Viele Online Rollenspiele werden momentan produziert, aber seit drei Jahren gibt es bereits Dark Age of Camelot (DAoC), da war natürlich ein Besuch am Stand des europäischen Betreibers Wanadoo bzw. GOA Pflicht. Beinahe wäre ich jedoch am Stand vorbei gelaufen, fristete er sein Dasein doch ein wenig unscheinbar und dunkel, vielmehr musste man aufpassen nicht über die auf der Standfläche verteilten Baumstümpfe zu stolpern, die eigentlich als Sitzgelegenheiten dienen sollten.
Im Gegensatz zu anderen Präsentationen der GC war der DAoC -Auftritt wohl weniger als Eigenwerbung zu verstehen, denn als Treffpunkt für Stammspieler und erschien im Vergleich zum vergangenen Jahr reduziert. Zumindest am Freitag war das Gedränge in den Hallen noch nicht so groß und man konnte noch gut mit den als "Staff" deklarierten GOA-Mitarbeitern ins Gespräch kommen. Gamemaster "Wind" präsentierte sich dabei als offener und netter Gesprächspartner, so wie ihn auch die Spieler auf den Servern seit langer Zeit kennen. Wirklich Neues konnte man ihm allerdings nicht entlocken (jedenfalls nichts, was man hier schreiben dürfte ...), aber klar ist, dass das Team und damit der von Fanseite oft kritisierte Service auch aufgrund von Personalengpässen gebeutelt ist. Das Unternehmen arbeitet jedoch daran und plant noch mehr Mitarbeiter zu rekrutieren, auch weil man in den vergangenen Monaten Abgänge zu verzeichnen hatte.

Insgesamt standen den Besuchern vier Rechner zur Verfügung, auf denen man das Spiel anzocken konnte. Das Ganze wirkte jedoch lieblos und uninspiriert, Neueinsteiger wurden sicherlich durch die Art der Präsentation nicht ermutigt dabei zu bleiben. Die Präsentationen des im Herbst erscheinenden kostenlosen Addons "New Frontiers" wurde zu festen Zeiten 2-3 Mal am Tag durchgeführt, leider waren sowohl Sound- als auch Videosystem nicht für eine Messe dieser Größe ausgelegt. Peinlich waren auch Ruckler, die bei einer derartigen Präsentation nun wirklich nicht auftreten sollten.
Am Samstag Abend wurde es dann doch richtig voll um die Mini-Bühne des DAoC -Stands, hatte sich doch mit Matt Firor einer der Top-Angestellten des amerikanischen Entwicklers Mythic Entertainment angemeldet, seines Zeichens Vize-Präsident und Executive Producer des Unternehmens. Doch viel Neues konnte man auch hier nicht erfahren. Der Auftritt des Amerikaners war geprägt von Floskeln und Allgemeinplätzen. Artig bedankte er sich mehrfach bei den Fans für ihr kommen und versicherte ihnen, dass gerade die deutschen Zocker einen hohen Stellenwert für das Unternehmen besäßen. Leider muss man angesichts der Patch- und Addon-Politik daran zweifeln, wird doch die europäische Server-Situation in der Praxis eher ignoriert. Die den Fanforen entstammenden Fragen, die ihm vorgelesen wurden, waren zahnlos, lediglich eine Frage zielte auf den Kern eines der Probleme des Spiels: Buffbots.
Matt Firor sagte zwar, dass dem Unternehmen die Problematik erst mit einiger Verspätung bewusst geworden sei und man an Lösungen arbeite, die Fans aber keine schnelle Abhilfe erwarten dürften. Vielmehr wird versucht die Bedeutung von Buffbots mit der Zeit abzuschwächen, so z.B. auch mit der nächsten offiziellen Erweiterung DAoC: Catacombs. Neue Klassen sollen in Zukunft möglichst unabhängig von Fremdbuffs agieren können, allerdings stellt sich dann hier wieder die Frage des Balancings. Man darf gespannt sein, was sich die Entwickler einfallen lassen.

Das Problem der Buffbots und warum es keine schnelle Abhilfe gibt (obwohl es sehr schnell Lösungen geben könnte, wie einige Freeshards zeigten), ist natürlich auch ganz klar wirtschaftlicher Natur. Buffbots benötigen einen eigenen Account, der natürlich auch bezahlt werden muss. Demzufolge würde das Unternehmen mit der schnellen Abschaffung von Buffbots einen wirtschaftlichen Schaden erleiden, den es natürlich zu verhindern gilt.

Unterm Strich konnte DAoC im Vergleich zu Herausforderern wie World of Warcraft, die mit einer sehr viel kleineren Crew einen Ungleich besseren und professionelleren Auftritt hinlegten, nicht punkten.

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