Wenn es um virtuelle Güter in Videospielen geht, kennt die preisliche Lage keine Grenzen. Ein 45 Jahre alter Metin 2-Spieler steckte satte 1.000 Euro in die Entwicklung seines Avatars, wofür er ingesamt zwei Jahre benötigte.

Dann ereignete sich die Tagödie: Am 27. Januar 2009 loggte sich der Spieler in den Clienten ein und musste feststellen, dass sein Charakter völlig blank war. Weder seine Phönixschuhe noch das Himmelstränenband trug er; sein Siamesenmesser hatte er auch nicht mehr im Gepäck und auf den virtuellen Konten fehlten 7 Millionen Yang.


Was also tun? Sich einen neuen Charakter erschaffen oder lieber das kostenlose Gelächter der Polizei-Beamten abholen? Er entschied sich für Letzteres und bekam statt pausenlosem Grinsen echte Hilfe. Er zeigte den Schaden bei der Bochumer Polizei an, die seit wenigen Tagen an dem Fall ermittelt.

Laut der Bochumer Polizei sei die Lage durchaus ernst, da nach Paragraph 303a StGB "Datenausspähung und -veränderung" ermittelt wird. Den Tätern könnte sogar eine Maximalstrafe von bis zu zwei Jahren Haft erwarten. Vorher muss aber noch geklärt werden, ob Hacker oder ein Fehler den Avatar entkleideten.

In der Tat ist dies der erste Fall in Deutschland, der wegen Diebstahls virtueller Gegenstände Polizei-Beamte beschäftigt. In Japan und den USA gab es in der Vergangenheit identische Fälle. Zu einem Prozess kam es allerdings nie. Deshalb stehen auch für den deutschen Metin 2-Spieler die Chancen auf einen positiven Ausgang eher schlecht. In Südkorea hingegen wurden schon des Öfteren Verurteilungen im Bezug auf virtuelle Diebstähle ausgesprochen.

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