Am Fuße des MMO-Throns liegen die vielen Gebeine von Spielen, die sich auf einen direkten Zweikampf mit Blizzards Referenz eingelassen haben. Rift: Planes of Telara will nun beweisen, dass es die stärkeren Knochen besitzt – und sieht jetzt schon sehr sexy aus.

Wie lange sitzt sich World of Warcraft nun schon den Hintern auf dem MMO-Thron breit? Über fünf Jahre regiert der Alle-spielen-es-Kandidat nun schon das Genre, bestimmt, welche Standards sich durchsetzen, und gestattet Nebenbuhlern gerade einmal eine leise Ahnung, wie sich ein unangefochtener Spitzenreiter fühlen kann. Zumindest konnten die Mitbewerber eine solide Zahl an Spielern halten, die mal Monatsgebühren für ihr Spiel abdrückten, mal im Item-Shop ihren Beitrag zur Finanzierung leisteten.

Rift - MMO-Gipfelstürmer Nummer... Wie viele waren das jetzt?

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Toll sieht's ja aus, dieses Rift, aber steckt am Ende auch ordentlich was zum Spielen drin?
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Derzeit steht mit Rift: Planes of Telara wieder ein Massen-„Rollenspiel“ vor dem Release, das gerade seine Bergsteigerausrüstung zusammensucht. Der Weg zum MMO-Olymp ist steil, anstrengend und gerade im MMO-Genre von einem besonders harten Platzhirsch bewacht.

Aber vielleicht kann sich Rift: Planes of Telara ja gegen den in die Jahre gekommenen Dauerbrenner durchsetzen - einige Vorzüge hat das Spiel von Publisher Trion Worlds durchaus zu bieten. Trotzdem verleugnet dort niemand die Nähe zu World of Warcraft, das anscheinend ausgiebig analysiert wurde. Ansonsten wäre es auch schwer nachvollziehbar, in der heutigen Zeit ein MMORPG zu entwickeln, das von Monatsgebühren leben will, anstelle die bequemen Mikrotransaktionen in Erwägung zu ziehen. Bei Trion ist man halt der Ansicht, dass solch ein großes Projekt am besten mit monatlichen Fixpreisen zu stemmen ist - und mit einer erstaunlich gründlichen Qualitätssicherung.

Gut Ding will Weile haben

Deshalb haben sich die Entwickler auch eine Menge Zeit genommen, um bereits zum Start ein angenehm bugfreies Produkt anbieten zu können, das mit vielen Quests und Missionen seine Aufwartung beim Spieler macht. Vielleicht ist Corprate-Communication-Manager Chris Schmidt auch deshalb so unbeschwert, als wir in Hamburg einen weiteren Einblick auf den derzeitigen Stand der Dinge erhaschen konnten.

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Große Schlacht und so. Was sonst? Die Geschichte ist... altbewährt.
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Zunächst wurde uns die Geschichte ein bisschen nähergebracht: Auf dem Planeten Telara tobt schon seit Ewigkeiten eine große Schlacht zwischen den Wächtern und den Skeptikern. Die Wächter sind wiederbelebte Krieger, die ihre Macht und Kampfkraft einsetzen sollen, um den göttlichen Willen zu erfüllen. Die Skeptiker verlassen sich lieber auf das Schicksal, das sie selbst in die Hände genommen haben.

Durch einen Benutzerfehler der von Skeptikerhand erbauten Maschinen entstehen plötzlich Risse in der Welt von Telara, durch die furchtbare Dämonen strömen, ebenfalls nach der Vorherrschaft Telaras lechzend. Anstatt sich gegen dieses widerliche Monstergesocks zu verbünden, versuchen Skeptiker und Wächter auf eigene Weise, der feindlichen Invasion entgegenzutreten.

Der Spieler hat nun die Wahl, ob er aufseiten der Skeptiker oder der Wächter kämpfen will. Seine Entscheidung ist in jedem Fall die richtige: Er wird als Telaras letzte Hoffnung gehandelt und muss tapfer den Monstermassen trotzen. So weit die Geschichte, die in abgewandelter Form schon vielen anderen Rollenspielen zum Erfolg verholfen hat - sogar World of Warcraft.

Altbewährter Klassenkampf

Sobald sich die Spieler für eine der beiden Parteien entschieden haben, steht die Wahl zwischen jeweils drei Rassen mit unterschiedlichen Fähigkeiten an. Jede Rasse hat bestimmte Spezialfähigkeiten, in denen sie beispielsweise einen Bonus auf Schaden, Schutz oder Skills bekommen. Außerdem haben die Rassen spezielle Eigenschaften, die sie zum wichtigen Teamfaktor im Zusammenspiel machen.

Rift setzt auf Altbewährtes, um im Kampf gegen WoW zu bestehen - ob das in Zeiten von „Cataclysm“ reicht, werden wir sehen.Ausblick lesen

Jede Rasse stellt zusätzlich noch vier gängige Kämpferklassen, die wiederum bestimmte Attribute und Charaktereigenschaften aufweisen. Zwei ausgewählte Fertigkeiten ergeben einen Krieger, der auf ein stattliches Repertoire von Eigenheiten zurückgreifen kann, die bei der Rettung Telaras ungemein wichtig sind. Alte MMO-Hasen kennen das Prinzip im Schlaf.

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Drei Rassen stehen zur Auswahl.
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Da die Krieger bereits das Wunder der Wiederbelebung erfahren haben, können sie nun auf Seelenfang gehen. Jede Seele steht für einen Skill-Tree, mit dem die eigenen Charakterfähigkeiten verfeinert werden können. Insgesamt stehen also drei Skill-Trees zur Verfügung, aus denen sich interessante Möglichkeiten für den Kampf ergeben. Nicht nur in der Kampagne werden diese Fertigkeiten effizient zum Tragen kommen, sondern auch in den PvP-Arenen ein ordentliches Experimentalfeld ergeben. Gelegenheiten, die erlernten Kampfzüge einzusetzen, werden zu Genüge vorhanden sein, wie die Produzenten schon im Vorfelde versprochen haben.

Sightseeing auf MMO-Art

Das Spiel lebt auch von den plötzlich auftretenden Rissen, die den Himmel verdunkeln lassen und reichlich Monsterhorden auf Telara loslassen. Das ist der Moment, in dem unsere Helden einspringen müssen: Die Wellen, in denen die Gegner durch den Riss treten, müssen innerhalb eines Zeitlimits zurückgeschlagen werden. Gelingt das, wartet ein besonders mächtiges Ungeheuer am Ende einer Bonusrunde auf den Spieler. Schickt man auch dieses Ekelpaket in den Orkus, wird der Riss verschlossen.

Die Spieler können sich über reichlich Erfahrungspunkte, Ruhm und hochwertige Beute-Items freuen. Sechs verschiedene Elementarrisse gibt es auf Telara: Erde, Feuer, Wasser, Luft, Leben und Tod. Wird ein Riss erfolgreich versiegelt, weicht die bedrohliche Atmosphäre, die die Bewohner der betroffenen Dörfer im Bann gehalten hat.

Wo Free-to-Play-MMOs in der Regel eher eine optische Sparausgabe der Spielwelt offenbaren, fährt Rift: Planes of Telara ein üppiges Buffet aus bunten Effekten, HD-Grafik und detailverliebten Umgebungen auf. Somit ist der Titel schon jetzt einer der hübschesten Genre-Vertreter der letzten Jahre. Auch auf betagten PC-Systemen soll die HD-Qualität noch vorhanden sein und einen unüblich hübschen Blick auf die Areale zulassen.

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Dichte Wälder lassen das Sonnenlicht durch die Baumkronen tanzen, um sich in grandiosen Licht- und Schattenspiele zu vergehen. Auch die Bergmassive kommen imposant daher, an deren Fuße Wüsten angrenzen, und die von Lavaströmen gesäumten Vulkanlandschaften lassen die gefühlte Zimmertemperatur nach oben steigen.

Bei den Effekten in den Konfrontationen kannten die Designer ebenfalls keine Bremsmanöver. Lichtblitze zucken auf die Monster zu, wenn der Zauberer seine Flüche ausspricht, die Funken sprühen bei jedem Hieb des Nahkämpferschwerts und die Kombi-Angriffe von Heldentruppen setzen den zum Teil riesigen Ungeheuern mit allen Farben zu, die in der Effektpalette enthalten sind. Hier wurden die Grafiker einmal so richtig von der Leine gelassen, um sich nach Herzenslust auszutoben. Da bleibt zu hoffen, dass der Konkurrenzkampf im MMO-Geschäft durch den neuen Rivalen mächtig belebt wird. Gewinnen können dadurch in erster Linie die Spieler.