Die SciFi-Oper „EVE Online“ gehört fraglos zu den innovativsten, ambitioniertesten und spannendsten Produkten der Videospielwelt. Doch obwohl der isländische Titel mittlerweile einen Rekord nach dem anderen bricht, ist er in der breiten Spielermasse immer noch nicht so recht angekommen.

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Seit über fünf Jahren ist im Weltall die Hölle los. Söldner, Piraten, Wissenschaftler und findige Händler kämpfen in der Schwerelosigkeit um die Vorherrschaft – auf einem einzigen Server. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Denn während auf der ISS noch fleißig um die Klospülung debattiert wird, ist in der Welt von „EVE Online“ schon heute mächtig Radau.

Eve Online - Grenzenlose MMO-Welten: Wir werfen einen Blick auf fünf großartige Jahre EvE Online.

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Seit der Trinity-Erweiterung kann der Titel auch grafisch wieder mit moderneren Spielevertretern mithalten.
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Hätten die Bewohner der „EVE“-Welt allerdings seinerzeit „Deep Space 9“ geschaut, wäre in der auf einem einzigen riesigen Spielserver angesiedelten Welt wohl kaum soviel los. Denn die Grundlage für die mittlerweile in viele verschiedene Handlungsstränge ausgearbeitete Hintergrundgeschichte bildet das Auftauchen eines gewaltigen Wurmlochs, das mit seinem Titel Eve dem Spiel seinen Namen gab.

Da die nach Wohlstand und Reichtum gierenden Völker in Erdnähe gerade sowieso nicht mehr viel zu schürfen, zu produzieren und zu entwickeln hatten, stapften sie kurzerhand durch die Anomalie. Und um den Bogen zurück zur „Star Trek“-Serie zu spannen: Natürlich brach der Reiseabkürzer nach einer Weile hinter den Piloten, Entdeckern und Tagelöhnern zusammen, so dass diese gezwungen waren, sich in der neuen Welt eine Heimat aufzubauen.

Volksbegehren

Damit man als neuer „EVE Online“-Spieler auch sein Völkchen zu wählen hat, bildeten sich nach und nach vier starke Parteien, die von nun an ihren Weg in der neuen Welt, die New Eden getauft wurde, gehen sollten. Dabei traf die Bezeichnung „stark“ nicht immer auf alle Vertreter zu. Denn gerade die ersten Jahrhunderte boten nicht das, was sich Weltverbesserer, Sozialpädagogen und Althippies unter den Stichwörtern „bessere Welt“ vorstellen dürften. Sklaverei, Krieg und Unterjochung beherrschten stattdessen den neu besiedelten Raum.

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Die Raumkämpfe sind rasant und setzen neben der Ausrüstung auch zu einem großen Teil auf die Entscheidungen des Spielers.
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Gerade die Minmatar erwischte es besonders schwer. Aufgrund ihrer einfachen Lebensweise wurden sie von den mächtigen Amarr als minderwertig angesehen und gleichsam versklavt. Kein Wunder, dass sich die vielseitig begabten Minmatar mittlerweile, nachdem sie sich aus dem Sklaventum befreit haben, an allererster Stelle ihre Unabhängigkeit auf die Flaggen geschrieben haben.

Obwohl sie also nicht länger die Kontrolle über die Minmatar haben, sind auch die Amarr als ein weiteres der spielbaren Völker weiter im Rennen. Ihr Markenzeichen ist ihre Religiosität und ihr beinahe blindes Vertrauen in ihren Anführer, den für sie gottgleichen Kaiser. Auf dem Schlachtfeld vertrauen sie in erster Linie in ihre massiven Schlachtschiffe mit ihrer schweren Panzerung.

Während die Amarr auf die Ordnung von oben setzen, beherrschen bei den militärisch organisierten Caldari Ränge, perfekte Organisation und die totale Hingabe zum Staat das Bild. Wer schon einmal von einem Caldari-Verband mithilfe ihrer starken elektronischen Kriegsführung ausgeschaltet wurde, weiß, was das bedeutet.

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Echte Avatare hat „EVE“ noch nicht zu bieten. Neben dem Charakterbild wird man lediglich durch sein Raumschiff repräsentiert.
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Als letzter (spielbarer) Vertreter der „EVE“-Völker kommen die Gallente dazu. Die auf die Werte ihrer Republik schwörenden Liberalisten haben oftmals gewaltige Schwärme an Kampfdrohnen im Gepäck - oder aber ganze Lagerräume wertvoller Lieferungen, denn einige der besten Händler des Universums stammen aus den Reihen der Gallente.

Neben diesen fantastischen Vier durchpflügt mit den mysteriösen Jove noch ein weiteres Volk die Weiten von New Eden. Die durch Genetik veränderten Wesen sind zwar zahlenmäßig deutlich in der Unterzahl, hinsichtlich ihrer Technologie und ihrer Fähigkeiten kann ihnen jedoch kaum jemand das Wasser reichen.

Alles für alle, und Skill ist alles

Wer bei so vielen Unterschieden zwischen den Völkern jedoch glaubt, dass man sich gleich beim Spielstart auf seine spätere Laufbahn festlegt, der irrt. Denn eines der Hauptmerkmale des primär im isländischen Reykjavik entwickelten Weltraumabenteuers ist seine Individualisierbarkeit.

Auch wenn jede Rasse dem Spieler bestimmte Vorteile bietet, hat man jederzeit die Wahl, in welche Richtung man sich schließlich entwickeln möchte. Wer also als Gallente-Pilot nicht in ein eigenes Schiff steigen möchte, sondern lieber einen der Brecher der Amarr steuern mag, kann dies problemlos tun - die entsprechenden Skills vorausgesetzt.

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Skills werden auf dem Markt als Lehrbücher gekauft und danach in Echtzeit erlernt – auch während man nicht im Spiel aktiv ist.
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Diese dominieren fraglos die Spielmechanik des SciFi-Titels. Denn nur mit den passenden Fähigkeiten im Gepäck lassen sich die meisten Optionen, die der Titel bietet, nutzen. Um einen Skill zu erlernen, kauft man diesen zunächst als Lehrbuch auf dem Markt. Benutzt man dieses, beginnt man die Fähigkeit einzuüben. Die Besonderheit dabei: Dieser Vorgang läuft bis zu seinem Abschluss automatisch ab – auch wenn man nicht ins Spiel eingeloggt ist.

Je nach Komplexität der Fähigkeit kann das Erlernen einer einzelnen Stufe schon mal mehrere Wochen oder Monate in Anspruch nehmen. Der Vielfalt der Skills sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Das Erlernen und Perfektionieren aller Fähigkeiten ist selbst für alte „EVE“-Hasen kaum möglich, da immer wieder neue Varianten per Updates nachgereicht werden.

Die Spieler machen das Spiel

Neben dem unüberschaubaren Umfang des Titels ist vor allem der hohe Abstraktionsgrad zu Beginn des Spiels ein für viele Spieler unüberwindbares Hindernis. Stolpert man in anderen MMOGs in den ersten Minuten, Stunden oder gar Tagen noch als putziger Anfänger-Avatar durch in speziellen Startgebieten abgehaltene Tutorials, hat man in „EVE Online“ lediglich das eigene Charakterbild in der am linken Bildschirmrand gelegenen Auswahlleiste und das mitgelieferte Anfängerschiff vor Augen.

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Die Quests und Aufgaben wurden zwar mittlerweile verbessert, dennoch liegt der Fokus des Spiels weiterhin auf den durch die Spieler geschaffenen Inhalten.
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Zwar hat man beim Entwickler CCP (Croud Control Productions) die Text-Tutorials mittlerweile deutlich stärker ausgearbeitet und in viele Unterpunkte separiert, dennoch gibt es kaum ein Computerspiel, das Neulingen den Einstieg derart schwer macht wie „EVE Online“.

Dabei muss man die Isländer, die mittlerweile auch in den USA und in China Entwickler- und Gamemasterteams haben, eigentlich in Schutz nehmen. Denn es ist fraglos nicht leicht, Einsteiger in eine Spielmechanik einzuführen, die vollkommen dynamisch ist und in erster Linie durch die Spieler selbst weiter entwickelt wird.

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Das Spieluniversum wird immer wieder durch Updates vergrößert und hat mittlerweile schon gewaltige Ausmaße angenommen.
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So spielen Quests, Missionen und das Erfarmen von Ruf gegenüber NPCs in „EVE“ nur eine geringe Rolle. Viel wichtiger sind hingegen der Handel, die Konflikte und die Kriege zwischen den zahlreichen von Spielern geführten Firmen im Spiel. Das jüngste Spielupdate, „,Empyrian Age“, hebt diese Auseinandersetzungen zwischen den Spielern dabei auf eine vollkommen neue Stufe, indem sich neben den Firmen sogar die Völker selbst bekämpfen und man sich als Spieler jeder Partei anschließen kann.

Schritt für Schritt zum Megatitel

Neben den eigentlichen Spielinhalten wächst zugleich immer wieder das gesamte Spieluniversum. So erscheinen regelmäßig Kurzgeschichten um die Spielhandlung auf der offiziellen Homepage. Mit der „Empyrian Age“-Erweiterung ist zugleich ein erster Roman aus der Feder von „EVE“-Autor Tony Gonzales erschienen, und auch um einen Kinofilm halten sich hartnäckig Gerüchte.

Demnächst auf gamona: Special zum neuen Addon Emyprean Age.