Dark Age of Camelot
Interview mit Walt Yarbrough
von Nedzad Hurabasic

Bereits über vier Jahre hat der Online Rollenspiel-Veteran Dark Age of Camelot (DAoC) auf dem Buckel und die Konkurrenz sprießt mittlerweile massenweise aus dem Datencode. Da fällt es immer schwerer, die verliebenen Spieler bei der Stange zu halten.

Doch erst vor wenigen Wochen ist es dem europäischen Betreiber des Spiels, GOA, erstmals gelungen, dem Spiel mehr oder weniger zeitnah den gleichen Patch zu verpassen, mit dem auch die US-Server ausgestattet sind.

Dark Age of Camelot - E3 Präsentation

Wir haben Walt Yarbrough, dem verantwortlichen Produzenten des Spiels bei Entwickler Mythic Entertainment, deshalb einige Fragen zum derzeitigen Zustand, der zukünftigen Patchpolitik, der kommenden Erweiterung und spielrelevanten Dingen, wie der aufkommenden Konkurrenz aus eigenem Hause, Warhammer Online (WAR) gestellt.

Nun, nachdem die aktuelle Erweiterung "Darkness Rising" weltweit erfolgreich auf den Servern gelauncht wurde und die europäischen Server endlich auf dem aktuellen Patch-Stand sind (1.84), glaubst du, dass das so bleiben wird? Ist es sogar vorstellbar, dass beide Versionen in Zukunft am selben Tag erscheinen?

Walt Yarbrough: Wir arbeiten immer sehr fokussiert an der US-Version bis direkt vor der Veröffentlichung eines Patches. Faktisch ist es so, dass wir oft noch einige Hot-Fixes einspielen, ohne die Server herunterzufahren.

Dark Age of Camelot - Die Zukunft von Dark Age of Camelot: Wir haben mit Walt Yarbrough gesprochen!

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Unglücklicherweise lässt das keine Zeit für Übersetzungen und so starten wir diesen Prozess erst einige Wochen nach dem Launch der Live-Version, nachdem sich die Dinge eingespielt haben.

Du hast kürzlich die nächsten Inhalte und Änderungen der kommenden Patches 1.83 und 1.84 umrissen, die hauptsächlich Updates einiger visueller Aspekte sowie Änderungen an den Klassen des Spiels bringen werden. Kannst du uns einige Details dazu nennen, was wir noch erwarten können?

Walt Yarbrough: Wir planen uns beim Patch 1.84 auf den Fernkampf zu konzentrieren und einen genauen Blick darauf zu werfen. Das bedeutet im Detail, dass wir uns die "Bolts" (von Zauberern erzeugte magische Geschosse - Anmerk. d. Verf.) und die Bogenschützen genau ansehen und überarbeiten werden.

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Was ist eigentlich der derzeitige Status von DAoC? Die Anzahl der zahlenden Kunden scheint stabil zu sein, wenn nicht sogar ein wenig steigend. Kannst du uns Details nennen?

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Walt Yarbrough: Die Abo-Zahlen von DAoC wachsen derzeit weltweit, und übertreffen unsere Abo-Erwartungen sowohl für Europa als auch in Amerika. Wir erhöhen deshalb die Anzahl der Mitarbeiter im Entwicklerteam und wollen so den Erfolg des Spiels auch in der Zukunft sichern.

Ist es vorstellbar, dass falls die Spielerzahlen auf den europäischen Servern einmal einen Punkt erreichen, der so niedrig ist, dass der Spaßfaktor leidet, ihr die Spieler auf die Mythic-Server transferiert, um das Gameplay spannend zu halten?

Walt Yarbrough: Nein, das wäre schon aus technischer Hinsicht praktisch unmöglich umzusetzen. GOA kann aber natürlich europäische Server clustern und so die Spieler zusammenführen, falls es nötig sein sollte, um die RvR-Bevölkerung auf einem spannenden Level zu halten.Was für ein Addon können wir für 2006 erwarten? Welche Inhalte wird es haben?

Walt Yarbrough: Die Highlights der im Herbst 2006 erscheinenden Erweiterung werden aus einer neuen Rasse, einer neuen Klasse und einem neuen RvR-System bestehen. Details dazu können wir aber erst etwas später in diesem Jahr enthüllen.

Glaubst du, es ist die richtige Entwicklungs-Strategie einige neue Dinge wie z.B. Artefakte oder Klassen wie den Warlock zu integrieren, nur um sie später wieder "nerfen" (spezielle Bezeichnung, die das Abschwächen von Fertigkeiten im Spielerjargon mein - Anmerk. d. Verf.) zu müssen? Muss das bei MMOs so sein?

Walt Yarbrough: Nein, das ist niemals der "richtige" Weg es zu tun, und sicherlich nicht das, was man sich in einem Entwicklungsprozess vorstellt.

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Wir unternehmen die größten Anstrengungen, um keine Fähigkeiten im Spiel "nerfen" zu müssen, aber es gibt Zeiten, in denen die Balance des Spiels in einer Art und Weise gestört wird, die wir nicht vorhergesehen haben. Wir müssen dann die schwierige Entscheidung treffen, die übertrieben mächtige Ergänzung abzuschwächen.

Ihr habt erst vor relativ kurzer Zeit die so genannten Classic-Server eingeführt, weil viele Spieler mit den Neuerungen die mit ToA ("Trials of Atlantis") eingeführt wurden sowie mit dem Buffbot-Problem sehr unglücklich waren.

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Nun habt ihr viele dieser Dinge durch Patches auf den Standard-Servern so weit relativiert, dass es einem so vorkommen könnte, dass alle Server auf den "Classic"-Stand gebracht werden und diese neuen Server bald obsolet werden könnten, oder?

Walt Yarbrough: Man darf nicht vergessen, dass auch ML-Fähigkeiten nicht auf den "Classic"-Servern existieren. Letztendlich haben wir unseren Spielern einfach mehr Auswahlmöglichkeiten für ihren Spiel-Style gegeben, was doch eine gute Sache ist, wie wir finden.

Viele Spieler sehen Warhammer Online quasi als DAoC 2 an, den Nachfolger von DAoC.

Wird das Spiel eingestellt, nachdem WAR veröffentlicht wurde?

Walt Yarbrough: Absolut nicht! Jedes Spiel ist auf seine Art und Weise einzigartig und haben DAoC-Pläne viele, viele weitere Jahre. Warhammer soll eine alternative RvR-Erfahrung anbieten und sich an völlig unterschiedliche Kundenschichten richten.

Glaubst du nicht, dass es durch die vielen Neuerungen wie Autoloot, mehr Real Punkte für verschiedene RvR-Aktivitäten, langsam fast zu einfach wird, DAoC zu spielen?

Walt Yarbrough: Nein, indem wir Dinge wie Autoloot eingeführt haben, um Auseinandersetzungen im Spiel zu verhindern sowie alle RvR-Aktivitäten mit Realm-Punkten zu belohnen, haben wir exakt die Art von Dingen eingeführt, die wir uns für das Spiel vorgestellt haben.

Walt, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten!