Lange Zeit herrschte Funkstille beim Thema Guild Wars 2. Seit wir damals exklusiv die ersten Infos im Preview verkündeten, sind immerhin schon fast genau drei Jahre vergangen. Doch nun nimmt das Spiel allmählich Formen an: Zögerlich kommen neue Infos, Screenshots und sogar Trailer ans Tageslicht.

Gemeinsam mit unserer britischen Partnerseite incgamers hatten wir nun die Gelegenheit mit Lead Designer Eric Flannum, sowie den Entwicklern Curtis Johnson, Jon Peters und Ree Soesbee zu sprechen.

gamona: Der jüngste Trailer hat uns die fünf Rassen in Guild Wars 2 gezeigt. Hat jede Rasse einzigartige Fähigkeiten und wie wichtig wird die Wahl der Rasse sein, wenn man einen Charakter erstellt?

Eric Flannum: Jeder der fünf Rassen stehen einzigartige Skills zur Verfügung. Unsere Design-Philosophie hinter diesen Skills ist, dass sie etwas schwächer sind als äquivalente Skills, die durch die Spezialisierung bestimmt werden. Während diese Skills zwar schwächer sind, tragen sie aber dennoch zum jeweiligen Design der Rasse bei und erlauben dem Spieler neue Möglichkeiten.

Ein Mensch zum Beispiel, der eine Klasse spielt, die nicht gut mit Statusveränderungen umgehen kann, könnte den „Gebet an Kormyr“-Rassenskill wählen, der eine Statusveränderung entfernt, aber doch wesentlich schwächer ist als vergleichbare Skills von Klassen, die auf solche Entfernungen spezialisiert sind. Wir hoffen, durch solche Maßnahmen allen Rassen ein ganz eigenes Gefühl zu geben, ohne sie zu stark zu machen, wenn sie eine bestimmte Klasse wählen.

Guild Wars 2 - Rassen-Vorstellung im Trailer42 weitere Videos

gamona: Wird es High-Level Pick-Up Gruppen-PvP geben, wie wir es in Heroes’ Ascent gesehen haben?

Jon Peters: Wir haben hauptsächlich zwei Arten des Gegeneinanderspielens in Guild Wars 2. Zunächst gibt es World vs. World (WvW), ein Modus, in dem sich eine ungleiche Anzahl von Spielern auf großen Maps bekämpft und es die Möglichkeit zum Leveln gibt. Und es gibt Player vs. Player, wo kleinere Gruppen gleich starker Gegner aufeinander losgelassen werden.

Guild Wars 2 - Endlich neue Infos! Die Macher im Interview

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PvP wird eine wichtige Rolle spielen.
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Der Plan in Sachen PvP ist, dass es zwei Arten geben wird: Turniere und Pick-Up Play. Turniere werden es organisierten Teams erlauben, in verzweigten Matches gegeneinander anzutreten, um einen Gewinner zu ermitteln. Sie werden oft stattfinden um spontan zusammengefundenen Teams bessere Chancen einzuräumen. Pick-Up Play dreht sich um Gruppen unterschiedlicher Größen, denen man spontan frei beitreten kann.

Spieler können selbst Gruppen erstellen, solo spielen oder einem Spiel beitreten, das sie über Filter wie „Map“, „verfügbare Spieleranzahl“ und andere Einstellungen finden können. Anstatt Zeit damit zu verbringen, nach einer Gruppe zu suchen, werden Spieler einfach selbst hineinspringen, eine Gruppe mit Fremden oder Freunden aufmachen und ein Spiel finden können, dass ihren Ansprüchen genügt.

Packshot zu Guild Wars 2Guild Wars 2Erschienen für PC

Geister und Legionen

gamona: In Guild Wars beten die Norn sechs Geister an: die Bärin, den Raben, den Wolf, den Ochsen, den Wurm und die Eule. In einem Interview zu Guild Wars 2 werden andere Geister erwähnt: die Bärin, der Rabe, der Wolf und der Schneeleopard. Haben die Norn wirklich die Geister, die sie anbeten, gewechselt? Wenn ja, gibt es eine Erklärung innerhalb der Geschichte dafür?

Ree Soesbee: Die Norn haben ihre angebeteten Geister nicht gewechselt, die Liste in Guild Wars war einfach unvollständig. Obwohl der größte Geist, die Bärin, als wichtigster und mächtigster Geist der Wildnis angesehen wird, ist sie bei weitem nicht der einzige, der die Norn führt und inspiriert. Gruppen von Norn – meistens Familien, größere Häuser oder isolierte Stämme – beten für gewöhnlich einen bestimmten Geist mehr an als alle anderen und beschwören seine Tapferkeit, Weisheit oder seine Gewitztheit, um Vorzüge daraus zu ziehen. Wie in allen anderen Dingen sind die Norn sehr individualistisch in Bezug auf ihren persönlichen Glauben. Das bedeutet, dass der Ochse in manchen Gegenden ein sehr bekannter Geist und Wächter ist und in anderen Gebieten wesentlich weniger wichtig ist.

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Der Ältestendrache in den nördlichen Zittergipfeln.
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Als sich der Ältestendrache Jormag in den nördlichen Zittergipfeln erhob wurden die Norn von vier ihrer wichtigsten Geister nach Süden geführt um Hoelbrak zu gründen – Bärin, Rabe, Schneeleopard und Wolf. Die anderen Geister hatten keinen aktiven Einfluss auf den Exodus der Norn. Geister wie der Ochse und die Eule mussten sich anderen Dingen widmen und waren nicht an der Seite der Norn, als diese sie dringend gebraucht hätten. Die vier Geister der Wildnis, die den Norn damals halfen, wurden wichtiger und bekannter, und die Norn, die Hoelbrak gründeten, bauten vier große Tempel, um ihnen für ihren Schutz und ihre Weisheit zu danken. Den anderen Geistern wurde nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet, aber das heißt nicht, dass sie in Vergessenheit geraten sind.

gamona: Wie ausgeprägt ist die Feindschaft zwischen der Goldenen Legion und den anderen Legionen der Charr? Versuchen sie ganz unverblümt, einander zu töten oder ist es einfach so, dass sie sich nicht mögen, aber zum Wohle der Charr zusammenarbeiten?

Ree Soesbee: Zwischen den drei Charr-Legionen und der Flammenlegion, die von ihren Feinden als „Goldene Legion“ verspottet wird, weil sie ein eher weiches Erscheinungsbild hat und sich auf Magie statt Waffen verlässt, herrscht ganz offen Krieg. Die Flammende Legion unterdrückte und versklavte die anderen drei Legionen vor und während der Zerstörung von Ascalon. Kalla Scorchrazors Aufstand und der große Krieg zwischen den Charr befreiten die Eisen-, Asche- und Blutlegionen erneut. Die Flammenlegion stürzte ins Chaos – doch sie verlor nicht ihren Willen und ihre Entschlossenheit, alle Charr unter ihrem Banner zu vereinen und den Thron des Khar-Ur zu besetzen.

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"Nein, ich würde nicht sagen, dass es eine freundliche Beziehung ist..."
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Die Flammenlegion brauchte zweihundert Jahre, um ihre Truppen zu sammeln und den anderen drei Legionen erneut im Kampf gegenüberzutreten, aber selbst in dieser Zeit verloren sie nie ihr Ziel aus den Augen. Sie benutzten Taktiken wie Guerillakampf, Sabotage, Infiltration und Verrat, alles, um Macht zu erlangen. Es gab in der Zwischenzeit Phasen, in denen die Flammenlegion stark genug war, um eine oder sogar zwei der anderen Legionen herauszufordern – aber jetzt, mit dem Erscheinen ihres neuen „Gottes“, Gaheron Bealfire, ist die Flammenlegion stark genug, die Macht aller drei Legionen anzufechten.

Falls die Flammenlegion die Eisen-, Asche- und Blutlegionen einmal mehr besiegen sollte, wird sie eine neue Ära der Tyrannei unter den Charr begründen. Sie wird Rache an den weiblichen Charr nehmen, die sich widersetzt haben und die Waffen gegen ihre „rechtmäßigen Herrscher“ erheben. Sie wird Gahon – der einer von ihnen ist – zum alleinigen Gott ihres Volkes erklären, und andere Charr werden ihn entweder anbeten oder vernichtet werden.

Insofern: Nein, ich würde nicht sagen, dass es eine sehr freundliche Beziehung ist.

"Letztendlich geht es in Onlinespielen um die Communitys"

gamona: Wie lange lebt ein Asura? In Guild Wars: Eye of the North gab es Hinweise darauf, dass ein Asura hunderte Jahre alt werden könnte...

Ree Soesbee: Asura leben etwas länger als Menschen – vielleicht 5 bis 10 % länger (120 Jahre wäre schon ein außergewöhnliches Alter für einen Asura). Sie leben nicht Jahrhunderte – aber Asura-Erfindungen funktionieren oftmals noch lange, nachdem der ursprüngliche Erbauer nicht mehr als eine Facette in der Ewigen Alchemie geworden ist.

gamona: Lebt Vekk noch?

Ree Soesbee: In Guild Wars 2? Nein, tut mir leid. Aber was letztendlich mit ihm passiert ist – nun, sagen wir einfach, die Physik hat zurückgeschlagen.

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Kommt es etwa doch auf die Größe an?
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gamona: Werden Charaktere, obwohl es in Guild Wars 2 Schusswaffen gibt, immer noch die Möglichkeit haben, eher primitive Waffen wie Bögen zu nutzen?

Eric Flannum: Waffennutzung in Guild Wars 2 hängt von der Klassenwahl ab. Es gibt tatsächlich Klassen, die Schusswaffen, Bögen oder beides nutzen, als auch Klassen, die keines von beidem verwenden können. Wenn der Spieler einen Bogen einsetzen möchte, hat er definitiv mehrere Berufe zur Wahl, die ihm das ermöglichen.

gamona: Was habt in von Guild Wars 1 darüber gelernt, was es heißt, eine Online-Community zu verwalten und ein Spiel im allgemeinen zu strukturieren?

Eric Flannum: Nach dem Release dreier Spiele und einer Erweiterung haben wir eine Menge über Community Management und Spielstruktur gelernt. Zum Beispiel hielten wir es beim Entwickeln von Guild Wars 1 für eine großartige Idee, einen einheitlichen Server für alle Spieler zu haben. Oberflächlich gesehen ist das sehr vorteilhaft, weil es den Spielern größere Flexibilität erlaubt, wenn sie mit ihren Freunden spielen wollen. In der Praxis bedeutet es, dass es wesentlich schwieriger ist, eine Spieler-Community aufzubauen. In einer Welt mit Hunderttausenden anderen Spielern begegnet man quasi nie regelmäßig denselben Leuten (unser gewaltiger Einsatz instanzierter Inhalte hat auch seinen Teil dazu beigetragen).

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"Wir haben eine Menge über Community Management gelernt."
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Manche Spieler nutzen diese schiere Masse an Spielern auch als Ausrede dafür, schlechte Manieren an den Tag zu legen, weil sie sich niemals wirklich einen schlechten Ruf erwerben können und von der Community insofern keine Konsequenzen ihrer Aktionen fürchten müssen. Natürlich fallen diese Probleme nicht automatisch weg, wenn man mehrere Server einbaut, aber letztendlich geht es in Onlinespielen um die Communitys. Was auch immer wir tun können, um aktivere und gesündere Spielercommunitys zu fördern, ist ein großer Vorteil für uns.

"Wir planen PvP als gesonderte Erfahrung"

gamona: Plant ihr, den PvP interessant genug zu gestalten, als dass er sich selbst als E-Sport etablieren könnte?

Jon Peters: Wir bauen den PvP von Anfang an als eine gesonderte Erfahrung auf. Spieler werden in den PvP ihren Namen, ihre Rasse und Klasse mitnehmen. Danach sind sie nur noch durch ihre eigenen Fähigkeiten begrenzt. Wir haben viele Einflüsse aus dem Ego-Shooter-Genre mit aufgenommen, um Guild Wars 2 das Gefühl eines E-Sports zu verleihen. In öffentliche Matches kann man sofort einsteigen, wir werden die Statistiken der Spieler aufzeichnen, Rangfolgen einrichten, damit Spieler sich mit anderen vergleichen können und eine große Zahl an Turnieren abhalten, sowohl kleine als auch große, damit die wetteiferndsten der Spieler sich um das Recht prügeln können, sich selbst die besten „Guild Wars 2“-Spieler der Welt zu nennen.

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Guild Wars 2 bietet wieder Vieles für Gilden.
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gamona: Das Wort „Guild“ in Guild Wars hat schon immer die zentrale Rolle angedeutet, die die Gilden im Spiel einnehmen würden. Ihr habt mehrmals betont, dass Guild Wars 2 viele Verbesserungen beinhalten wird, die ihr eigentlich schon gerne in Guild Wars 1 gehabt hättet. Könnt ihr uns mitteilen, was ihr in dieser Hinsicht von Guild Wars 1 gelernt habt? Inwiefern werden sich die Gildenfeatures unterscheiden?

Curtis Johnson: Als wir Guild Wars gemacht haben, wussten wir, dass Gilden und Gemeinschaften essentielle Bestandteile der Online-Rollenspiel-Erfahrung sind, also haben wir es sehr leicht gemacht, schon früh im Spiel eine Gilde zu gründen und es Spielern ermöglicht, diese Gemeinschaften am Laufen zu halten, indem sie all ihre Charaktere in derselben Gilde hatten.

In Guild Wars 2 legen wir den Fokus genauso, was frühe Kontakte angeht. Wir werden es wieder einfach machen, alle Charaktere in einer Gilde zu vereinen, doch wir haben entschieden, dass mehr Freunde mehr Spaß bedeuten, und insofern wird es auch möglich sein, Charaktere in verschiedenen Gilden zu haben. Wir wollen Gilden auch mehr allgemeine Bedeutung geben, also bauen wir Gilden-Achievements ein und Features wie Gilden, die im World vs. World-Spiel Burgen verteidigen.

Wir wollen es auch vereinfachen, mit Gildenmitgliedern in Kontakt zu bleiben, also werden wir Features einbauen wie einen Gildenkalender, um sich zu verabreden und einen Überblick über die Zeitzonen zu behalten, oder die Möglichkeit, von jedem beliebigen Webbrowser am Gildenchat teilzunehmen, so dass man in Kontakt bleiben kann, selbst, wenn man gerade nicht spielen kann.

gamona: Vielen Dank für das Gespräch.

Mehr Infos zu Guild Wars und Guild Wars 2 auf unserer Community-Seite GWCom.