Wir gehörten zu den ersten Pressevertretern, die mit Start der Gamescom der aktuellen Guild-Wars-2-Präsentation beiwohnen durften. Vor wenigen Wochen hatte uns ArenaNet die neueste Version seines neuen Flaggschiffs demonstriert und dabei seine Drei-Säulen-Strategie vorgestellt. Konnten die Amis in Köln mit weiteren Neuheiten unsere Aufmerksamkeit wecken?

Guild Wars 2 - Winter Update 201642 weitere Videos

Publisher NCsoft ließ sich nicht lumpen und fährt einen abermals sehr großen Messestand mit Dutzenden Spielmöglichkeiten auf dem Showfloor auf. Neben Guild Wars 2 ist dort übrigens das neue MMOG Wildstar spielbar, das wir euch demnächst mit einem eigenen Artikel vorstellen werden. ArenaNet stellt jetzt endlich alle fünf Rassen vor, also sind erstmals auch Asura und Sylvani in Action zu erleben, die in Highlevel-Versionen ihr Unwesen treiben.

Guild Wars 2 - ArenaNet rockt die gamescom

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Guild Wars wartet mit vielen guten Ideen auf.
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Der neue PvP-Modus

Das ist interessant, Premiere feiert in Köln aber vor allem der PvP-Modus mit seinen 5-vs-5- und 10-vs-10-Matches. Wie zuvor bereits bekannt war, wird jeder Spieler, der sich einer kompetitiven Partie anschließt, auf das höchste Level gesetzt und verfügt über alle - also exakt dieselben - Skillsets. Damit will man eine Gleichheit erreichen, die zu fairen Duellen führt.

Erfahrungspunkte im herkömmlichen Sinne sammelt man hier nicht, die erbeuteten Ruhmesbelohnungen dienen lediglich dazu, sich mit rein kosmetischen Ausrüstungsgegenständen einzudecken und seine Spielfigur auf diesem Wege zu individualisieren. Beim Matchmaking orientiert man sich laut Lead-Game-Designer Eric Flannum an Ego-Shootern, sprich, über eine simple Auswahlliste treten wir laufenden Begegnungen ein und sehen zudem, wie viele Spieler sich bereits packende Fights liefern.

Die erste und einzige vorgestellte Karte »Battle of Khylo« dient quasi als Raster für zukünftige Maps und den zum Launch von Guild Wars 2 verfügbaren Spieltypus: den Capture-Modus. Er wird alle aus Guild Wars 1 bekannten Modi ersetzen, nach der Veröffentlichung sollen (abgesehen von den Serverschlachten World vs. World) sukzessive weitere Spielformen eingeführt werden. »In Guild Wars hatten wir zu viele unterschiedliche Gametypen. Wir fanden das in unserer Analyse zu unzugänglich und unübersichtlich und wollen damit mehr Spieler ansprechen«, erklärt Flannum den Ansatz hinter dieser gravierenden Änderung.

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Nichts unmöglich in GW2?
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Auf der Karte sind drei Capture Points platziert, die selbstverständlich von den zwei rivalisierenden Parteien eingenommen und gehalten werden sollen. Statt aber eine reine Brute-Force-Eroberungsschlacht daraus zu zimmern, hat ArenaNet einige clevere Elemente hinzugefügt, die die Geplänkel dynamisch und taktisch anmuten lassen. Als maßgeblichen Aspekt beschreibt der Lead-Game-Designer die Trebuchets, denn sie sind zentral für den Spielablauf dieser Schlachten.

Nach der Vorstellung der neuen PvP-Features bekomme ich noch mehr Bock auf das MMO.Ausblick lesen

So werdet ihr nicht allein feindliche Spieler aufs Korn nehmen, sondern attackiert strategisch bedeutende Passagen und beeinflusst damit Laufrouten, zerstört Deckungsmöglichkeiten und ballert direkt auf die Wegmarken. Die Levels sind zu großen Teilen zerstörbar, und daher ist es wichtig, mindestens einen guten Schützen in den eigenen Reihen zu haben. Das Bedienen der Geschütze ist laut Flannum skillbasiert und mit steigender Erfahrung wird man natürlich zielsicherer. Allerdings verzichtet man auf "Friendly Fire" und auch beschädigte Katapulte lassen sich wieder reparieren.

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Auch auf die pvp-Kämpfe wird viel Wert gelegt.
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Die Qualität der Maps ist ArenaNet wichtiger als simple Quantität, mit dieser Aussage spielt man auf die Frage nach der Anzahl der Karten an. Alle Bereiche sind demnach darauf ausgelegt, schnelle Fortbewegung via Sprung oder Schnellreise zu ermöglichen, mit diversen Abkürzungen und überraschenden Pfaden. Während die »Capture Points« in einigen Levels statisch daherkommen, lassen sie sich in anderen sogar verschieben - womit eine weitere taktische Ebene hinzugefügt wird.

Normale Gefechte betretet oder verlasst ihr jederzeit ohne Konsequenzen, das sieht bei Turnierschlachten anders aus. Solche Verhaltensweisen haben Sanktionen zur Folge bzw. wird das Match definitiv als Niederlage gewertet. Um den PvP-Modus zu stärken und zugänglicher zu machen, wird zudem die Gildenrestriktion aufgehoben, weil es früher oft »zu schwierig war, ausreichend Mitspieler aus der eigenen Gilde zu finden«, sagt Flannum.

Klasse statt Masse

Genügend Auswahlmöglichkeiten bietet aber nach den heutigen Eindrücken die Charaktererschaffung, mit einer Vielzahl von Optionen in allen denkbaren Bereichen Allein die Menge voreingestellter Körperformen und Gesichtszüge dürfte die meisten Spieler bei weitem befriedigen. Die Details für Haare oder Bärte hat ArenaNet aber so weit gefasst, dass jeder Fan sein Alter Ego aus dem ersten Teil wird nachbilden können.

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Guild Wars 2
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Im Bezug auf die Ausstattung der Spielfigur mit Farben merkt sich das System übrigens eure Einstellungen - sobald ihr später Gegenstände erbeutet und anlegt, nehmen diese Items automatisch die entsprechende Kolorierung an. Aber keine Angst, ihr müsst nicht auf ewig mit dem »verklickten« Rosa herumlaufen. Die Farbauswahl kann jederzeit geändert werden.

Die Entwickler wollen augenscheinlich nicht nur neue Spieler ins Boot holen, sondern auch die alten Fans bei der Stange halten, indem sie immer wieder nostalgische Anleihen an die ersten Episoden integrieren. Wie uns gezeigt wurde, beginnen die Charr ihr persönliches Abenteuer beispielsweise in dem früheren Menschen-Startgebiet und räumen buchstäblich mit den Geistern der Vergangenheit auf, bis sie schließlich einem gewissen Duke Barrodin den Garaus machen.

Hier zeigte sich auch, dass ArenaNet das Skillsystem im Vergleich zu vorausgehenden Demos nochmals verändert hat. Ab sofort erlernen wir Fertigkeiten, indem wir sie verwenden, und steigern dadurch unsere Effektivität. Als Grund für diese Anpassung nennt Flannum übrigens Spieler-Feedback, das zuvor angedachte System sei nicht gut erklärt gewesen.

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Jede Klasse spielt sich anders und jeder Gegner geht anders vor...
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Talente verbrauchen demzufolge keine Energie mehr, diese wird nun für das Ausweich-Feature verwendet, das eine Aufwertung erfährt. Es mutiert zu einer immens wichtigen Spielmechanik, die von jeder Klasse anders interpretiert wird (und auch unter Wasser funktioniert!). Diebe können die Energieleiste etwa wieder auffüllen. Dass man im Hause ArenaNet nicht alles bierernst sieht, zeigt ein Asura Guardian, der seinen mächtigen Hammer - der fast die eigene Körpergröße übertrifft - locker flockig auf die Schulter wirft und lässig durch die Gegend latscht.

Matcht einfach schon Spaß, diesem kleinen Sympathieträger beim Kämpfen zuzugucken. Erst recht natürlich, wenn er seinen Dreschflegel im Gefecht gegen eines der Bossmonster schwingt, wie in Köln demonstriert. Bis zu 100 Spieler sollen sich an diesen epischen Schlachten beteiligen können - Guild Wars 2 skaliert die Schwierigkeit in solchen Fällen automatisch und passt sie an die Anzahl der Teilnehmer an -, schließlich kann jeder, der zufällig an diesem öffentlichen Event vorbeischlendert, draufhauen.

Wobei, so ganz einfach gestaltet sich der Kampf dann doch nicht, Flannum betont, dass die Bossfights noch mal angepasst und herausfordernder angelegt wurden. Das Gefecht gegen einen der Drachen-Leutnants zeigt, dass Teamplay außerordentlich wichtig sein wird. Ackern sich an vorderster Front Tanks und Mutige ab, ballern empfindlichere Naturen mit mächtigen Geschützen aus dem Hintergrund auf das Monster. Doch das wehrt sich, sendet Untergebene aus oder stellt hohe Knochenbarrikaden auf, um euch aufzuhalten.

So müssen Recken diese Hindernisse beseitigen, andere stellen sich den anrückenden Horden entgegen und halten den Damage Dealern den Rücken frei. Zudem wartet im Rückraum noch ein kraftvoller Megalaser, der den Drachen immer wieder betäubt. Die Auseinandersetzung ist also abwechslungsreich und erfordert einiges an Koordination.