Dungeons & Dragons Online: Stormreach (PC Review)
von Rick Jäger

Ein MMORPG im Korsett des Dungeons & Dragons-Regelwerks (Version 3.5). Klingt nach einem gewagten Unterfangen. Ob das gut gehen kann?

Wer in Dungeons & Dragons Online: Stormreach ein Rollenspiel der Extraklasse erwartet, darf sich freuen. Wer ein neues MMORPG sucht wird umdenken müssen.

Dungeons & Dragons Online: Eberron Unlimited - Live Event am 6.11.086 weitere Videos

Willkommen in der Welt von Eberron
Ein exotisches Land voller Magie und gefährlicher Abenteuer. Hier ist nichts wie es scheint und an jeder Ecke lauern neue Gefahren. In düsteren Kerkern und Verliesen warten unglaubliche Schätze darauf entdeckt zu werden. Allerdings auch finstere Monster, die etwas gegen Eindringlinge haben.

Dungeons & Dragons ist ein so genanntes Pen and Paper-Rollenspiel und wurde 1972 von Gary Gygax erfunden: Mit Hilfe eines sehr komplexen Regelwerkes erzählt ein Gamemaster (Spielleiter) spannende Geschichten. Gespickt mit gefährlichen Aufgaben müssen die Mitspieler Wege finden diese Geschichten voran zu treiben. Dabei versetzt sich der Spieler in die Rolle seines Charakters.

Durch einen zwanzigseitigen Würfel, auch W20 genannt, werden bestimmte Schlüsselszenen im Spiel bestimmt. So unterliegen Kämpfe, Zauber und Reaktionen einem Zufallselement.

Aller Anfang ist schwer
Nach der schnellen und einfachen Installation folgt zunächst die Kontoeröffnung. Sind die persönlichen Daten eingegeben, kann die gewünschte Bezahlmethode ausgewählt werden. Allerdings werden nur Kreditkarten und Pre-Paid Karten angeboten, wobei die zweite Variante noch nicht funktioniert. Da hierzulande die wenigsten über eine Kreditkarte verfügen, wandelt sich die Vorfreude schnell in unnötigen Ärger um. Wenigstens gibt es auch die Möglichkeit über PayPal zu bezahlen. Damit wird es minderjährigen Spielern aber unmöglich gemacht DDO zu spielen. Ein Einmonats-Abo schlägt zudem über PayPal mit saftigen € 15.26 zu Buche. Viel zu teuer!

Dungeons & Dragons Online: Eberron Unlimited - Auf nach Eberron: Wir verraten euch, warum der Onlineableger kein Game für jeden MMO-Fan ist!

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Für Kunden aus Deutschland fehlt somit die wichtigste Zahlungsart: der automatische Bankeinzug - hier muss Codemasters eindeutig nachbessern! Nachdem diese erste Hürde überwunden ist fängt der automatische Patcher an, mehrere größere Updates herunter zu laden. Es werden jedoch keinerlei Angaben zum Inhalt, zur Dateigröße, bzw. der voraussichtlichen Downloadzeit gemacht. ISDN-Nutzer sollten schon mal den Kaffee aufsetzen.

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War nicht zu Beginn die Rede von Abenteuern und unglaublichen Schätzen?Die erste Belohnung folgt: Ein wunderschönes gerendertes Video führt in die Hintergrundgeschichte von DDO ein und lässt den anfänglichen Ärger wieder schnell vergessen.

Da waren sie wieder, meine drei Probleme
Ein neuer Charakter muss her, und zwar schnell. Aber halt! Was soll es denn sein? Ein Mensch, eine Elfe, ein Zwerg, ein Halbling oder ein Kriegsgeschmiedeter? Ein bitte was? Die gut gemachte Anleitung gibt Hilfestellung:

Kriegsgeschmiedete sind ein Volk denkender Konstrukte, erbaut, um im letzten Krieg zu kämpfen. Der Körper der Kriegsgeschmiedeten ist bedeckt mit einer Rüstung, die einen eigenen RK-Bonus gibt, aber das Tragen anderer Rüstungen verhindert.

Ob man "Warforged" auch anders hätte übersetzen können? Das zukünftige Alter Ego kann jetzt mit unzähligen Möglichkeiten zum gewünschten Äußeren erstellt werden.Eine praktische Zufallsfunktion hilft hier den Unentschlossenen und schnell ist das virtuelle Selbst erschaffen. Es folgt eine deutlich schwerwiegendere Entscheidung, die Wahl der Klasse. Hierbei stehen folgende zur Auswahl: Barbar, Kämpfer, Paladine, Barden, Kleriker, Waldläufer, Schurken, Hexenmeister und Magier. Zu jeder Klasse wird ein kleines Video zur Verfügung gestellt, das diese in Aktion zeigt. Jetzt beginnt aber erst der eigentliche Teil der Charaktererstellung. Attribute, Fertigkeiten und Talente können beliebig verteilt werden. Der Perfektionist wird hier gut und gerne 30 Minuten beschäftigt sein. Wer sich damit nicht beschäftigen möchte, kann auch einen vom Spiel vorgefertigten Charakter auswählen.

Und jetzt geht es endlich los. Auf einem Holzsteg stehend sieht man sofort die liebevoll gestaltete Umgebung. Es bleibt jedoch keine Zeit die wunderbare Grafik zu genießen, ein umgängliches Tutorial nimmt den Spieler an die Hand und führt ihn die grundlegendste Bedienung des Spiels ein.

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Ehe man es sich versieht ist das erste Abenteuer im vollen Gange.

Gameplay
Das Gameplay Questen, questen und nochmals questen. Dieses Spiel quillt über vor Aufgaben und Abenteuern. Mit jedem angenommenen Abenteuer kann der Spieler eine eigens für ihn aufgemachte Instanz begehen.

Ob solo oder in einer schlagkräftigen Gruppe mit bis zu vier weiteren menschlichen Mitspielern spielt dabei keine Rolle. Wer eine Aufgabe erfolgreich besteht kann diese gleich nochmals absolvieren, insgesamt bis zu drei Mal. Mit jedem Durchlauf steigt jedoch der Schwierigkeitsgrad.

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Der erste Versuch ist noch relativ leicht, der zweite Durchlauf bereits entsprechend knackig. Die dritte Schwierigkeitsstufe wird mit "Epic" angegeben. Dieses kleine Wörtchen sagt viel aus, also Vorsicht!

Das besondere in DDO: Erfahrungspunkte werden nur für das Lösen von Quests vergeben. Monsterfarming (stupides Metzeln von Gegnern) ist also aussichtslos. Jedes dieser Abenteuer ist sehr liebevoll gestaltet, eine nette Hintergrundgeschichte lädt den Spieler zum Lösen der Aufgaben ein. Wer besonders gründlich ist und Zusatzaufgaben löst, bekommt mehr Erfahrungspunkte oder besondere Belohnungen.Dennoch, egal wie liebevoll diese Quests gestaltet sind. Wenn man sie mehrmals gelöst hat, werden sie langweilig. Ein zweiter Charakter wird sich den selben Aufgaben gegenüber stehen und schon ist die Lust am nochmaligen Durchspielen schon ein wenig vergangen. Hier wäre mehr Abwechslung durch Zufallsgenerierte Quests sicherlich förderlich.

Die Charakterentwicklung
Wie es sich für ein waschechtes Rollenspiel gehört, steigt man nach einer gewissen Anzahl von Erfahrungspunkten um eine Stufe auf. Doch halt! Wir haben es hier mit einem Spiel zu tun, das sich streng an die D&D-Regeln hält. Es ist daher nicht gerade einfach eine neue Stufe zu erreichen. Der so heiß begehrte Level Up dauert von Stufe 1 auf Stufe 2 saftige 10 Stunden Spielzeit! Damit aber nicht nur Hardcore-Spieler etwas von DDO haben, hat sich Turbine etwas einfallen lassen und den Stufenaufstieg in 5 Ränge untergliedert. Am Beispiel der Stufe 1: Nach 2000 Erfahrungspunkten steigt man einen Rang auf und kann bei seinem Trainer eine neue Fertigkeit erlernen.

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Ein Kampfmagier in schwerer Rüstung und Schild? Hier gibt es kein starres Fertigkeiten-Konzept wie bei World of Warcraft und Konsorten. Dadurch entstehen sehr individuelle Charaktere, bei denen keiner dem anderen gleicht.

Hinter den Kulissen
Turbine hat es geschafft ein sehr starres Regelwerk in ein unheimlich komplexes und zugängliches Spiel zu verfrachten. Der Spieler merkt jedoch kaum etwas davon. Für D&D-Anhänger diskussionswürdig, für Anfänger ein wahrer Segen. Jede Handlung im Spiel sollte eine Auswirkung auf das Spielerlebnis haben und die Entwicklung des Charakters beeinflussen.

In DDO wird der Spieler mit einer Vielzahl an Fertigkeiten und Talenten erschlagen, effektiv werden jedoch nur die wenigsten aktiv genutzt. Besonders im Kampf macht sich das deutlich bemerkbar. Unter Einsatz von sämtlichen verfügbaren Fingern kann ein Schlagabtausch zu Verknotungen führen. Der Finger selbstverständlich. Mit der einen Hand wird die Maus bedient. Ein Rechtsclick führt einen Angriff aus. Die linke Hand darf gleichzeitig das frei konfigurierbare Schnellmenu und diverse Tastenkombinationen ausführen. Ein Beispiel gefällig?

Durch Dauergeklicke auf die rechte Maustaste fuchtelt der Nahkämpfer mit seiner Waffe herum. Dabei sollte der Gegner auch im Zielbereich sein. Leider bewegt der sich ständig in völlig unberechenbare Bahnen um den Spieler herum. Somit sind die Finger der linken Hand mit den Pfeiltasten beschäftigt. Zusätzlich müssen jedoch noch die Tasten aus dem Schnellmenu bedient werden. Um das ganze noch ein Stück komplexer zu machen wird das Abwehrverhalten ebenfalls manuell gesteuert:Und zwar durch die Shift-Taste und das gleichzeitige Betätigen der Pfeiltasten. Wohl dem, der einen Tintenfisch zum Vorfahren hat... Der Kampf kann aber auch automatisch ablaufen. Hier muss der Gegner nur noch im Blickfeld gehalten werden. Wer dann zuerst tot umfällt hat eben verloren. Das Heldenleben wird durch dieses absolut verkorkste Kampfverhalten unnötig erschwert. Schwierigere Kämpfe mit mehreren Gegnern sind somit solo kaum machbar.

Die liebe Technik
Besitzer von hochgezüchteten Highend Rechnern werden sich freuen. Das System bekommt eine Menge zu tun. In schön gestalteten Landschaften werden jede Menge optischer Highlights geboten. Die Grafik ist absolut auf der Höhe der Zeit und lässt kaum Wünsche offen. Leider wirken die Texturen in mittlerer Grafikeinstellung etwas verwaschen, was besondern bei den Bodentexturen auffällt. Animationstechnisch wird ein wahres Feuerwerk abgebrannt.

Egal was der Charakter gerade macht, sämtliche Bewegungen sehen glaubwürdig aus. Zusammen mit der atmosphärisch dichten Soundkulisse wirkt die Welt wie aus einem Guss, man fühlt sich in das Spiel hineinversetzt. Beim Interface hört der Spaß aber auf. Unnötig aufgebläht und klobig - da hat die Konkurrenz weitaus besseres zu bieten.Und zwar durch die Shift-Taste und das gleichzeitige Betätigen der Pfeiltasten. Wohl dem, der einen Tintenfisch zum Vorfahren hat... Der Kampf kann aber auch automatisch ablaufen. Hier muss der Gegner nur noch im Blickfeld gehalten werden. Wer dann zuerst tot umfällt hat eben verloren. Das Heldenleben wird durch dieses absolut verkorkste Kampfverhalten unnötig erschwert. Schwierigere Kämpfe mit mehreren Gegnern sind somit solo kaum machbar.

Die liebe Technik
Besitzer von hochgezüchteten Highend Rechnern werden sich freuen. Das System bekommt eine Menge zu tun. In schön gestalteten Landschaften werden jede Menge optischer Highlights geboten. Die Grafik ist absolut auf der Höhe der Zeit und lässt kaum Wünsche offen. Leider wirken die Texturen in mittlerer Grafikeinstellung etwas verwaschen, was besondern bei den Bodentexturen auffällt. Animationstechnisch wird ein wahres Feuerwerk abgebrannt.

Egal was der Charakter gerade macht, sämtliche Bewegungen sehen glaubwürdig aus. Zusammen mit der atmosphärisch dichten Soundkulisse wirkt die Welt wie aus einem Guss, man fühlt sich in das Spiel hineinversetzt. Beim Interface hört der Spaß aber auf. Unnötig aufgebläht und klobig - da hat die Konkurrenz weitaus besseres zu bieten.