City of Villains (PC-Preview)
von Nedzad Hurabasic

Auf eine öffentliche Präsentation des derzeit in der Entwicklung befindliche Online Rollenspiels City of Villains (CoV) verzichtete NC Soft während der zurückliegenden Games Convention in Leipzig aufgrund von zu geringer Vorbereitungszeit.

So waren ausgewählte Pressevertreter ins Business Center geladen, um dort eine aktuelle Kostprobe der City of Heroes-Fortsetzung (kein Addon!) zu erleben. Auch gamona war natürlich bei einer dieser Privatvorführungen vor Ort, die gewonnenen Eindrücke wollen wir nun an euch weitergeben.

City of Villains - Issue 10 - Invasion Trailer15 weitere Videos

Wie der Titel des Spiels schon suggeriert (Villain= Bösewicht, Schuft, Schurke), wird die wohl wichtigste Neuerung von CoV sicherlich die Möglichkeit sein, diesmal einen Superbösewicht zu spielen. Mit diesen neuen, bösen Charakteren wird es erstmals möglich sein außerhalb der Arenen gegen seine Freunde anzutreten, die nach wie vor ihre verweichlichten Superheroes aus CoH spielen. Der Spieler vs. Spieler Kampf (PvP) hält also Einzug in das Superhelden-MMORPG.

Fünf neue, so genannte Archetypen (Charakterklassen), werden eingeführt, die allesamt neue Superkräfte und individuell gestaltbare Kostüme erhalten werden, die ihre böse Ausrichtung noch zusätzlich betonen werden. Allein in die Konfiguration des Aussehens wird man massig Zeit investieren können, die Möglichkeiten sind wirklich verdammt vielfältig. Jede Klasse wird natürlich ungefähr ein Widerpart bzw. Äquivalent der Superhelden-Archetypen darstellen, auch wenn die Kombination der Kräfte (vor allem der Sekundärfähigkeiten) etwas anders gelagert sein wird. So wird es z. B. den Mastermind geben der eine Pet-Klasse darstellt und sich coole Kampfroboter als Unterstützung herbeirufen kann. Die Animation der schnuckeligen Robos sorgte aufgrund der gelungenen Animation für amüsierte Beobachter.

City of Villains - Endlich mal so richtig böse sein!

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In den neuen, gesetzlosen Zonen wird es die neue Fraktion der Arachnos geben, eine Art Verbrechersyndikat, die diese Gebiete beherrscht. Die neuen Areale werden aber natürlich nur Spielern zugänglich sein, die die Fortsetzung kaufen. Nachdem man in dem völlig neuen Tutorial während einer Gefängnisrevolte fliehen kann (so die Einleitung der Hintergrundgeschichte), setzt das gewohnte Spielsystem ein, bei dem mithilfe von Quests die Spielstufe der eigenen Spielfigur erhöht wird und man vom gewöhnlichen Räuber zu einem Verbrechergenie aufsteigen kann. Neu an diesen Missionen wird aber z. B. die Befreiung von NPCs, also computergesteuerten Figuren, sein, die anschließend bei den weiteren Quest-Kämpfen an der Seite des Spielers agieren. Das können dann auch durchaus mehrere Helfer sein.

Packshot zu City of VillainsCity of VillainsErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Mit CoV wird auch erstmals der Bau von Basen ins Gameplay integriert. Diese dienen den Spielern als Rückzugsort, der ähnlich der Charaktergenerierung, eine völlig individuelle Gestaltung der Umgebung und des Gebäudes zulassen wird. Leider konnte dies auf der GC noch nicht vorgeführt werden. Gamer die nur CoH besitzen, werden von diesem Feature allerdings nicht ausgeschlossen sein, vermutlich wird mithilfe eines Patches auch ihnen ermöglicht, eigene Behausungen zu bauen. Wer denkt da nicht an Supermans "Festung der Einsamkeit" oder Batmans "Bathöhle"? Ob die Möglichkeiten tatsächlich so cool werden, wie versprochen, bleibt daher abzuwarten. Erste Bilder liegen uns aber schon vor ...

Insgesamt wird nach den gewonnenen Eindrücken auch die Darstellung des Spiels deutlich aufpoliert, die Grafikengine wurde zu diesem Zweck "aufgebohrt", wie man in Fachkreisen so schön sagt. Vor allem die neuen Dungeons wirken nun nicht mehr so steril, viele Farbspielchen und deutlich verbesserte und detailliertere Texturen konnten während der Vorführung begutachtet werden. Auch die Außenansicht hat sich gewandelt. Die Plattenbauten der "guten Seite" Paragon Citys gehören der Vergangenheit an. Spieler von City of Villains werden sich in einer 3D-Umgebung wiederfinden, die zumindest teilweise an die Arbeiterstädte Englands aus der Zeit der industriellen Revolution erinnern und ein deutlich dunkleres, abgewetzteres Flair besitzen.

Das strahlt natürlich auf die gesamte schwerindustrielle Atmosphäre aus, die im krassen Gegensatz zu den geschniegelten Prachtpromenaden von City of Heroes steht. Vermutlich kein Wunder, denn das Spiel wird schließlich auch in Brighton produziert. Laut Aussagen der beiden NC Soft Mitarbeiter Martin Rabl und Jörg Koonen soll es auf den Straßen auch etwas lebhafter zugehen als beim Vorgänger. Außerdem waren deutlich mehr Lich- und Feuereffekte zu beobachten, die ebenfalls für eine verbesserte Grafik und eine plastischere Darstellung der Spielwelt sprechen. Auch die Physikengine wurde verbessert, getroffene Feinde fliegen beispielsweise mehrere Meter weit durch die Luft und plumpsen nicht, wie bei CoH, einfach nur auf den Hosenboden.

Der PvP-Content wird übrigens niemandem aufgezwungen.

City of Villains - Endlich mal so richtig böse sein!

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Wer keine Lust hat sich mit anderen Spielern zu messen, wird auch weiterhin ungestört seinen Lieblingsbeschäftigungen nachgehen können. Noch nicht vollends geklärt ist hingegen das zukünftige Abomodell.

Da CoV ein eigenständiges Spiel darstellt, wird dafür natürlich eine monatliche Gebühr fällig. Damit Spieler, die sich die Fortsetzung zulegen, ihre alten Charaktere aber weiterhin zocken möchten, nicht doppelt blechen müssen, bedarf es eines speziellen Abrechnungs-Modells. Vermutlich wird es eine Ermäßigung geben, wenn man beide Games gleichzeitig zocken möchte. Genaue Infos wird es aber erst zu einem späteren Zeitpunkt geben.