Dark Age of Camelot (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Der König ist tot - es lebe der König! Dies gilt zumindest im Reich Albion des Online Rollenspiels Dark Age of Camelot (DAoC). Einige Jahre nach dem Tod Arthurs herrscht König Constantin, auch wenn er nicht bei allen seinen Untertanen unumstritten ist und daher eine Revolte im Anmarsch zu sein scheint.

Ähnliche Probleme haben die Herrscher der verfeindeten Reiche Hibernia (Lugh Lamfhota) und Midgard (Eirik Alfevson), wo es ebenfalls in der geknechteten Bevölkerung rumort und hinter vorgehaltener Hand mehr oder weniger unverblümt Umsturzpläne besprochen werden.

Dark Age of Camelot: Darkness Rising - TeaserEin weiteres Video

In solch schweren Zeiten, wo die Kriege mit dem Feind die Völker ohnehin schwer belasten, können sich die Könige nur auf ihre besten Kämpfer verlassen, denn sie sollen die heraufziehende Dunkelheit bekämpfen und sich im Dienste ihrer Könige als die Champions ihrer Reiche beweisen. Dass den tapferen Recken ihrer Reiche in der vierten kostenpflichtigen Erweiterung "Darkness Rising" nicht nur einige Strapazen bevorstehen, sondern auch fantastische Abenteuer und Belohnungen winken, erzählt diese Geschichte von Mut, Hingabe und Opferbereitschaft ...

Wir haben euch schon in mehreren ausführlichen Previews zum neuen Addon des MMORPG-Veteranen Dark Age of Camelot informiert. Nachdem wir die Erweiterung ausgiebig im Live-Betrieb getestet haben wollen wir euch nun einen ausführlichen Einblick in die neuen Features geben, aber auch vor allem der Frage nachgehen "wie spielt es sich?". Bevor wir uns dieser wichtigen Frage zuwenden, kommen wir aber erst auf die Rahmenbedingungen zu sprechen.

Dark Age of Camelot: Darkness Rising - Frische Inhalte für tapfere Helden: Die neue Expansion auf dem Prüfstand!

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Was bietet die vierte Erweiterung des wohl wichtigsten PvP Online Rollenspiels? Der in der Einleitung beschriebene Konflikt in den drei Reichen des Spiels bildet die inhaltliche Grundlage für die so genannte Championquest, die sich an Spieler ab Level 30 richtet, aber erst abgeschlossen werden kann, wenn der Höchstlevel 50 erreicht wurde.

Demzufolge richtet sich nicht nur die Quest, sondern eigentlich das gesamte Addon an fortgeschrittene Spieler und nicht an Anfänger. Diese profitieren nur in begrenztem Ausmaß von den Neuerungen, womit vor allem die grafische Politur der Hauptstädte gemeint ist, doch dazu später mehr.

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Die Quest besteht im Groben aus drei Teilen, wovon die erste Phase ab Level 30, die zweite ab Level 40 und Teil drei ab Level 50 zugänglich ist und direkt vom König der Reiche in Auftrag gegeben werden. Ein wenig verwirrend ist dabei, dass es nicht drei sondern fünf Championlevel gibt, für die man aber die Quests nicht unbedingt absolvieren muss. Für Charaktere der 50. Stufe reicht es aus, sich die Quest "abzuholen" und anschließend lediglich Erfahrungspunkte zu sammeln. Das geht zwar mit dem Lösen der drei Questserien am schnellsten, doch niemand wird gezwungen, sich in den Kampf gegen die aufrührerischen Kräfte zu wagen.Allein die Championquests reichen auch nicht aus, um als Champion des Königs anerkannt zu werden. Wer die Quests erfolgreich abgeschlossen hat, wird lediglich genügend Erfahrungspunkte gesammelt haben, um auf Stufe drei der Championlevel zu gelangen. Die für Championstufe fünf notwendigen Erfahrungspunkte können sich die Spieler entweder im Kampf gegen Monster oder im PvP, respektive RvR (Reichskampf), verdienen.

Wer sich den Status eines Champions erspielen will, dem Winken nicht nur Ruhm und Ehre, auch einige Privilegien werden ihm zuteil. Zum einen erhalten die tapferen Streiter für den Einsatz, den sie erbringen, eine außergewöhnliche Waffe, die Championwaffe. Es handelt sich dabei um eine jeweils speziell für die einzelnen Charakterklassen entworfene Waffe, die mit zwei verschiedenen magischen Attributen versehen werden kann.Außerdem erhalten Charaktere je Championlevel nicht nur zusätzliche Trefferpunkte und Magiekraftpunkte (Mana!), es gibt auch je einen Punkt für die neuen Nebenklassen. Bei Championlevel fünf stehen jedem Charakter somit fünf Punkte zur freien Verteilung in Fähigkeiten zur Verfügung, die bisher nur anderen Charakterklassen zugänglich waren. Allerdings sind diese Fähigkeiten in ihrer Wirkung ziemlich beschränkt und eher als "Spielerei" anzusehen, denn als sinnvolle Ergänzung des Spiels.

Sinnvoller sind da schon die neuen Reittiere. Erstmals erhalten Spieler von DAoC somit die Möglichkeit, über persönliche, lenkbare Reittiere zu verfügen. Damit können sie ihre Reisen beschleunigen, auch wenn sie nicht zu den Klassen gehören, die ihre Reisegeschwindigkeit mit einem Geschwindigkeitszauber erhöhen können. Allerdings muss man nicht unbedingt die neue Erweiterung besitzen, um an ein Pferdchen zu kommen. Ab Stufe 35 kann sich jeder Spieler für 250 Goldstücke das einfache Standardpferd kaufen.

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Das hinkt allerdings hinsichtlich Geschwindigkeit und Erweiterbarkeit von Rüstungen den Vollblutpferden deutlich hinterher. Diese Pferdchen benötigen jedoch das Addon und ein Mindestlevel von 45, für die Luxusausgaben ist gar Championlevel 5 Voraussetzung. Dafür sind sie auch deutlich teurer und kosten zwischen einem und fünfzehn Platinstücken, je nachdem, für welche Version sich der Recke entscheidet. Allerdings bieten die richtig teuren Rösser lediglich einen visuellen "Vorteil", an Funktionen haben sie den übrigen Vollblutpferden nichts voraus. Ein weiterer Vorteil der Vollblutpferde ist außerdem, dass sie in den so genannten Grenzgebieten genutzt werden können.

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In Schlachten dürfen sie allerdings nicht zum Einsatz kommen.

Neben diesen inhaltlichen Erweiterungen hat Entwickler Mythic Entertainment dem Spiel auch einige visuelle Updates verpasst. Vor allem die Hauptstädte wurden grafisch aufpoliert. Sie wirken nun nicht nur schöner, es entsteht auch das Gefühl, in einer größeren Stadt unterwegs zu sein. Eine Überarbeitung hat auch der alte RvR-Dungeon "Darkness Falls" erfahren, dessen widerspenstigen Bewohner nun hübschere Texturen und erweiterte Fähigkeiten erhalten haben. Ähnlich geht es auch den neuen Dungeons, von denen jedes Reich einen spendiert bekam.Dieser dient aber in erster Linie dazu, die Championquest abzuschließen und ist eigentlich nur eine modifizierte Version von Darkness Falls.

Wirklich Neues erlebt der Spieler dort also nicht. Doch wie spielen sich die neuen Inhalte? Wie vom Entwickler bereits im August angekündigt, hat er nur in sehr beschränktem Ausmaße Gebrauch von instanziierten Arealen gemacht. Das bedeutet, dass die Spieler sich relativ selten in Gebieten aufhalten, die nur ihnen persönlich oder ihrer Gruppe zugänglich sind. In der Praxis führt das zum leidigen Problem, dass viele NPCs oder Monster, die für das Voranbringen der Quests wichtig sind, dauerbelegt sind. Die Folge ist natürlich bei vielen Spielern eher Frust als Lust. Zumindest sind viele Schlüsselelemente nach kurzer Zeit wieder verfügbar, was die Staus zwar verkürzen, aber nicht beseitigen konnte. Auch beim Aufbau der Quests an sich haben die Macher dazugelernt und eine deutlich interessantere Story entworfen, bei der sich das Lesen der vielen Texte auch lohnt.Außerdem ist die Kommunikation mit den computergesteuerten Charakteren diesmal deutlich interaktiver gestaltet, sodass nicht immer jede Antwort die Richtige ist und die Spieler zumindest gelegentlich auch mal mitdenken müssen (wenn sie sich die Komplettlösung nicht schon aus dem Netz geholt haben, was leider eine weit verbreitete Unsitte ist). Doch das Design der Abenteuer ist leider immer noch vor allem hinsichtlich der vielen unnötigen Wege verbesserungswürdig. Auch wenn es löblich ist, dass Veteranen die alten, kaum noch genutzten Gebiete des Spiels aufs Neue besuchen sollen, so nervt es doch nach kurzer Zeit. Dazu kommt das Gefühl wie ein Bote von einem Punkt zum nächsten geschickt zu werden und ständig zur Hauptstadt zurückkehren zu müssen, nur um gleich wieder an fast denselben, weit entfernten Ort zurückgeschickt zu werden.

Neben den Championquests sind die Pferde und die neuen Waffen sicher die wichtigsten Bestandteile des Addons.

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Auch wenn persönliche Reittiere zwar vier Jahre nach Veröffentlichung des Hauptspiels fast ein wenig spät kommen, so sind sie doch eine willkommene Ergänzung und wer eines besitzt, möchte es nun auch nicht mehr missen. Ähnlich verhält es sich mit den neuen Waffen. Sie bilden ein nettes Feature, dürften aber die mit "Trials of Atlantis" (2. Addon) eingeführten Artefakt-Waffen letztendlich in ihrer Beliebtheit kaum verdrängen können. Die Nebenklassen spielen eine eher untergeordnete Rolle und sind in erster Linie, wie schon beschrieben, als Spielerei anzusehen. Nun können Zauberer auch Schwerter und Schilde führen, Krieger können Magie wirken.Doch die Fähigkeiten sind insgesamt auf einem sehr niedrigen Niveau angesiedelt, sodass sie auf das Gameplay im Großen und Ganzen keine Auswirkung haben. Da es aber letztendlich auf den Spaßfaktor ankommt, kann man dieses Feature durchaus gutheißen.

Was bei den ganzen Championlevel- und Quests ein wenig untergeht ist die Tatsache, dass mit dem aktuell auf den europäischen Servern aufgespielten Patch (1.81) auch neue, überarbeitete "Epic"-Quests vorhanden sind. Sie machen den Spielern nicht nur die damit verfügbaren, ebenfalls aufgebesserten Rüstungen zugänglich. Sie zeigen auch, dass der Entwickler bemüht ist, die Spielbarkeit respektive die Zugänglichkeit seines Produktes zu verbessern. Gab es früher für die meisten Charakter-Klassen eigenständige Quests, so lassen sich nun ab Level 35 unabhängig davon Mitstreiter suchen, mit denen das Abenteuer in Angriff genommen werden kann.Nun müsste das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem europäischen Publisher GOA nur noch daran arbeiten, dass auch hierzulande die Updates zeitnah zu den amerikanischen Patches erscheinen. Zwar hat sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr ein wenig verbessert, doch derzeit herrscht immer noch eine Lücke von etwa zwei Monaten zwischen US und EU-Version.Doch die Fähigkeiten sind insgesamt auf einem sehr niedrigen Niveau angesiedelt, sodass sie auf das Gameplay im Großen und Ganzen keine Auswirkung haben. Da es aber letztendlich auf den Spaßfaktor ankommt, kann man dieses Feature durchaus gutheißen.

Was bei den ganzen Championlevel- und Quests ein wenig untergeht ist die Tatsache, dass mit dem aktuell auf den europäischen Servern aufgespielten Patch (1.81) auch neue, überarbeitete "Epic"-Quests vorhanden sind. Sie machen den Spielern nicht nur die damit verfügbaren, ebenfalls aufgebesserten Rüstungen zugänglich. Sie zeigen auch, dass der Entwickler bemüht ist, die Spielbarkeit respektive die Zugänglichkeit seines Produktes zu verbessern. Gab es früher für die meisten Charakter-Klassen eigenständige Quests, so lassen sich nun ab Level 35 unabhängig davon Mitstreiter suchen, mit denen das Abenteuer in Angriff genommen werden kann.Nun müsste das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem europäischen Publisher GOA nur noch daran arbeiten, dass auch hierzulande die Updates zeitnah zu den amerikanischen Patches erscheinen. Zwar hat sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr ein wenig verbessert, doch derzeit herrscht immer noch eine Lücke von etwa zwei Monaten zwischen US und EU-Version.