Guild Wars (PC-Test)
(Nedzad Hurabasic)

Nun ist es also soweit: Mit Guild Wars öffnet ein weiteres MMORPG (Massively Multiplayer Online Game) seine Pforten... Das wäre eigentlich der ideale Einstieg, doch Moment: Handelt es sich bei dem von vielen Fans schon heißerwarteten Spiel wirklich um eins

der Online Rollenspiele, die in den letzen Jahren immer populärer werden oder doch eher um ein Hack n' Slay Actionspiel? Bei genauerer Betrachtung kommen schnelle einige Details ans Tageslicht, die es von den üblichen Genrevorbildern wie Dark Age of Camelot oder World of Warcraft deutlich unterscheiden.

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Andere Features wiederum sind zumindest sehr ähnlich. Laut Aussage des Herstellers Arena.net beinhaltet Guild Wars die "besten Elemente von MMORPGs und kombiniert sie mit einem neuen, auf Missionen basierenden Design." Wir haben während der Beta-Wochenden und bei speziellen Presse-Events unter die Haube des Zwitters geschaut und diese Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.

Was ist anders...
Der vielleicht größte und wichtigste Unterschied zu herkömmlichen Onlinespielen ist die Abwesenheit von regelmäßigen Abo-Gebühren. Spieler müssen sich (zunächst) nur das Originalspiel kaufen, monatliche Kosten gibt es somit nicht.

In Zeiten der Rezession könnte dies ein gewichtiges Argument sein, zumal die Zielgruppe sich zu einem großen Teil aus Schülern oder Auszubildenden rekrutieren dürfte, wo die finanziellen Mittel doch eher beschränkt sind. Das Originalspiel enthält das erste Kapitel eines

großen Abenteuers, weitere werden vermutlich folgen und müssen dann wohl auch wieder bezahlt werden. Doch auch für herkömmliche MMORPGs gibt es natürlich derartige Erweiterungen.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die regelmäßigen Updates, auch als Patch bekannt. Guild Wars wird regelmäßig von Ladescreens unterbrochen, etwa wenn man eine Stadt betritt oder eine neue Mission bzw. ein Quest startet. Während dieser Zeit werden die Spieldaten vom zentralen Server heruntergeladen, neue Inhalte aufgespielt oder Fehlerkorrekturen implementiert.

Auf diese Weise sollen so genannte "Patchdays" und auch der berüchtigte Spruch:" Never Play on Patchday" der Vergangenheit angehören. Möglich ist dies durch das einzigartige Streaming-System, das dem Spiel zu Grunde liegt. Es gewährleistet den unablässigen Strom an Daten zwischen Spielclient und Server und

Guild Wars - MMORPG oder was?

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versorgt die Spieler permanent mit neuen Inhalten. Alle Akteure sind somit immer auf demselben Stand, und zwar weltweit! Bei Guild Wars gibt es keine einzelnen Server, sämtliche Spieler sind in einem riesigen Netzwerk zusammengeschlossen, dessen Server in den USA stehen. Somit ergibt sich in der Hauptstadt Ascalon ein Gewusel aus allen möglichen Nationen: Koreaner stehen neben Franzosen, Deutsche neben Südafrikanern und Amis neben Russen.

Packshot zu Guild WarsGuild WarsErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Jeder ruft etwas in seiner eigenen Muttersprache, was durchaus für ein ziemliches Wirrwarr sorgen kann. Zwar heißt es oft "Monk lvl 20 LFG ASAP" oder ähnlich kryptisch. Letztlich durchschaut man diese Kürzel aber auch als Neuling schnell. Außerdem kommt meist Englisch als Universalsprache zum Einsatz oder man hält sich an diejenigen, die der eigenen Sprache mächtig sind.

Die Frage bei dieser Art von gigantischem Netz ist natürlich, ob der Hersteller einen akzeptablen Support wird bieten können und ob die Verbindungsgeschwindigkeiten zu den in Amerika stehenden Serverfarmen auch in Europa einen flüssigen Spielablauf gestatten werden.

Das werden erst Langzeittests nach dem Release erweisen müssen.und was nicht ...
Wie auch bei anderen Rollenspielen übernimmt man bei Guild Wars die Rolle eines Helden und hat zunächst die Wahl zwischen sechs verschiedenen humanoiden Klassen (Krieger, Waldläufer, Mönch, Elementarmagier, Mesmer und Nekromant). Bis zu 30 mögliche Kombinationen aus Primär- und Sekundärklasse sind möglich.

Je Klasse stehen etwa 75 verschiedene Fähigkeiten zur Verfügung, insgesamt also etwa 150. Davon dürfen allerdings bei jeder Mission nur acht ausgewählt werden können. Jedem Charakter werden automatisch bestimmte passive

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Grundattribute zugewiesen, die sich wiederum auf die Skills (Fähigkeiten) der Spielfiguren auswirken. Beim Levelaufstieg lassen sich diese so verteilen, wie man es für richtig hält. Später lassen sich diese Entscheidungen mithilfe von so genannten "Refunds", aber auch wieder rückgängig machen.

"Verskillte" Charaktere soll es auf diese Weise nicht geben und die Experementierfreude unterstützt werden. Neue Fertigkeiten wie Buffs, Debuffs, Rituale, Schreie oder Styles erlernt man mithilfe von "Skillgems", die erschlagene Monster fallen lassen, die es für abgeschlossene Quests gibt oder die schlicht beim Gem-Händler gekauft werden. Pro Account darf man vier verschiedene Charaktere erstellen. Dabei ist es möglich zu wählen, ob ein Rollenspiel-Charakter angelegt werden soll, den man selber hochleveln muss aber auch individuell konfigurieren kann oder eine PvP-Spielfigur erstellt wird, die aus einem vorbestimmten Template ausgewählt wird und nur in PvP-Umgebungen gespielt werden kann. PvP-Only-Charaktere starten sofort mit dem maximalen Level 20 und eignen sich besonders gut für eine schnelle Runde zwischendurch.

Vor allem Anfänger werden aber zunächst immer mit einemindividuellen (Rollenspiel)-Charakter beginnen. Das birgt nicht nur den Vorteil, dass in kleinen oder größeren Abenteuern spezielle Gegenstände erbeutet werden können. Neue Spielfiguren absolvieren darüber hinaus auf ihrem Weg zur Hauptstadt ein knappes aber ausreichendes Tutorial, bei dem die wichtigsten Funktionen des Spiels erlernt werden können.

Nachdem Ascalon erreicht ist, fällt das Reisen glücklicherweise sehr leicht, weil über die Weltkarte die meisten Gebiete per Knopfdruck erreichbar sind. Zeitintensives rumreiten oder fliegen wie in anderen Onlinespielen gehört somit der Vergangenheit an. In der Stadt angekommen, ist es nun möglich, sich weiteren Abenteuergruppen anzuschließen oder sich ein eigenes Team aus computergesteuerten Helden zusammenzustellen. So ist niemand darauf angewiesen, lange nach gleichgesinnten Spielern zu suchen, falls die eigenen Freunde oder Gildenmitglieder mal keine Zeit haben oder nicht online sind.Alle Quests, Abenteuer und Missionen finden in Guild Wars in instanzierten Gebieten statt. Das heißt, diese Areale stehen ausschließlich für einzelne Spieler oder Gruppen bereit.

Das in anderen Onlinespielen berüchtigte "Killstealing", wird es bei Guild Wars dadurch erfreulicherweise nicht geben können. Missionen laufen in der Regel linear ab - die Wege sind vorgeschrieben und können meist nicht verlassen werden. Das ermöglicht den Entwicklern aber auch, gescriptete Ereignisse haargenau auf die Spieler zuzuschneiden und damit auch unkonventionelle Quests zu erschaffen.

Gleich in der ersten Mission muss beispielsweise ein NPC gegen anrückende Monsterhorden beschützt werden. Manchmal läuft man auch in Hinterhalte, was taktisches Vorgehen erfordert. Wer blindlings voranrennt, wird seine Gruppe alsbald dezimiert sehen - zumal viele Aufträge aufeinander aufbauen.Krieg der Gilden
Das zentrale Spielsystem besteht aber aus den Kämpfen von Spielern gegeneinander (PvP) und nicht gegen Monster. Spieler schließen sich zu diesem Zweck (wenn sie möchten) zu Gilden zusammen und haben die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Spielmodi: Arena-Kämpfe, Turniere

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und später auch Gildenhallen-Kämpfe, was aber in den Preview-Events noch nicht zur Verfügung stand. Bei kleinen Arena-Auseinandersetzungen spielen immer zwei Teams mit je vier zufällig ausgewählten Spielern gegeneinander, bis eine der beiden Gruppen ausgelöscht ist. Dieser Modus eignet sich vor allem für den schnellen, kuzweiligen Spielspaß. Bei den Turnieren sieht das schon ganz anderes aus. Hier spielen bis zu sechs Teams mit je acht Spielern gleichzeitig gegeneinander und müssen verschiedene Aufgabenstellungen bewältigen.

Mal muss ein NPC beschützt werden, dann sollen wieder alle anderen Teams vernichtet werden oder auch das Relikt des gegnerischen Teams so oft wie möglich gestohlen werden. Man weiß nie, was das eigene (Gilden-)Team als Nächstes erwartet, die Gebiete sind ständigen Veränderungen unterworfen. Viele Spielmodi sind unverkennbar Egoshootern entlehnt, was den Spielspaß aber keinesfalls schmälert. Weil alle Spieler und alle Gilden in einem weltumspannenden Netz zusammenspielen, kann auf diese Weise sogar die "weltbeste" Gilde ausgespielt werden. Für genügend Motivation ist also auf jeden Fall gesorgt.

Wer glaubt, den "Haken" nun bei der grafischen und soundtechnischen Umsetzung zu finden, irrt. Auch hier haben sich die Entwickler ins Zeug gelegt und eine atemberaubende Atmosphäre geschaffen, die es mit den derzeitigen Konkurrenzprodukten mehr als aufnehmen kann. Zwar fehlt in den Abenteuergebieten aufgrund der Instanzen selbstverständlich bis auf die eigenen Gruppenmitglieder das Geweusel menschlicher Spieler. Ansonsten finden wir uns aber in einer absolut überzeugenden Welt wieder, die vor Leben nur so strotzt. Oftmals beeindruckend ist auch die musikalische Untermalung, die dem sehenswerten Ambiente die sprichwörtliche Krone aufsetzt.Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:

+ atemberaubende Spielwelt + genial einfaches Gameplay + persönliche Instanzen + Computergesteuerte Teamkameraden + keine Abo-Gebühren

Contra:

- Häufige Ladescreens - chaotische Verhältnisse in den Städten

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auf die eigenen Gruppenmitglieder das Geweusel menschlicher Spieler. Ansonsten finden wir uns aber in einer absolut überzeugenden Welt wieder, die vor Leben nur so strotzt. Oftmals beeindruckend ist auch die musikalische Untermalung, die dem sehenswerten Ambiente die sprichwörtliche Krone aufsetzt.Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:

+ atemberaubende Spielwelt + genial einfaches Gameplay + persönliche Instanzen + Computergesteuerte Teamkameraden + keine Abo-Gebühren

Contra:

- Häufige Ladescreens - chaotische Verhältnisse in den Städten