Das MMORPG Gods & Heroes: Rome Rising hätte eigentlich schon Ende 2005 erscheinen sollen, doch widrige Umstände und auch ein Wechsel des Entwicklers von Perpetual Entertainment zu Heatwave Interactive zögerten den Release immer weiter hinaus – meist kein gutes Zeichen für ein Spiel...

Gods & Heroes: Rome Rising - Class Profile: Soldier19 weitere Videos

Ein MMORPG, das antike Historie und Mythologie miteinander vermischt, hört sich recht interessant an. Also schnell einen Helden erstellt. Diesen wählt ihr aus den Klassen Gladiator, Soldat, Mystiker und Priester. Zudem wählt ihr pro Klasse einen von zwei Schutzgöttern aus, die später noch eine Rolle spielen. Denn ihr dürft auch göttliche Fähigkeiten nutzen, die sehr nützlich sind. Zwei weitere Klassen, der Scout und der Nomad, sind zum jetzigen Zeitpunkt noch ausgegraut und werden später in das Spiel integriert.

Gods & Heroes: Rome Rising - Was lange währt, wird endlich...

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 126/1301/130
Im MMORPG Gods & Heroes: Rome Rising trefft ihr auf viele mythologische Kreaturen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Geschichte beginnt dramatisch per Texteinblendung – keine spektakuläre Introsequenz zieht euch in das Spiel. Ihr lest also, dass im Jahr 246 vor Christus eure Familie von einem finsteren Kult ermordet wurde, der auf einer Insel seine Basis errichtet hat. Natürlich schwört ihr Rache und schließt euch einem Trupp Söldner und Soldaten an, welcher diese Telchinisten auf dem Eiland finden und vernichten will. Und schon steckt ihr mittendrin, müsst beim Kommandanten vorsprechen und die ersten Bösewichte vor den Toren des Lagers ausschalten. So zieht der Recke los, seine Rache zu üben und ein wahrer Held der Antike zu werden.

Das kennen wir doch!

Trefft ihr auf Feinde, klickt ihr diese an und wählt – wie von anderen Online-Rollenspielen gewöhnt – aus der Quickslot-Leiste die Attacke beziehungsweise den Skill aus, den ihr ausführen möchtet. Durch Kämpfe und erfolgreich abgeschlossene Quests erhaltet ihr Erfahrungspunkte und steigt so langsam bis ins derzeitige Maximallevel 30 auf. Mit der Zeit erhaltet ihr auch die Möglichkeit, neue Fertigkeiten oder göttliche Kräfte - abhängig von der zuvor gewählten Gottheit, der ihr huldigt - zu erlernen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Gods & Heroes: Rome Rising kaum von anderen MMORPGs.

Gods & Heroes: Rome Rising - Was lange währt, wird endlich...

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Grafisch reißt das MMO Gods & Heroes: Rome Rising keine Bäume aus. Die Figuren sind recht polygonarm.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Alleine zu spielen macht in den meisten MMORPGs nur bedingt Spaß. In Gods & Heroes: Rome Rising seid ihr jedoch nur ganz zu Beginn alleine unterwegs, da sich euch im Verlauf des Abenteuers NPCs als Kampfgefährten, sogenannte Minions, anschließen. Mit vier Minions gleichzeitig dürft ihr losziehen, abhängig von eurem Level – je höher die Stufe eures Helden ist, desto mehr Gefährten kämpfen an seiner Seite. Diese teilen sich in die Kategorien Infantry, Skirmishers und Spellcasters.

Es sollte natürlich darauf geachtet werden, dass die Party aus einer ausgewogenen Mischung besteht. Etwas merkwürdig dabei ist, dass ihr meist die NPCs erst kennen lernen und eventuell einen Auftrag für sie ausführen müsst, bevor sie sich euch anschließen. Dies führt dazu, dass der NPC zig mal im Spiel herumrennt und auch weiterhin als Ansprechpartner für andere Spieler zur Verfügung steht.

Es macht Laune, in das antike Rom abzutauchen, auch, wenn das Spiel und die Grafik nicht mehr so frisch sind und der Feinschliff fehlt.Fazit lesen

Eure Gruppe managet ihr an speziellen Statuen. Hier könnt ihr bestimmen, welche Minions ihr mit euch auf Abenteuerreise nehmt. Ihr dürft den Minions auch Befehle geben, beispielsweise bestimmen, wer geheilt wird, oder Formationen festlegen. Das System ist sehr interessant und lässt ein Gefühl klassischer Rollenspiele aufkommen, in denen man mit einer Party unterwegs war. Jedoch wirkt es auch dem Aspekt des Teamspiels mit anderen Spielern leicht entgegen. Man zieht eben doch eher alleine los oder, wenn man in der Gruppe unterwegs ist, präsentiert sich diese oft recht überfüllt.

Alles im Fluss

Gods & Heroes: Rome Rising spielt sich sehr flüssig, man kommt schnell voran, bereist immer neue Gebiete, hat stets etwas zu tun. Auch die Atmosphäre weiß grundsätzlich zu überzeugen. Ruinen im antiken Stil, Wälder, Häfen, Orakel... Ihr werdet gar wundersame Orte auf eurer Reise entdecken. Auch gigantische Instanzen sind enthalten, die euch mehrere Stunden mit Herausforderungen und Aufgaben beschäftigen werden. Untermalt von einem stimmigen Soundtrack, der direkt aus einem Sandalenfilm stammen könnte erschafft das MMORPG eine durchaus interessante Welt.

Auch die mythologischen Kreaturen, auf die ihr trefft, wie den Minotaurus, Satyren, Titanen, Harpyen und andere, fügen sich hervorragend ins Spiel ein. Klasse ist auch, dass man sich ein eigenes Zuhause errichten kann. In einer besonderen Questreihe gelangt man an Grundbesitz, der sich im Lauf dieser Quests immer weiter entwickelt.

Ihr beginnt mit einer kleinen Hütte und könnt das Zuhause bis zu einer stattlichen Burg ausbauen. In eurem Heim dürft ihr auch eure Minions verwalten. Später verschlägt es euch auch nach Rom. In der imposanten Stadt nehmt ihr durch diverse Aufgaben an politischen Ränkespielen teil und verhelft so einer Fraktion zur Macht.

Gods & Heroes: Rome Rising - Was lange währt, wird endlich...

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 126/1301/130
Auch der Minotaurus hat einen Gastauftritt im Spiel - oder auch mehrere.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dennoch merkt man Gods & Heroes: Rome Rising an, dass es vor sechs Jahren hätte erscheinen sollen. Nicht nur an der inzwischen angestaubten Optik. Heatwave Interactive hat sich redlich Mühe gegeben, aus der Engine des ursprünglichen Entwicklers Perpetual Entertainment alles herauszukitzeln, und die Landschaft wirkt auch teilweise schön, stimmig und atmosphärisch, aber oft auch detailarm und voller buchstäblicher Ecken und Kanten.

Auch Texturen hat man schon deutlich schönere gesehen. Doch vor allem die Animationen sind hölzern und entsprechen nicht mehr dem, was man von einem Spiel erwartet, das 2011 erscheint. Die Modelle der Figuren und Monster sind teilweise ansprechend designt, andererseits kantig und polygonarm.

Alterserscheinungen

Kann man über die Grafik in vielen Aspekten hinwegsehen, wirkt auch das Spieldesign an sich nicht mehr frisch. Zu viel Standardkost in Form von Quests, die man so in fast jedem anderen MMORPG auch gespielt hat, erstrecken sich vor dem Helden – sprich töte 10 hiervon, sammle 7 davon. Dazu kommt eine teilweise merkwürdige Kollisionsabfrage, die dazu führt, dass man durchaus mal in einem kleinen See steckt und den einen Zentimeter übersieht, über den man wieder ans Ufer kommt.

Auch die Respawn-Rate ist fragwürdig. So erscheinen Zwischengegner recht schnell wieder, nachdem man sie erledigt hat, was durchaus dazu führt, dass man schwer verwundet noch einmal gegen den selben Feind kämpfen muss und dann keine Chance mehr hat.

Gods & Heroes: Rome Rising - Was lange währt, wird endlich...

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Auch Harpyen sind in Gods & Heroes: Rome Rising mit von der Partie.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Während des Tests hatten wir nicht nur mit diversen Verbindungsproblemen und Bugs wie Minions, die über Wasser laufen konnten, zu kämpfen, sondern vor allem mit der deutschen Übersetzung. Abgesehen davon, dass einige Texte noch gar nicht übersetzt waren, zauberten andere ein riesengroßes Fragezeichen über unsere Köpfe. Ein Beispiel: "Garmon das Faunus wünscht Sie das Blut seines Bruders verschütten, um die Einwohner der Insel zu speichern" - alles klar! Offenbar versuchte man, das Spiel mittels einer Übersetzungssoftware der Marke Babelfish vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Zum Teil ergaben die Beschreibungen überhaupt keinen Sinn, waren unfreiwillig komisch und ließen einen nur erraten, was als nächstes zu tun war.

THQ und Heatwave Interactive arbeiten bereits daran, die Übersetzung zu verbessern. Mit einem aktuellen Patch wurde jetzt eine neue Übersetzung aufgespielt. Diese liest sich sehr gut, jedoch sind noch bei weitem nicht alle Texte übersetzt und gute Englischkenntnisse sind momentan noch nötig, wenn man tiefer ins Geschehen eintauchen möchte.

Kein Wort über PvP und Crafting? Ja, weil es diese Elemente noch nicht im Spiel gibt. Sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut werden. Daran merkt man auch, dass Gods & Heroes: Rome Rising noch der Feinschliff fehlt. Das, was vorhanden ist, ist gut, macht teilweise auch richtig Spaß und trotzdem hat man immer wieder das Gefühl, dass alles noch nicht richtig fertig ist. Aber welches MMORPG ist das bei Veröffentlichung schon?