City of Villains (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Vor nicht einmal einem Jahr wurde das Online Rollenspiel "City of Heroes" (CoH) veröffentlicht, das Spielern die Möglichkeit gibt, einen Superhelden zu erstellen und mit ihm das Böse in "Paragon City" zu bekämpfen.

Nun hat Entwickler Cryptic Studios mit "City of Villains" (CoV) die Fortsetzung veröffentlicht und bietet damit Gelegenheit, genau das Gegenteil zu erleben: In die Haut eines Superbösewichts zu schlüpfen und einer der gefürchtetsten Comic-Verbrecher des Universums zu werden.

City of Villains - Issue 10 - Invasion Trailer15 weitere Videos

CoV will mehr sein als ein bloßes Addon, es ist eine eigenständige Fortsetzung der Comic-Spielwelt, in der Gamer ihre Helden - oder nun auch Bösewichte - erschaffen können, um mit ihnen Abenteuer zu erleben. Der Titel Villain ist dabei Programm, heißt das doch übersetzt nichts weiter als Bösewicht, Schuft oder Schurke und gibt damit schon ganz klar die Richtung vor. Nach der Installation des Spiels erscheint die Charakterauswahl im vertrauten CoH-Look, nur düsterer.

Natürlich steht auch eine Reihe von neuen Archetypen (Klassen) zur Verfügung, die das Spielvergnügen erst so richtig böse machen sollen: Berserker (Nahkämpfer), Stalker (Assassine), Mastermind (Pet-Klasse), Dominator und Vernichter (vergleichbar den "Zauberern" anderer Rollenspiele). Jede neu angelegte Spielfigur ähnelt zwar in ihren Möglichkeiten ihrem Pendant der guten Seite ein wenig. Doch einzigartige, neue Superkräfte sorgen für die nötigen Unterscheidungsmerkmale.

Die Charaktererstellung ist ähnlich umfangreich wie beim Originalspiel, so sind individuelle Kombinationen ohne weiteres möglich. Gleich aussehende Charaktere wurden auf dem deutschen Spielserver "Zukunft" praktisch nicht gesichtet, was im Vergleich zu vielen anderen MMOGs, wo viele Spielfiguren wie Klons wirken, schon beachtlich ist.

Nachdem alle notwendigen Einstellungen bestätigt sind, die Kräftesets (Fähigkeiten) ausgewählt sind und der Charakter auch einen Namen erhalten hat, findet sich die Spielfigur auch schon in der virtuellen Welt wieder Genauer gesagt: in einem Gefängnis. Dass gerade ein groß angelegter Ausbruch im Gange ist, kommt uns dabei sehr recht, schließlich wollen wir nicht in den maroden Zellen vergammeln, sondern die Welt erobern! Die ersten Schritte sind als Tutorial gestaltet und dienen der Vermittlung der Grundlagen der Steuerung sowie der Spielmechanik.

City of Villains - Konkurrenz für Skeletor und Dr. Evil? Superschurken im Test!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 105/1151/115
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wer CoH nicht gespielt hat, sollte von dem Angebot Gebrauch machen, alle anderen werden sich darüber freuen im Handumdrehen Stufe zwei zu erreichen, die nach einigen wenigen Botengängen visuell verkündet wird. Anschließend wird der Charakter nach Fort Darwin ausgeflogen, wo das eigentliche Verbrecher-Abenteuer beginnt. Dies wird auch die Operationsbasis für die ersten fünf bis sieben Level sein, erst danach sollten Ausflüge in benachbarte Gebiete unternommen werden.

Das bewährte Gameplay hat sich im Vergleich zu CoH kaum geändert, was aber aufgrund der kurzen Entwicklungszeit auch nicht zu erwarten war.

City of Villains - Konkurrenz für Skeletor und Dr. Evil? Superschurken im Test!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 105/1151/115
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Nach wie vor sind wir darauf angewiesen unsere Missionen von Kontakten bzw. Mittelsmännern zu erhalten, die uns Aufträge zuweisen und uns mit wichtigen Tipps versorgen. Wer seine Kontakte nicht pflegt, wird nicht vorankommen. Also erledigt man eine Mission nach der anderen und steigert so nicht nur den eigenen Level, sondern auch das Ansehen bei den Unterweltbossen. Am Ablauf der Missionen haben sich einige Details geändert, wirkliche Neuerungen gibt es aber nicht. Nach wie vor laufen wir zu Gebäuden oder unterirdischen Nestern, wo wir Banken ausrauben, Kriminelle befreien oder unliebsame Konkurrenz ausräuchern.

City of Villains - Konkurrenz für Skeletor und Dr. Evil? Superschurken im Test!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 105/1151/115
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Neu ist, dass gelegentlich die befreiten Kumpane mit in die Kämpfe eingreifen und uns unterstützen. Allerdings hat das zumindest bei der Klasse der Stalker einen Haken: Diese können sich für Feinde unsichtbar machen - das gilt aber auch für computergesteuerte Verbündete. Solange man getarnt ist, sehen sie uns nicht und greifen, wenn überhaupt, erst verspätet in die Kämpfe ein. Da wir aber auch ohne ihre Hilfe gut zurechtkommen und die Missionen nicht so angelegt sind, dass wir ohne Hilfe scheitern, fällt dies nicht schwer ins Gewicht.

Neu sind auch kleine Story-Sequenzen, die die Missionen gelegentlich unterbrechen, um etwas "Leben" in die Erzählung zu bringen. Sie wirken aber manchmal etwas zu kantig und sind nicht immer schön anzuschauen.

City of Villains - Konkurrenz für Skeletor und Dr. Evil? Superschurken im Test!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 105/1151/115
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Da es in CoV (und CoH) im Unterschied zu anderen Rollenspielen kein Inventar und auch keine Gegenstände gibt, mit denen man sich schmücken könnte, sammeln wir nebenbei nur "Inspirationen" und "Verbesserungen".

Inspirationen entsprechen den aus anderen Spielen bekannten "Buffs" (Unterstützungszauber) und Heilsprüchen, während Verbesserungen dazu gedacht sind, die eigenen Fähigkeiten permanent zu verbessern. Dabei können sie per Menü auch kombiniert werden, sodass sich die Kraft-Steigerung noch weiter ausbauen lässt.

City of Villains - Konkurrenz für Skeletor und Dr. Evil? Superschurken im Test!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 105/1151/115
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das alles ist aber eigentlich schon vom Vorgänger CoH bekannt und außer bei Veränderungen im Detailbereich nicht wirklich neu. Die "Dungeons" sehen zwar aufgrund verbesserter Grafiken und Texturen etwas schöner aus als die sterilen Gänge des Originalspiels, mit der Zunge schnalzen wird deshalb aber trotzdem niemand.

Auch die Effekte wurden leicht aufpoliert, wobei einige Animationen der neuen Klassen wirklich sehr nett anzusehen sind. So z. B. das Herbeirufen oder wegschicken von "Pets" bei den Masterminds. Die Stadtteile der Bösewichte, die "Rogue Isles" sehen natürlich deutlich anders aus als die der Superhelden.

City of Villains - Konkurrenz für Skeletor und Dr. Evil? Superschurken im Test!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 105/1151/115
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dunkle Farben überwiegen, der Eindruck einer etwas heruntergekommenen britischen Arbeiterstadt zu Zeiten der industriellen Revolution prägt sich schnell ins Gemüt ein und passt gut zum schurkischen Ambiente. Obwohl sich viele Gruppen von Gegnern in den Straßen aufhalten, wirkt das Geschehen aber trotzdem steril und teilweise auch leer und inhaltslos. Lebhaft sieht anders aus. Das hat natürlich auch Auswirkungen aufs Gameplay, das ebenfalls sehr schematisch abläuft. Interaktion mit "Bewohnern" der Stadt gibt es praktisch gar keine, die Superhelden in Paragon City werden von ihren Mitbürgern wenigstens für ihre Taten gefeiert, als Schurke muss man natürlich darauf verzichten.

City of Villains - Konkurrenz für Skeletor und Dr. Evil? Superschurken im Test!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 105/1151/115
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wirklich neu sind neben den neuen Charakterklassen also eigentlich nur zwei wesentliche Elemente von City of Villains: Endlich gibt es richtiges PvP, also den Kampf Spieler gegen Spieler. Außerdem ist der Bau von Basen (Spielerhäusern) möglich. Dabei ist das PvP aber freiwillig, keiner muss sich daran beteiligen. Wer seinem Superhelden-Freunden mal so richtig zeigen möchte, was eine Harke ist, der kann sich entweder in die Arena begeben oder sich in einige dafür vorgesehene Verbindungs-Zonen bewegen, wo sich die Gegenseite auch aufhalten darf. Der Zugang zu den jeweiligen anderen Basis-Stadtgebieten von Rogue Isles respektive Paragon City ist den Spielern aber verwehrt, sodass keiner befürchten muss, plötzlich angegriffen zu werden.

City of Villains - Konkurrenz für Skeletor und Dr. Evil? Superschurken im Test!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 105/1151/115
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In den Arenen kann sich der Spieler zu Turnieren anmelden, die z. B. für bestimmte Levelregionen freigegeben sind. Wer Überraschungen und ein weniger geordnetes Spiel bevorzugt, der kann in den drei PvP-Zonen (es soll noch eine vierte, versteckte geben) auf gleichgesinnte Spieler treffen und dort nach Herzenslust den Kampf "Gut gegen Böse" ausfechten.

Im Allgemeinen scheinen die Klassen auf beiden Seiten gut ausgewogen zu sein, auch wenn vor allem die neuen Schurkenarchetypen im Test den einen oder anderen Vorteil zu haben schienen.

City of Villains - Konkurrenz für Skeletor und Dr. Evil? Superschurken im Test!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 105/1151/115
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Spieler haben auch - und das ist die zweite große Neuerung - die Möglichkeit, sich Basen zu erschaffen. Dazu müssen sie allerdings einer so genannten Supergruppe (äquivalent zu Gilden) angehören. Schurken und Helden können ihre Stützpunkte gegenseitig angreifen, was dem teambasierten Kampf noch eine weitere, interessante Note hinzufügt. Die Basen lassen sich mit verschiedenen Einrichtungsgegenständen und auch Verteidigungsanlagen ausbauen, was jedoch ziemlich teuer ist. Bezahlt wird mit den so genannten Prestige-Punkten, die für das Erledigen von Aufträgen und Besiegen von Gegnern eingeheimst werden.

City of Villains - Konkurrenz für Skeletor und Dr. Evil? Superschurken im Test!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 105/1151/115
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Spieler haben auch - und das ist die zweite große Neuerung - die Möglichkeit, sich Basen zu erschaffen. Dazu müssen sie allerdings einer so genannten Supergruppe (äquivalent zu Gilden) angehören. Schurken und Helden können ihre Stützpunkte gegenseitig angreifen, was dem teambasierten Kampf noch eine weitere, interessante Note hinzufügt. Die Basen lassen sich mit verschiedenen Einrichtungsgegenständen und auch Verteidigungsanlagen ausbauen, was jedoch ziemlich teuer ist. Bezahlt wird mit den so genannten Prestige-Punkten, die für das Erledigen von Aufträgen und Besiegen von Gegnern eingeheimst werden.