Lineage 2: The chaotic Chronicle (PC-Preview)
(von Mark Parigger)

Eine wahre Flut von MMORPG Spielen erwartet uns in nächster Zeit. Unter den hoffnungsvollen Anwärtern auf den Thron der obuluspflichtigen Online-Adverntures befinden sich nicht nur Produkte westlicher

Spieleschmieden, sondern auch der koreanische Publisher NCSoft schickt seinen Streiter in den Kampf: Lineage II.

Bei uns eher unbekannt, ist Lineage I das erfolgreichste MMORG aller Zeiten. Sein größter Verbreitungs-raum ist Japan und Korea.

Lineage 2 - Goddess of Destruction - Klassen-Trailer14 weitere Videos

Es ist daher wenig verwunderlich, dass es recht ruhig ist um den von den Spielern heiß erwarteten Nachfolger. Mit diesem wollen die Macher jetzt nicht nur das alte Verbreitungsgebiet verteidigen und ausdehnen, sondern auch der internationalen Konkurrenz den Kampf ansagen.

Das merkt man an erster Stelle an einer Wegentwicklung vom typisch asiatischen Manga-Style zu einem westlicheren Konzept und an der Anheuerung von Generegröße Richard "Lord British" Garriott, seines Zeichens Mitentwickler der Ultima Reihe. Dass Lineage 2: The chaotic Chronicle den Vergleich mit den anderen Hoffnungsträgern (wie etwa World of Warcraft, Everquest 2 und UltimaX) nicht scheuen braucht wird sich im folgenden Bericht zeigen.

Kurzes zur Story
Natürlich gibt es um Lineage 2 und den 150 Jahre nach LN1 angesiedelten Vorgänger eine sehr umfangreiche Geschichte, komplett mit Göttern, Rassenkonflikten (Orks gegen Menschen und Elfen, klingt

nach Tolkien, nicht?), Kriegen und was es eben sonst braucht, aber wir hier brauchen eigentlich nur zu wissen, dass sich der Spieler in einem Fantasy Königreich namens Aden, bevölkert von allerlei seltsamen Getier (unter anderem schwebender Riesenaugen), welches sich im Krieg mit den Königreichen von Gracia und Elmore befindet. Die fünf Rassen hegen gegeneinander zwar einen gewissen Hass, doch ist es z.B. kein Problem für einen Dunkelelf mitten ins Hochelfendorf zu spazieren.

Alter Ego
Genreuntypisch sind die recht wenigen anfänglichen Optionen. Erst wählt man aus den fünf Rassen - Menschen, Elfen, Dunkelelfen, Orks und Zwerge - seine eigene, dann die gewünschte Klasse.

Und findet sich die erste große Unterscheidung: Anstelle der Fülle an verschiedener Möglichkeiten bietet Lineage 2 nur 2 Klassen, den Krieger und den Magier, Zwerge haben gar nur den Krieger.
Aber bevor man noch den ersten Skill erlernt wird einem gesagt, dass man sich mit Level 20 in eine von bis zu drei verschiedenen Richtungen weiterentwickeln kann. Durchaus eine gute Idee, denn so bekommt der Spieler etwas Zeit sich zu orientieren und sich seiner persönlichen Vorlieben klar zu werden. Später mit Level 40 findet dann eine zweite Spezialisierung, natürlich unter Berücksichtigung der ersten, statt.

Ein Beispiel: Man entscheidet sich für den Weg eines Elfen Magiers. Nachdem man Level 20 erreicht hat, wird man vor die Wahl gestellt, sich entweder zum "Wizzard" oder zum "Oracle" weiterzubilden. Entscheidet man sich für den "Wizzard" bieten sich ab Level 40 die Möglichkeit ein "Spellsinger" oder ein "Elemental Summoner" zu werden.

Dem "Oracle" bietet sich nur die Möglichkeit ein "Elven Elder" zu werden. Die Spezialisierungen sind übrigens vollständig ins Spiel integriert und man muss spezielle Aufgaben erfüllen um sich weiter zu entwickeln.

Lineage 2 - MMORPGs sind in! Wir haben die Lineage II Beta für euch gezockt

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Kleiner Wermutstropfen: Das Leveln bis man endlich die 20 erreicht hat gestaltet sich recht eintönig, besonders bis zum 15. Level, welcher dann die interessanteren Quests freischaltet.

Die vorhergehenden sind größtenteils nach dem Schema: "Töte X Monster Y und nimm ihnen Z ab". Jedoch ist ihre Anzahl auch recht beschränkt, dafür sind sie wiederholbar. Ob es allerdings Spaß macht 2-3 mal 40 Wehrwölfe nach immer dem selben Schema um die Ecke zu bringen und ihre Köpfe dem Questgeber zu bringen, sei dahingestellt.

Packshot zu Lineage 2Lineage 2Erschienen für PC

Die unterschiedlichen Rassen spielen sich zu Anfang alle sehr ähnlich, bis auf die Zwerge. Diese besetzten zwar keine Magierklasse dafür können sie als einzige Gegenstände herstellen, die andere Spieler nur bei den Schmieden in Auftrag geben können (gegen Bezahlung und Lieferung der Rohstoffe). Dies zu lernen allerdings benötigen sie - ähnlich wie die Magier Spruchbücher brauchen um neue Zauber zu lernen - Rezepte. Im Prinzip kann ein Zwergen "Artisan" jeden Gegenstand im Spiel herstellen, den es in den Waffenshops gibt, und noch viele viele mehr! Überhaupt bietet Lineage 2 ein gewaltiges Sortiment an Waffen, Rüstungen und sonstigen Gegenständen. Dieses Sortiment geht über asiatische Katanas, riesige Äxte, Streihtämmer, Kampfklauen bis hin zu allen möglichen Fantasy-Gebilden, die es mit der schon sehr üppigen Waffenvielfalt eines Everquest (inklusive aller Add-Ons versteht sich) durchaus aufnehmen kann.

Das Charaktersystem
Neben den bewährten Leben, Mana, Erfahrungswert und den üblichen Charakterwerten wie Stärke oder Geschicklichkeit gibt es bei Lineage 2 auch Skillpoints, SP genannt. Diese werden, wie der Name schon sagt für das Erlernen der Skills benötigt. Neu ist die Erlangung dieser SP. Kennt man das System ja z.B. aus Diablo 2, wo es pro Level Up einen dieser Punkte gibt, verhält es sich in Lineage 2 etwas anders:

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Jedes Monster gibt neben einen gewissen Erfahrungsbetrag auch verschieden viele SP's abhängig wie schwer das Monster ist. Für ein Monster gleichen Levels bekommt man ungefähr 10 SP's. Zum Vergleich: Ein Level 10 Skill kostet meist mehr als 500 Punkte. Neue Skills bekommt man als Krieger alle 5 Levels, als Magier nur alle 7. Das Inventar wird nur durch das Gewicht eingeschränkt. Natürlich wirkt sich das Gewicht auch auf das Fortbewegungstempo des Charakters aus. Unterschiedliche Rassen/Klassen können unterschiedlich viel tragen. Durchaus sinnvoll, oder wer glaubt, eine zierliche Elfenbraut kann mehr schleppen als ein gestandener Zwergenarbeiter?Soziale Bindungen
Als grundlegendste Bindung ist wohl die Party zu sehen, auch wenn darüber am wenigsten zu sagen ist. Sie ist auf 5 Spieler begrenzt, hat einen eigenen privaten Chat und die Mitglieder werden als grüne Punkte auf dem Radar angezeigt. NCsoft hat zudem einen Partyfinder in das Spiel integriert. Man trägt sich darin einund bekommt alle Spieler angezeigt, die ebenfalls zu einer Party bereit wären, samt Infos über Level (höher, niedriger, ungefähr gleich) Klasse und ungefähre Distanz. Alles weitere ist jedoch dem Spieler überlassen. Ist es am Anfang durchaus sinnvoll alleine durch die Landschaft zu streifen, weil man dadurch mehr Erfahrung bekommt, wird es mit zunehmendem Level immer schwieriger ohne Hilfe auf einen grünen Zweig zu kommen. Ein Tank kommt ohne Hilfe eines Heilers nicht so gut zurecht und der Magier haucht innerhalb kürzester Zeit sein virtuelles Leben aus, ohne einen Tank der ihm die Monster vom Leib hält. Beim Sterben besteht neben einen Verlust an Erfahrungspunkten auch noch die Möglichkeit einen Gegenstand zu verlieren, einzig die Waffen sind einem sicher. Wieder belebt wird man in einer nahen Stadt oder mittels Widerbelebungsrolle. Spezielles Augenmerk verdient das PvP, PKler aufgepasst! Grundsätzlich gibt es keine Begrenzung für Spieler andere Spieler anzugreifen, nur die Städte sind sichere Gebiete.

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Es erfolgt keine Warnung, jeder kann jeden in jedem Moment angreifen. Aber so ohne Folgen bleibt ein Angriff auf einen anderen Spieler nicht: Sobald man einen anderen Spieler angreift wird der eigene Spielername violett, man wird zu einem freien Ziel für alle Spieler, denn man kann einen violetten Spieler ohne Strafen zu bekommen töten. Tötet man jedoch einen weißen (unschuldigen) Spieler so wird der Name rot gefärbt und man bekommt negatives Karma und wird Freiwild für jeden anderen Spieler - und die Stadtwachen, man wird ein "Chaotic character". Als solcher kann man nicht nur mehr nicht in Shops einkaufen, man hat auch eine erhöhte Chance bei seinem Ableben ein Itemzu verlieren. Negatives Karma kann man durch zwei Methoden abbauen: Durch jagen gleichleveliger Monster, oder durch Sterben. Wenn man sich für erstere Methode entscheidet wird der Name hellrot gefärbt, sozusagen um die Besserungswilligkeit des Spielers aufzuzeigen. Tötet man einen violetten Spieler hat dies keine Auswirkungen auf das Karma, normales verabredetes PvP ist also durchaus möglich. Später werde ich noch gesondert auf ein spezielles PvP, das Castle Siege, eingehen. Die nächste Soziale Struktur ist der Clan. Clans werden überaus wichtig sein und einiges an Möglichkeiten bieten, die dem Einzelspieler verschlossen bleiben werden. Ab Level 10 kann man einen Clan gründen. Anfänglich können bis zu 10 Leute aufgenommen werden.

Clans haben wie Spieler unterschiedliche Levels, die durch das Lösen von Clanquests erreicht werden. Mit zunehmendem Level nehmen auch die Möglichkeiten zu, so kann ein Level 1 Clan (Level 0 ist ein frisch gegründeter Clan) einWarenhaus gründen und so ein kostenloses Lager für seine Spieler einrichten. Ab Level 2 ist es möglich ein Clanhaus zu ersteigern und mit den nachfolgenden Level auch weiter auszubauen. Ab Level 4 wird es aber richtig interessant, den nun erst ist es dem Clan - und somit seinen Mitgliedern - möglich an einem "Castle Siege" teilzunehmen.

Wie die alten Rittersleut
"Castle Sieges" sind das zentrale Element von Lineage 2. Worum's dabei geht ist schnell erklärt: 2 Clans kämpfen um den Besitz einer der Burgen im Land, die einen als Angreifer, die anderen als Verteidiger. Jeder Clan kann zudem Verbündete zu Hilfe rufen. Die Schlacht selbst läuft 2 Stunden, gewonnen hat der Clan, dessen Clanleader zuletzt ein bestimmtes "Holy Objekt" innerhalb der Burg verzaubert hat. Stirbt man im Kampf verliert man relativ weniger Erfahrung und die Chance einen Gegenstand zu verlieren ist geringer.

Gegner können ohne Strafen getötet werden. Der Clan dem nach dem Siege die Burg gehört, erhält eine

Reihe von Begünstigungen, er kann Steuern einheben, die Spawnrate von Monstern in Burgnähe einstellen, ein gratis Warenhaus in der Burg benutzten, freie Teleportpunkte überall auf der Welt einrichten und dann benutzten und der Clanleader kann sich einen "Adult Wyvern" (großer Drache, wenn auch klein für Lineage) großziehen der dann als fliegendes Reittier zu gebrauchen ist - das ultimative Statussymbol.

Ein Wort zur Technik
Basierend auf einer den Anforderungen angepassten Unreal Warfare-Engine eröffnet sich dem Spieler eine sehr lebendige und realistische Welt, zumindest wenn er die geeignete Hardware mitbringt. Die Grafik ist die wohl beste des Genres.

Fantastische Innenräume, einmalige Texturen, realistische Spieler- und super Monstermodels (Jeder der den Drachen im neusten Gameplaymovie gesehen hat, weiß was ich meine), sich bewegende Vegetation, gute Himmelseffekte (obwohl ich einmal mit Gesicht zu einem hohen Hügel

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gestanden bin und dennoch einen Lens flare hatte…) und dabei sehr kurze Ladezeiten und kaum Stocken. Happig wird es allerdings wenn mehrere Spieler zugleich sichtbar sind, was auf dem Marktplatz einer jeden Stadt Standart ist, da kann es durchaus zu größeren Stockpartien kommen, auch wenn das Spiel ansonsten flüssig läuft. NCsoft hat allerdings in Hinblick auf die Massenschlachten bei den Castle Sieges eine Möglichkeit versprochen, dass sich die Details automatisch senken und so die Spielbarkeit gewahrt bleibt. Dank der Modifikationen an der Warfare-Engine war es den Entwicklern möglich, dass keine Nachladezeiten zwischen den Zonen auftreten. Das ist nicht nur angenehm sondern trägt wesentlich dazu bei, dass die Welt wie aus einem Guss erscheint; ein deutlicher Boost für die Atmosphäre. Der Sound trägt auch dazu bei eine sehr fesselnde Atmosphäre zu kreieren. Je nachdem in welchem Gebiet man ist, passt sich die Musik der Umgebung an, wobei der Soundtrack sich zwar durchaus sehen lassen kann, jedoch nicht besonders hervorsticht.

Die Steuerung ist einfach zu erlernen, das Spiel wird fast ausschließlich mit der Maus gesteuert. Linksklick auf den Boden - der Charakter bewegt sich dorthin, klick auf ein Monster - es wirdfokusiert und ein weiterer klick lässt den Charakter angreifen, klick auf einen Skill (oder entsprechende Zahlen Taste) und der Charakter führt ihn auf das fokussierte Monster/Spieler aus. Mit gedrückter rechter Maustaste ist ein Rundumblick möglich, mit dem Mausrad darf gezoomt werden.

Die Steuerung wird zur Fummelei wenn es gilt um Objekte, wie Felsbrocken oder durch Türen, zu manövrieren. Abhilfe kann da die relativ unausgereifte Tastatursteuerung schaffen. Sollte man dann einmal doch festsitzen kann man einen Gamemaster rufen, der einen dann raus teleportiert, jedoch nur in die Hauptstadt, was etwas nervig ist, besonders zu beginn, wo man noch nicht das Geld hat sich weite Strecken von den NPC's teleportieren zu lassen. Bis vor kurzem gab es leichte Schwierigkeiten mit den Servern, da sie häufig offline waren oder überfüllt, doch in letzter Zeit werden immer mehr Server Freigeschalten und es ist kein Problem mehr einenlauffähigen Server zu finden. Momentan ist es jedoch nicht möglich Charaktere von einem Server zum anderen zu bringen. Die minimalen Hardwareanforderungen gibt der Publisher mit 800 Mhz, einer alten GForce2 und 256 Mbyte Ram relativ tief an, es sollte jedoch klar sein, dass man mindestens einen Prozessor jenseits der Gigaherz Grenze haben sollte um das Spiel in vollen Zügen genießen zu können. Auf unserem Testsystem (2,5 Ghz P4, 512 DDR Ram, Ati Readon 9700 Pro) lief das Spiel flüssig auf maximaler Sichtweite. Einzig auf den Marktplätzen kam es zu kurzen Hängern. Ansonsten musste das Spiel nie nachladen.

Fazit
Kurz: Ein Spiel das man unbedingt im Auge behalten sollte! Hier passt alles: Atmosphäre, Steuerung, Grafik, Leistung und der Spielspass. Die Konkurrenz sollte sich warm anziehen, damit sie nicht kalt überrascht wird. Zu hoffen steht noch, dass NCsoft der Bitte der

europäischen Community nachkommt und einen offiziellen europäischen Server aufstellt, denn aufgrund des Zeitunterschieds könnte es schwierig werden für uns Europäer an Events wie den Castle Sieges teilzunehmen.

Pro & Contra

Pros:
- Hervorragende Grafik - Kurze Ladezeiten, so gut wie keine Nachladezeiten im Spiel - Fesselnde Atmosphäre - Massig Waffen und Ausrüstung - Viele Gleichgesinnte - Abwechslungsreiche Landschaften und Gegner - Durchdachtes Spielkonzept

Cons:
- Motivationsloch zwischen Level 10 und 15 (20) - Manchmal etwas fummelige Steuerung - Ruckeln bei großen PC Aufläufen - Weite Wegstrecken ohne Monster --> Welt wirkt oft etwas leer