Aller guten Dinge sind drei. Nach einem vergeigten PC-Debut und einer optisch arg abgespeckten PS3-Fassung, folgt nun endlich eine PlayStation 4-Version ohne größere Macken. Final Fantasy 14 versüßt Rollenspielern die Saure-Gurken-Zeit zum Systemstart der neuen Hardwaregeneration.

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Zur Zeit kann keiner der großen Konsolenhersteller behaupten, sich mit Ruhm zu bekleckern. Egal ob Microsoft, Sony oder Nintendo, bei allen Parteien mangelt es an Kaufargumenten für die neue Hardware-Generation. So ein dahergeschlendertes Titanfall oder Infamous 3 unterhält sicher eine Weile, aber nach rund einem halben Jahr auf dem Markt erwartet man freilich mehr als ein einziges echtes Verkaufsargument je System.

Das MMORPG Final Fantasy 14 fällt weder in die Kategorie „System Seller“, noch geht es um ein neues Spiel. Immerhin streifen hartnäckige Abenteurer bereits seit 2010 durch die Landschaften des Fantasy-Reichs Eorzea. Reboot hin, neue Gameplay-Regelungen her, eigentlich ist längst bekannt, was einen erwartet.

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Der Umfang alleine sollte dennoch für ausreichend Ablenkung sorgen, bis echte Blockbuster für die PS4 eintreffen, sofern man nicht schon mit der PC- oder PS3-Fassung vorlieb nahm. Oder lohnt sich gar eine doppelte Anschaffung?

Final Fantasy XIV: A Realm Reborn (PS4) - Endlich auf Augenhöhe mit der PC-Version

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Hübsch, aber nicht neu: Im Grunde entspricht die PS4-Version weitestgehend einer aktuellen PC-Fassung.
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Inhaltlich sind keine Unterschiede zwischen den drei Versionen auszumachen, daher verweisen wir für Angaben zum Spielinhalt auf unseren „A Realm Reborn“-Test. Die vorliegende PS4-Umsetzung bringt nur einen einzigen Vorteil mit: auf der Blu-ray sind sämtliche bislang verfügbaren Updates integriert, wodurch kein Mangel an Mehrspieler-Inhalten und PVP-Optionen besteht. Konsequenterweise entfallen ewige Download-Orgien fürs Erste. Nun ja, zumindest bis eine weitere Aktualisierung die Festplatte zukleistert. Schon jetzt verlangt eine Installation rund 40 Gigabyte, was nun wirklich nicht wenig ist. Aber was soll's, es geht ja auch ein umfangreiches Spiel.

PS3-Veteranen ziehen abseits der verbesserten Grafik trotzdem keinerlei Vorteil aus einer Neuanschaffung. Der Spielablauf bleibt unberührt. Neu ist lediglich die Möglichkeit, das Touchpad des DualShock-Controllers als Mausersatz zu verwenden. Wie schon seit der Veröffentlichung der PS4 abzusehen, entpuppt sich die berührungsempfindliche Eingabefläche als Rohrkrepierer. Einerseits muss man ständig unbequem umgreifen, andererseits braucht man mit dem Touchpad viel zu lange. Bis man mal eine der fuzzeligen Fertigkeitsfelder ausgewählt bekommt, hat man längst schmerzliche Treffer eingesteckt.

Packshot zu Final Fantasy XIV: A Realm RebornFinal Fantasy XIV: A Realm RebornErschienen für PC, PS3 und PS4

Konsoleros sollten darauf verzichten und lieber den weit schnelleren Zugriff über die Schulterbutton in Anspruch nehmen. Einmal betätigt, stehen alle Fertigkeiten auf Knopfdruck zur Wahl. Ein Feature, das SquareEnix aus Segas Klassiker „Phantasy Star Online“ übernommen hat. Funktioniert auch noch nach 14 Jahren prima. Passt euch selbst das nicht, bleibt immer noch die Couch-unfreundliche Kombination „Maus und Tastatur“.

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Endgegner incoming!
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Anderweitig bleibt nur verbesserte Grafik als Kaufargument. Auf der PS4 erreicht das Programm beinahe PC-Qualität. Sichtweite, Texturen und Detaildarstellung entsprechen zwar nicht der höchstmöglichen PC-Einstellung, zumal viele Spieler unter Kantenglättung etwas anders verstehen. Aber es flimmert wenigstens nicht mehr, obwohl die Ränder aller Grafikobjekte noch immer ziemlich verzahnt sind. Wenn hier Anti-Aliasing verwendet wird, dann höchstens zwei- oder vierfach. Immerhin geht immens weniger Qualität verloren als noch auf der PS3.

Was freilich nichts an den Unzulänglichkeiten des Programms ändert. In den Startgebieten murmelt man gerne ein spöttisches „Angriff der Klonkrieger“, weil Charakteren derselben Klasse wenig Individualisierungsmöglichkeiten offenstehen. 1080P Auflösung und 60 FPS sind gut gemeinte Features, doch kann der Anspruch nicht durchgehend gehalten werden. An manchen Stellen bricht die Bildrate spürbar ein – auch ohne Massenansammlungen. Schade um solche Kleinigkeiten. Final Fantasy 14 gehört rein optisch zu den schönsten MMOs auf dem Markt.