In der asiatischen Welt von DragonSoul herrscht Chaos. Mehrere Königreiche kämpfen um die Vorherrschaft und zu allem Überfluss droht eine wilde Horde aus den Steppen das Land zu überfallen. Zeit für Helden also und so erschafft ihr euch zu Beginn einen Charakter aus den Klassen, Magier, Krieger, Assassine und Jäger. Ein wenig das Aussehen anhand der Rüstung verändert und schon beginnt man in der Nähe eines kleinen Dorfes - Tutorial voraus!

Dragon Soul - Offizieller Trailer zu Dragon Soul

Freiheit, wo bist du?

Das erste, was euch auffallen wird, ist die Grafik. Wie bei anderen Genre-Vertretern folgt ihr eurem Helden aus der "über die Schulter"-Kamera. Doch die Landschaft ist karg, die Texturen verwaschen, die Figuren lassen jedes Detail vermissen. Selbst World of Warcraft mit seinen acht Jahren macht optisch eine deutlich bessere Figur.

Schade, denn die Grafik zerstört auch einen Teil der Atmosphäre, die in der aktuellen Version sowieso stark zu wünschen übrig lässt. Denn beispielsweise vermissten wir Hintergrundgeräusche. Direkt neben einem riesigen Wasserfall zu stehen und absolut gar nichts zu hören, entführt nicht gerade in eine andere, virtuelle Welt.

Hinzu kommen unsichtbare Barrieren, die hin und wieder das Vorankommen verhindern. Etwa beim schon erwähnten Wasserfall. Diesen kann man einfach nicht erreichen, weil eine unsichtbare Wand davon abhält, in das Wasser zu steigen. Ärgerlich. Noch ärgerlicher ist die Respawn-Rate der Gegner. Wie aus dem Nichts tauchen die Monster direkt vor einem auf und greifen sofort an. Es bleibt kaum Vorbereitungszeit.

Hat man den Kampf geschafft, muss man zusehen, dass man schnell wegkommt, da sofort die Gegner wieder da sind. Dies kann natürlich an der Betaversion liegen und wird hoffentlich noch etwas angepasst, trotzdem hat dies ziemlich am Spielspaß gezerrt.

Dragon Soul - Rohkost oder Rohdiamant?

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Optisch kann das MMORPG DragonSoul nicht mit aktuellen Titeln mithalten.
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Grundsätzlich erwartet euch mit DragonSoul Altbekanntes. Ihr sprecht NPCs an, die euch Aufgaben geben, welche meist mit dem Einsammeln von irgendwelchen Gegenständen oder dem Töten von Monstern zu tun haben. Manchmal müsst ihr auch irgendwelche Personen finden. Dies gestaltet sich aber nicht allzu schwer, da ihr den Zielort einfach auf der Karte anklickt und euer Held anschließend von alleine dort hin spurtet oder reitet.

Übrigens läuft euer Held in diesem Modus auf dem kürzesten Weg zum Ziel und wandert auch durch Bäume und andere Objekte, was im manuellen Modus nicht möglich ist. Direkt zu Beginn erhaltet ihr auch euer erstes Reittier, was das Vorankommen in der Welt deutlich verbessert. Zudem ist es möglich, automatisch zu kämpfen. Da es sehr viel Grinding in DragonSoul gibt, ein nützliches Feature. So stellt man einfach Autokampf ein und wartet eine Zeit lang. Durch den schnellen Respawn der Monster levelt euer Held nun recht flott auf.

Dragon Soul - Rohkost oder Rohdiamant?

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Die Kampf in DragonSoul sind recht spektakulär in Szene gesetzt.
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Einer der interessantesten Aspekte des Spiels ist die Möglichkeit, es zum Herrscher eures eigenen Reiches zu bringen. Je höher ihr aufsteigt, je mehr ihr erreicht, desto höher steigt euer Ansehen. So könnt ihr euch nach und nach zur Wahl für bestimmte politische Positionen in eurem gewählten Reich (von denen es acht gibt) aufstellen lassen.

So bringt ihr es mit Glück und vielen guten Freunden vom Kommandanten bis zum König. Dies bedeutet allerdings auch, dass ihr Neider haben werdet, was zu großen PvP-Schlachten führt. An Kampfskills mangelt es DragonSoul nicht. Über 150 Skills lassen euch im Kampf fliegen, in Flammen ausbrechen oder eure Feinde in Eisblöcke einfrieren. Da kommt durchaus Laune auf.

Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen...

Übrigens steigt nicht nur ihr selbst im Level auf, auch eure Pets werden mit der Zeit besser. Kung Fu-Hasen oder Füchse stehen euch zur Seite und lassen es ordentlich krachen. Allerdings nur, wenn ihr euch auch um sie kümmert und sie beispielsweise ordentlich füttert. Übrigens werden eure Begleiter nur dann richtig stark, wenn ihr ein anderes dafür opfert. Dann steigt das ausgewählte in eine höhere Sternestufe.

Da ist aber noch viel zu tun. Baustelle DragonSoul könnte durchaus interessant werden, wenn das Balancing im Item-Shop stimmen und die Kritikpunkte ausgebügelt werden.Ausblick lesen

Je höher die gewünschte Sternestufe ist, desto höherwertige Pets müsst ihr dafür opfern. Dasselbe mit den Mounts. Es stehen viele verschiedene zur Verfügung und das Beste: Ihr dürft sogar von eurem Reittier aus kämpfen. Lediglich einige besondere Fertigkeiten lassen sich nicht vom Rücken eures Pandas, Pferdes oder Löwen ausführen.

Natürlich steht die Zusammenarbeit mit anderen Spielern auf der Tagesordnung. Nicht nur schließt ihr euch mit anderen Usern zu Gilden zusammen oder zieht gemeinsam los, um Monster zu verkloppen, auch Raids sind in der Gruppe möglich. Wie sich das eben für ein MMORPG gehört. Einzig die enorm eingeschränkte Charakterindividualisierung macht dem ungetrübten Spielspaß einen Strich durch die Rechnung. Zu viele Charaktere sehen sich zu ähnlich. Selbst die meisten der über 2.000 Waffen sehen gleich aus. Daher fällt es oft auf den ersten Blick alles andere als leicht, den Überblick bei Gruppenaktionen oder auch in PvP-Schlachten zu bewahren.

Dragon Soul - Rohkost oder Rohdiamant?

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Ein Highlight des MMORPGs ist das Pet-System.
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Auch, wenn es sich bis jetzt ziemlich ernüchternd anhört, in DragonSoul steckt Potenzial. Vor allem die Unmengen an Quests verdeutlichen, wie viel Zeit man in das MMO investieren kann. Monate werdet ihr in der asiatischen Welt verbringen, wenn ihr über die genannten Unzulänglichkeiten hinwegseht und gute Freunde findet, mit denen ihr losziehen und Abenteuer erleben könnt.

Und auch, wenn die bereits erwähnten über 2.000 Waffen sehr ähnlich aussehen, wird doch der Sammeltrieb geweckt. Denn mal ehrlich, in einem Diablo erkennt man die Unterschiede zwischen den Waffen auch nicht am Aussehen, sondern an den Werten. Es ist eben wie überall: nur die inneren Werte zählen. Dieser Spruch trifft auch auf die Präsentation des Spiels zu, über die wir uns ja nun schon ausgelassen haben. Hier hätten wir uns einfach in der heutigen Zeit etwas gewünscht, dass etwas zeitgemäßer aussieht. Natürlich dürft ihr euch an Crafting versuchen und so eure Ausrüstung selbst etwas aufbrezeln.

An der Steuerung gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Jeder, der schonmal ein MMORPG gespielt hat, kommt gleich zurecht, findet schnell die wichtigsten Funktionen und kann sofort loslegen, die ersten Quests zu absolvieren und Monster zu vernichten. Im Item-Shop werdet ihr nicht nur neue Pets in Form von Eiern gegen Geld kaufen können, sondern beispielsweise auch Reittiere oder mehr Platz für das Inventar.

Bei den Questtexten muss Neonga auch noch ordentlich nachlegen, denn Trennungen gibt es offenbar nicht. Wörter werden einfach abgeschnitten und in der nächsten Zeile weitergeführt, was das Lesen extrem erschwert. Auch die Beschreibungen von Quests stimmten oft nicht. So sollten wir zwei Blumen pflücken, angezeigt wurde uns, dass wir drei pflücken sollten. Jedoch ließ sich Blume Nummer Drei nicht aufnehmen, da wir ja schon zwei hatten... verwirrend. Es gibt also noch einiges zu tun.