Dungeons & Dragons Online (PC Preview)
von Thomas Bayer & Valentin Rahmel

Spätestens seit World of Warcraft sind die meisten Spieler von Online-Rollenspielen daran gewöhnt, noch vor der Installation das Handbuch ins Regal zu stellen. Der einfache Grund: Man braucht es nicht.

Das Spielprinzip ist derart eingänglich, dass einige kleine Hilfen in der ersten Spielstunde vollauf ausreichend sind, um zukünftig erfolgreich Kobolde, Zombies und ähnliches Gesocks in mundgerechte Stücke zu schneiden. Dungeons & Dragons Online: Stormreach verhält sich eher wie die alten Rollenspielklassiker.

Dungeons & Dragons Online: Eberron Unlimited - Live Event am 6.11.086 weitere Videos

Durch das komplexe D&D-Regelwerk stehen den Spielern unzählige Möglichkeiten zu Verfügung. Wer allerdings ohne einen blassen Schimmer dieser Regeln in die Katakomben der Spielwelt hinabsteigt, wird schnell sein blaues Wunder erleben. Unsere hartgesottenen MMO-Spezialisten lassen sich von solchen Kleinigkeiten aber natürlich nicht schrecken. Und dass sich ihr Ausflug in die neueste D&D-Welt gelohnt hat, wird wohl keiner bestreiten…

Die Qual der Wahl
So groß die Unterschiede zu den "Mainstream-MMO's" auch sein mögen, ganz am Anfang gibt sich auch Dungeons & Dragons Online eher konservativ. Die Charaktererstellung läuft größtenteils in gewohnten Bahnen ab. Fünf Rassen und neun Klassen stehen zur Verfügung. Menschen, Elfen, Zwerge, Halblinge und die "Warforged" haben jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile, die sich im Spiel auch deutlich auswirken.

Dungeons & Dragons Online: Eberron Unlimited - Ein weiterer Blick auf die Beta! Taugt das Dungeons and Dragons Regelwerk für ein MMO?

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Wer gerne Schwerter, Äxte und ähnliche Nahkampfwaffen schwingt, kann sich zwischen den Klassen Kämpfer, Paladin und Barbar entscheiden. Zauberfreudige Spieler können als Barde, Hexer, Kleriker (Priester) oder Zauberer durch die Lande ziehen. Nichts für euch dabei? Bleiben noch Schurke und Waldläufer, die exzellent Schlösser knacken bzw. Robin Hood im Bogenschießen Konkurrenz machen.

Packshot zu Dungeons & Dragons Online: Eberron UnlimitedDungeons & Dragons Online: Eberron UnlimitedErschienen für PC

Positiv: Die Klassen werden seit der neuesten Betaversion mit verschiedenen Videos beschrieben. Das macht die Wahl allerdings nicht unbedingt leichter.

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Sind die grundlegenden Entscheidungen getroffen, könnt ihr das Aussehen eures Charakters nach Belieben anpassen. Haarfarbe und - Art, Augen, Nase und vieles mehr lassen sich individualisieren. Schon hier sticht die detaillierte Grafik sofort ins Auge - dazu jedoch später mehr. Habt ihr eure Spielfigur optisch nach euren Wünschen gestaltet, könnt ihr theoretisch noch eure Eigenschaftswerte wie Stärke, Intelligenz und Geschicklichkeit anpassen. Wir empfehlen Anfängern allerdings keine Modifikationen vorzunehmen, da die vorgegebenen Werte automatisch für die gewählte Klasse optimiert werden. Habt ihr euren Helden erstellt, geht es auf ins Abenteuer.Eurobeta wir kommen
Schon in der US-Beta haben wir fleißig Dungeons & Dragons Online gezockt - wie ihr auch schon in unserem ersten Preview nachlesen könnt. Doch seit dem die europäische Betaphase gestartet ist, hat sich wieder einiges getan. Das fängt schon beim Tutorial an, welches die Macher mit weiteren Wegweisern ausgestattet haben, die gerade Einsteigern das Leben leichter machen sollen. Schritt für Schritt bekommen neue Abenteurer die Spielelemente eingetrichtert. Aber Achtung: Das kann bei dem Umfang des Online-Rollenspiels schon einige Zeit in Anspruch nehmen. Überspringen sollte man die Lernaufgaben nicht, denn im weiteren Spielverlauf geraten nicht D&D Spieler schon oft genug ins Grübeln.

Warum? Die Basis für fast alles im Spiel stellen die Dungeons & Dragons 3.5 Regeln dar. Ein deftiges Regelwerk, das eigentlich für Pen & Paper Rollenspiele gemacht wurde. Komplett umsetzen kann man die Sache natürlich nicht, deshalb haben die Entwickler gewisse Dinge geändert.Das ausgereifte Würfelsystem bildet aber immer noch den Mittelpunkt der virtuellen Adaption. Waffenschaden und Schläge in die richtige Richtung werden wie im Vorbild über ein Würfelergebnis ermittelt. Hört sich vielleicht langweilig an, ist es aber nicht. Die Kämpfe sind dank der direkten Steuerung anfänglich schon aufregend. Turbine Entertainment hat die Pen & Paper Funktionen geschickt mit actionhaltigen Kampfeinlagen kombiniert. Sowohl im Nah- und Fernkampf muss man den Feind mit einem Fadenkreuz anvisieren - erst dann rollen die Würfel und hoffentlich auch die Köpfe der Gegner. In einer Quickleiste hat man selbstverständlich noch diverse Fähigkeiten, die man im Kampf einsetzen kann.

Auf in die Instanzen
Alle Abenteuer die ihr im Spiel findet, sind instanziert. Ähnlich wie in Guild Wars trifft man andere Spieler nur in den Städten der Spielwelt. Dort bekommt man auch die verschiedensten Aufträge zugewiesen und kann sich gegebenenfalls eine Gruppe zusammensuchen.

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Natürlich retten wir gerne entführte Damen und halten auch einer Koboldinvasion stand, bei der wir, schon fast in "Hack and Slay" Manier, über 200 der grünen Bestien ins Jenseits schicken. Doch nicht nur Kampfmissionen gibt es in Dungeons & Dragons Online - verschiedene Puzzles, tückische Fallen sowie diverse Jump and Run Einlagen gilt es ebenfalls zu meistern. Weiterhin werden schon in der Betaversion einige Quests von einem Sprecher untermalt, der einiges zum Tiefgang der Geschichte beiträgt.

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Hat man eine Mission erfolgreich erledigt, gibt es natürlich Erfahrungspunkte und eine entsprechende Belohnung vom Auftraggeber. Da winken tolle Rüstungsteile, die schon in niedrigen Stufen sehr gut aussehen. Für das Töten von einzelnen Monstern erhält der Spieler im Normalfall keine Erfahrungspunkte, vorausgesetzt das jeweilige Wesen ist nicht das Questziel. Blöd ist allerdings, dass der Held nach einem harten Kampf nur in Tavernen seine Lebens- und Magiepunkte regenerieren kann. Zum Glück gibt es in den Instanzen oftmals Rastschreine, an denen sich die Spieler während dem Abenteuer ausruhen können.Das hilft vor allem Einzelspielern, die sich ohne Gruppe in teilweise sehr schwere Eskapaden wagen. Einige Quests sind alleine allerdings nicht schaffbar.

Insgesamt bietet das Spiel 20 Stufen, die jeweils in fünf Ränge unterteilt sind. Steigt der Spieler einen Rang auf, erhält er dafür einen Actionpoint, den er in verschiedene Enhancements (Verbesserungen) seiner Klasse einsetzen kann. So kann ein Kleriker beispielsweise seine Heilfähigkeiten verbessern und ein Krieger seine Attacken spezialisieren.

Erlangt der Spieler eine weitere Stufe, erhöhen sich seine Eigenschaftswerte und es besteht die Möglichkeit, sich in neuen Fertigkeiten sowie Zaubern schulen zu lassen. Theoretisch kann man sogar eine zweite Klasse ausersehen. Lieber ein Kleriker/Krieger oder ein Waldläufer/Schurke? Da gibt es einige Möglichkeiten, wenn die Eigenschaftswerte und die Gesinnung die Wahl zulassen.

Die technische Seite
Reflektierendes Wasser, imposante Licht- und Schatteneffekte sowie detaillierte Dschungelgebiete und Katakomben gehören bald zum Alltag von Dungeons & Dragons Online Spielern. Die Grafikengine sieht durchaus gut aus und kann mit der Konkurrenz mithalten, sofern der heimische Rechner die Darstellung bewältigen kann. In der Betaversion fielen uns noch ein paar Clippingfehler sowie einige skurrile Animationen auf. Weitere Probleme wie eine fehlerhafte "Setzen-Funktion" oder nackte Charaktere im Auswahlfenster zu Beginn, sind hoffentlich aber auch nur Mängel der unfertigen Testversion.

Wirklich stimmig ist die musikalische Untermalung des Online-Rollenspiels. In den Tavernen klimpern leichte Girarrensongs und im Kampf werden orchestrale Eindrücke geboten. Ähnlich sieht es mit den verschiedenen Soundeffekten aus. Zwar hören sich manche Kobolde eigenartig an, dennoch kann man die Soundkulisse als gelungen bezeichnen.

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Ausblick
Wir haben während der US-Beta schon einige Stunden in Dungeons & Dragons Online verbracht und waren vom Spiel überrascht. Die schnellen Kämpfe sowie die innovativen Quests in unzähligen Gewölben und Außenarealen machen schon Spaß. Jedes Mal taucht der Spieler in eine kleine Geschichte ein. Das heftige Regelwerk ist nicht unbedingt etwas für Einsteiger, dürfte aber gerade Freunde von komplexen Rollenspielen reizen.

Fragt sich nur, ob das den Spieler lange halten kann, denn Kämpfe unter Abenteurern und handwerkliche Berufe wird es vorerst nicht geben. Alles Weitere klären wir in unserem Test! Das Spiel soll übrigens Ende März erscheinen.