Guild Wars: Factions (PC Review)
von Valentin Rahmel

Ferne Länder, prächtige Bauten und eine asiatisch angehauchte Kultur. Wir sprechen hier nicht vom Wirtschaftswunder in Shanghai,

sondern von Guild Wars: Factions, dem zweiten Kapitel des erfolgreichen Online-Rollenspiels von ArenaNet. Zwei neue Klassen, massig frische Inhalte und ein Kontinent namens Cantha. Eine Welt voller Abenteuer erwartet euch!

Guild Wars Factions - Factions Preview Event - Trailer4 weitere Videos

Für waschechte Rollenspieler gibt es nur wenige Dinge die schöner sind, als durch idyllische Fantasiewelten zu reisen, in denen man virtuellen Persönlichkeiten hilft, Monster schnetzelt, Schätze erbeutet und den Charakter zu einem Halbgott hochzüchtet. In Guild Wars: Factions hoffen die Bürger auf genau solche Helden, die sich einer unheilvollen Gefahr stellen wollen. Das Land Cantha ist in Aufruhr: eine Krankheit verwandelt die sonst so freundlichen Bewohner in blutrünstige Untote. Doch es kommt noch dicker! Ein vor Jahren getöteter Verräter ist zurückgekehrt und will sich rächen. Der schöne Schauplatz wird nach und nach verwüstet und ihr müsst dafür sorgen, dass sich an der Situation etwas ändert.

Mehr als eine Expansion
Nach knapp einem Jahr legen die Jungs von ArenaNet nach und spendieren dem Onlinehit Guild Wars endlich das zweite Kapitel. Als normale Expansion kann man Factions allerdings nicht bezeichnen. Das Spiel läuft unabhängig von der Grundversion und bietet eine eigene abgeschlossene Geschichte.

Guild Wars Factions - Das zweite Kapitel hat begonnen! Verdient der gebührenfreie Chartbreaker den ersten Platz?

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Auch für den zweiten Teil fallen wieder einmal keine monatlichen Gebühren an. Interessenten müssen nur den Kaufpreis berappen und können unbegrenzt lange im Onlinespiel abtauchen.

Neben den sechs bisher bekannten Klassen (Elementarmagier, Mönch, Mesmer, Nekromant, Krieger und Waldläufer) bietet Factions zwei neue Berufszweige: den Assassinen sowie den Ritualisten. Die Assassinen sind flinke Schurken und trainiert im Umgang mit Dolchen sowie Messern. Sie teilen heftigen Schaden aus und bewegen sich in Windeseile. Die Ritualisten können Geister beschwören und die Gruppe heilen.

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Das sind zwar keine Neuheiten im Genre, allerdings passen die Klassen perfekt in das Guild Wars System. Allein für diese beiden Professionen gibt es jeweils 75 neue Fertigkeiten, dazu kommen nochmals 150 weitere, die auf die Charakterklassen des Hauptspiels verteilt werden.

Das bewährte Spielprinzip wurde zum Glück kaum modifiziert. Mittels der Attributpunkte setzt der Spieler weiterhin seine Schwerpunkte und kann Werte wie Stärke oder Schwertkampf steigern. Diese lassen sich in Städten anpassen, damit der Held optimal für das nächste Abenteuer vorbereitet ist.Wie im Originalspiel kann man natürlich auch in Factions wieder mehrere Klassen auswählen. Lediglich an der eigentlichen Charaktererstellung hätte man was tun können. Feinheiten wie die Form der Nase können Zocker bislang immer noch nicht einstellen. Nur Körpergröße sowie verschiedene Frisuren und Gesichtszüge sind veränderbar.

Für Ruhm und Ehre
Ist erst einmal ein frischer Protagonist erstellt, geht es auf in die asiatisch angehauchte Welt Cantha. Neueinsteiger treiben sich zuerst auf einer Tutorial-Insel namens Shing Jea rum, wo die Einzelheiten des Spiels erklärt und erste Quests absolviert werden. Aber Achtung: Gerade Anfänger sollten möglichst direkt zu Beginn mit einer Gruppe in die Schlacht ziehen - einige Missionen sind selbst mit Unterstützung von Nichtspielercharakteren ziemlich anspruchsvoll. Das ändert sich im weiteren Spielverlauf auch nur unwesentlich.Schnell wird klar, dass sich Factions eher an erfahrene Guild Wars Zocker richtet, die mit ihrem High-Level Charakter nach Cantha reisen. Aber keine Sorge: Neulinge erreichen Level 20 wesentlich schneller als vorher.

Wie im Originalspiel trifft man andere Spieler übrigens nur in Städten. Alle Abenteuergebiete sind instanziert und somit nur für den Protagonisten und dessen Gruppe sichtbar.

Die vielen Quests sind trotz Schwierigkeitsgrad sehr innovativ gestaltet. Zwar wird hier noch nicht ganz so viel Inhalt geboten wie im Genreriesen World of Warcraft, dafür sind die primären Episoden fast spannender aufgebaut. Auch die kleinen Ingame-Videos tragen viel zur Spieltiefe bei. Mit Teamwork kann man auch in Factions einiges erreichen. Gruppen sprechen sich vor harten Kämpfen in Teamspeak ab und agieren mit Bedacht und Strategie, wenn sie beispielsweise entführte Bürger retten, düstere Ruinen durchsuchen oder andere Spieler erledigen. Wirklich aufregend!

Schlachtenbummler
Das ferne Land Cantha besteht aus drei Teilen: der neutralen großen Stadt sowie den umkämpften Gebieten der Kurzicks und Luxons. Zwischen beiden Ländern verläuft eine Front, die sich an die aktuellen Herrschaftsräume der Fraktionen anpasst. Direkt an den Brennpunkten liegen Städte, die von Spielergilden eingenommen werden können und somit den Verlauf der Kampflinie bestimmen.

Um aber überhaupt an den Schlachten teilnehmen zu können, müssen sich Gilden einer der beiden Allianzen anschließen, in dem sie Aufträge erledigen und mit Fraktionspunkten belohnt werden.

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Daraus entstehen natürlich heftige Auseinandersetzungen unter Spielern, die erstmals mit bis zu 24 Kämpfern ausgetragen werden können.

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Zuvor schlugen sich nur acht Helden in den Arenen die Köpfe ein. Eine Rangliste informiert über gewonnene Schlachten und den aktuellen Stand der Gilden.

Leider sind die Belohnungen für eine Stadteroberung eher dürftig. Clans bekommen nur Schlüssel und haben die Möglichkeit ein Feuerwerk abzuhalten. Wenn man es nicht schafft, eine Ortschaft zu erobern, war der Angriff sogar umsonst. Da könnte ArenaNet noch ein wenig nachlegen.

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Wer lieber nach dem alten System gegen andere Spieler antritt, kann auch spätestens mit Level 20 in den neuen Arenen abtauchen, die diverse Modifikationen bieten. Ganz nach dem Motto: Prügel dich auf deine Weise.

Augenweide
In Guild Wars: Factions kann man stundenlang damit verbringen, die Landschaft zu bestaunen. Die Engine wurde zwar nicht ausgetauscht, dafür aber ordentlich aufgepeppt. Neue Schatten- und Lichteffekte verleihen der Welt eine tief greifende Atmosphäre. Auch die Soundkulisse ist wieder einmal erste Sahne. Alle Schauplätze werden von kinoreifen Musikstücken untermalt - die Kampfgeräusche können sich ebenfalls hören lassen. Einfach fantastisch!Collectors Edition
Wem die normale Version von Guild Wars: Factions nicht ausreicht, kann sich auch direkt die so genannte Collectors Edition besorgen. Für knapp 75 Euro gibt es neben dem Spiel ein dickes Buch mit Konzeptarbeiten, den Soundtrack, ein Mauspad, einen netten Schreibtischkalender sowie ein Stoffbild einer Ritualistin.

Dieses Stoffposter ist allerdings nicht in jeder Ausgabe enthalten, da es ein logistisches Problem gab. Solltet ihr die Collectors Edition ordern und es ist kein Stoffbild enthalten, könnt ihr das kleine Kunstwerk kostenlos über die offizielle Website nachbestellen.