„Jetzt rappelz in der Kiste“ – dieser Spruch ist im Zusammenhang mit dem kostenlosen MMORPG sicherlich nicht unbedingt neu, trifft aber im Prinzip den Nagel auf den Kopf: Seit der Einführung von Rappelz im November 2006 wurde das Spiel millionenfach heruntergeladen, auf den Servern herrscht reger Betrieb. Seit kurzem ist der Client nun auch in deutscher Sprache verfügbar, was nochmals einige Abenteurer anlocken dürfte. Grund genug für uns, euch das Spiel einmal etwas näher vorzustellen.

Die Welt der MMOs ist mittlerweile so groß geworden, dass kaum noch jemand einen Überblick über sämtliche Spiele und zukünftige Projekte hat – besonders Einsteiger haben die Qual der Wahl. Da es längst kein Geheimnis mehr ist, dass für die meisten Onlinespiele eine monatliche Gebühr anfällt, liegt es nahe, zunächst einen kostenlosen Vertreter des Genres auszuprobieren. Eine gute Möglichkeit dazu bietet Rappelz – es kann nicht nur frei heruntergeladen werden, auch das Spielen an sich ist umsonst.

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Das Märchen von der bösen Hexe

Nach dem Download des Spiels und der Erstellung eines Accounts habt ihr die Wahl zwischen drei Rassen: Deva, Asura und Gaia. Um zu verstehen, wie diese in das Spiel eingebunden sind, ist es nötig, kurz einen Blick auf das Szenario von Rappelz zu werfen, das allerdings schnell abgefrühstückt ist.

Rappelz - Das Kostenlos-MMO dominiert die Download-Charts. Zu Recht? Wir sagen es euch.

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Die Asura kennen sich mit dunkler Magie bestens aus.
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Die Welt wurde bisher durch die beiden Elemente Erschaffung und Vernichtung zusammengehalten, für die jeweils ein Gott zuständig war. Da die Götter fanden, dass die Gaia – so heißen die Menschen in Rappelz – unfähig zur Gründung einer Zivilisation waren, schickten sie ihnen netterweise Verstärkung in Form von Deva und Asura auf die Erde. Während die Deva das Licht repräsentierten, standen die Asura für Dunkelheit.

Nachdem die Gaia sich endlich niedergelassen hatten, tauchte eine Hexe auf, die mit dem Eingriff der Götter nicht einverstanden war, da dieser ihrer Ansicht nach die Geschichte der Menschen verzerren würde. Sie fand viele fanatische Anhänger, was zum Chaos auf der Welt führte. Nur mit vereinten Kräften konnten Gaia, Deva und Asura die Hexe gefangen nehmen und bei lebendigem Leib verbrennen. Jahre später kam allerdings das Gerücht auf, dass erneut Anhänger der Hexe aufgetaucht seien… An dieser Stelle beginnt das Spiel.

Packshot zu RappelzRappelzErschienen für PC

Die Qual der Wahl

Zurück zur Charaktererstellung: Ihr könnt euch zwischen Deva, Asura und Gaia entscheiden. Alle drei Rassen sehen menschlich aus und können sich im Laufe des Spiels auf eine von drei Klassen spezialisieren. Zur Auswahl stehen Krieger, Magier und Summoner. Während Krieger hohen physischen Schaden austeilen und ordentlich einstecken können, haben sich Magier auf die Verwendung von Zaubersprüchen spezialisiert. Summoner dagegen verstehen sich besonders gut auf Tierbeherrschung.

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Jede Rasse hat unterschiedliche Stärken und Schwächen.
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Auch wenn jeder Rasse prinzipiell dieselben drei Klassen zur Verfügung stehen, unterscheiden diese sich von Rasse zu Rasse aufgrund der jeweils unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Deva sind als Hüter des Lichts eher verteidigungsorientiert und vor allem darauf ausgelegt, sich selbst und ihre Mitstreiter zu heilen und zu buffen. Sie haben bessere Verteidigungswerte und mehr Hitpoints als die beiden anderen Rassen.

Die dunklen Asura stellen die beweglichste Rasse dar und können Angriffen des Öfteren ausweichen. Sie teilen außerdem am meisten Schaden aus, können dafür aber auch am wenigsten einstecken. Gaia schließlich sind zwischen Licht und Dunkelheit angesiedelt, was sich auch in ihren Fähigkeiten widerspiegelt: Sie sind die Allrounder des Spiels, haben eine ausgeglichene Defensive und gute Angriffsfähigkeiten.

Von Job Punkten und Job Leveln

Habt ihr eure Wahl getroffen, könnt die Optik eures Charakters ein wenig anpassen. Da die Einstellungsmöglichkeiten sehr begrenzt sind, solltet ihr euch auf viele virtuelle Doppelgänger im Spiel einstellen. Anschließend landet ihr auf einer Insel, die als Tutorial dient. Selbiges gestaltet sich äußerst komplex, selbst Neulinge finden sich schnell in der Welt von Rappelz zurecht und auch die Steuerung ist schnell erlernt.

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Der Einsastz von Spezialfähigkeiten ist hübsch anzusehen.
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Nach eurer Ankunft lässt auch die erste Quest nicht lange auf sich warten: Ihr sollt ein paar Raubkatzen umlegen – aus welchem Grund, erfahrt ihr allerdings nicht. Auch im weiteren Spielverlauf bekommt ihr leider in den seltensten Fällen eine Begründung für eure Aufgaben geliefert, welche sich zumeist darauf beschränken, eine bestimmte Anzahl von Gegnern aus dem Weg zu räumen oder aber Gegenstände zu sammeln.

Durch das Erledigen von Quests und dem Besiegen von Gegnern steigt nicht nur euer normales Level an, ihr bekommt zudem Job Punkte, die ihr verbraten könnt - und zwar folgendermaßen: Euer Charakter hat ein Job Level, das nur durch investierte Job Punkte ansteigt. Je höher dieses Level ist, desto mehr Fähigkeiten kann euer Charakter erlernen. Wie auch in manch anderem MMO sind eure Skills in einem Skilltree angeordnet, d.h. ihr müsst bestimmte Fähigkeiten zuerst erlernen, bevor neue hinzukommen können.

Auch die Fähigkeiten selbst lassen sich bisweilen durch die Investition von Job Punkten verbessern. Je länger ihr spielt, desto mehr Job Punkte benötigt ihr zum Steigern eures Job Levels und zum Verbessern eurer Skills, weshalb ein Großteil der Spielzeit mit dem Jagen von Monstern verbracht wird und auf Dauer ermüdend ist. Hinsichtlich dieses Aspekts merkt Rappelz an, dass es aus Korea stammt und zu der Kategorie Asia-Grinder zählt.

Und sonst noch?

Habt ihr eure ersten Aufgaben erledigt, könnt ihr euch mit dem Erreichen des zehnten Levels zum ersten Mal auf eine der bereits erwähnten drei Klassen spezialisieren. Vorher gilt es allerdings, drei besonders fiese Monster zu besiegen, was am einfachsten zusammen mit ein paar anderen Spielern geht. Praktisch: Im Spiel könnt ihr Gruppen bilden, was unter anderem den Vorteil hat, dass die Positionen eurer Gruppenmitglieder auf der Karte angezeigt werden.

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Während ihr sitzt, erholt sich euer Held schneller. Nebenbei kann man die Sonne aufgehen sehen.
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Wenn ihr neue Waffen, Tränke oder eine bessere Rüstung braucht, könnt ihr euch in das Camp der Tutorialinsel begeben. Hier findet ihr jede Menge NPCs, die euch mit Quests versorgen und ihre Dienstleistungen anbieten. Egal ob Schmied, Waffenhändler, Kaufmann, Rüstungshändler oder Klassenwechseltrainer, alles ist in Rappelz vorhanden. Im späteren Verlauf des Spiels könnt ihr sogar eure Gegenstände in einem Auktionshaus zum Verkauf anbieten.

Außerdem könnt ihr beim Stallmeister Reittiere mieten, indem ihr eine Karte für das entsprechende Vieh kauft. Wollt ihr euch zügig durch die Welt bewegen, werdet ihr nicht umhinkommen, euch einen flotten Untersatz zu besorgen. Auf längere Laufstrecken solltet ihr euch dennoch einstellen, da es nicht möglich ist, zu bestimmten Punkten auf der Karte zu springen – auf Dauer leider etwas ermüdend.

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Auf dem Rücken eines Reittiers macht das Reisen doppelt soviel Spaß.
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Eine Besonderheit von Rappelz sind sogenannte Laks, die ihr hin und wieder von einem erledigten Monster erhaltet. Habt ihr genug von der leuchtenden Masse gesammelt, könnt ihr eure Beute bei Lakhändlern gegen Boost Chips tauschen, welche euch einen kurzen Angriffs- oder Magiebonus bescheren. Besonders gern gesehen sind Luna Chips, die gleich beide Werte steigern. Braucht ihr keine Boost Chips, könnt ihr Laks auch gegen Geld eintauschen.

Möchtet ihr euch gern mit anderen Spielern messen, könnt ihr für euren Charakter die PK (Player Killing)-Funktion aktivieren. Das Besondere: Ihr könnt jeden Spieler angreifen, unabhängig davon, ob er will oder nicht. Wer allerdings meint, unschuldige Mitspieler töten zu müssen, bekommt für jeden getöteten Kollegen so genannte „Immorality Points“, die alle wichtigen Werte herabsetzen. Abbauen könnt ihr diese nur durch Sterben oder das Besiegen von Monstern, die mindestens zwei Level höher sind als ihr selbst. Sinnlosen Metzelorgien wird durch diese Maßnahme effektiv vorgebeugt.

Die Kehrseite der Medaille

Obwohl Rappelz keinen Cent kostet, hat es viele gute Ansätze und kann durchaus für Spielspaß sorgen. Wer allerdings ein Weilchen im Spiel unterwegs gewesen ist, wird feststellen, dass der Gähn-Faktor mit der Zeit leider unweigerlich zunimmt.

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Die Gegner sehen exotisch aus, wiederholen sich aber leider häufig.
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Machen die Quests anfänglich noch Spaß, wird die Monsterjagd spätestens dann langweilig, wenn man zum fünften Mal zwanzig Viechern das Licht aushauen darf, denen man aufgrund der mangelnden Gegnervielfalt im Spiel bereits häufiger begegnet ist – natürlich anders gefärbt und unter anderem Namen. So wird aus einem „Kräftigen Hahn“ schon mal ein „Mächtiger Hahn“ – die Kreativität der Entwickler kennt hier keine Grenzen.

Auch in die Namensgebung der Orte im Spiel wurde offenbar nicht allzu viel Zeit investiert: „Wald östlich des Lagers“ oder „Hügel nahe am Lager“ sind leider keine Seltenheit. Dies wäre aber noch zu verschmerzen, wenn Rappelz nicht auch ansonsten wenig Innovationen bieten würde. Besonders die Story kommt viel zu kurz – wie bereits erwähnt, bekommt ihr kaum Begründungen für eure Quests, meist heißt es einfach nur, dass ihr trainieren sollt. Eine vernünftige Hintergrundstory existiert dagegen gar nicht erst.

Wer sich nach getaner Arbeit eine Belohnung bei einem NPC abholen will, muss sich zuerst durch den gesamten Text der Figur klicken, bevor Antworten ausgewählt werden können – nervige Klickorgien sind vorprogrammiert. Auch die lange Zeit, die man mit dem Reisen von A nach B beschäftigt ist, nervt auf Dauer ziemlich. Einzige Abkürzungsmöglichkeit: Eine Schriftrolle, mit der man direkt in den Heimatort zurückkehren kann.

Spielen oder nicht spielen, das ist hier die Frage…

Trotz der innovativen Mängel gehört Rappelz mit Sicherheit zu den besseren Spielen der Gratis-MMOs und dürfte gerade für Anfänger in diesem Genre eine gute Wahl sein. Sowohl Grafik als auch Sound sind solide und auch die Entwicklungsmöglichkeiten der Charaktere sind vielfältig. Positiv anzumerken ist außerdem, dass euer Charakter Tiere zähmen kann, die euch fortan auf eurem Weg begleiten und sogar am Kampf teilnehmen.

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Ihr könnt die Welt auch im Team erkunden.
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Wer längere Zeit Freude am Spiel haben möchte, kommt allerdings nicht umhin, sich für reales Geld spezielle Items über einen Shop im Spiel zu besorgen, die zum Beispiel die Monsterjagd zügiger über die Bühne gehen lassen. Bevor ihr allerdings diese Möglichkeit in Erwägung zieht, solltet ihr überlegen, ob ihr euer Geld nicht besser in ein anderes MMO wie etwa Guild Wars investieren möchtet, das ohne monatliche Gebühren auskommt und gleichzeitig genug Innovation für langfristigen Spielspaß bietet.