Special:
Ragnarök Online (PC)
(von Daniel Janßen)

Das Wort Massive Online-Rollenspiel (MMORPG) verbindet man heutzutage oft mit einem ultrakomplexen Spielprinzip. Doch »Ragnarök Online« beweist perfekt, daß es auch anders geht.

Verwunderlich dabei, daß ein derartig simples und einfach gestricktes Spiel weltweit eine extrem solide Fangemeinschaft aufgebaut hat. Bereits seit der ersten offenen Beta im Dezember 2001 ist »Ragnarök Online« in aller Munde und hat inzwischen eine weltweite Spielerzahl von etwa drei Millionen erreicht - Tendenz steigend!

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Wenn man dabei die ursprüngliche Größe von »Gravity Corp.«, dem Entwicklerstudio, bedenkt, grenzt es an ein Wunder, daß sie über ihre Heimat hinaus so bekannt und erfolgreich werden konnten. Zu Beginn waren es nur eine handvoll Freunde, die das gemeinsame Ziel hatten, ein tolles Online-Rollenspiel zu entwickeln. Inzwischen arbeiten bereits mehr als 300 Männer und Frauen im Namen der Schwerkraft.

An für sich nichts besonderes, oder? Man sollte dabei nur bedenken das Südkorea unangefochten als die Hochburg aller MMORPGs gilt und es alles andere als leicht ist, sich auf diesem Markt zu etablieren. Wie gut das damals wie heute das Manga »Ragnarök« äußerst beliebt war, welches dank »Ragnarök Online« nun auch weltweit erhältlich ist - sogar auf deutsch.

Ein Spiel erobert die Welt
Zunächst war »Ragnarök Online« nur den asiatischen Spielern vorbehalten. Doch die westliche Welt bekam irgendwann Wind davon (diesen sogar voll ins Gesicht sozusagen) und begann sich auf

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den koreanischen Servern niederzulassen, sodass sich »Gravity Corp.« dazu entschloss, weitere Server zu eröffnen und Partner zu finden. Die englische (später internationale Version) war geboren. Die Eroberung der Welt begann durch eine Lokalisierung in Japan, Thailand, Taiwan und China. Und dank »BHI Online Entertainment«, einer Tochter der »Hubert Burda Media Gruppe«, ist jetzt endlich auch Europa an der Reihe.

Coole Story!
Das dürfte sich so ziemlich jeder gedacht haben, der sich schon einmal näher mit dem Thema befasst hat. Die Geschichte handelt von Göttern, Dämonen und Menschen im ewigen Krieg um die Herrschaft.

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»Ragnarök« selbst ist ein alter nordischer Begriff für Apokalypse - der Weltuntergang. Leider erwecken aber nicht alle Monster, die in der Welt von »Midgard« umher hopsen, richtige Untergangsstimmung. Dies wäre allerdings auch alles andere als einfach umzusetzen gewesen.

Da ist es doch besser, die schon vorhandenen putzigen Tierchen einfach gemeinsam mit Untoten, Dämonen und anderen finsteren Gestalten an die Front zu schicken. Übergriffe von Raupen und Häschen sind daher leider keine Seltenheit. Die Monster greifen beim Kampf übrigens auch auf ein Skill-System zurück, was speziell Kämpfe gegen Bossmonster nicht gerade vereinfacht.Die Geschichte selbst geht aber weiter - zumindest im Manga. Im Spiel ist sie leider noch nicht richtig verankert. So fehlen zum Beispiel die sogenannten »Ymil-Teile«, die dazu dienen, den Frieden aufrecht zu erhalten.

Es wäre wünschenswert, wenn speziell dieser Bereich der Geschichte und damit auch das Quest-System weiterentwickelt würde. Quests sind zwar vorhanden, doch diese laufen überwiegend nach einem einfachen Muster ab: Bringe Gegenstand X zu Person Y und du bekommst Gegenstand Z.

Für den Einsteiger sind Quests allerdings nicht wirklich von Nöten. Denn in der Welt von »Midgard« gibt es unglaublich viel zu entdecken und zu sammeln. So kann es passieren, das erst nach einem Spielerleben von ein bis zwei Jahren ein bisschen Langeweile aufkommt. Doch »Gravity Corp.« hat in der Zeit ja auch genug Gelegenheit sich um neue Karten, Gegenstände und Gegner zu kümmern, die auch jetzt schon regelmäßig mittels großen Updates daherkommen.Es ist also zu erwarten, daß sich in diesem Bereich auch weiterhin eine Menge tun wird.

Leichte Kost aus Fernost
Der Hauptvorteil von »Ragnarök Online« gegenüber anderen Spielen ist die extreme Einsteigerfreundlichkeit. Diese ist im wesentlichen dem »Hack'n'Slay« Prinzip, die seit »Diablo« wohl jedem ein Begriff ist, zu verdanken. Mit einem Klick auf den Gegner führt unser Kontrahent den Angriff aus oder bewegt sich zum Zielpunkt. Gesteuert wird hauptsächlich mit der Maus. Die Tastatur dient als Hilfe um beispielsweise Gegenstände und Fertigkeiten im Eifer des Gefechts schnell auswählen zu können.

Generell geht es darum seinen Schützling durch Leveln und das Nutzen von Gegenständen stärker und stärker werden zu lassen. Einen ähnlichen Effekt wie die Runen in »Diablo 2« haben die sogenannten Monsterkarten in »Ragnarök Online«. Durch das Einsetzen dieser Karten in Ausrüstung wird der Spieler mit extra Attributen oder etwa zusätzlichen Fertigkeiten belohnt.Das Sammelfieber ist garantiert.Doch auf seine Stärke allein kann man sich nicht verlassen - eine Party muss her! Diese ist auch relativ schnell gefunden und Erfahrungspunkte werden dank des komfortablen Party-Systems gerecht an alle Mitglieder verteilt. Fühlt man sich in seiner Party wohl, so steht der Gründung einer Gilde nichts mehr im Wege. Gerade das Gilden-System ist äußerst interessant, denn hierbei kämpfen die besten Gilden um die Herrschaft von Festungen. Die Gilde hat dabei die Aufgabe einen großen Stein, genannt »Emperium«, zu zerstören. Daher übrigens auch der Name dieses Spielmodus »War of Emperium«.

Damit das ganze nicht zu einfach ist, wird der strahlend gelbe Stein natürlich von einigen Wächtern bewacht. Gelingt es der Gilde den Stein zu zerstören, so gilt die Festung als erobert und geht in den Besitz der siegreichen Gilde über. Diese hat nun die Aufgabe ihre Festung vor anderen Gilden zu verteidigen. Dazu kann man dank des Gilden-Skill-Systems einige

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Wächter anheuern, die der Gilde beider Verteidigung tapfer zur Seite stehen. Die Kämpfe selbst finden zu festgelegten Zeiten statt.

Knuffig bis sexy
Das Charakterdesign bei »Ragnarök Online« ist eine Welt für sich. Alle Gegner, Charaktere und NPCs sind

liebevoll und detailreich gestaltet. Zum Einsatz kommen dabei Bitmaps, die sich in einer 3D-Umgebung bewegen dürfen. Vom kräftigen Ritter, über den magieliebenden Magier oder einer sexy Jägerin ist für den Geschmack des Spielers alles dabei. So mancher Gegner sieht eigentlich auch viel zu süß aus, als das man ihn angreifen könnte...aber es nützt ja alles nichts, denn irgendjemand muss die Welt ja schließlich retten, oder? So ist es ohne Zweifel auch dem Charakterdesign zu verdanken, daß sich Mädchen und Jungen gleichermaßen angesprochen fühlen, egal welcher Altersgruppe sie angehören. Apropos Mädchen und Jungen: Erst kürzlich wurde bekannt, daß sich gar ein Hochzeitssystem in Entwicklung befindet.

Tolle Effekte
Die Grafik selbst ist zwar recht simpel gehalten, kann aber dennoch durch wunderschön detaillierte Effekte begeistern. Einige Fertigkeiten sind sogar so gigantisch, daß sie den Bildschirm

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eines jeden Spielers erbeben lassen. Die Engine, übrigens eine Eigenentwicklung, ist auch in der Lage, Wettereffekte wie Nebel und Schnee darzustellen. Auch ein Tag- und Nachtwechsel soll irgendwann kommen, wodurch einem ein warmes Lagerfeuer und einer gemütlichen Runde eigentlich nichts mehr im Wege stehen sollte.

Ausblick auf Europa, wird es sich lohnen?
Wie Insider ja wissen, war dem Weg von »Ragnarök Online« nicht immer Erfolg beschieden. Es gab immer wieder Probleme, ob sie nun durch Fehler seitens des Entwicklers oder andere böse Machenschaften Dritter ausgelöst wurden. Dennoch ist es bemerkenswert, daß die Spieler trotz allem die Treue gehalten haben. Und warum? Der Suchtfaktor ist einfach riesig und es gibt nichts auch nur annähernd Vergleichbares! Es macht einfach Spaß sich mit seinen Freunden immer neuen Herausforderungen in Form von Gegnern oder auch Spielern (im »Player vs. Player« Modus) zu stellen. Man will seinen kleinen Schützling einfach so stark wie möglich machen, was nur geht wenn man die entsprechende Ausrüstung hat. Allein dafür wird schon viel Zeit benötigt. Wenn man sich diese Zeit aber nimmt (oder nehmen kann), so wird man sehr viel Spaß haben und es wird noch mehr Zeit vergehen, bis man wirklich alles gesehen hat und sich hier und da erfolgreich behaupten kann.

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Auch wenn die Konkurrenz stark ist (World of Warcraft), wird sich »Ragnarök Online« weiter behaupten können. Allen Leuten die nicht unbedingt viel Wert auf eine Supergrafik und viele Quests legen, können wir daher nur empfehlen, sich das ganze mal näher anzuschauen.

Zur Zeit läuft ein geschlossener Betatest der europäischen Version und ein offener Betatest steht kurz bevor. Preislich gesehen bewegt sich »Ragnarök Online« bei etwa 10 Euro im Monat. Wer nicht bis zum offenen Test warten will, kann auch die kostenlose 15-tägige Testzeit der internationalen Version nutzen.

Für alle interessierten Leser andieser Stelle noch ein heißer Surftip: Die Seite »Ragnarok no Seishi« (siehe Screenshots oben) berichtet schon seit Anfang 2002 ausführlich über alles zum Thema »Ragnarök Online« und ist inzwischen auch Teil des gamona network geworden. Die großen Datenbanken und Infos sind supernützlich für alle Spieler, die mit dem Gedanken spielen, bei RO einzusteigen.

Aber auch erfahrene Spieler kommen voll auf ihre Kosten und werden immer wieder neues entdecken. Das Forum der Seite gilt als eines der größten in der Community und lädt auf eine gemütliche Runde Smalltalk ein. Also nicht lange warten, sondern auf zu ragnarok.gamona.de!