So langsam wird es voll im EVE-Universum. CCP konnte im Februar den eigenen Rekord für „gleichzeitig aktive Spieler auf einem Server“ auf 51.675 erhöhen und mit der im März erscheinenden Box-Version für den normalen Handel wird diese Zahl sicherlich nur kurz Bestand haben. Höchste Zeit also, für ein paar zusätzliche Sternensysteme.

Damit das Ganze nicht so plump daher kommt wie im vorangegangenen AddOn „Quantum Rise“, haben sich die Entwickler für ein völlig neues Konzept entschieden. Die Rede ist von unerforschten Systemen, welche nicht über die üblichen Sternentore erreicht werden können, sondern eine andere, gefährlichere Art des Reisens erfordern: Wurmlöcher! Endlich kann man die Faszination eines Weltraum-MMOs ausleben. „Where no man has gone before”, der Kindheitstraum vom Astronauten wird endlich wahr.

EVE Online: Apocrypha - Neue Abenteuer im Weltall

And the sky was full of stars

Mittels des überarbeiteten Scanning-Systems können die Wurmlöcher zukünftig im gesamten bekannten EVE-Universum gefunden werden. Dazu werden in einem Sonnensystem vom Spieler mehrere Sonden gestartet und günstig platziert. Dies gestaltet sich übrigens nun wesentlich einfacher, da eben jene Sonden innerhalb des Sternensystems frei bewegt werden können. Mittels Triangulation muss mit Hilfe mehrerer Sonden noch die genaue Position bestimmt werden und schon kann der Forscherspaß beginnen.

EVE Online: Apocrypha - An die Weltraumspitze: So viel EVE gab es noch nie!

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Schön und nützlich: Die neuen Wurmlöcher führen in die 2500 frischen Regionen.
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Die Wurmlöcher fungieren dabei als instabile Verbindung zwischen dem bekannten Weltraum und den neuen unerforschten Systemen. Instabil deshalb, weil diese Raumanomalien nach einiger Zeit verschwinden oder aufgrund exzessiver Nutzung zusammenbrechen. Somit kann man durchaus als einsamer Pilot stranden und muss sich mühsam einen neuen Ausgang suchen, welcher wieder zurück in die heimatlichen Gefilde führt.

Beinahe 2500 neue Systeme gilt es zu erforschen. Und diese sind keinesfalls unbewohnt. Stattdessen finden die Piloten in diesen abgelegenen Systemen eine der alten untergegangen Rassen: Die „Sleeper“. Diese sind über die Neuankömmlinge keineswegs erfreut und verhandeln am Liebsten mit ihrer überlegenen Waffentechnologie. Doch die Ausstattung mit gewaltiger Feuerkraft und hochentwickelten Verteidigungssystemen war CCP nicht genug.

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Die Sleeper haben einige hochentwickelte Technologien zu bieten.
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Für die zusätzliche Portion Gemeinheit sind diese NPCs mit einer neu entwickelten KI ausgestattet, welche die bisherigen Lösungsansätze im PVE-Bereich gehörig über den Haufen wirft. Dazu greifen die Entwickler auf das aus anderen MMOs bekannte Aggressionsmanagement zurück und lassen die Sleeper nun jeweils diejenigen Ziele unter Feuer nehmen, von denen die höchste Bedrohung ausgeht und wechseln das Ziel, falls einen anderer Pilot eine größere Gefahr darstellt. Eine längst überfällige Änderung, ist das System in anderen MMOs doch schon seit Langem Standard.

Mit Soße, ohne Zwiebeln, zum Mitnehmen

Warum aber sollten sich die Spieler diesen neuen Feinden stellen? Die Antwort lautet: „Tech3“. Das neue Spielzeug für große Jungs mit prallem Geldbeutel. Diese neue Technologie muss über ein komplexes Produktionssystem aus Materialien gebaut werden, welche nur in den unerforschten Gebieten hinter den Wurmlöchern zu finden sind. Da diese aber aufgrund der genannten Sleeper nicht leicht zu beschaffen sind, wird der Preis für die neue Technik beachtlich sein. Dennoch ein lohnenswertes Geschäft, denn dahinter verbirgt sich ein revolutionärer Ansatz im Bereich Schiffs-Customizing.

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Jede Rasse erhält nun ein neues Schiff, die mit fünf Subsystemen ausgestattet werden können.
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Mit dem kommenden AddOn wird die Schiffsklasse „Strategic Cruiser“ eingeführt und stellt für jede Rasse ein neues Schiff zur Verfügung. Diese bestehen jedoch nicht wie bisher üblich nur aus der grundlegenden Hülle, sondern zusätzlich aus 5 Subsystemen. Für diese Subsysteme wird es je Subsystem 3 unterschiedliche Module geben. Daraus ergeben sich über 240 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Jedes Modul weist dabei andere Fähigkeiten und Boni auf, sodass die neuen Schiffe dieser Klasse verschiedene Aufgaben übernehmen können. Ob sich dieser Balancing-Alptraum eher zum „Flavour of the Month“ oder zum unbeachteten Spielzeug für Sammler entwickelt, wird sich wohl erst einige Zeit nach dem Release herauskristallisieren.

Solche Bausatzschiffe haben natürlich auch einen Haken. Für jedes der 5 Subsysteme wird ein eigenständiger Skill benötigt, welcher für die entsprechenden Boni des Subsystems auschlaggebend ist. Wird das Tech3-Schiff des Spielers zerstört, so verliert er einen Level von einem der Subsystem-Skills. Zwar handelt es sich hierbei nur um Skills des ersten Ranges und der maximale Verlust beträgt etwa 4 Tage an investierter Zeit, jedoch kommt das für viele Spieler, die ihre Trainingspläne sekundengenau abstimmen, einem Desaster gleich. Allerdings versprach CCP, die Entwicklung nach dem Release genau zu beobachten und das System unter Umständen später noch einmal zu verändern.

Rettet die Jungfer in Not

Damit auch die bisher so sträflich vernachlässigten PVE-Spieler bei der Stange gehalten werden, gibt es auch hier neue Inhalte zu bestaunen. Hinter dem Feature „Epic Mission Arcs“ verbergen sich riesige Missionsreihen, deren Ausgang durch verschiedene Wahlmöglichkeiten bezüglich der nächsten Mission bestimmt wird.

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Leider sind die Missionsreihen nur für Anfänger wirklich zu gebrauchen.
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Diese Missionsbäume begleiten den Spieler durch alle vier Imperien und warten am Ende mit besonderen Belohnungen auf. Leider wird mit dem kommenden AddOn nur eine einzige dieser Missionsreihen mit etwa 70 Aufträgen angeboten, welche zu allem Übel einen sehr niedrigen Schwierigkeitsgrad hat und daher für ältere Spieler kaum von Interesse sein dürfte.

Neue EVE-Spieler werden sich aber mit Sicherheit an diesem Feature erfreuen. Auch darüber hinaus wurde für die Schar an neuen Spielern einiges getan, um den Einstieg zu einem der komplexesten MMOs am Markt weiter zu vereinfachen. Dazu wird der Neuling bei seinen ersten Schritten vollständig an die Hand genommen. Jeder Klick wird erklärt und die entsprechenden Buttons mit einer kleinen Sprechblase markiert. Außerdem werden während des Tutorials verschiedene Skillbücher an die Anfänger ausgehändigt.

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Ab sofort darf man die Verteilung der Attribute alle 12 Monate ändern.
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Die sind auch dringend nötig, da neue Spieler mit wesentlich weniger Skills und Skillpunkten starten als zuvor. Dafür läuft das lernen selbst nun mit doppelter Geschwindigkeit, bis die Spieler 1,6 Millionen Skillpunkte erreicht haben. Zusätzlich können neue Spieler nach dem Start zweimal ihre Attribute neu verteilen. Diese Umverteilung wird auch für ältere Spieler alle 12 Monate zur Verfügung stehen. Damit sprengt CCP die letzten bisher unveränderlichen Schranken der Charakterentwicklung.

Unsere Gebete wurden erhört

Doch damit nicht genug. Mit Apocrypha kommt ein weiteres und heiß ersehntes Feature ins Spiel, die Skill-Queue. Damit ist es nun möglich, mehrere Skills direkt hintereinander zu lernen, ohne dass der Spieler sich zum Umschalten des Skills einloggen muss. Um Missbrauch vorzubeugen, haben die Entwickler die Zeitspanne auf 24 Stunden begrenzt. Vorbei die Zeit, in der man nachts schweißgebadet aufwachte, weil man vergessen hatte einen neuen Skill einzuwerfen.

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Schicker geht's nicht: Viele neue Effekte werten die Grafik gehörig auf.
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Auch für den optischen Genuss haben die Entwickler mit der kommenden Erweiterung etwas in petto. Nachdem mit dem AddOn „Trinity“ bereits Schiffe und Stationen einen neuen Anstrich bekommen hatten, legt CCP das Augenmerk diesmal auf die Effekte. Waffen-, Warp- und Sprungeffekte, Raketeneinschläge und Explosionen, alle erstrahlen im neuen Glanz. Damit ist das mittlerweile fast 6 Jahre alte Spiel grafisch wieder in der oberen Liga.

Mit Fug und Recht die größte EVE-Online Erweiterung aller Zeiten. Und das Beste: wie immer kostenlos.Fazit lesen

Und auch die Ohren kommen nicht zu kurz. Dank einer völlig neuen Sound-Engine sollte in Zukunft die Performance nicht mehr unter dem zuschalten von Musik und Sound-Effekten leiden. Außerdem wurden zahlreiche Klänge neu designt oder verbessert. Allerdings fordert der neue optische Hochgenuss auch Opfer. Der Support für Grafikkarten ohne ShaderModell 2 wird eingestellt. Somit müssen Spieler ohne eine DirectX 9-fähige Karte leider draußen bleiben. Auch der Linux-Client wird aufgrund mangelnder Verwendung ad acta gelegt.