Mit 245.000 Spielern auf einem einzigen Server ist Eve Online eine der größten Onlinewelten überhaupt. Das schafft neue Möglichkeiten der Mitbestimmung ─ glaubt CCPs Wirtschaftsexperte Dr. Eyjolfur Gudmundsson. Auf der Games Convention erzählte der Stratege vor einem ganzen Raum voller Kollegen, dass man die "Macht der Spieler entfesseln" sollte.

Nicht mehr die Entwickler sollen seiner Ansicht nach den Kurs einer Onlinewelt bestimmen, sondern allein die Spieler. Dabei verweist er auf offene Märkte und auf das «Council of Stellar Management», eine gewählte Spielervertretung, in EVE Online.

Denn was aus der kreativen Verschmelzung erwächst, kann, findet Gudmundsson, so viel herausfordernder und umfassender sein, als alles, was sich Spieldesigner ausdenken könnten: "Da draußen sind 50.000 kluge Köpfe, die alle versuchen, ein besseres Spiel zu schaffen."

Dass sich für CCP eine solche Vorgehensweise in ihrem «Sandkasten» gelohnt hat, steht außer Frage. 25 Prozent der Spieler, die zum Release im Jahre 2003 ins All gestartet waren, spielen noch immer aktiv. Das ist eine Quote, die nur wenige MMOGs erzielen.

Ob sich diese Form der virtuellen Basisdemokratie allerdings auch auf andere digitale Welten anwenden lässt, ist nicht vollkommen sicher. Unterschiedliche Server erschweren die Kommunikation zwischen den Spielern und zudem empfindet es nicht jeder Entwickler als besonders angenehm, wenn plötzlich ein Konsortium aus der virtuellen Welt das Ruder übernimmt und seine geballte "Macht entfesselt".

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