Metzeln, schnetzeln, Monster schlachten ohne Ende - Hack n' Slay Spielspaß, der sich selbst nicht so ernst nimmt und das alles auch noch für lau? Gibts nicht? Gibts doch! Das Ganze nennt sich Dungeon Runners und wurde vom bekannten Publisher NCsoft quasi als Nebenprojekt aus dem Boden gestampft.

Das Unternehmen feiert zwar mit Online-Rollenspielen wie Guild Wars nicht zuletzt dank eines nicht existenten Abo-Systems bereits große Erfolge, aber scheinbar sind die Damen und Herren nicht wirklich ausgelastet und haben so mir nix dir nix ein Spiel veröffentlicht, das man größtenteils kostenlos zocken kann. Und tritt damit prompt den Beweis an, dass auch Games, die nichts kosten, Spaß machen können.

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Hack n' Slay Spielspaß für lau?
Dungeon Runners richtet sich vor allem an Hack n' Slay-Fans, die sich nicht lange mit irgendwelchem Drumherum aufhalten wollen. Euch stehen mit Fighter, Mage und Ranger ganze drei Charakterklassen zur Wahl, und mit den wenigen Individualisierungsoptionen verliert ihr zu Beginn nicht mehr Zeit als unbedingt nötig.

Dungeon Runners - Kostenlos-Hack n Slay mit Suchtgarantie: ein Must-Have für Diablo-Fans!

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Mit so einem großen Schwert kann man gar nicht verlieren - oder?
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Hier zählt eben nur eins: Action ohne Ende. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das ganze Spiel einen eher spartanischen Eindruck hinterlässt - vom übersichtlichen Interface (bei dem euch "Karl" die Menge der nötigen Erfahrungspunkte bis zum Levelaufstieg anzeigt) mit nur acht Shortcutslots über eine kompakte Anzeige eurer Charakterwerte bis hin zum Mini-Inventar. Diese schlanke Umgebung ist ganz auf das Gameplay ausgerichtet, bei dem es einzig und allein darum geht, Monsterhorden am laufenden Band abzuschlachten und dabei Items ohne Ende einzusammeln.

Das erinnert sicherlich viele an das Kultspiel Diablo - ohne dass die Entwickler dies an die große Glocke hängen würden, wie so viele andere Action-Rollenspiele der letzten Monate (die dann daran gescheitert sind).

Der Haken an der Geschichte
Das Spielgeschehens bei diesem onlinebasierten Hack n' Slay ist schnell beschrieben: Ihr wandert als mutiger Held alleine oder mit einigen Gruppenmitgliedern durch zufällig generierte Dungeons, die mit unzähligen feindlichen Kreaturen gespickt sind. Die Level der Monstren passen sich dabei dem euren an, sofern ihr ein Verließ betreten habt, das der vorgesehenen Levelrange entspricht. Die meisten Dungeons sind in verschiedene Stufen unterteilt und beherbergen noch den einen oder anderen Nebenzweig, wo sich besonders starke Boss-Monster aufhalten und darauf warten, euren Zorn zu spüren. Fast jeder "Mob" lässt mindestens einen oder sogar mehrere Gegenstände, Gold oder Tränke fallen, und so werdet ihr innerhalb kürzester Zeit mit mehr Items überschwemmt, als ihr zum Tragen imstande seid.

Dungeon Runners - Kostenlos-Hack n Slay mit Suchtgarantie: ein Must-Have für Diablo-Fans!

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Übersichtlichen Charakter-Werten stehen abstrus-lange Gegenstandnamen entgegen.
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Und hier kommen wir zum kleinen Haken an der ganzen Geschichte: Schon nach wenigen Minuten ist euer Beutel dermaßen prall gefüllt, dass ihr nicht mehr wisst, wohin mit dem ganzen Zeug. Zum einen ist das Inventar viel zu klein, da sich die Gegenstände nicht stapeln lassen, und zum anderen könnt ihr nicht alle Gegenstände benutzen. Vor allem die besseren, seltenen und raren Items sind der zahlenden Kundschaft vorbehalten. Für 5 US-Dollar im Monat könnt ihr nämlich einige exklusive Optionen freischalten, die euch beispielsweise das Stapeln von Tränken im Inventar ermöglichen, ein Bankfach eröffnen und lästige Warteschlangen beim einloggen ersparen sollen.

Inwiefern diese Features wichtig fürs Gameplay sind? Unserer Erfahrung nach macht es schon einen kleinen Unterschied, ob ihr mit den besonders guten (lila oder regenbogenen) Gegenständen ausgerüstet seid oder nur mit den normalen (grün/blau). Auf der anderen Seite haben wir keine Situation erlebt, die mit der 08/15-Ausrüstung nicht lösbar war.

Außerdem sind die übrigen Vorteile der Mitgliedschaft so gravierend nicht: Das Inventar bleibt trotzdem immer noch viel zu klein, sodass man ständig zum Händler rennt, um die überflüssige Beute loszuwerden. Macht aber auch nichts, denn glücklicherweise haben die Entwickler an allen Ecken und Enden die Bequemlichkeit des Spielers im Hinterkopf gehabt und ein Schnellreise-System mit Portalen und Wege-Scrolls implementiert.

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Der Inhalt der Schatzkisten wartet schon auf seinen neuen Besitzer.
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So könnt ihr in jedem Dungeon zu jeder Zeit ein kleines Portal herbeizaubern, das euch in das Zentrum der Stadt "Townston" bringt, wo ihr eure Waren verhökert. Mithilfe des dortigen Portalsteins werdet ihr anschließend sofort wieder in den Dungeon verfrachtet. Bei diesem Prozess wird nicht nur eure Position gespeichert, auch alle anderen Spielparameter (getötete Monster, herumliegende Gegenstände usw.) bleiben, wie ihr sie hinterlassen habt. Und das Beste: Das funktioniert sogar, wenn ihr euch ausgeloggt habt - Klasse! Kurzen Spielsessions von 15 oder 30 Minuten bzw. Gelegenheitsspielern kommt dieses System natürlich absolut entgegen.

Inhaltlich dürft ihr von Dungeon Runners nicht allzu viel erwarten. Eine große, zusammenhängende Hintergrundstory gibt es nicht, und auch das Gameplay wiederholt sich ständig. PvP-Gameplay soll zudem erst mit einem der kommenden Updates hinzugefügt werden. Erfrischend ist jedoch der krude Humor, mit dem das Action-Rollenspiel gespickt ist.

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Ihr seid immer in der Unterzahl - es soll ja schließlich keine Langeweile aufkommen.
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Überall blitzt hervor, dass sich das Spiel selbst nicht so ernst nimmt: Ihr werdet von NPCs "beschimpft" ("Du willst ein Held sein?", Wasch dich mal, du stinkst!"), die amüsanten Beschreibungen der oberflächlichen Quests (bei denen es immer nur ums Monstermetzeln geht) sind mit jede Menge Humor gepflastert, oder auch die Bezeichnungen der völlig überdimensionierten Waffen sind so abstrus, dass man des Öfteren zum Grinsen verleitet wird. Es soll einfach nur Spielspaß vermittelt werden, und das gelingt auf jeden Fall, zumal man bei der ganzen Schnetzelei durch eher tumbe KI-Gegner kaum einmal Pausen einlegen muss. So etwas wie eine "Downtime" oder Strafen fürs Abkratzen der eigenen Spielfigur kennt Dungeon Runners praktisch gar nicht.