Heute ist’s endlich soweit: Um 17 Uhr deutscher Zeit beginnen die Rift Rivals, ein neuer internationaler eSport-Wettbewerb in League of Legends. Bei diesem Event treten die drei besten Teams zweier Regionen gegeneinander an. Wir fokussieren uns in diesem Fall auf den ewig währenden Kampf Nordamerika gegen Europa.

Trotz der aus amerikanischer Sicht enttäuschenden Leistungen der NA LCS-Teams während der vergangenen Weltmeisterschaften und MSI-Wettbewerben fühlen sich die Amerikaner selbstsicher. “NA > EU” heißt es in den Foren, auf Twitter und Twitch. Das ließen die Europäer natürlich nicht auf sich sitzen und konterten ebenso frech wie bestimmt mit Verweis auf die vergangenen Konfrontationen.

Das Format beginnt mit einer dreitägigen Gruppenphase, in der jedes europäische Team insgesamt zweimal gegen jedes amerikanische Team antritt. Gespielt werden „Best of Ones“, also einzelne Matches. Gewinnt ein Team ein Spiel, bekommt es einen Punkt. Am Samstag findet das Endspiel statt. Hier treten die beiden Teams aus den jeweiligen Regionen gegeneinander an, die in der Gruppenphase die meisten Punkte sammeln konnten. Das Endspiel findet zudem in einem „Best of Five“-Format statt. Das heißt, dass das Team, welches als erstes drei Runden für sich entscheiden kann, das Match und damit das Turnier gewinnt.

So viel zum Turnieraufbau. Doch wer spielt eigentlich mit? Wir verraten es. Aus Höflichkeit fangen wir mit den Herausforderern aus der amerikanischen Liga an:

Nordamerika

Team SoloMid (TSM)

Das Top-Team aus den Staaten ist gleichzeitig eine der bekanntesten und beliebtesten Mannschaften der Welt. Um den Starspieler Bjergsen herum hat das Team ein Ensemble aus den besten Spielern gebildet. Hauntzer und Doublelift gehören zu den besten Amerikanern auf ihrer Position.

TSM ist in vielerlei Hinsicht eine Wundertüte: Trotz der auf dem Papier sehr starken Mannschaft schied das Team bei den vergangenen Weltmeisterschaften bereits in der Gruppenphase aus. Ähnlich erging es der amerikanischen Nummer eins auch beim MSI-Wettbewerb in Brasilien. Auf internationalen Turnieren agiert das Team traditionell also deutlich schlechter. Dennoch solltet ihr TSM keinesfalls unterschätzen. Amerikanischer Favorit ist TSM dennoch nicht.

Rift Rivals - Alle Details zum Kampf zwischen Nordamerika und Europa!

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Sollte jedem eSport-Fan ein Begriff sein: Bjergsen
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Cloud9 (C9)

TSM gegen Cloud9 ist in mancher Hinsicht das El Clasico des eSports: Seit Jahren bekriegen sich die beiden Mannschaften, wenn es um die Spitze der NA LCS geht. Zu oft musste C9 jedoch den Kürzeren ziehen. Trotzdem: Die jüngste Begegnung der beiden Teams, die gerade mal vor einer Woche stattfand, konnte C9 mit einem Sieg 2:1 für sich entscheiden.

Insgesamt bietet Cloud9 konstant gute Spieler auf jeder Lane, gepaart mit einem strukturierten Spielplan, der gerade chaotischeren Teams zum Verhängnis werden könnte. Viele amerikanische Fans sehen in diesem Team die einzige Hoffnung für die Region.

Phoenix1 (P1)

Das drittplatzierte Team der vergangenen NA LCS-Saison befindet sich aktuell in einer Formkrise: Nach zehn gespielten Matches befindet sich P1 derzeit auf dem vorletzten Platz in der amerikanischen Liga. Trotzdem sollte man diese Mannschaft nicht vorzeitig abschreiben. Denn seitdem das amerikanische Jungle-Talent MikeYeung zum Team dazustieß, konnte P1 zwei Siege in Folge einfahren.

Trotz alledem sollte Phoenix1 ein Team sein, an dem sich die europäischen Gegner nicht zu sehr aufreiben. Zwar darf man den Midlaner Ryu und den AD Carry Arrow keineswegs unterschätzen, insgesamt fehlt es dem Team aber an Struktur und internationaler Erfahrung.

Europa

G2

G2 sind bekannt als die “neuen Könige von Europa”, da sie seit ihrer Ankunft in der EU LCS dreimal in Folge die europäische Meisterschaft gewannen. Diese Dominanz innerhalb der Liga übertrug sich jedoch nicht immer auf die internationalen Wettbewerbe: Sowohl während der MSI 2016 und den Worlds 2016 schied das Team in der Gruppenphase aus. Auch in der Liga sieht es aktuell nicht rosig aus: Mit drei Niederlagen befindet sich das Team aktuell auf dem dritten Platz in der Gruppe A.

Ob sich G2 bei den Rift Rivals fangen kann, bleibt abzuwarten. Im direkten Vergleich scheiterte das Team oft gerade an amerikanischen Mannschaften. Trotzdem ist und bleibt G2 eine der stärksten Mannschaften, die Europa aktuell zu bieten hat.

Unicorns of Love (UoL)

Die Unicorns of Love konnten sich bislang noch bei keiner Weltmeisterschaft beweisen, sicherten sich aber 2016 den Titel der IEM Oakland. Nach einem zweiten Platz in dem EU LCS Spring Split 2017 wollen die Einhörner nun ins Rampenlicht rücken und mit ihren amerikanischen Kontrahenten den Boden aufwischen.

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Keine Gnade zeigt das Maskottchen der Unicorns of Love: Auch Romain Bigeard wird mit am Start sein!
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Obwohl die Unicorns of Love traditionell als chaotisches Team gesehen werden, könnte gerade dieser Spielstil den Einhörnern behilflich sein: Viele amerikanische Teams und Spieler verlassen sich auf ihre Fähigkeiten im eins gegen eins, anstatt auf Strategien und wohl gewählte Rotationen. Einzig und allein Cloud9 sollte UoL gefährlich werden können.

Fnatic

Die “alten Könige von Europa” konnten den letzten Split zwar nur auf dem dritten Platz abschließen, befinden sich dafür aber aktuell auf dem ersten Platz in der Gruppe A - vor Misfits und G2. Mit eindrucksvollen Rotationen und perfekt harmonierenden Champions hat sich das britische Team endlich eingespielt.

Fnatic gilt als geheimer Favorit der Rift Rivals: Abgesehen von erfahrenen Veteranen, wie sOAZ oder Rekkles überzeugt der Jungler-Neuankömmling Broxah in vollem Maße. Analysten wurden im Voraus gefragt, welcher der teilnehmenden Jungler der beste sei und stimmten einstimmig für den Dänen. Bleibt abzuwarten, ob sich dies in seiner Leistung widerspiegelt.