Fast pünktlich zum fünfjährigen Jubiläum des MMORPG-Veteranen Dark Age of Camelot erschien vor einigen Wochen das fünfte Bezahl-Addon "Labyrinth of the Minotaur" mit einigen Monaten Verzögerung endlich auch in Europa. Entwickler Mythic EA, mittlerweile Bestandteil des globalen Entertainment-Unternehmens, trägt dabei eindeutig dem Fakt Rechnung, dass die Spielerzahlen deutlich zurückgegangen sind und fast nur noch Hardcore-Fans regelmäßig in die Fantasy-Welt eintauchen, um sich an dem Konflikt der drei Reiche Albion, Midgard und Hibernia zu beteiligen.

Nachdem zuletzt in den USA und Europa die Server zusammengelegt wurden, um die Population im Spiel nicht zu weit auszudünnen, wird der Durchhaltewille der verbliebenen Recken mit einer Erweiterung belohnt, die sich in erster Linie an alteingesessene Gamer richtet.

Dark Age of Camelot: Darkness Rising - Teaser

Zielgruppe: Hardcore-Fans
Als wichtigster Beleg dieser Behauptung mag allein schon dienen, dass Dark Age of Camelot: Labyrinth of the Minotaur nur gespielt werden kann, wenn man alle vier Erweiterungen sowie das Originalspiel besitzt. Doch das allein genügt nicht als Zugangsvoraussetzung: Wer an den Abenteuern rund um die Rinderherde, Verzeihung, das Volk der Minotauren teilhaben möchte, sollte auf jeden Fall einen hochleveligen Spielcharakter besitzen.

Dark Age of Camelot: Labyrinth of the Minotaur - Dieses Labyrinth ist nichts für Weicheier!

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Eins der Artefakte - gibt es leider nicht in "bunt"...
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Der Grund: Viele Bestandteile des Addons richten sich an Spieler, die schon bestimmte Voraussetzungen erfüllen und deren Alter Egos Fertigkeiten wie die Championslevel 1 bis 5 bereits zuvor freigeschaltet haben (wozu das Addon Darkness Rising vonnöten ist ...). Mit "Minotaur" werden nämlich die Level 6-10 eingeführt, die wiederum Voraussetzung für das Verwenden der neuen Items sind, die ihr im Labyrinth findet - die so genannten minoischen Gegenstände. Diese passen natürlich nur in den neuen Inventar-Slot, der für andere Dinge nicht genutzt werden kann.

Zudem spielt sich das neue Hauptabenteuer vor allem in dem neuen Dungeon ab, der über zehn Mal so groß sein soll wie das bisherige Prunkstück, Darkness Falls. Das Labyrinth ist aber ebenfalls als RvR-Gebiet deklariert, in dem sich die drei Reiche gegenseitig bekämpfen. Spieler, die keine Lust auf RvR (aka PvP) haben oder den Schlachten nicht gewachsen sind, werden sich davon also kaum angesprochen fühlen.

Packshot zu Dark Age of Camelot: Labyrinth of the MinotaurDark Age of Camelot: Labyrinth of the MinotaurErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Im Mittelpunkt des Addons steht davon abgesehen die Einführung der Minotauren, einem alten Volk, das die drei Reiche schon vor langer Zeit verlassen hatte und nun zurückkehrt, um im Kampf gegen eine unheilvolle Bedrohung Beistand zu ersuchen. Erneut werden wir vom Hofbediensteten des Königs auf eine lange Reise geschickt, in deren Verlauf es vor allem um eins geht: das Metzeln von Feinden.

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Das Abenteuer bringt uns zurück zu unseren Wurzeln...
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Auch wenn sich die Quests von ihrer Struktur und Erzählweise praktisch nicht von gewohnten DAoC-Missionen unterscheiden, gibt es eine kleine Neuerung: Schon recht früh stellt uns der Kammerherr zur Wahl, auf welche Weise wir die Aufgabe bewältigen wollen. Entweder wir besiegen beispielsweise eine bestimmte Zahl von menschlichen Gegnern im RvR oder wir bringen (deutlich mehr) NPCs zur Strecke. Da wir diese Missionen aber in der Regel in den Grenzgebieten bewältigen, macht das im Endeffekt kaum einen Unterschied. Damit bietet Mythic übrigens einen kleinen Vorgeschmack auf Warhammer Online, das ähnliche Auswahlmöglichkeiten bieten wird, allerdings dreistufig - doch das nur am Rande.

Das Labyrinth, der Dungeon
Doch die Erfüllung der Aufgaben und die damit erhaltenen Championslevel sind eigentlich nur ein Randaspekt. Im Zentrum des Gameplays steht eindeutig das Labyrinth, in dem zwei Dutzend Relikte der Minotauren den Bösewicht Agramon unter Kontrolle gehalten haben. Diese Artefakte sind umstritten und ihre Eroberung verleiht den entsprechenden Spielern, Gruppen und Kampfverbänden spezielle Boni im Kampf gegen ihre Widersacher, macht sie aufgrund ihrer magischen Aura aber gleichzeitig auch zu herausstechenden Zielen der feindlichen Reiche.

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Grafisch nicht eben ein Leckerbissen.
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Der in drei Themenbereiche aufgeteilte Dungeon erfüllt zumindest anfangs noch einen weiteren Zweck: Erst nachdem es gelungen ist, alle Relikte in Besitz zu nehmen, wird die neue Spielerklasse, der Malmer, für die drei Reiche freigeschaltet. Da dies aufgrund der hin und her wogenden Schlachten (und der wöchentlichen Reduzierung der Anforderungen) auf den meisten Servern erst nach einigen Wochen gelang, war eines der neuen Spielfeatures zu Beginn noch gar nicht verfügbar. Der Malmer, ein magiebegabter Nahkämpfer von beachtlicher Stärke, ist übrigens die erste Klasse, die reichsübergreifend zur Verfügung steht.

Insgesamt integriert sich das Addon erwartungsgemäß problemlos in das vorhandene Spielsystem, gravierende Änderungen wurden schließlich nicht vorgenommen. Diesmal gab es jedoch kein neues Grafik-Update, sodass DAoC langsam aber sicher mit einigen Rostflecken versehen ist. Der neue Dungeon ist zwar nett anzusehen, wenn man ehrlich ist bietet er aber immer noch dieselben Standard-Texturen aus braun-grauem Einerlei, der nun wirklich keinen mehr vom Hocker reißt.

Auch die NPCs und Gegner des Gewölbes kommen einem schon mehr oder weniger bekannt vor, irgendwie hat man alles so oder so ähnlich schon gesehen. Auf der anderen Seite kann von einem fünf Jahre alten Spiel trotz zwischenzeitlichen Updates wohl auch kein optischer Quantensprung erwartet werden.