Mischungen aus verschiedenen Genres hinterlassen oft einen faden Beigeschmack, denn auch bei Computerspielen trifft das Sprichwort "zu viele Köche verderben den Brei" für gewöhnlich zu. Das Onlinegame LOCO – Land of Chaos Online mixt gleich drei Genres miteinander: Action, Strategie und Rollenspiel. Kann das gut gehen?

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In der Welt von LOCO herrscht Chaos. Die Forces of Nature liegen im Clinch mit der Army of Purgatorium. Dabei spielen 15 Helden eine entscheidende Rolle. Ihr verkörpert diese Helden und schickt sie im Spiel in aufregende Echtzeitkämpfe, die an Actionspiele erinnern. Gewürzt mit einer Prise Taktik und einem Schuss Rollenspiel will LOCO die Fans von drei Genres für sich gewinnen.

LOCO: Evolution - Mix und fertig: Das Kostenlos-DotA im Test

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Die Kämpfe in LOCO erinnern an eine Mischung aus Actionspiel und MMORPG.
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Zu Beginn erstellt ihr euch erst einmal einen Helden. Dafür wählt ihr aus den vorgegeben 15 Charakteren. Je mehr Heldenkarten ihr besitzt, desto mehr Heroen dürft ihr auch erstellen. Dies ist später in den Kämpfen wichtig, da ihr dann zwischen drei vorher gewählten Charakteren wechseln dürft. Schließlich geht es daran, ein Spiel zu beginnen.

Vier Karten stehen euch zur Wahl: Im Forest of Chaos und auf den Crimson Plains wird der Modus Battlefield gespielt, in Lair of the Ancient Dragon und Ruined Area stehen die Spielmodi Annihilation zur Verfügung. In Battlefield ist es eure Aufgabe, die Basis des Gegners zu stürmen und den General auszuschalten, während ihr in Annihilation eine bestimmte Anzahl an Gegnern in einer vorgegebenen Zeit ausschalten müsst. Habt ihr euch für eine Karte entschieden, beginnt oft das Warten, denn es müssen noch Mitspieler gefunden werden, was mitunter etwas Zeit in Anspruch nimmt.

Aller Anfang ist schwer

Nun startet ihr auf dem Schlachtfeld und macht euch gemeinsam mit euren Mitspielern aus der Third-Person-Perspektive auf, das Ziel zu erreichen. Hier steht Taktik an vorderster Stelle. Die gespielten Charaktere sollten daher gut aufeinander abgestimmt werden, um Magier und gute Nahkämpfer mischen zu können. Erledigt ihr andere Spieler oder im Modus Battlefield von der feindlichen Basis produzierte Einheiten, erhält eure Spielfigur Erfahrungspunkte.

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Fernkämpfer wie hier der kleine Merino, sollten sich tunlichst aus den Nahkämpfen heraushalten.
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Damit kauft ihr neue Skills. Hier offenbart sich einer der Schwachpunkte von LOCO, denn das Micromanagement mit Skills und Items ist etwas umständlich aufgrund vieler Menüs. Einen Skill hochzuleveln oder einen neuen auszuwählen sollte auch nicht mitten in einem Kampf oder in der Nähe von Gegnern passieren, da ihr sonst wehrlos seid. Zwar kann man diese Funktion auch wahlweise in einem "Anfänger-Modus" dem Computer überlassen, doch hier verliert man die Kontrolle über die Entwicklung seines Helden. Während der Kämpfe kommt ihr auch an Gold, mit dem ihr euch bessere Items oder etwa Heiltränke oder magische Ausrüstung, die euch beispielsweise kurzzeitig unverwundbar macht, kaufen könnt.

Taktisch anspruchsvoller Genre-Mix mit großen Hürden für Einsteiger.Fazit lesen

Dies ist essentiell, da ihr nur so gute Chancen in den schnellen und oft hektischen Kämpfen habt. Aber: Nachdem ihr das Ziel der jeweiligen Karte erreicht habt, verschwinden die Items wieder und müssen in der nächsten Karte erneut gekauft werden – es sei denn, ihr holt sie euch im Item-Shop, hier allerdings gegen echtes Geld.

Übung macht den Meister

Während sich der Annihilation-Modus mehr wie ein Actionspiel mit RPG-Elementen spielt und schnelle, fordernde Kämpfe im Vordergrund stehen, die euch ins Schwitzen bringen werden, kommt auf den Karten des Battlefield-Modus wesentlich mehr Strategie zum Einsatz. Denn hier könnt ihr gegen Gold Gebäude erweitern oder Einheiten produzieren.

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Die Menüs und Icns können im Spiel etwas verwirren.
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Abhängig davon, welcher der beiden Fraktionen ihr angehört, sind dies andere Wesen, die ihr in die Schlachten schickt. Die Forces of Nature etwa nutzen Death Flowers und Fairy Dragons, während die Army of Purgatorium Hell Hounds und Ghouls in die Kämpfe entlässt. Wichtig ist natürlich auch die Kommunikation unter den Spielern, sodass jedem Aufgaben zugewiesen werden können und nicht jeder das tut, wonach ihm gerade ist, was in heillosem Chaos enden kann.

Auf den Battlefield-Karten müssen auch strategisch wichtige Positionen eingenommen und gehalten werden, um etwa einen Luftschlag ausführen zu können, der großen Schaden verursacht. Diese Punkte werden jedoch von starken Gegnern verteidigt, was zu harten Kämpfen führt. Teamwork ist das Schlüsselwort, das den Sieg herbeiführt.

Als Anfänger hat man es in keinem der beiden Modi leicht. Zu oft ist man gefundenes Fressen für stärkere Spieler oder die teilweise enorm mächtigen Verteidiger der feindlichen Basis. Daher lohnt es sich, den Helden im Trainingslager zu verbessern. Allerdings steht er dann dem Team für diese Zeit nicht mehr zur Verfügung und schon ein fehlender Mitspieler kann den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bedeuten.

Dies gilt auch für Teilnehmer, die sich während einer laufenden Partie einfach ausklinken. Hierfür gibt es jedoch ein Reputationssystem, bei dem man als guter oder böser Spieler gebrandmarkt wird. So kann derjenige, der ein Spiel eröffnet, entscheiden, ob er gewisse Teilnehmer mitmachen lassen möchte oder nicht. Dies spornt an, Partien auch wirklich zu beenden.

Optisch macht LOCO für ein Free2Play-Spiel einen wirklich gelungenen Eindruck. Die Kreaturen und Spielfiguren sind sehr detailreich und auch die Umgebungen versprühen eine Atmosphäre, die den jeweiligen Karten entspricht. Die Zaubereffekte lassen den Bildschirm oft in den buntesten Farben glühen, was jedoch auch dazu führen kann, dass die Übersicht verloren geht. Die Musik jedoch driftet in die Belanglosigkeit ab und passt sich nicht dynamisch dem Spielgeschehen an. Langsam düdelnde Klänge während eines hitzigen Gefechts erschaffen nicht die nötige Stimmung.

Zu viel des Guten

Zwar bietet LOCO ein Tutorial, in dem ihr die grundlegenden Elemente des Spiels kennenlernt, beginnt ihr jedoch ein erstes echtes Match, kommt ihr euch verloren vor. Zu viele Icons, Slots, Menüs und eine zu Anfang umständliche Steuerung verwirren. Daher ist LOCO für Einsteiger sehr schwer und auch alles andere als einfach zu meistern. Hier fehlt einfach etwas, vom Spiel an die Hand genommen zu werden. Auch das Interface hätte deutlich entschlackter und vereinfachter ausfallen müssen. Viele Neulinge werden sich von den ersten paar Matches überrollt fühlen und vielleicht zu schnell das Handtuch werfen.

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In der Lobby verwaltet ihr eure Helden von LOCO.
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Wer durchhält, blickt jedoch hinter den Vorhang auf ein gelungenes Onlinegame, das stets zu einem neuen Match motiviert. Vor allem auch deswegen, weil man seine Helden immer weiter verbessern möchte oder sich vielleicht einen neuen Recken zulegen will. Auch die zufällig zusammengewürfelten Teams sorgen für ein stets neues Spielerlebnis, da man nie weiß, wie das eigene Team zusammenspielt oder sich die Gegner verhalten.

Alle, die gerne in schnellen und taktischen Onlinegames ihr Können unter Beweis stellen wollen und die etwas Geduld für Einarbeitungszeit mitbringen, sollten sich LOCO anschauen. Alaplaya plant auch, das Spiel stets zu erweitern. Neue spielbare Charaktere etwa wurden schon eingeführt, Karten und noch vieles mehr sollen folgen.