Piraten, Papageien und Pistolen – würden diverse einschlägig bekannte Fernsehsender eine Reportage über das Leben in der Karibik während 18. Jahrhunderts produzieren, dürfte diese oder eine ähnliche Alliteration wohl in die engere Auswahl kommen, sobald es um einen passenden Namen geht. Auch wenn die Karibik längst kein Mekka mehr für Seeräuber ist, üben Piraten immer noch eine gewisse Faszination auf uns aus.

Spätestens der immense Erfolg des Dreiteilers „Fluch der Karibik“ zeigt, dass Freibeutergeschichten immer noch gern gesehen sind. Wer selbst einmal das Steuerrad übernehmen und die tropischen Gewässer der westindischen Inseln erkunden will, bekommt jetzt dank Pirates of the Burning Sea Gelegenheit dazu. Aber Vorsicht: Das MMO weckt Urlaubsgefühle.

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Wenn ich groß bin, werde ich mal…

Freibeuter, Marineoffizier oder Freihändler – aus diesen drei Karrieren könnt ihr auswählen, nachdem ihr euch dafür entschieden habt, ob ihr zu den Franzosen, Engländern oder Spaniern gehören wollt. Möchtet ihr dagegen ein waschechter Pirat werden, bleibt ihr staatenlos und segelt unter eurer eigenen Flagge.

Pirates of the Burning Sea - Klar zum Entern! Wir sagen euch, ob ihr guten Gewissens in See stechen könnt.

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Unfair, aber effektiv: Der Freibeuter greift im Kampf zur Pistole.
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Als Freibeuter seid ihr mit einem Kaperbrief ausgestattet und könnt die Feinde eurer Nation verfolgen und vernichten, ganz gleich wo ihr sie antrefft. Damit das auch anständig über die Bühne geht, beherrscht ihr das Entern fremder Schiffe und den Kampf an Deck besonders gut.
Entscheidet ihr euch für die Karriere eines Marineoffiziers, seid ihr der tapfere Kommandeur einer rauen Mannschaft, die auf Seekampf spezialisiert ist und im Auftrag des Königs Befehle ausführt.

Freihändler dagegen sind keiner Regierung unterworfen und – man glaubt es kaum – auf Handel spezialisiert. Auch wenn sie kaum zum Kampf taugen, können sie sich dank ihres schnell wachsenden Reichtums schnell gute Schiffe mit entsprechender Ausrüstung kaufen und auf diese Weise mit den anderen Klassen mithalten.

Packshot zu Pirates of the Burning SeaPirates of the Burning SeaErschienen für PC

Möchtet ihr lieber Pirat werden, könnt ihr Häfen plündern, Schiffe entern und nach Schätzen jagen. Ihr seid euer eigener Meister, tut und lasst, was ihr wollt, habt jedoch auch keine Unterstützung eurer Nation. Außerdem unterscheidet sich die Piratenkarriere von den übrigen drei Auswahlmöglichkeiten dahingehend, dass hinsichtlich des Spielablaufs der PvP-Aspekt stärker in den Vordergrund tritt und nur Piraten andere Schiffe kapern und in Besitz nehmen können.

Wenig einsteigerfreundliches, aber spaßiges Seefahrer-MMO. Wem nach einem Piratenabenteuer mit tollen Seeschlachten zumute ist, kann zugreifen.Fazit lesen

Kleider machen Leute

Wie auch immer eure Entscheidung ausfällt: Nach der Berufswahl wird die Anpassung der Optik eures virtuellen Alter Egos in Angriff genommen – und diese gestaltet sich erstaunlich vielfältig. Auch wenn euch bei den Gesichtern nur begrenzte Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, könnt ihr euch aus einem ungeheuren Fundus an Klamotten und Accessoires bedienen und euren Charakter je nach Belieben zum Beispiel schlicht, vornehm oder abenteuerlich aussehen lassen.

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So sieht ein waschechter Pirat aus!
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Diese Vielfalt kommt jedoch nicht von ungefähr: Wie sonst in anderen MMOs üblich, bekommt ihr bei Pirates of the Burning Sea keine neuen Kleidungsstücke als Belohnung für Quests. Wer nun aber befürchtet, die ganze Zeit über in demselben Fummel durch die Karibik laufen zu müssen, kann beruhigt sein. Ihr könnt im Hinterzimmer eines jeden Händlers einen Schneider finden, der euch ein neues Outfit verpasst.

Kapitän in fünf Minuten

Habt ihr eure Auswahl getroffen, müsst ihr im Tutorial sofort beweisen, dass ihr euren Säbel nicht nur zu Dekorationszwecken tragt: Euer Schiff wurde von Piraten geentert, und ihr wärt nicht Kapitän, wenn ihr nur herumstehen und Sauerstoff verbrauchen würdet. Auf Unterstützung dürft ihr dabei allerdings nicht hoffen, denn außer einer kurz eingeblendeten Karte mit Details zum Schwertkampf gibt es keine weiteren Hilfestellungen.

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Leider sind die Menüs sehr unübersichtlich geraten.
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Nachdem ihr die Piraten auf eurem Schiff besiegt habt, bekommt ihr eine mysteriöse Schatzkarte und findet euch in einem Seekampf wieder. Ziel ist es, zwei feindliche Piratenschiffe auf den Grund einer hübsch anzusehenden Bucht zu befördern – und das war es dann auch schon mit dem Tutorial.

Schade, denn die Menüs im Spiel sind alles andere als übersichtlich geraten und auch hinsichtlich des Umgangs mit Items und Spezialfähigkeiten wären ein paar Erklärungen sicher nicht von Nachteil gewesen. Wer demnächst also als Freizeitkapitän die Karibik unsicher machen will, sollte auf jeden Fall genug Geduld mitbringen, um sich mit dem Spielsystem vertraut zu machen.

Haste mal nen Quest?

Nach Abschluss des mickrigen Tutorials findet ihr euch in einem Hafenstädtchen wieder und könnt euch erstmal einen Überblick verschaffen. NPCs erzählen euch artig ein wenig über eure Handlungsmöglichkeiten und auch die ersten Quests lassen nicht lange auf sich warten. Leider ist mitunter etwas zuviel Text in die Fenster geraten, weshalb besonders ungeduldige Spieler schnell dazu verleitet werden dürften, das Geschnatter der Dorfbewohner nicht zu Ende zu lesen.

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Am Strand könnte es so schön sein - wären da nicht die Diebe...
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Positiv ist dagegen die Fülle an Quests, die zu Anfang geboten werden. Ihr müsst sowohl Aufgaben an Land als auch zu Wasser erledigen, was für Abwechslung sorgt. So müsst ihr beispielsweise einen störenden Kneipengast aus dem Weg räumen, indem ihr ihn erst provoziert und dann in einem Schwertkampf besiegt, oder einer Dame die Flucht durch den piratenverseuchten Dschungel einer Insel ermöglichen.

Auf dem Wasser müsst ihr dagegen einen Handelskonvoi vor Piraten beschützen oder sicherstellen, ob die zukünftige Braut eines Magistraten auf einem Schiff zu ihm unterwegs ist, was damit endet, sie aus einer Geiselnahme zu befreien und das Schiff zu entern. Im Gegensatz zu den auf Dauer eher anspruchslosen Landmissionen fallen die Seegefechte ungleich komplexer aus.

Wer denkt, dass er durch simple Kanonenschüsse auf den Gegner den Sieg davonträgt, wird bei ungünstigem Wind schneller auf dem Meeresgrund landen, als er überhaupt nachladen kann. Vielmehr müsst ihr überlegen, ob ihr erst die Segel des feindlichen Schiffes durchlöchern wollt, um euren Kontrahenten manövrierunfähig zu machen, oder ob ihr mit Schrotmunition die Zahl der feindlichen Matrosen dezimiert und gleich das Schiff entert.

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Ordnet ihr einen Kanonenschuss an, halten sich eure Matrosen die Ohren zu.
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Nicht selten bekommt ihr es mit mehreren Widersachern auf einmal zu tun und müsst eure Strategie genau überlegen. Zwar ist es möglich, eure Segel und den Rumpf des Schiffes zu reparieren, dies erfordert allerdings viel Zeit und sollte lieber von Vornherein durch schlaues Manövrieren und den Einsatz der richtigen Munition umgangen werden.

Mit dem Teleporter durch die instanzierte Welt

Zuerst das Gute: Die Welt von Pirates of the Burning Sea ist riesig und das Erkunden der verschiedenen Städte und Orte macht Spaß – auch wenn diese bisweilen etwas trist anzusehen sind. Die instanzierte Welt dürfte allerdings nicht jedermanns Sache sein: Nehmt ihr eine Seemission an, findet ihr euch sofort am Ort des Geschehens wieder, statt die Option zu haben, selbst hinzusegeln. Das Gefühl einer zusammenhängenden Welt wird dadurch etwas getrübt.

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Daumen hoch: Die NPCs haben Spaß - bei dem sonnigen Arbeitsplatz kein Wunder.
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Dasselbe gilt auch in Bezug auf die Story: Die Quests treiben keine Hintergrundgeschichte voran und laufen unabhängig voneinander ab. Einzig das Klären der Herkunft der mysteriösen Karte aus dem Tutorial beschäftigt euch längere Zeit. Ansonsten gibt es die üblichen Aufgaben zu erledigen: Besorgt den Leuten Gegenstände oder besiegt Kontrahenten für sie.

Mit Erledigen der Quests sammelt ihr Erfahrung, die nicht nur euer Level ansteigen lässt, sondern euch außerdem Fertigkeitspunkte beschert, mit denen ihr bei einem Trainer eure Schwertkampf- bzw. Seefahrerkünste verbessert. Auf diese Weise könnt ihr zum Beispiel effektivere Hiebe oder bessere Verteidigungsmöglichkeiten lernen.

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Mit dem eigenen Schiff macht das Erkunden der Karibik gleich doppelt soviel Spaß.
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Habt ihr erst genug Geld verdient, könnt ihr euch ein eigenes Schiff kaufen, das im Gegensatz zu eurem Kahn aus dem Tutorial zwar nur einmal sinken darf (der Anfängerpott darf gleich fünfmal untergehen), dafür aber wesentlich besser ausgestattet ist. Außerdem könnt ihr selbst Waren herstellen und in Auktionshäusern verkaufen, diese sind momentan jedoch noch recht leer.