Genau ein Jahr ist es nun her, seit wir das letzte Mal in die Welt von Mythos abgetaucht sind. Damals, also im April 2007, startete das eigentlich als Netzwerktest für „Hellgate: London“konzipierte Hack & Slay gerade in die „Family & Friends Alpha“-Phase. Voll Vorfreude urteilten wir: „Mythos macht bereits im Alpha-Stadium mehr Spaß als manch aktueller Vollpreistitel“ und harrten dem geplanten Release Ende 2007 – vergebens.

Entwickler Flagship nimmt sich weiterhin alle Zeit der Welt, um den zum Großprojekt angewachsenen Diablo-Killer auf bestmögliche Spielbarkeit zu trimmen. Aktuell steht Mythos kurz vor der offenen Beta-Phase. Grund genug also, um noch einmal nach dem Rechten zu schauen und die Frage aller Fragen zu klären: Wie gut ist Mythos wirklich?

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Mehr für Spaziergänger

So viel schon einmal vorweg: Am grundlegenden Spielprinzip hat sich natürlich nichts geändert. Ihr hackt, stecht und säbelt euch nach wie vor in gewohnter Manier durch illustre Gegnerhorden, sammelt Gegenstände, verteilt Skillpunkte und stoßt in immer tiefere Dungeons vor, um die unzähligen Quests der hilfsbedürftigen NPCs abzuschließen. Trotzdem sind die Flagships nicht untätig gewesen.

Mythos Global - Ein Spiel mit Suchtgarantie: Mythos setzt neue Maßstäbe. Wir haben uns durch die Beta geklickt.

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Die Grafik von Mythos hat einen riesigen Schritt nach vorne gemacht.
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Die größte Veränderung hat auf den ersten Blick die Grafik durchgemacht. Die Kamera ist nun deutlich weiter vom Geschehen entfernt und zeigt so wesentlich mehr von den malerischen Landschaften. Diese wurden ebenfalls stark überarbeitet bzw. aufgehübscht: Schimmernde Farben tauchen wunderschöne Herbstwälder in atmosphärisches Licht, Nebelschwaden durchziehen die Luft, Regen prasselt sanft vom Himmel.

Moment: Bestand Mythos in der Alpha-Version nicht ohnehin nur aus einer losen Ansammlung düsterer Höhlensysteme? Wozu also Wälder und Regen? Nun, das System der instanzierten Dungeons ist geblieben: Noch immer erhaltet ihr von Questgebern kleine Karten, die euch per Rechtsklick den Standort einer Tempelruine oder Bärengrotte verraten. Neu ist jetzt, dass man nicht mehr einfach vor den Eingang teleportiert wird.

Packshot zu Mythos GlobalMythos GlobalErschienen für PC

Bevor ihr zu einem der Questdungeons gelangt, prügelt ihr euch durch die Wildnis oder erkundet Teile der riesigen Mythos-Welt auf eigene Faust. Gut so, auf die Dauer wurden die grafisch immer gleichen (und zufallsgenerierten) Dungeons der Alpha nämlich arg monoton. Leider kann man ausschließlich Orte bereisen, für die man im Vorfeld eine Karte bei einem der Monster gefunden oder beim Händler erstanden hat.

Mädels, ihr müsst jetzt stark sein: Erscheint Mythos in dieser Fassung, werdet ihr eure Männer eine ganze Weile nicht mehr zu Gesicht bekommen.Ausblick lesen

Hilfe, ich kann nicht mehr aufhören

Auch hier zieht nach einer Weile (ähnlich wie bei den Gegenständen) das für Action-RPGs typische Sammelsucht-Prinzip: Zum Teil finden sich sogar epische Karten bei stärkeren Gegnern, die einen geheimen Ort freischalten. Dort warten ganze Heerscharen aggressivster Monstrositäten – herausfordernd, aber lohnend. Noch ist das System aber nicht ganz ausgereift: Hat man zu viele Karten gelesen, ist euer Welt-Atlas irgendwann voll und verweigert weitere Einträge – fatal, wenn man wichtige Orte für neue Quests erhält.

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Mythos macht süchtig im besten Sinne.
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Apropos Sucht: Wo Diablo 2, Titan Quest oder ähnliche Titel schon für schweren Schlafmangel sorgten, wird Mythos wahrscheinlich noch Eins draufsetzen. Schuld daran, ist die altbewährte „Nur noch schnell“-Spirale, die im Flagship-Titel aber deutlich tiefer reicht. So könnt ihr Gegenstände in sechs verschiedenen Qualitätsstufen finden, Sockel mit Edelsteinen verzieren, Verzauberungen auftragen.

Besonders fies: Die Entwickler haben ein Achievement-System eingebaut, wie man es von Xbox360-Games kennt: Erfüllt ihr eine bestimmte Bedingung, schaltet ihr Achievements frei, welche euch zusätzlichen Schaden oder Boni auf die Statuswerte gewähren. Für die einfacheren Belohnungen genügt es 100 Fässer zu zertreten oder ausreichend Heiltränke zu sammeln, schwerere Achievements verlangen den Kopf eines fiesen Obermotzes.

Satyrische Zyklopen-Gremlins

Waren es in der Alpha-Version gerade einmal zwei Klassen (Pyromancer, Bloodletter) und Rassen (Gremlins, Elfen), aus denen man sich seinen Helden zusammenstellen konnte, ist die Auswahl nun geringfügig größer. Neu im Team ist der Gadgeteer, ein exzellenter Schütze, der im Kampf bevorzugt auf Musketen, selbst gebastelte Bomben, Fallen und Dronen zurückgreift. Ein Schelm, wer da an den Jäger aus Hellgate: London denkt.

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In der aktuellen Version wurde die Charakter-Auswahl stark erweitert.
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Bei den Rassen winken nun auch Satyre, Menschen und Zyklopen vom Charakterbildschirm, die Elfen mussten dafür aber ihren Hut ziehen. Überhaupt bietet die Charaktererstellung nun deutlich mehr Möglichkeiten zur Personalisierung. So darf man neben der Hautfarbe oder Gesichtsform auch verschiedene Accessoires (Brillen, Tattoos etc.) auswählen - Blizzards World of Warcraft lässt grüßen.

Wer einmal die Höchststufe erreicht hat (derzeit Level 50), muss sich dennoch nicht langweilen: Insgesamt vier Spielmodi hat Flagship in den aktuellen Build integriert. Neben dem normalen Modus lockt zudem die bereits aus Diablo 2 bekannte Hardcore-Variante. Segnet euer Charakter dort das Zeitliche, war’s das – Möglichkeiten zur Wiederbelebung gibt es nicht.

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Noch nicht optimal: Die Map ist irgendwann voll.
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Die Härtesten der Harten messen sich hingegen im Elite-Modus. Dort trifft man auf extrem starke Monstren, die zu allem Überfluss noch in größeren Grüppchen unterwegs sind und schlechteren Loot fallen lassen. Wählt man den Shadowlands-Modus, gestaltet sich jede Zone als PVP-Schlachtfeld, in der man andere Spieler zum Duell herausfordern kann. Der Clou: Alle vier Modi lassen sich nach Belieben miteinander kombinieren.

Sonniger Süden, nordischer Norden

Vergangenen April durften sich die Alpha-Tester lediglich durch eine kleine Region questen. Wer die saftigen Wiesen von Greenreach samt seiner Hauptstadt Stonehill nicht mehr sehen kann, bekommt mittlerweile genügend Abwechslung geboten. Neu im Zonenportfolio sind die obligatorische Wüstenlandschaft (Bloodbristle Heath) und die winterlichen Hügel der Umbral Peaks für hochstufige Charaktere.

Für die Zukunft haben die Entwickler noch eine ganze Menge in Petto: Gigantische Questreihen, epische Endbosse, zusätzliche Klassen und Regionen. Leider wird mit dem Start der Gold-Phase allerdings auch das Bezahlsystem implementiert. Bestimmte Inhalte bekommt man dann nur zu sehen, wenn man eine Gebühr löhnt. Die Entwickler versprechen aber, dass Mythos ohne Kaufcontent problemlos spielbar sein soll.