Hilmar Petursson, Geschäftsführer des EVE-Online-Entwicklers CCP übernimmt die volle Verantwortung für die Stellenstreichungen, welche im Rahmen einer Neuausrichtung vorgenommen wurden. Nu hilft er seinen ehemaligen Mitarbeitern dabei, neue Anstellungen zu finden.

Eve Online - CCPs Geschäftsführer übernimmt die Verantwortung für die Personalstreichungen

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Verärgert man die Community, kann sich das durchaus negativ auf das Geschäft auswirken. Jetzt konzentriert sich CCP wieder voll auf EVE-Online.
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„Es ist eine große Sache und es ist etwas, das in meiner Verantwortung liegt, um es zu verhindern.“

In einem Interview mit dem Magazin Gamasutra berichtet Petursson, was es mit den Hintergründen der Umstrukturierung auf sich hat. Wie in der offiziellen Pressemitteilung von CCP bereits verkündet, wurde die globale Belegschaft um 20 Prozent geschrumpft. In weniger abstrakten Zahlen ausgedrückt, macht das über 100 Mitarbeiter, die das Feld räumen müssen und nun einen neuen Job brauchen.

Petursson gesteht ein, dass sich CCP ein wenig übernommen hatte. Man arbeitete an EVE-Online, Dust 514 und World of Darkness und verlor ein wenig die EVE-Community aus den Augen, die momentan noch die Haupteinnahmequelle für das isländische Entwicklerstudio ist. Im Sommer kam es zu Protesten im EVE-Universum, nachdem CCP den „Noble Exchange Store“ einführte und Deko-Objekte für den Char zu horrenden Ingame-Preisen verkaufte. Kurz darauf wurde ein internes Memorandum geleaked, in dem sich verschiedene Game-Master gegen die Community aussprachen. Letzteres führte dazu, dass Tausende Spieler damit drohten, ihre Abonnements zu kündigen. Etwas, das für CCP mit einem Verlust in Millionenhöhe einhergegangen wäre.

Man ruderte zück, berief eilig eine Sondersitzung des CMS (die demokratische Spielervertretung im EVE-Universum) ein und entschuldigte sich offiziell. Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, dass diese Vorkommnisse nun auch zur Neuausrichtung des Entwicklerstudios geführt haben. Nun hilft Petursson seinen ehemaligen Mitarbeitern dabei, einen neuen Job zu finden.

„Ich wurde von vielen Geschäftsführern in der Industrie persönlich angesprochen, die mir Hilfe angeboten haben, um neue Anstellungen für die Leute zu finden, die uns verlassen und das ist ziemlich toll. Wir stellen also nun Verbindungen zwischen unseren Leuten und unseren Freunden in der Industrie her, wir helfen ihnen bei ihren Lebensläufen und helfen ihnen Kontakte zu knüpfen und solcherlei Sachen.“

Die Entwicklung von World of Darkness soll zwar weitergehen aber mit einem deutlich reduzierten Team. Es wird nicht mehr mit dem Elan veröffentlicht werden, mit dem man das Projekt angefangen hat. Statt dessen wolle versuchen, die Spieler zurückzugewinnen, die man in EVE-Online nach der Einführung der Mikrotransaktionen verloren hat.

„Wir müssen uns jetzt als Firma wirklich darauf konzentrieren, unsere Verbundenheit zu EVE-Online zu zeigen und dem Spiel die Liebe zukommen zu lassen, von der die Leute behaupten, dass wir sie verloren hätten.“

Wie genau das geschehen soll, ist noch nicht bekannt. Man wolle sich nun auf jeden Fall auf die Entwicklung von EVE-Erweiterungen konzentrieren und die Veröffentlichung von DUST 514 im nächsten Jahr vorantreiben. Die Verknüpfung zwischen der PS3-Shooter und dem PC-Universum wird der nächste große Schritt in EVE-Online, der mit Spannung erwartet wird.

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