In Deutschland dürfte der taiwanesische Spieleentwickler und -Publisher gamania wohl den wenigsten ein Begriff sein, und zugegeben: Auch mir war der Name bis vor kurzem unbekannt – bis vor wenigen Wochen eine Einladung hereinschneite. Nach Taipei, zur gamania games show 2011.

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Vor Ort dann die große Überraschung: In Asien ist die Marke gamania bekannter als Coca-Cola, die Entwickler werden von Fans auf der Straße umjubelt, und das Firmengebäude beherbergt sage und schreibe 1.200 Mitarbeiter – ein krasser Gegensatz zu ihrem winzigen Stand auf der gamescom, der kaum größer war als die Besenkammer der gamona-Büros.

Dieses Missverhältnis auszugleichen, hat man sich bei gamania für die nächste Zeit vorgenommen und möchte mit einem Paukenschlag auch auf dem europäischen Markt einschlagen. Zu diesem Zweck lud man über hundert Journalisten aus aller Welt in die taiwanesische Hauptstadt, um die kommenden Spiele zu präsentieren – und ordentlich einen auf dicke Hose zu machen.

Denn statt Besenkammer erwartete uns ein Event der Superlative: Bereits das mannshohe Logo am Eingang und die zehn leicht bekleideten Hostessen dahinter, die uns im Chor willkommen heißen, machen unmissverständlich klar: Statt Kleckern lautet hier Klotzen die Devise. Mehr dazu erfahrt ihr in unserer Reisereportage.

Unter viel Kulleraugen-Kitsch und asiatischer Rüschenromantik im Spiele-Portfolio, dürfte Core Blaze der für den hiesigen Markt interessanteste Gaul aus dem gamania-Stall sein – allein schon, weil die Unreal Engine 3 als Brandbeschleuniger dem Grafikfeuerwerk zundermäßig einheizt. Unser Krieger tritt so in detailverliebt verzierter Rüstung auf, und die Höhlenstollen sind in atmosphärisch schummriges Licht getaucht. Insbesondere im Vergleich zum kommenden MMO-Blockbuster Star Wars: The Old Republic, dessen Bilder ich noch frisch eingedrückt von der gamescom vor Augen habe, ist Core Blaze hier schon einen deutlichen Schritt weiter.

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Core Blaze - Sieht für ein MMO unverschämt gut aus

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Dank Unreal Engine 3 sieht Core Blaze atemberaubend aus.
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Feste Klassen gibt es unterdes nicht: Stattdessen wählen wir eine von vier Bewaffnungen und legen damit unsere Spielweise fest. Wer den Langbogen wählt, ist automatisch Fernkämpfer, mit Doppelklinge oder Breitschwert wird man zum Damage Dealer und die Schild/Schwert-Kombi mimt den Tank. Das Besondere: Die Bewaffnung kann jederzeit nach Wunsch geändert werden. Auf die Weise ist stets gewährleistet, dass in jeder Spielsitzung eine ausgewogene Mischung zustande kommt, ohne dass dafür erst ein Stellengesuch am schwarzen Brett erfolgen muss. Herrscht z.B. gerade akuter Tank-Mangel, wird einfach umgerüstet und weitergespielt.

Höhlenforscher

Die Anspielsitzung führt uns in die Instanz „Hunter’s Cave“. Zunächst scheint alles wie gewohnt: Gegner anwählen, Angriffe und Skills aktivieren, kaputtklicken. „Das Kampfsystem legt den Fokus auf Action“, liegen uns die Worte der Entwickler aus der vorangegangenen Präsentation noch in den Ohren. Also versuchen wir probeweise einmal das Gamepad, das von Core Blaze neben der traditionellen Maus-/Tastatur-Steuerung unterstützt wird, und Überraschung: Mit dem Xbox-Controller kommen wir sehr viel besser zurecht als auf die herkömmliche MMO-Weise.

Core Blaze - Sieht für ein MMO unverschämt gut aus

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Kletterpassagen lockern das Spielgeschehen auf.
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Angreifen, blocken, ausweichen, Stellung wechseln – die Kämpfe werden durch die gesteigerten Möglichkeiten des Gamepad auffallend taktischer als in vielen anderen Titeln, insbesondere da sich Core Blaze mit seinen Hieb- und Stichwaffen vorzugsweise in den Nahkampf wirft. Doch auch abseits des Monsterkloppens geht Core Blaze dank seiner „Konsolidierung“ nicht nur sprichwörtlich neue Wege: Nachdem wir die Höhle von sämtlichem Getier gereinigt haben, stehen wir zunächst ratlos in einer scheinbaren Sackgasse.

Sind wir irgendwo falsch abgebogen, haben wir etwas falsch gemacht? Nein, lächelt einer der Entwickler über unsere Schulter und deutet verschmitzt in eine dunkle Ecke der Höhle. Hier entdecken wir eine Leiter, die uns über ein Gerüst auf die nächste Ebene bringt. Solcherlei Kletterpassagen nach dem Vorbild von Tomb Raider oder Assassin’s Creed sollen das Spielgeschehen hin und wieder auflockern.

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In Brand gesetztes Pech erweist sich als clevere Taktik im Kampf.
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Anschließend erwartet uns der Bosskampf: Liang Qu, ein blauer Panther mit Adlerschwingen von Einfamilienhausgröße, ein bisschen so, als hätte das bayrische Wappentier mit einem Schlumpf Nachwuchs gezeugt. Als wären die riesigen Pranken nicht schon garstig genug, friert das Biest mit seinem Eisatem zudem unvorsichtige Spieler ein, die ihm zu nahe kommen. Doch Moment… ist Feuer nicht ein probates Mittel gegen Kälte?

Dank Unreal Engine 3 und actionorientiertem Kampfsystem sticht Core Blaze aus der Masse an Free2Play-MMOs hervor.Ausblick lesen

Diesen Gedanken im Hinterkopf besinnen wir uns eines speziellen Skills in unserer Leiste: Damit verteilen wir Pech in einer tückischen Spur auf dem Boden und setzen die entflammbare Flüssigkeit mit einem Zauber in Brand. Nun noch den richtigen Moment abgepasst und das Vieh brennt lichterloh. Geschafft – der Sieg ist unser…