Neben »StarCraft 2« gehörte die Ankündigung von »Guild Wars 2« unbestritten zu den absoluten Highlights der ersten Jahreshälfte 2007. Bis sich Fans in die neuen Abenteuer stürzen können, wird allerdings noch viel Wasser den Rhein runter fließen. Da kommt das erste AddOn »Guild Wars: Eye of the North« gerade recht, verkürzt es doch die Wartezeit auf den zweiten Teil und führt die Spieler an die Geschehnisse des Nachfolgers heran. Wir durften uns bei NCsoft Europe ein Bild von der Erweiterung machen und erzählen euch, warum sich die Entwickler von ArenaNet bei »Eye of the North« nach Herzenslust austoben können.

Guild Wars: Eye of the North - Gameplay Walkthrough2 weitere Videos

Wer mit dem »Guild Wars«-Universum nicht so vertraut ist, wird sich vermutlich beim Ausdruck "erstes AddOn" verwundert die Augen gerieben haben, schließlich sind mit »Prophecies«, »Factions« und »Nightfall« bereits drei Kapitel erschienen. Im Gegensatz zu »Eye of the North« handelt es sich bei ihnen allerdings um eigenständige Spiele. Diese laufen zwar alle in derselben Welt ab, bauen aber nicht aufeinander auf. Bei allen Kapiteln wurden neue Völker und Rassen eingeführt, so dass die Spieler immer mit neuen Recken in die jeweiligen Abschnitte starten mussten.

Guild Wars: Eye of the North - Klimawandel hautnah: Im hohen Norden geht es heiß her!

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Bei seiner Körperhaltung hat der Kollege allen Grund griesgrämig dreinzuschauen.
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Auf vielfachen Wunsch der Spieler hat sich ArenaNet nun allerdings für eine andere Lösung entschieden. »Eye of the North« ist ein waschechtes AddOn und spielt auf dem bereits aus »Prophecies« bekannten Kontinent Tyria, ganz im Norden von Ascalon. Auch von »Factions« und »Nightfall« wird es inhaltliche Brücken zur Story von »Eye of the North« geben. Welche dies genau sind, bleibt bisher aber leider offen. Laut Aussage von NCsoft sollen allerdings noch vor dem Release weitere Details hierzu bekannt gegeben werden.

Alle Inhalte des AddOns werden ausschließlich für Level 20 Charaktere (das Maximal-Level in »Guild Wars«) gedacht sein. Neulinge müssen daher draußen bleiben oder sich alternativ zunächst durch eines der bisherigen Kapitel schlagen. Für die Entwickler von ArenaNet bringt dies den entscheidenden Vorteil mit, ihren Ideen freien Lauf zu lassen, ohne sich auf die Erstellung neuer Startgebiete konzentrieren zu müssen.

Fakten, Fakten, Fakten
Dies macht sich auch in der Masse an Neuerungen bemerkbar, wie die nachfolgenden Zahlen verdeutlichen. »Eye of the North« wird drei neue, leider nicht spielbare Rassen (Charr, Asura, Norn), zehn neue Helden, 150 neue Fähigkeiten (wovon 50 nur im PvE benutzt werden können), 40 neue Rüstungssets, 18 riesige mehrstufige, erforschbare Dungeons, sowie zahlreiche Gegenstände und Quests enthalten.

Packshot zu Guild Wars: Eye of the NorthGuild Wars: Eye of the NorthRelease: PC: 3. Quartal 2007 kaufen: Jetzt kaufen:

Wie nicht anders zu erwarten, wird das Maximal-Level mit »Eye of the North« übrigens nicht erhöht und bleibt somit bei 20. Ansonsten wäre die Ausgeglichenheit im PvP-Bereich stark gefährdet.

Ansehen ist wichtiger als Aussehen
In zahlreichen anderen Online-Rollenspielen gehört ein Ruf-System (englisch: Reputation-System) bereits fest zum Inventar. Mit »Eye of the North« erhält es nun auch Einzug in die Welt von »Guild Wars«, zumindest bei den Völkern der Charr und der Asura. Ob ihr euer Ansehen auch bei den anderen Völkern verbessern könnt, war aus den Entwicklern leider nicht herauszukitzeln (Anmerkung der Redaktion: Wie gehen stark davon aus). Lassen wir uns also überraschen.

Guild Wars: Eye of the North - Klimawandel hautnah: Im hohen Norden geht es heiß her!

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Stonehenge, die Chinesische Mauer oder doch das Skelett eines Dinosauriers?
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Stellt man sich mit einem Volk gut, erhält man beispielsweise bessere Geschäftsbedingungen bei Handwerkern oder Händlern. Zudem sind einige der neuen PvE-Fähigkeiten direkt mit dem Ruf-System verbunden, wodurch sich die Effekte abhängig vom aktuellen Ansehen verstärken oder abschwächen.

Daher sollte der Spieler immer um ein möglichst hohes Ansehen bei den Völkern bemüht sein. Neben der Möglichkeit, durch besondere Quests zu punkten, stehen auch einige Minigames gegen computergesteuerte Gegner zur Verfügung, durch welche der Ruf ebenfalls verbessert werden kann. Bei unserem Besuch in Brighton wurden uns schon das so genannte Polymock (ein schachähnliches Spiel mit drei Figuren), sowie ein Duell vorgestellt. Eventuell kommen bis zum Release noch weitere hinzu. Sollten die Minigames von der Community gut aufgenommen werden, wäre es sogar möglich, separate Ladders zu errichten und sie eventuell sogar im PvP freizugeben. Darauf wollte sich NCsoft allerdings aus verständlichen Gründen noch nicht festlegen.

Mein Haus, mein Auto, meine Yacht
Wie schon erwähnt, stellt »Eye of the North« eine Art Brücke zu »Guild Wars 2« her. Genau an diesem Punkt kommt die so genannte Halle der Monumente ins Spiel. In diesem Bauwerk, welches für jeden Spieler instanziert ist, werden die besonderen Besitztümer eines Charakters ausgestellt, seien es nun Errungenschaften, Helden, Minipets oder Rüstungen.

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Wer glaubt, die Olympischen Spiele seien eine Erfindung der Neuzeit, der sieht sich hier eines Besseren belehrt.
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Nach den Vorstellungen von ArenaNet und NCsoft sollen aktive und erfolgreiche »Guild Wars«-Spieler auch Vorteile im zweiten Teil haben bzw. von anderen Spielern gleich als "Veteranen" erkennbar sein. Die Charaktere werden daher für jedes in der Halle der Monumente ausgestellte Stück einen Bonus im Nachfolger erhalten. Dies können beispielsweise optische Verbesserungen, hervorstechende Titel, exklusive Gefährten oder besondere Quests sein. Denkbar sind allerdings auch andere Vorzüge, zu denen sich die Entwickler bisher noch nicht geäußert haben. Angemerkt sei hierbei, dass sich die Vorteile nicht auf irgendwelche spielrelevanten Fertigkeiten auswirken werden. Neue Spieler sollen schließlich gegenüber alten Hasen keinerlei Nachteile haben.

Neben dieser bereits angesprochenen Funktion dient die Halle der Monumente auch zum Prahlen vor seinen Freunden oder Gildenkollegen. Auf Wunsch kann man andere Spieler in seinen ganz privaten Bereich einladen und mit seinen Errungenschaften angeben, ähnlich der Trophäensammlung eines Fußball-Clubs.

Kleine kommen ganz groß raus
Auch wenn die Engine von »Guild Wars« mittlerweile schon einige Jahre auf dem Buckel hat, braucht sie sich definitiv nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Die Animationen sind butterweich und gehören zum Besten, was man im Genre derzeit geboten bekommt. Für »Guild Wars: Eye of the North« wurde die Engine zudem erneut aufgepeppt, was sich vor allem im Shader-Bereich bemerkbar macht. So fiel uns beispielsweise bei einigen beeindruckenden Lava-Effekten fast die Kinnlade herunter.

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Die Engine wurde für Eye of the North nochmals verbessert.
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Das Schöne dabei ist, dass die Philosophie von ArenaNet erhalten bleibt: »Guild Wars« soll weiterhin auf drei Jahre alten Rechnern problemlos spielbar sein. Die Systemvoraussetzungen werden sich daher gegenüber »Nightfall« nicht verändern, was gerade finanzschwache Fans freuen dürfte.