“Nach dem Aus der Flagship Studios, wollte ich erst mal nichts mehr mit Computerspielen zu tun haben. Als ich dann aber Champions Online sah, war ich so begeistert, dass ich mich sofort als Betatester bewarb. Irgendwann fragte ich diese Jungs dann, ob ich nicht bei ihnen mitmachen dürfe“, erinnert sich Bill Roper, der frisch gebackene Design und Creative Director bei Cryptic.

Bevor jetzt ein Sturm von Betaanmeldungen die Cryptic-Server lahm legt, weil mancher Leser nach den vorstehenden Zeilen das langersehnte Uber-MMO erwartet, nehmen wir lieber etwas Wind aus den Segeln: Mister Roper ist ein alter PR-Profi und weiß natürlich, was er über seine „Babies“ zu sagen hat. Trotzdem – und da wollen wir ihm Recht geben – gab es lange kein MMO mehr, für das wir uns nach einer Vorschau am liebsten selbst als Betatester zur Verfügung gestellt hätten.

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Wir bauen uns ’nen Supermann

Wer das bisherige Oeuvre der Cryptic Studios kennt, wird sich wahrscheinlich an dieser Stelle verwundert am Hinterkopf kratzen: Bereits mit „City of Heroes“ und „City of Villains“ tobten sich die Entwickler im eigentlich eher stiefmütterlich behandelten Genre der Superhelden-Comics aus. Ganz genau also wie „Champions Online“, in dem sich abermals alles um Strumpfhosen tragende Recken dreht.

Champions Online - Dies MMO wird super, Mann!

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Vom Haaransatz bis zum kleinen Zeh lässt sich beinahe jedes Detail eures Helden ändern.
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„Im Gegensatz zu unseren anderen Titeln, ist Champions Online aber ein erheblicher Schritt nach vorne. Durch die Erfahrung unseres Teams und bessere Technologien, können wir endlich all jene Dinge umsetzen, von denen wir sonst nur geträumt haben“, erläutert Bill Roper und deutet dabei gleich auf den wichtigsten Aspekt von „Champions“: „Kreiere exakt den Helden, den du spielen möchtest.“

Der Weg zum Ziel heißt hier Charakterindividualisierung. Natürlich dürfen wir die angehenden Weltenretter nach Belieben gestalten, die Stellung der Augenbrauen verändern oder die Kinnpartie genau so kantig anlegen, wie es sich für einen typischen Comichelden gehört. Besondere Aufmerksamkeit sollte jedoch dem Kostüm zuteil werden, da wir dieses das gesamte Spiel hindurch tragen werden.

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Ihr wollt ein Farbschema für euren Helden? Bitte sehr - Champions gibt es euch.
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Hier endet jedoch das Charaktertuning nicht: Die Optionen gehen dabei sogar so weit, dass sich selbst die Farbe der Superfähigkeiten anpassen lässt. Bill gibt ein Beispiel: „Nehmen wir an, der Spieler will einen Helden kreieren, der aus der Sonne stammt und mit Solarkräften kämpft. Dann kann er seinen Helden komplett in gelb kleiden, ihm eine gelbe Aura spendieren oder sämtliche Feuerbälle in ein sonniges Zitronengelb einfärben.“

Ist es ein Flugzeug…?

Apropos Superkräfte: Anders als in vielen Konkurrenz-MMOs setzt „Champions Online“ nicht auf Klasseneinstufungen oder Talentbäume. Ein Superheld ist nun mal „super“ – ob als Kraftbolzen, Zauberer oder Kämpfer. Selbstheilungskräfte gehören da ohnehin zum guten Ton. Damit jedoch nicht alle Champions mit Röntgenaugen umherlaufen, wählt ihr zu Beginn aus einem großen Spektrum an Power-Sets.

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Eine der Travelpowers: Per Eisboard wie Iceman durch die Botanik gleiten.
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Wer also am liebsten mit dem Feuer spielt, spendiert seinem Helden ein Feuer-Basisset und lässt ihn anschließend mit gleißenden Flammenstößen um sich werfen. Wieder andere Spieler setzen stattdessen auf Schattensprüche oder Dots oder Beschwörungen oder… Die Liste ließe sich eine ganze Weile fortsetzen. Wie dem auch sei: Mit jedem Levelaufstieg könnt ihr eure „Powers“ bei Trainern verbessern oder ausweiten.

Zumindest eine Fähigkeit sollte aber zum Standard eines jeden Supermannes gehören: Ob per Flug, Düsenantrieb oder Netzschwinger – echte Helden bewegen sich nicht einfach per Pedes durch die Straßen ihrer Stadt. Daher besitzt jeder Champion eine Reisefähigkeit, die es ihm ermöglicht, selbst abgelegenste Orte zu erreichen. Welche das sein sollen? Bestimmt natürlich auch der Spieler.

Auf zum Batmobil

Wichtig für die Glaubwürdigkeit: Die Missionen in „Champions Online“ müssen zum Setting passen. „Es wäre Blödsinn, vom Spieler zu verlangen, 20 Wolfspelze zu sammeln. Er ist schließlich ein Held“, erklärt Bill. Und als solcher wird man in der „Champions“-Welt immer etwas Heldenhaftes zu tun bekommen. Irgendwo läuft ein Atom-Leck aus? Ihr müsst es schließen. Die örtliche Bank wird ausgeraubt? Ihr stoppt die Ganoven.

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Besonders starke Recken dürfen herumliegende Objekte auf ihre Gegner werfen.
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Solche Aufträge erhaltet ihr entweder auf klassische Weise, also von einem NPC mit obligatorischem Ausrufezeichen über dem Kopf oder „on the fly“. Ähem… bitte? Lassen wir Bill erklären: „Auch bei Superhelden klingelt nicht ständig das rote Telefon, an dessen anderem Ende der Bürgermeister um Hilfe bittet. Der Spieler soll das Gefühl bekommen, patrouillieren zu müssen und dafür mit spannenden Missionen belohnt zu werden.“

Ein erstklassiges MMO mit toller Spielbarkeit und frischen Ideen, jedoch ohne Elfen und Zwerge. Gibt's nicht? Gib'ts wohl - und heißt "Champions Online".Ausblick lesen

Das Ergebnis lässt sich am ehesten mit den Public Quests aus „Warhammer Online“ vergleichen: Betretet ihr ein bestimmtes Areal, besteht die Chance, dass eine zufällig generierte Mission startet, an der jeder Spieler, der sich in derselben Region befindet, teilnehmen kann. Bill dazu: „Wenn ihr ein Gefängnis passiert und sich direkt davor dreißig finster aussehenden Typen aufhalten, könnt ihr sicher sein, dass man dort eure Hilfe benötigt.“

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Lauschig: Die hübsche Unterwasserwelt Lemuria ist eine eurer Station in der Champions-Welt.
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Ebenfalls wie in „Warhammer Online“ werden derartige Quests als Missionsketten präsentiert, an deren Ende meist eine besonders schwere Aufgabe wartet. Selbst riesige Raidbosse, die zufällig in der „Champions“-Welt auftauchen, wird es geben. Mit insgesamt 900 Quests gibt es also mehr als genug Heroisches zu tun, bis die ersten Superhelden die Maximalstufe 40 erreicht haben.

Die Liga der austeilenden Gentleman

Und dann? Langeweile im Endgame? Mitnichten: Punkt eins auf der nach oben offenen Langzeitspaßskala ist das PVP-System. Cryptic möchte auch hier neue Wege einschlagen und von reinem „Schlachtfeld“- Gemetzel abweichen. Schließlich ließe sich die berechtigte Frage stellen, warum sich von Grund auf gute Superhelden gegenseitig bekämpfen sollten. Die Antwort lautet: Hero Games.

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Riesige Raidbosse können zufällig in der Welt spawnen.
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Diese modernen Gladiatorenkämpfe gehören in der „Champions“-Welt zu allgemein anerkannten Sportevents, die von mächtigen Konzernen gesponsert werden. In Arenen kämpfen die Spieler etwa in „5vs5“ um Trophäen und Preisgelder. Wer darauf keine Lust hat, begibt sich in eine der offen PVP-Areale wie etwa die Slums und feuert dort aus allen Superheldenrohren.

Zu guter Letzt locken die so genannten „Apocalypse-Maps“ alle PVPler mit Taktikanspruch: Auf diesen riesigen Karten befinden sich zwei Basen, die vom jeweils gegnerischen Team zerstört werden müssen. Dazwischen bewegen sich KI-gesteuerte NPC-Soldaten, die ihr als Champion unterstützt. Das viel versprechende Spielprinzip soll sich laut Bill Roper und Co. stark an „Dota“ bzw. das kommende „Demigod“ anlehnen. Nur in groß eben.

Dein persönlicher Erzschurke

Und was soll nun Punkt zwei der wichtigsten Heldenbeschäftigungen sein? Nun, beschreiben wir es mal so: Was wäre Batman ohne den Joker? Superman ohne Lex Luthor? Phantomias ohne Gundel Gaukelei? Klar, nur halb so „super“. Daher führt Cryptic in „Champions Online“ das geniale „Nemesis-System“ ein. Dessen cleverer Kniff: Jeder Spieler erstellt sich im Laufe des Spiels seinen persönlichen, auf ihn zugeschnittenen Superschurken.

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Comic Shading nennen die Macher den Spiellook, bei dem die Ränder aller Objekte schwarz hervorgehoben werden.
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Auch hier dürft ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen: Hintergrundgeschichte, Aussehen, Superkräfte, ja sogar die Schergen des Erzfeindes dürft ihr bestimmen. Per Questreihe wird eure Nemesis dann spektakulär eingeführt: Während eines Gefängnisausbruchs prügelt ihr euch durch die Gänge der Strafvollzuganstalt, nur um am Ende festzustellen, dass der mysteriöse Strippenzieher hinter dem Ausbruch niemand geringes als „Super… äh…“ – nun ja euer Erzschurke eben – steckt.

Ab diesem Punkt begegnet ihr dem anhänglichen Fiesling immer wieder. Egal ob er während einer laufenden Quest oder eines Streifzuges zuschlägt, eure Nemesis und dessen Schergen haben ihre Finger von nun an regelmäßig im Spiel. Sollte es irgendwann zum finalen Kampf kommen, könnt ihr euch auf eine wahrhaft epische Schlacht einstellen: Der Erzschurke skaliert mit eurem Level, benutzt besonders mächtige Fähigkeiten und besitzt eine speziell programmierte KI – wirklich fies.