Autor: Nedzad Hurabasic

"Das ultimative Science-Fiction PC-Online-Rollenspiel". So wird Face of Mankind auf der Verpackung vollmundig bezeichnet. Wer mit solchen Superlativen um sich wirft, muss sich auch daran messen lassen. Deshalb haben wir uns das "Meisterwerk" vorgeknöpft und auf Herz und Nieren überprüft.

Face of Mankind: Fall of the Dominion - TrailerEin weiteres Video

Wir schreiben das Ende des 24. Jahrhunderts: Die Menschheit ist mittlerweile auf Dutzende Kolonien verteilt, wo sie natürlich um ihr Überleben kämpft. Jeder Spieler muss sich schon am Anfang für eine der acht Fraktionen entscheiden, kann diese Wahl später aber ändern.

Dabei gehen allerdings alle bis dahin verdienten Rangpunkte verloren. Schon beim Einstig in das Spiel merkt jeder halbwegs erfahrene Rollenspieler, dass es sich bei Face of Mankind eben nicht um ein solches handelt. Denn dafür sind die Möglichkeiten, Einfluss auf seine Spielfigur zu nehmen oder die Charakterwerte im Verlauf des Spiels zu verändern, einfach viel zu gering oder gar nicht vorhanden. Ungewöhnlich für ein Spiel dieser Art: Jeder Spieler kann nur über eine Spielfigur verfügen. Zweitcharaktere oder "Twinks", wie sie im Sprachgebrauch des Genres auch bezeichnet werden, gibt es nicht. Von daher sollte man sich gut überlegen, welcher Beruf eingeschlagen werden soll.

Face of Mankind: Fall of the Dominion - Es gibt schlechte Spiele. Und ganz schlechte. Und es gibt Face of Mankind. Hilfe!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/21Bild 8/281/28
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Commander können beispielsweise kleine Teams anführen, Kämpfer dafür etwas stärkere Waffen und Rüstungen tragen. Wer will, kann sich auch als Mediziner betätigen oder sich ganz dem Kapitalismus verschreiben und Händler werden. Diese Unterschiede wirken sich im Spiel allerdings nur begrenzt aus.

Da die meisten der ohnehin wenigen aktiven Spieler darüber hinaus "Kämpfer" sind, stellt sich so etwas wie Abwechslung nur sporadisch ein. Kein Wunder, wer möchte sich zwecks Handel auch ewig durch dröge Menüs von Computerterminals hangeln? Eben ...

Einer der ersten Schritte führt jeden Spieler in die Klon-Klinik. Dort muss eine Versicherung abgeschlossen werden, ohne die keiner in der Welt von Face of Mankind auskommt. Wer keine Police abschließt oder kein Geld dafür hat, kann seinen ganzen Charakter verlieren. Stirbt die Spielfigur, kann sie nicht wiederbelebt werden und es alles ist futsch. Dasselbe gilt allerdings auf jeden Fall für alle Inventargegenstände.Beim Tod eines Charakters verliert der Spieler alles, was nicht zuvor in seinem Safe gebunkert wurde. Dass dies nicht besonders motivationsfördernd ist, kann sich jeder ausmalen, der einmal einige Stunden in etwas investiert hat, dass dann plötzlich weg ist.

Die Spielwelt soll von Menschen, also den Spielern, ausgestaltet werden. Das äußert sich aber nicht in mannigfaltigen Möglichkeiten, Gegenstände und Ressourcen herzustellen und diese auf dem freien Markt anzubieten. Vielmehr lief es In unserem Testzeitraum darauf hinaus, dass hochrangige Spieler bestimmen können, ob sich Niederrangige für höhere Aufgaben empfohlen haben. Sprich: Ob sie aufsteigen dürfen oder nicht. Wie, das geht gar nicht, denkt ihr? Nun, bei einer Spielerzahl von 100-150 geht das wohl doch, denn hier kennt fast jeder jeden.

Packshot zu Face of Mankind: Fall of the DominionFace of Mankind: Fall of the DominionErschienen für PC

Positiv ist in diesem Zusammenhang der Einsatz der GameMaster zu nennen, die sich individuell den Spielern annehmen und ihnen Einführungen geben. Auf diese Weise fällt der Einstieg in das komplexe Fraktionsleben auch etwas leichter. Trotzdem kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht nur die Spielwelt an sich sehr leblos ist. Neben der geringen Anzahl von Spielern und NPC's liegt dies hauptsächlich an der sterilen Darstellung und den hölzernen Animation der Spielfiguren. Bei normaler Laufgeschwindigkeit schleicht der Avatar praktisch durch die labyrinthartigen Städte, wer schneller laufen oder gar springen will, muss dafür Ausdauer verbraten.

Das Design der Charaktere ist auch alles andere als detailverliebt, zumal es nur sehr wenige unterschiedliche Modelle gibt. Viele Charaktere gleichen sich dabei wie ein Ei dem anderen. Die Atmosphäre erinnert deswegen eher an ein Klonlager als an ein Science-Fiction-Rollenspiel. Wer bis zu diesem Punkt noch nicht abgeschreckt wurde und sich weiter quält, wird irgendwann eine Mission annehmen wollen. Die sind aber nicht zu jeder Zeit verfügbar. Oft muss lange gewartet werden, bis eine Mission generiert wurde oder sich Interessenten zusammengefunden haben, die auch teilnehmen möchten. Diese kommen dann per Vortex-Transportsystem aus den unterschiedlichsten Ecken des bewohnten Universums zusammen. Für ein paar Erfahrungspunkte und etwas Geld müssen dann meist simple Seek&Destroy-Missionen ausgeführt werden. Diese sind inhaltlich aber so spannend wie der sprichwörtliche Sack Reis in China.So kommt es vor, dass 20 Leute um einen der so genannten "Nodes" herumstehen und darauf warten, dass Gegner rematerialisieren. Solche Missionen können dann zwei oder drei Stunden dauern und lassen mehrstündige Raids in anderen MMOs dagegen wie den reinsten Erholungsurlaub aussehen. Haben wir's schon erwähnt? Laaangweiliiiig! Als wäre das alles nicht schon genug, haben die Entwickler dem Spiel ein Menü-System verpasst, das an Unübersichtlichkeit und fehlender Ergonomie wohl Seinesgleichen sucht. Zudem ist es noch so hässlich, wie wir es selten bei einem Spiel der letzten fünf Jahre gesehen habem. Schmucklos, hakelig, nervig!

Wer zur Sicherheit nochmal im Handbuch *hust* nachschlagen möchte, erlebt spätestens jetzt eine schlimme Überraschung: Das dreiseitige Faltblatt enthält nur die allernötigsten Informationen, für alles andere wird der verzweifelte Spieler an die Webseite verwiesen, auf der auch die mehr als merkwürdige Kontoverwaltung untergebracht ist. Erst nach mehrmaligen Versuchen gelang es, eine drohende Abbuchung zu verhindern. Immerhin erhaltet ihr beim Kauf von Face of Mankind gleich zwei Monate Spielzeit inklusive.

Als einer der wenigen positiven Aspekte verbleiben die Musik und die Vertonung. Beides ist solide umgesetzt worden, auch wenn der Soundtrack wahrlich keine Bäume ausreißt. Auch der ins Spiel integrierte Voice-Chat lässt sich noch auf der Haben-Seite verbuchen, das wars dann aber schon.So kommt es vor, dass 20 Leute um einen der so genannten "Nodes" herumstehen und darauf warten, dass Gegner rematerialisieren. Solche Missionen können dann zwei oder drei Stunden dauern und lassen mehrstündige Raids in anderen MMOs dagegen wie den reinsten Erholungsurlaub aussehen. Haben wir's schon erwähnt? Laaangweiliiiig! Als wäre das alles nicht schon genug, haben die Entwickler dem Spiel ein Menü-System verpasst, das an Unübersichtlichkeit und fehlender Ergonomie wohl Seinesgleichen sucht. Zudem ist es noch so hässlich, wie wir es selten bei einem Spiel der letzten fünf Jahre gesehen habem. Schmucklos, hakelig, nervig!

Wer zur Sicherheit nochmal im Handbuch *hust* nachschlagen möchte, erlebt spätestens jetzt eine schlimme Überraschung: Das dreiseitige Faltblatt enthält nur die allernötigsten Informationen, für alles andere wird der verzweifelte Spieler an die Webseite verwiesen, auf der auch die mehr als merkwürdige Kontoverwaltung untergebracht ist. Erst nach mehrmaligen Versuchen gelang es, eine drohende Abbuchung zu verhindern. Immerhin erhaltet ihr beim Kauf von Face of Mankind gleich zwei Monate Spielzeit inklusive.

Als einer der wenigen positiven Aspekte verbleiben die Musik und die Vertonung. Beides ist solide umgesetzt worden, auch wenn der Soundtrack wahrlich keine Bäume ausreißt. Auch der ins Spiel integrierte Voice-Chat lässt sich noch auf der Haben-Seite verbuchen, das wars dann aber schon.