohhCarnage scheint man jedoch eine Ausnahme gemacht zu haben, zudem der Titel damit ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit bekommen dürfte.

Die kurzen Szenen offenbaren, dass sich das Spiel zwar noch immer in einer frühen Phase der Entwicklung befindet, jedoch ganz offensichtlich schon fortgeschrittene Mechaniken bietet, was die Belagerung von Burgen betrifft - inklusive einer beeindruckenden, von der eigenen Engine gesteuerten Physik, die es erlaubt, die Wände der Festung halbwegs physikalisch korrekt einzureißen. Zumindest wissen wir jetzt, dass der geistige Nachfolger von Dark Age of Camelot keine Vaporware ist.

Pathfinder Online - noch so viel zu tun

Noch viel dürftiger sieht es da derzeit noch bei Pathfinder Online aus. Das Spiel mit der grandiosen RPG-Vorlage scheint nicht so recht in die Gänge zu kommen. Trotzdem ist die Sandbox am 01. April in den Headstart gegangen - und das war tatsächlich kein Aprilscherz. Auf den Headstart soll dann, so die Server mitmachen, das sogenannte ‘Open Enrollment’ und damit eine größere Schar von Spielern folgen.

Wer jedoch echten Spielspaß in einer halbwegs vollendeten Welt erwartet, sollte noch größtmöglichen Abstand von Pathfinder Online halten. Nicht nur ist die Grafik derzeit ziemlich unansehnlich, auch Animationen und Kampf wirken unfertig. Immerhin sind sich die Entwickler dessen bewusst und versprechen, dass man daran noch arbeitet. Angesichts der durchaus komplexen und interessanten Meta-Game-Mechaniken, die das Spiel bietet, ein annehmbarer Kompromiss.

Aftermath - der Albtraum hört nicht auf

Zu keinen Kompromissen sollten Spieler hingegen bereit sein, wenn sie in den nächsten Tagen ein Spiel namens Aftermath für 15 Dollar im Early Access angeboten bekommen werden. Die Ähnlichkeit des Zombie-Survival-Games Aftermath mit dem unseligen Infestation, ehemals The War Z ist nicht nur zufällig.

Vielmehr handelt es sich hier um einen waschechten Scam. Nachdem die Verkaufszahlen des grottigen DayZ-Verschnitts in den letzten Wochen extrem zurückgegangen sind, hat man sich anscheinend eine neue Strategie überlegt und bietet das Spiel unter neuem Namen einfach noch einmal an - für einen Betrag, der Genre-Fans verlockend genug erscheint.

H1Z1 - manchmal kommen sie wieder

Dann doch lieber gleich DayZ oder eben H1Z1, das ich persönlich dem Original vorziehe, weil es mir zugänglicher erscheint und eigene, etwas sicherere Server bietet, die allerdings auch nicht von Cheatern verschont bleiben. Der Kampf gegen die unlauteren Gesellen ist erbittert. Mit dem Early Access hat man sie sich ins Spiel geholt. Irgendwann hat man sie überführt und gebannt. Aber manchmal kommen sie wieder.

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So wie IRaith, der seine Untaten sogar auf Twitch vorführte und sich vor einer großen Zahl von Zuschauern live darüber lustig machte, dass er sich nach jedem Bann aus H1Z1 einfach einen neuen Account zulegt und weitermacht, als sei nichts geschehen. Seit dem letzten Bann ist nun allerdings auch IRaiths Twitch-Account verschwunden. Offensichtlich hat Daybreak gute Kontakte zu Twitch und ist bereit, diese auch zu nutzen.

Ob IRaith den aktuellen “Big Damn Patch” genießen wird, ist also fraglich. Der bringt nicht nur ein komplett neues Charaktermodell mit, sondern regelt Spawn und Platzierung der Zombiehorden auf ein erträgliches Maß herunter - passt sie gezielt an die Spielerpopulation an. Das Gejammer in den Foren in unzähligen Threads zu diesem Thema sollte also bald verstummen.

Final Fantasy XIV - was kam noch gleich vor dem Fall?

Vielleicht genießt Cheater IRaith jetzt eher den Patch 2.55 zu Final Fantasy XIV, der den Titel “Before the Fall” trägt - wobei man als Außenstehender nicht so recht weiß, welche der vielen Bedeutungen “Fall” nun eigentlich hat - zudem sich auch die deutschsprachige Webseite mit einer Übersetzung zurückhält.

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Zurückhalten sollten sich zumindest Vielspieler ein wenig, da das nächste große Inhaltsupdate erst Ende Juni ansteht. Das trägt mit “Heavensward” ebenfalls einen nicht ins Deutsche übersetzten Namen und wird nicht nur ein Patch, sondern die erste echte Erweiterung zu Final Fantasy XIV, das so langsam den elften Teil komplett zu verdrängen scheint.

Ausblick - GitSO:FC

Und weil wir nicht vorhaben, den Osterhasen allzu sehr aus dem Wochenende zu verdrängen, entlassen wir euch jetzt mal lieber in selbiges, nicht ohne euch noch einen kleinen Trailer zu präsentieren. Das Spiel dazu wird in der kommenden Woche in Südkorea in die Closed Beta geschickt, heißt Ghost in the Shell Online: First Connection und lässt Spieler als Cyborgs in PvE- und PvP-Missionen antreten. Mehr dazu auf jeden Fall demnächst.

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