Pirates of the Burning Sea (PC Preview)
von Markus Kostolanus & Valentin Rahmel

Der Markt der Massive Multiplayer Online Games wird gegenwärtig von Titeln aus dem Fantasy- und Science-Fiction-Genre dominiert.

So langsam scheint sich aber bei den Entwicklern die Erkenntnis durchzusetzen, dass es neben Orks, Elfen, Magiern und Zwergen sowie Raumschiffen und Blaster-Helden auch andere Themen und Szenarios gibt, die sich für ein MMORPG eignen würden.

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Als Junge habe ich Piratenbücher verschlungen und später dann mit Begeisterung Hanse, Sid Meiers Klassiker Pirates! sowie die Spiele der Patrizier und Port-Royale-Serie gespielt. Mit Pirates of the Burning Sea scheint nun ein Traum vieler Pirates!-Fans wahr zu werden: ein Online-Rollenspiel in einer Welt der Freibeuter! Das in Seattle beheimatete Entwicklerstudio "Flying Labs Software" arbeitet seit einiger Zeit bereits fleißig an dem Titel, um die Segelschiffe und das Flair der Karibik des 18. Jahrhunderts auf unsere Bildschirme zu bringen.

Hintergrund
Im 18. Jahrhundert besaßen viele europäische Staaten, darunter die Großmächte England, Frankreich und Spanien, Kolonien und Ländereien in den in den Jahrhunderten zuvor entdeckten Landstrichen der Karibik und Amerikas. Dort versuchten die Großmächte Reichtümer zu erwerben und Rohstoffe abzubauen sowie ihren Einflussbereich ständig zu erweitern bzw. gegen Angriffe zu verteidigen.

Pirates of the Burning Sea - Plündern, handeln und meutern: Freibeuter wollen den MMO-Markt erobern!

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In großen Flotten wurden die Schätze und Rohstoffe dann nach Europa gebracht. Governeure und Vize-Gouverneure regierten die besetzten Länder, beschützt von Schiffen der Marine ihres Landes, die auch die Häfen, Flotten und Handelsschiffe zu schützten und Krieg gegen gegnerische Staaten und die Piraten zu führten. Unabhängige Händler und Händler kleinerer Staaten sowie Schmuggler versuchten dazwischen ihr Glück zu machen. Nicht alle Inseln und Länder waren entdeckt oder besiedelt und boten somit den Piraten Unterschlupf und geheime Stützpunkte.

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Händler und unabhängige Kapitäne konnten sich auch vom Governeur ihres Landes einen sogenannten Kaperbrief ausstellen lassen, was ihnen erlaubte, als Freibeuter unter der Flagge ihres Landes Handelsschiffe von Ländern, mit denen man sich gerade im Krieg befand, anzugreifen und zu plündern. Dafür mussten die Freibeuter dann einen Teil der Beute bei ihrem Governeur abliefern.

Das Spiel
In diese Zeit nun wird der Spieler hineinversetzt und kann sich entscheiden, ob er als unabhängiger Pirat unter dem Totenkopfbanner oder als Händler, Marinekapitän oder Freibeuter unter der Flagge von England, Frankreich oder Spanien über die virtuellen Meere schippern will.

Jeder Spieler ist dabei Kapitän eines Schiffes, mit dem er Handel treiben und Seekämpfe ausfechten kann. Zu Beginn des Spiels fängt jeder Spieler mit einem kleinen Starter-Schiff an, das er erweitern und verbessern oder später dann gegen ein größeres und besser bewaffnetes Schiff tauschen kann.

Von der kleinen Schaluppe bis hin zum Linienschiff 3. Klasse mit 74 Kanonen sollen von Beginn an über 20 verschiedene Schiffstypen im Spiel verfügbar sein, die jeder Spieler dann noch nach seinen Wünschen ausbauen und verändern kann, indem er z.B den Laderaum erweitert, was auf Kosten der Geschwindigkeit geht oder das Ruder verbessert, was eine bessere Manövrierbarkeit zur Folge hat. In der ersten Releaseversion des Spiels, genannt "R1", wollen sich die Entwickler erstmal auf das "Herz" des Spiels konzentrieren: Segeln, Seekämpfe und Handel. Für spätere Versionen und Erweiterungen sind dann 3D-Avatare, begehbare Städte, Crafting und viele weitere Features geplant.Jeder Kapitän wird daher zuerst einmal aus festen Kameraperspektiven auf sein Schiff blicken und nicht als Avatar frei an Bord herumlaufen können. Gesteuert wird das Schiff dabei über ein Menü, das dem Kapitän die Möglichkeit gibt, seine Mannschaft in Teams einzuteilen und ihnen unterschiedliche Aufgaben zuzuweisen. So soll es z.B möglich sein, jedem einzelnen Geschützdeck unterschiedliche Befehle zu geben...so dass dann z.B das obere Geschützdeck mit Kartätschen auf die gegnerische Mannschaft zielt während das untere Geschützdeck mit schweren Vollkugeln in die Wasserlinie des Gegners hämmert. Bei Wassereinbruch z.B kann man Mannschaften aus anderen Positionen abziehen und an die Pumpen schicken, wodurch die vorherhigen Positionen dann mit weniger Leuten auskommen müssen und entsprechend langsamer und ineffektiver arbeiten. In R1 wird das erstmal über ein Menü gesteuert, später dann soll es auch sichtbare Crew auf dem Schiff geben.

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Die Schiffe sollen dabei halbwegs realistisch auf Wind, Segelstellung, Wetter und Gewicht der Ladung ähnlich wie ihre historischen Vorbilder reagieren.Weiteren Einfluss auf die Effektivität soll auch die Erfahrung der Offiziere haben, die ein Team von Mannschaften kommandieren. Grundsätzlich soll PvP immer erlaubt sein, aber jeder soll sich über die Konsequenzen seines Handelns Gedanken machen...denn die haben Auswirkungen! Dafür sorgt ein System, dass alle Taten des Spielers registriert und damit für seinen "Ruf" sorgt.

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Wer also wahllos andere Spieler angreift wird ziemlich schnell zum Outlaw und von der Marine und den anderen Spielern gejagt werden...der Weg von anerkannten Kapitän eines Landes zum Piraten. Das Problem der "Player-Killer" wird hier also direkt in das Spiel eingearbeitet. Der Weg zurück für einen Piraten soll auch möglich sein, wenn er seinen Ruf wieder aufbessert, Aufgaben für sein Herkunftsland erfolgreich bewältigt und dann amnestiert wird. Enterkämpfe sollen dabei erstmal über ein Menü ausgefochten werden, da es in R1 noch keine 3D-Avatare geben wird. Ebenso wird der Handel mit den Häfen erstmal über ein Menü ablaufen. Seegefechte verbrauchen auch Pulver und Munition, die in Häfen gekauft werden müssen.Beschädigte Schiffe können teilweise auf See repariert werden, vorausgesetzt, dass entsprechend Holz, Tuch und anderes Material an Bord ist.Spielercharaktere können nicht gekillt werden, sie verlieren nur ihre Schiffe.

Wenn ihr Schiff versenkt wird, werden sie in einem kleinen Ruderboot ausgesetzt und können vom nächsten Heimathafen dann wieder mit einem Anfängerboot oder einem anderen Schiff aus ihrem Besitz neu starten. Neben den Spielern soll es auch noch Nichtspielercharaktere geben, die ebenso als Händler, Marine und Piraten unterwegs sind. Um nach dem Einstieg zu Geld und Ansehen zu kommen wird es eine ganze Reihe von Missionen und Quests geben, die ein Spieler absolvieren kann. Für Händler wird es z.B Transportmissionen geben, für angehende Navy-Kapitäne u.a. die Aufgabe Piraten zu bekämpfen oder Handelsschiffe zu begleiten. Spieler und Gilden können ihre eigenen Flaggen und Segel entwerfen und ins Spiel einbringen. Wenn ein Spieler in einem sicheren Hafen ausloggt, wird alles gespeichert und aufbewahrt.Falls ein Spieler aber auf hoher See aus dem Spiel ausloggt, segelt die KI-Crew das Schiff zum nächsten sicheren Hafen. Währendessen bleibt das Schiff angreifbar, wird aber dann auch von der KI-Crew verteidigt. Politik zwischen den Großmächten soll ebenfalls Einfluss auf das Spiel haben. Häufige Angriffe von französischen Spielern auf britische Schiffe könnte bald zu einem offiziellen Krieg zwischen diesen beiden Mächten führen.

Das hätte eine Reihe von Auswirkungen: die Royal Navy und die Marine Nationale währen im offiziellen Krieg miteinander und würden nicht nur Piraten jagen. Britische Handelschiffe könnten z.B nicht mehr französische Häfen anlaufen und dort ihre Waren verkaufen. Schmuggler hätten nun die Möglichkeit in die Lücke zu springen und dringend benötigte Waren in diese Städte zu liefern. Viele Features sind noch nicht genau spezifiziert, aber so in etwa wird das grundlegende Gameplay von PotBS bei Release aussehen.

Die Entwickler
Entwickelt wird PoTBS von Flying Labs Software, die vorher schon das Spiel Rails Across America programmiert haben. Das Team von FLS kümmert sich dabei um die Engine, die Programierung und den Betrieb. Um das Team klein zu halten und nicht alles selber zu machen wurden Programme lizensiert und die Grafik und der Sound als Auftragsarbeit an andere Entwickler vergeben. Die Schiffsmodelle z.B werden von dem russischen Entwicklerstudio Akella gestaltet, die bereits große Erfahrung mit Segelschiffmodellen haben und bisher u.a Sea Dogs und Fluch der Karibik entwickelten.Die ersten Bilder sehen bereits atemberaubend aus! Für den Sound haben die Entwickler Richard King gewinnen können, der einen Oskar für seinen Sound in dem Film Master und Commander gewonnen hat.

Voraussetzungen Die hochauflösenden Modelle und die neueste Soundtechnik werden somit auch einen aktuellen Rechner und eine DirectX 9-fähige Grafikkarte erfordern, um das Spiel in seiner ganzen Pracht geniessen zu können. Endgültige Spezifikationen stehen noch nicht fest, vorläufig wird ein Rechner mit 1Ghz und einer Geforce 4 nebst DSL als Minimum genannt. PotBS wird erstmal nicht für andere Systeme als Windows-PCs entwickelt. Wieviele Spieler auf einem Server gleichzeitig spielen und "zu Hause" sein können steht noch nicht fest...es wird aber mehrere Server geben, auf denen jeder Spieler einen Charakter haben kann.

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Vertrieb
Zu Begin wird es nur US-Server geben, auf denen aber auch europäische Spieler spielen können. Ein Europa-Server und andere Standorte sind angedacht, aber dazu gabs bisher noch keine genaueren Informationen. Das ganze Spiel soll als Download über Valves "Steam" vertrieben werden, wird also nicht als Box in den Läden verkauft Damit behalten die Entwickler die Kosten im Griff und komplette Kontrolle über das Spiel und seinen Vertrieb. Ob das Spiel an sich etwas kostet, steht noch nicht fest...ziemlich sicher hingegen ist eine monatliche Gebühr, die bisher mit 10$/Monat angegeben ist.

Beta
Das Spiel befindet sich zur Zeit noch in der Alpha-Phase. Eine geschlossene Beta und dann ein öffentlicher Betatest sind geplant. Bisher gibt es noch keine Informationen zu den Terminen. Als Erscheinungstermin des Spiels wird Q4 2004 genannt. Wir rechnen jedoch nicht vor 2005 mit dem Game, da die Entwicklung von MMORPGs fast immer länger dauert als ursprünglich geplant.

Ausblick
Das Spiel macht bisher einen erstklassigen Eindruck. Nicht nur das Szenario an sich, sondern auch die detailgetreuen und hochauflösenden Schiffsmodelle, die geplante Vielfalt im Gameplay und die hochkarätigen Programmierer an dem Projekt haben mich beeindruckt. Die Entwickler sind wirklich mit Leidenschaft dabei und pflegen engen Kontakt zur Community, die auf mich bisher einen sehr positiven Eindruckt macht.

Inwieweit die Entwickler es schaffen, alle ihre Gameideen umzusetzen und ob dann auch ein stabiles, spielbares, interessantes und ausbalanciertes Spiel mit Langzeitmotivation dabei herauskommt wird wohl erst die offene Beta und dann der Release zeigen. Meiner Meinung nach auf jeden Fall ein Titel, der eine Marktlücke füllt und das Genre der MMOPRGs um ein weiteres innovatives Szenario. Angehende Piraten sollten das kommende Online-Rollenspiel unbedingt im Auge behalten